phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 108)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 31.12.2025, Mittwoch (Silvester) |
silberner Tangoschuh

Einen guten Rutsch ins neue Jahr Euch allen, nah und fern!

Das Jahr 2025 ist zuende. Bevor es im neuen Jahr aber so richtig zur Sache geht, liebe Leserinnen und Leser, ist natürlich die obligate Silvesterfeier angesagt. Je nach Temperament, Lust und Laune turbulent, laut und lustig oder still und besinnlich. Wie auch immer: Kommt gut ins neue Jahr!

Wir, Ulrike und ich, hatten situations­bedingt keine Wahl und haben uns daher, obwohl wir ein Tango-Argentino-Tanzpaar sind, auf die ruhige Variante der Silvesterfeier eingestimmt. Als zweites Bild aber (unten), zum Kontrast, ein verrückt schwungvolles ausgesucht.

Es entstand in der Vorweihnachtszeit in Montevideo (ist schon ein paar Jahre her) als wir auf dem dortigen jährlich stattfindenden internationalen Festival "Viva el Tango" im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Cabildo einen Auftritt hatten.

[Das Cabildo ist, wie bei uns etwa das alte Rathaus, ein historisches Verwal­tungs­gebäude, das heute gern als repräsen­tative Location für Veran­staltungen genutzt wird.]

Foto Festival internacional Viva el Tango, Montevideo
Klick aufs Bild (empfohlen)

Motto fürs neue Jahr: "Nicht ist es gut, seellos von sterblichen Gedanken zu sein (...)"
(Hölderlin,
...der es versteht, das Geheimnis der Poesie erfahrbar zu machen mit Hilfe einer bizarren Wortstellung im Satz und ungewöhnlicher Wortab­wand­lung.)

Und damit: Prosit Neujahr!

Prost !!

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 107)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 25.12.2025, Donnerstag (1. Weihnachts­tag) |
Foto E. Härter

Frohe Weihnachten Euch allen, nah und fern!

Die grosse Heiligabendfeier ist vorbei, liebe Leserinnen und Leser. Der heutige 1. Weihnachtstag und morgen der 2. dienen der Ruhe nach dem Fest und der Erholung.

Wenn sich traditionell am 24. die Lieben einer Familie getroffen und vielleicht auch ein paar Geschenke ausgetauscht haben, wenn man von allen, auch von denen, die man nicht so oft sieht, erfahren hat, dass es ihnen gutgeht, dass sie gesund sind, schön wohnen, einen einträglichen Job haben, der ihnen auch Spass macht, dass sie gut zu essen und zu trinken haben, und dass sie auch die Gelegenheit haben, geistige und seelische Nahrung zu sich zu nehmen und nicht nur zu malochen. Wenn man von allen so gute Nachricht erfahren hat, dann ist es ein schönes Weihnachtsfest gewesen. Unabhängig davon, wie fern (oder nah) der Einzelne zum christlichen Glauben steht.

Wir phantastische-demokraten.de wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern, dass es bei ihnen so oder ähnlich schön gewesen ist. Mehr braucht's ja nicht zum Glück.

Ich selbst habe mir vorgenommen, in den kommenden freien Tagen, nach langer Zeit der situationsbedingten Leseabstinenz mal wieder ein gutes Buch zur Hand zu nehmen und mich gemütlich im Sessel sitzend darein zu vertiefen und alle Unbill dabei zu vergessen. Dazu einen Becher Kaffee und (Portwein habe ich gerade nicht im Hause) dann eben ein Gläschen Mokkalikör, das tut's ja auch.

Und zur Vollendung dazu, nicht zu vergessen: Edle, selbstgebackene Kekse - auch ein Geschenk von lieber Hand.

Einen Bohnenkaffee in Luxusqualität erhielten wir als Geschenk sowie ein anspruchsvolles Buch über eine Zeitspanne im Zeitalter der Aufklärung, nämlich die Freundschaft zwischen Moses Mendelssohn (dem Opa von Felix Mendelssohn Bartholdy) und Gotthold Ephraim Lessing, der als sozusagen höhergestellter Kollege einst der leitende Bibliothekar der Herzog-August- Bibliothek in Wolfenbüttel war.

Ich freue mich auf die entrückten Stunden der Lektüre. Zumal ich zu beiden Protagonisten insofern eine rege Beziehung habe, als Lessing (nach Schullektüre natürlich), die Ringparabel sollte man auswendig aufsagen können (kann ich aber nicht mehr) und später als Bibliothekarskollege eine Verbundenheit besteht.

Entfernter ist die Bekanntschaft mit dem alten Moses Mendelssohn dadurch, dass wir in Haus und Garten seines Enkels Felix in Leipzigs Goldschmidtstrasse ein und ausgehen, immer wenn wir dort sind.

Wem jetzt der Kopf schwirrt vor so viel Idylle, dem muss ich beipflichten. Denn über unseren Köpfen droht die schlechte Politik der deutschen Regierung, im Einklang mit der noch schlechteren der EU und der Nato, der Idylle ein Ende zu machen. Und das müssen wir verhindern!

Ganz reduziert auf die Grundidee der politischen Parteien wäre ich wohl am ehesten in der FDP zuhause. So viel Freiheit wie möglich fürs Individuum und so wenig Staat wie möglich. Aber seit ich die Kriegshetze aus den Reihen der FDP gehört habe, ist mir diese Partei gründlich suspekt geworden. Dass es anderen auch so gegangen ist, hat die letzte Wahl gezeigt.

Die letzte, die noch nach gesundem Menschenverstand handelt, ist Frau Wagenknecht, aber die Partei dümpelt auch am Rande der Auflösung dahin.

So stehen wir wieder mal allein auf uns selbst gestellt. Meine Empfehlung: Hört das Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ein brillanter Dauerbrenner in e-Moll, der bei aller Wehmut auch Freude, Leidenschaft und Zuversicht verheisst.

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 106)

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| 22.12.2025, Montag | Foto E. Härter
Foto E. Härter


Gestern war Vierter Advent, liebe Leserinnen und Leser, doch wegen der vielen Weihnachtspost bin ich nicht einmal dazu gekommen die 4-Kerzen-Blognummer termingerecht ins Netz zu stellen. Aber heute geht's ja auch noch. Übermorgen ist schon der Weihnachts­baum in seiner Lichterfülle dran,

Angesichts der Frohen Botschaft des Weihnachtsfestes mag ich mich zurzeit gar nicht zu politischen Themen äussern. Dabei koche ich förmlich vor Wut über die europäischen und, ja, auch deutschen Kriegstreiber in verantwortlicher Stellung. Denn wer verantwortlich tätig ist, hat, verdammt nochmal, dafür zu sorgen, dass es Deutschland (und Europa) gutgeht. Und Krieg wäre das allerschlimmste, was man unserem Kontinent und seinen Menschen antun könnte.

Die Regierenden sprechen derzeit so gern von den jungen Menschen, für die sie vorgeben, Sorge zu tragen, und zwar dadurch, dass sie bei der Rentenbe­messung für die Alten besonders an die Jungen denken. Was für eine widerliche Heuchelei. Zum Militär wollen sie sie schicken, um sie in der Ukraine gegen Russland mitschiessen zu lassen.

Ich bin sonst immer ziemlich kritisch, wenn Schüler und Studis gegen alles mögliche, von dem sie keine Ahnung haben, auf die Strasse gehen und rumkrakehlen. Israel hat's mit der anmassenden Greta richtig gemacht und ihr sozusagen Hausverbot erteilt.

Als bei uns kürzlich die Schüler gegen den Kriegsdienst protestierten, hatten und haben sie meine volle Unterstützung. Sich als Angehörige einer Söldnertruppe auf fremden Kriegsschauplätzen totschiessen oder verstümmeln zu lassen, ist eine andere Sache als die Verteidigung der Heimat.

Nicht umsonst galt für die alte Bundesrepublik der unumstössliche Grundsatz, dass die Bundeswehr nur zur Landesverteidigung da ist und (im Rahmen der Nato) zur Verteidigung europäischen Territoriums.

Wie wir am Beispiel der vielen ausländischen Einsätze der Bundeswehr gesehen haben, ist dieser Grundsatz ohne grosse Widersprüche, soeben mal ganz kurz umgeworfen worden. Unverantwortlich und dumm. Ich habe dazu immer geschrieben, dass die Bundeswehr in ausländischen Kriegshandlungen nichts zu suchen hat. Das haben andere natürlich auch so gesehen, und das Ergebnis hat uns rechtgegeben.

In besonders spektakulärer Weise unwürdig war die Flucht der Deutschen aus Afghanistan, wo dann, wenige Tage später die Taliban wieder regierten. Mit deren üblichen frauenverachtenden Massnahmen. Möglichst überhaupt keine Schulbildung für Frauen (dann können die Männer sie noch leichter gefügig halten), Vollkörperverhüllung (eigentlich reicht für Frauen auch ein Auge zum Kucken) usw. Und das nach 20 Jahren Einsatz der westlichen Armeen in Afghanistan. Nur noch erbärmlich.

Mit dem bisher Gesagten wollte ich aber nicht etwa dem zustimmen, was man sich damals während des "Kalten Krieges" in Nato-Kreisen für die Rolle der Deutschen ausgedacht hatte, wenn es zum Krieg gegen Russland kommt: Deutschland sollte das Hauptkampfgebiet für den eventuellen "begrenzten Atomkrieg" werden, mit dem Ziel, den Gegner am Rhein aufzuhalten.

Dazu kann ich nur sagen: Nicht nochmal! Es darf nur noch eine Maxime geben, was den Krieg anbetrifft, und die muss für die gesamte Menschheit lauten:

Stellt Euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin!

Im Grunde wäre es ganz einfach, wenn sich alle Menschen daran hielten. Für den Fall, dass sich ein ausländischer Machthaber anschicken sollte, Deutschland anzugreifen, habe ich meine Vorstellungen in der Nr. 92 dieses Blogs dargestellt.

Weihnachten soll doch die Zeit des Friedens, der Liebe und der Familie sein. Lassen wir einfach die Politik mal ein paar Tage ruhen und geniessen wir die freie Zeit. In 10 Tagen beginnt das neue Jahr. Möge es ein besseres werden als das vergangene.

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 105)

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| 14.12.2025, Sonntag | Foto E. Härter Foto E. Härter

Heute ist Dritter Advent, liebe Leserinnen und Leser, und das Jahr geht mit Riesenschritten seinem Ende entgegen. Aber bevor es ganz vorbei ist, muss ich unbedingt an zwei liebe Menschen erinnern, die uns echte Freunde gewesen sind, denn 2025 war ein Jubiläumsjahr des Gedächtnisses an beide.

In diesem Jahr jährte sich zum 25. Mal der Tag, an dem Acho Manzi (1933-2013) uns in Göttingen besuchte. Der Sohn des grossen argentinischen Tangodichters Homero Manzi (1907-1951), der mit uns und im Kreise unserer Tangotänzer­freunde das Erscheinen unseres Buches mit den Übersetzungen von zunächst 48 Tangotexten seines Vaters feiern wollte.

Das Fest fand - natürlich im Rahmen einer Milonga (Tango-Tanzveranstaltung)- im Salon der Göttinger MUSA statt, mit authentischer Livemusik. Es spielte das argentinische Tango-Trio Tangonave, mit dem wir im Jahr zuvor in Montevideo aufgetreten waren und die wir bei der Gelegenheit nach Göttingen eingeladen hatten.
Foto privat

Foto privat. Das Bild zeigt Acho Manzi, an seiner Seite rechts Ulrike und die Musiker des Trios Tangonave, links von ihm ich. Das ist nun 25 Jahre her.

Acho war als Tangohistoriker und Nachlassverwalter seines Vaters längst ebenfalls ein in der Tangowelt sehr berühmter Mann. Sein Besuch bei uns unterstrich einmal mehr, dass Göttingen damals eine Hochburg der hochklassigen Tangopflege in Deutschland war. Zumal Ulrike und ich vorher schon zweimal als Showtanzpaar und Vertreter der Stadt Göttingen am Weltgipfel des Tangos, dem Cumbre mundial del Tango (in Monte­video und Lissabon), teilgenommen hatten.

Unser Buch, das inzwischen in vielfach verbesserter und korrigierter Auflage vorliegt, ist auch mit einer Sonderausgabe des argentinischen Kulturministeriums gewürdigt worden, die auf der Frankfurter Buchmesse 2010, als Argentinien dort Ehrengastland war, in einer spektakulären Veranstaltung (mit Livemusik) präsentiert wurde.

Dieses Ereignis ist nun 15 Jahre her, und Acho ist seit 12 Jahren tot. Zuletzt gesehen habe ich ihn 2009 in Buenos Aires, wo im Kinosaal des riesigen Abasto-Shoppingcenters der biographi­sche Spielfilm über seinen Vater (als Vorpremiere für geladene Gäste) gezeigt wurde. Ein grosses und bewegendes letztes Erlebnis.

Vor 15 Jahren, 2010, war auch das Jahr, in dem Marino Rivero starb. Der weltklasse Bandoneonspieler, mit dem wir viele wunderbare, gemeinsame Auftritte in Göttingen und andernorts veranstalten durften. Des öfteren war auch Gabriela Díaz dabei, Marinos Lebensgefährtin und musikalische Begleiterin auf der Gitarre.
Foto © Berliner 
Morgenpost

Das obige Bild wurde bei unserem Auftritt in Potsdam von der Berliner Morgenpost aufgenommen.
Marino war ein besonders lieber Freund. Wenn Gabriela dabei war und wir zusammen als Quartett auftraten, war Marinos steter Spruch: "Somos una familia" ("Wir sind eine Familie").

Sowohl durch Acho Manzi als auch durch Marino Rivero haben wir das ungeheuer weite Spektrum der Tangokultur hautnah miterlebt - und selbst gelebt. Der Tangodichter Homero Manzi, Achos Vater, war einer der verehrtesten Repräsentanten des zu seinen Lebzeiten aktuellen, heute traditionellen Tangos der 1930er und 1940er Jahre gewesen. In dieser Form ist der Tango bis heute in Musik, Text und Tanz weiterhin sehr lebendig. Darin vergleichbar dem Wiener Walzer, der in seiner ursprünglichen Form ja auch heute noch quicklebendig ist und nicht etwa als "unmodern" gilt.

Das besondere am Tango Argentino ist allerdings, dass er wie keine andere Tanzkultur Komponisten, Texter und Tänzer schon immer zum Experimentieren angeregt und geradezu herausgefordert hat. Das hat dazu geführt, dass es keine verbindliche Norm gibt, den Tango in Musik, Text und Tanz zu gestalten und darzustellen. (Für den Tango als Standardtanz im Tanzsport gelten natürlich andere Regeln).

Marino Rivero, der auch Komponist moderner Musik war, kannte bei seinen eigenen Kompositionen, selbst wenn er sie Tango nannte, keinen Kompromiss mehr mit etwaigen Ähnlichkeiten zum traditionellen Tango. Er nannte seine Musik Tango de vanguardia (Avantgarde-Tango).

flyer

Es sind radikal moderne Klänge, die kein Mensch beim blossen Hören mit dem Begriff Tango assoziieren würde und Tangotänzer schon gar nicht. Auch Marino selbst hat seine Musik nicht als Tanzmusik verstanden, wenn er auch keineswegs dagegen war, dass man ihre tänzerische Interpretation wagte.

Das haben Ulrike und ich nämlich getan, als wir auf Marinos und Gabrielas letztem Konzert in Göttingen seinen futuristischen Tango Ciudad vieja, "Altstadt" (von Montevideo) als Tanzeinlage getanzt haben.

Die Kritikerin des Göttinger Tageblatts, Birgit Nipkau, konnte es kaum glauben, dass einem bei dieser Musik der Gedanke ans Tanzen aufkommen konnte. Das hat sie mir nach der Veranstaltung selbst gesagt. Sie schrieb dazu in ihrer Kritik:
Aus: Göttinger Tageblatt
Die Rückblicke auf die Ereignisse vor 25 und 15 Jahren werden erst vollständig mit zwei Musikbeispielen, die das unbegrenzte Spektrum der Tangokultur deutlich machen.

Dass man den Tango vom Rio de La Plata, den Tango Argentino, auch als Walzer tanzen kann, sei hier noch einmal erwähnt. Man spricht dann vom Tangowalzer. "Valsecito" sagt man oft in Argentinien und Uruguay.
Homero Manzi schrieb den Vals de los recuerdos, den Walzer der Erinnerungen. Die Musik dazu komponierte Francisco Pracánico. Gespielt wird er in dieser Aufnahme vom Orchester Edgardo Donato, es singt Hugo del Carril.
Diesen Vals habe ich in der Nr. 87 schon einmal vorgestellt, mit Text spanisch-deutsch. Da es aber in dieser Nummer explizit um Erinnerung geht, musste der Vals der Erinnerungen natürlich heute noch einmal sein. Wunderbarer Tango der 1930er Jahre.

Dazu als Kontrast der Tango Ciudad vieja von Marino Rivero, gespielt von ihm selbst auf dem Bandoneon, begleitet auf der Gitarre von Gabriela Díaz.

Getanzt als Welturaufführung 2006 in der Göttinger MUSA von Ulrike und mir.

Und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 104)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
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| 07.12.2025, Sonntag |

Foto E. Härter Foto E. Härter
Heute ist Zweiter Advent, liebe Leserinnen und Leser, und die Tage bis Weihnachten scheinen (gefühlt) immer schneller zu vergehen. Gestern war wieder so ein besonders dunkler, echter Novembertag, so dass man froh ist, jetzt wenigstens 2 Lichter anzünden zu können.

Und in dem Moment, da ich dies schreibe, erstrahlt der Himmel im Sonnenglanz und exakt in der Farbe, die bei den Netscape Computerfarben "skyblue" heisst.

Zurzeit geht es ja, wie schon seit vielen Jahrzehnten, wieder um die Renten. In meiner Rückerinnerng war es schon immer so, dass die Regierenden, die sich selbst über ihre Altersvsersorgung keine Sorgen zu machen brauchen, sehr schwer damit tun, ihren angestellt berufstätigen Mitbürgern ebenfalls eine auskömmliche Rente zuzugestehen.

Bis heute unvergessen ist der etwa 40 Jahre alte Ausspruch des langjährigen, legendären Bundesarbeitsministers Norbert Blühm (1935 - 2020): "Die Renten sind sicher". Blühm gehörte zu den seltenen Politikern, die geerdet geblieben waren. Bei seiner Politik liess er sich leiten von Menschlichkeit und dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit. Er war bestrebt, mit seiner Politik den Mitmenschen ihre Würde zu erhalten und sie nicht der Gefahr und der Angst vor Altersarmut auszusetzen.

Dabei ist die Rentenfrage eigentlich überhaupt kein Problem. Die Menschen, die ein Berufsleben lang gearbeitet und während ihrer aktiven Zeit Steuern gezahlt haben, denen steht wie Beamten und Politikern ein Ruhestand ohne materielle Sorgen zu, zumal die meisten von ihnen genug mit gesundheitlichen Problemen zu tun haben dürften.

Die These vom "Generationenvertrag" (die angestellt Arbeitenden zahlen die Renten der Ruheständler) ist genau so eine dreiste Lüge der Politik wie die, der Bevölkerung neu aufgenommene Schulden als "Sondervermögen" unter­zujubeln.

Ich kenne die Arbeitswelt aus zwei Perspektiven: sowohl als angestellt Tätiger wie auch als Selbstständiger. Ich habe mit niemandem einen Vertrag zur Rentenzahlung abgeschlossen. Den Begriff Generationenvertrag hat sich die Politik ausgedacht, um den Eindruck zu erwecken, sie hätte mit der Renten­zahlung an die Alten nichts zu tun. Nach dem Motto: Die damaligen Arbeitnehmer und Steuerzahler, die Rentner von heute, sind doch selbst schuld, warum haben sie so wenige Kinder.

Wenn das Rentensystem so organisiert ist, dass es für die Zahlung der Renten nicht ausreicht, dann muss das Fehlende selbstverständlich aus Steuergeldern zugeschossen werden, ohne Wenn und Aber. Die Politiker sind unter anderem gewählt worden, um die Steuergelder für das Notwendige zum Wohle ihrer Mitbürger zu verwenden. Also haben sie ihre Pflicht zu tun. Andere Länder mit vergleichbaren Problemen können das auch.

Der Stand der Kultur eines Landes bemisst sich auch sehr daran, wie es mit seinen Alten umgeht. Im übrigen war es Norbert Blühm, der die Pflege­versiche­rung initiiert hat.

Aber jetzt ist es Zeit für Tee und Gebäck zur Feier des 2. Advents. Dazu empfehle ich das Impromptu Nr. 3 von Schubert,
gespielt von der georgischen Pianistin Khatia Buniatishvili

Georgien ist mit seiner Grösse von etwa 3,8 Mio. Einwohnern, von denen ein Drittel in der Hauptstadt Tiflis lebt, sehr vergleichbar mit unserer Tango-Heimat Uruguay, das etwa gleich gross ist und wo ein Drittel der Einwohner in der Haupt­stadt Montevideo lebt.

Das Bemerkenswerte an Georgien ist, dass dieses kleine Land bereits vor mehr als 1.500 Jahren als originäre Kultur­leistung eine eigene Schrift hervor­gebracht hat, die bis heute verwendet wird, und die mich schon zu meiner Zeit in der Bibliothek (angestellt) fasziniert hat. Hier der Name von Khatia Buniatishvili in georgischer Schrift: georg. Schrift

Mit der wunderbaren Musik von Schubert, die uns mit allen Widrigkeiten der Welt aussöhnt...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 103)

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| 30.11.2025, Sonntag |

Foto E. Härter Heute ist Erster Advent, liebe Leserinnen und Leser, und in einer dunklen, grauen, schlimmen Zeit wie der aktuellen, ist so ein einzelnes brennendes Licht, das als erstes von vielen noch kommenden Erlösung ankündigt, genau das Richtige. "I know that my redeemer liveth" singt die Sopranistin in Händels Messias. Ein trostreiches Lied, auch für diejenigen, die ihre Religion (falls vorhanden) ausserhalb einer organisierten Religions­gemeinschaft erleben.Hier gleich die Aufnahme:
Lynne Dawson sings from Handel's Messiah: I know that my redeemer liveth. Stephen Cleobury conducts the Brandenburg Consort.

Wenn die uns Regierenden so weitermachen, weiss ich nicht, wie lange wir es noch durchhalten können, mit Kultur und traditionellen Ritualen dagegen anzuleben.

Gerade geniesse ich bei Kerzenschein mit Keksen und Tee meine 5-Uhr-Teestunde. Damit ist es vorbei, wenn erst die Sirenen des Luftalarms heulen und die Drohnen und Raketen alles in Schutt und Asche bomben. Nur weil unsere Regierenden ihre spiessige Bedeutungslosigkeit nicht hinnehmen wollen und unbedingt in einem Krieg mitmischen wollen, in dem wir nichts aber auch gar nichts zu suchen haben.

Die neue amerikanische Administration hat es ihnen schon mehrfach ganz deutlich gezeigt (und den anderen europäischen "Mächtigen" ebenfalls). Präsident Trump macht seine Politik, die erlebbar auf Frieden ausgerichtet ist, zusammen mit den Präsidenten Putin und Selenskij, und wenn die Europäer Glück haben, erfahren sie vielleicht, was besprochen wurde.

Diese Verweisung auf den Zuschauerplatz muss die europäischen Regierenden bis zur Weissglut reizen. Aber sonst sagt es ihnen ja keiner. Nur Herr Trump traut sich, so unbefangen mit den Realitäten umzugehen und Maulhelden auf ihren Platz zu verweisen. Aber noch besser fand ich Vizepräsident Vance, als er in München auf der Sicherheitskonferenz den deutschen Regierenden öffentlich undemokratisches Verhalten bescheinigt hat mit ihrer "Brandmauer".

Natürlich gibt es in Amerika auch vieles, was im Argen liegt. Das bedeutet aber nicht, dass Herr Vance nicht recht hatte. Diese Rüge aus Amerika war mal dringend notwendig gegen deutsche Aufgeblasenheit, mit der unsere verheernden innenpolitischen Probleme nicht in den Griff zu kriegen sind, bzw. das gar nicht erst ernsthaft versucht wird. Denn wenn man wirklich wollte, könnte, nein müsste man den immer weiter runterkommenden deutschen "Saustall" in Ordnung bringen. Aber mit links-grün geht das bekanntermassen nicht. Und die CDU, die sich von links-grün abhängig gemacht hat, ist gelähmt. Da passt es doch, wenn hunderte von Milliarden statt für die Sanierung Deutschlands, für Kriegsvorbereitungen ausgegeben werden.

Und wir, das "Volk", müssen tatenlos zuschauen wie Deutschland zugrunde geht. Aber jetzt sollen ja nach dem Wunsch der Regierenden unsere Jugendlichen, auch Mädchen, tätig werden. Sie sollen sich zur Bundeswehr melden oder zwangsweise einberufen werden.
Zum sozialen Dienst würde ich begrüssen, das hätte Sinn. Als Soldaten würden sie zu zigtausenden abgeschossen, zerfetzt und verstümmelt werden. Damit sollte endgültig Schluss sein. Zwei Weltkriege waren genug. Jetzt haben die Regierenden die Pflicht, eine strikt auf Frieden ausgerichtete Politik zu betreiben. Wie ich mir das vorstelle, habe ich in Blog-Nr. 92 beschrieben.

Ich wünsche allen eine frohe Weihnachtszeit, nach dem Motto:
I know that my Redeemer liveth (s.o.).

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 102)

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| 23.11.2025, Sonntag |
Foto E. Härter
Heute ist Totensonntag, liebe Leserinnen und Leser, und das Wetter hat sich dem Ereignis angepasst. Alles ist bei deutlichen Minustemperaturen in Kälte erstarrt. Vielleicht erinnert Ihr euch: Mit fast denselben Worten habe ich die vorige Blognummer eingeleitet. Nur den Namen des Trauertags und die wetterbezogenen Wörter mussten ausgetauscht werden. Ja, die Feiertagsdramaturgen haben sich den passenden Monat ausgesucht.

Auch wir haben, was Tote unter unseren Lieben und Freunden angeht, jede Menge Grund zum Trauern.Das Titelbild zeigt, wie sich bei eisigen Temperaturen, unter eisblauem Himmel, die kahlen Zweige der uralten Eiche über die Strasse Papendiek hinweg bis zur Ecke des histo­rischen Gebäudes unserer Niedersächs­ischen Staats- und Universi­tätsbibliothek recken. Das Bild habe ich nicht heute aufgenom­men, aber es stimmt mit heute überein.

Und natürlich gibt's auch in der Kultur des Tangos ein passendes Lied dazu, das ich euch heute gern einmal vorstellen möchte. Es ist ein Tango canción, ein Tangolied. Diese Bezeichnung eines Tangos soll andeuten, dass er nicht in erster Linie zum Tanzen gedacht ist, sondern dass sein Text und seine musikalische Umsetzung im Vordergrund stehen (wenngleich das Tanzen dazu natürlich nicht "verboten" ist).

Unser heutiger Tango canción hat den passenden Titel El miedo al invierno (Die Angst vor dem Winter). Ein Tangolied der 1990er Jahre aus Uruguay. Den Text schuf der Schriftsteller und Dichter Enrique Estrázulas (1942-2016), die Musik komponierte unser Freund Raúl Montero, der das Lied in dieser Aufnahme auch selbst singt, begleitet von dem ebenfalls uruguayischen Gitarristen und Komponisten Alberto Viña.

Raúl ist ausgebildeter Opernsänger, der aber später zur spezifischen Kultur vom Rio de La Plata gewechselt hat.
Für die Übertragung des Textes ins Deutsche bin ich verantwortlich. Das Lied ist Bestandteil der Broschüre:
Das Heft ist zugleich das Booklet zu Raúls CD mit demselben Titel. Alle Bilder darin habe ich an den originalen Schauplätzen in Montevideo selbst aufgenommen.

Was die Verinnerlichung des demokra­tischen Grundverständnisses bei einem grossen Teil unserer deutschen Mitmenschen angeht, möchte ich zum Abschluss nur zwei Beispiele nennen.

Da gab es kürzlich (ich habe vergessen in welcher Stadt) eine Unterschriftenaktion von Eltern, mit dem Ziel, ein vierjähriges Kind aus der Kita zu entfernen. Der Grund: Sein Vater ist Politiker der AfD.
"Sippenhaft" in bester Nazi-Art, bis zum Kleinkind. Das sehen die aber selbst nicht so, denn sie sind ja die Demokraten!

Sodann wurde in Weimar dem FDP-Politiker Kemmerich im Hotel ein Zimmer verweigert. Der Grund: Er hatte sich seinerzeit (vor einigen Jahren) zum Ministerpräsidenten von Thüringen wählen lassen - mit den Stimmen der AfD.
Das haben ihm die "Demokraten", einschliesslich der damaligen (DDR-geschulten) Bundeskanzlerin, nicht verziehen. Manche besonders eifrige "Demokraten" wohl - wie man sieht - bis heute nicht. Ein Mann mit dieser Gesinnung kann in unserem Haus kein Zimmer kriegen. Er muss aus der Volksgemeinschaft ausgegrenzt werden. Bei den verblödeten Omas gegen Rechts wird dieser Hotelier mit der aufrechten Gesinnung hinfort sicher bei Reiseplanungen bevorzugt berücksichtigt.

Dabei entsinnen wir uns an die Nazi-Methoden: "Deutsche wehrt euch...!"

Das sind nur 2 Beispiele von dem, was sich täglich vielzählig und in verschiedenen Variationen in Deutschland abspielt. Dieser Mob scheint in seiner Selbstgerechtigkeit gar nicht zu merken, dass sie selbst die Faschisten sind. Bis das nicht in den Köpfen drin ist, kann die Demokratie in Deutschland nicht zur Reife gelangen. Sie bleibt hierzulande ein Experimentierfeld.

Und wenn man die AfD zum tausendsten Mal im Bundestag und sonstwo drangsaliert hat, und die aufbegehren, dann heisst es tausendfach in Politik, Gesellschaft und den sozialen Medien "Jetzt kann die AfD wieder ihre Opferrolle spielen". Ja, aber ohne diesen undemokratischen Umgang mit ihr, wäre das Opferrollenspiel ja gar nicht möglich. Die AfD ist von Anfang an für die anderen das Opfer gewesen.

Wenn der Bundestagspräsident damals, beim Einzug der AfD in den Bundestag gesagt hätte: "Herzlich willkommen, Sie sind jetzt neu im Bundestag und jetzt beginnt die Arbeit mit Ihnen", dann wäre wahrscheinlich nichts Aussergewöhn­liches passiert. Dann hätte die AfD entweder ganz normal mitarbeiten müssen, oder sie hätte sich ganz schnell selbst entlarvt - vor den Augen der deutschen und ausländischen Öffentlichkeit.

Mit den "zutiefst undemokratischen" (von Schierach) Mitteln wie Ausgrenzung, Brandmauer und Verbotsantrag stellen sich die angeblich demokratischen Parteien doch selbst bloss und treiben der AfD damit neue Wähler zu.

Es geht nicht darum, ob man die Ansichten der AfD teilt oder nicht. Es geht darum, mit ihr nach den Regeln der Demokratie umzugehen. Das wäre eigentlich ganz einfach. Im Augenblick sieht es aber noch so aus, als würde die AfD mit gutem Recht von den "Kartellparteien" fordern, diese Regeln einzuhalten.

Humor ist ein gutes Mittel. Kürzlich habe ich, irgendwo gefilmt, einen älteren Herrn gesehen mit Pappschild: "Opas gegen Links" So wird die Dümmlichkeit entlarvt.

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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| 16.11.2025, Sonntag |
Foto E. Härter
Heute ist Volkstrauertag, liebe Leserinnen und Leser, und das Wetter hat sich dem angepasst. Sehr dunkel, nass, aber bei milder Temperatur zeigt sich der (im 3. Reich Heldengedenktag genannte) Trauertag dem Anlass gemäss. Es wird der Kriegstoten und seit 1952 auch der Opfer des Nationalsozialismus' gedacht. Der Totensonntag, in einer Woche, ist dann allgemeiner gefasst und gilt allen Verstorbenen.

Traditionell finden am Volkstrauertag an den Ehrenmalen auch Gedenkveran­staltungen mit Kranzniederlegungen durch die Bundeswehr statt. Da eine Dienstzeit bei der Bundeswehr zu meiner Biographie gehört, hatte ich vor Jahren selbst die Gelegenheit, als Akteur an einer Kranzniederlegung am Gefallenen-Ehren­mal unserer Gemeinde teilzunehmen.

Unser Kompaniechef hatte die Aufgabe übernommen, die Bundeswehr zu repräsentieren, während zwei seiner Unteroffiziere (ein Kamerad und ich) den Kranz ablegten und der Hauptmann die Schleifen ordnete. Hier (links) ein Bild meines damaligen Aussehens. Foto privat Nach ein paar Gedenkworten vom Hauptmann und gemeinsamem militärischen Gruss, war unser Auftrag ausgeführt.

Schon damals begann bei mir der Gedanke zu reifen, dass nach ...zig Millionen Toten auf allen Seiten eine rigorose Friedenspolitik vielleicht doch das Gebot unserer Zeit sein müsste.

Zurzeit erleben wir alle mit, dass gerade wieder das Gegenteil stattfindet. Krieg und Kriegsgeschrei, Wehrpflicht für Männer und perverserweise auch für Frauen, wird regierungsseits angestrebt. Eine strikte Abkehr von dieser Politik erkennen wir nur beim Bündnis von Frau Wagenknecht, bei den Linken und der AfD. Alle drei Gruppierungen, die bei den Regierenden und den Systemmedien einen schlechten bis sehr schlechten Ruf geniessen.

Und wie ich immer sage: Erst wenn die Drohnen und Raketen unsere nach 1945 so wunderbar wieder aufgebauten Städte erneut in Schutt und Asche gebombt haben, wenn wieder Hunderttausende Tote, Verstümmelte und umherirrende Wohnungslose zu beklagen sind, wird ein Umdenken stattfinden. Aber dann ist es zu spät.

In Nr. 92 dieses Blogs habe ich unsere Vorstellungen von einer friedens­orientierten Politik noch einmal zusammengefasst und in Form eines offenen Briefes and den Herrn Bundeskanzler adressiert.

Aber all das ist ja noch nicht alles. Wir haben ja zeitgleich auch noch den inneren Feind, dem unsere freiheitliche Lebensart nicht passt, und der mit hinterhältigen Mordanschlägen mit Messern, Autos und sonstigen Werkzeugen Hass in seiner übelsten Form in unser Land bringt.

In Kürze beginnen wieder die Weihnachtsmärkte, ein beliebtes Ziel dieser Feinde, weil man da mit wenig Aufwand ein wirkungsvolles Massaker anrichten kann. Hier in Göttingen wurden bisher hässliche Betonklötze vor den Zufahrten zum Weihnachtsmarkt aufgebaut.

In diesem Jahr nun hat diesbezüglich eine Verschönerung stattgefunden. Hübsch anzusehende rote Sperrgeräte sind bereits in Wartestellung. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass der Volksmund bereits einen Spottnamen für diese Hindernisse gefunden hat: "Merkel-Poller".

Auch vor unserer Strasse werden solche bereits in Wartestellung bereitgehalten. Fürs heutige Titelbild habe ich sie frisch abgelichtet.

Tut mir leid, dass ich durch den spontan entstandenen Textverlauf erst am Schluss dieser Blog-Nummer zur Auflösung des Titelbild- Rätsels komme.

Wie es mit Deutschland weitergeht, liegt in erster Linie an uns Deutschen. Da wir schon lange nicht mehr genügend Kinder bekommen, um das Land am Laufen zu halten, müssen wir Zuwanderer aufnehmen, die uns helfen. Von dem System haben ja alle - wir und die Zuwanderer gleichermassen profitiert. Eine Win-Win-Situation.

Der unverantwortliche Fehler der Politik war der, alle einzuladen, die rein wollen, und ihnen kostenlose Arztbehandlung, Unterkunft, Verpflegung, Bargeld - und als Gipfel auch noch das Bürgergeld zu schenken. Das ist sozusagen das Verramschen unseres Landes zu Lasten der deutschen Bürger, von denen immer mehr in Armut und Elend versinken. Besonders die Kinder, die wir so dringend bräuchten, sind die Leidtragenden.

Als Nebeneffekt bedeutet das, dass deutsche Städte zunehmend keine deutschen mehr sind. In Offenbach und Salzgitter ist es schon am deutlichsten zu sehen. Wenn nur noch ein Drittel der Bevölkerung keinen Migrationshinter­grund hat (wie kürzlich von der FAZ berichtet), dann kann man nicht mehr von einer deutschen Stadt sprechen.

Das ist aber nicht die Schuld der Zuwanderer, sondern vom ehemals deutschen Volk offensichtlich so gewollt. Es darf nur nicht so blöde sein, jeden ausländischen Psychopathen oder Kriminellen reinzulassen und mit Wohltätigkeiten zu überhäufen. Auf diese Weise heisst es dann nämlich in berechenbarer Zeit: Bye bye Germany...

Lasst Euch nicht entmutigen!

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 100)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 09.11.2025, Sonntag |
Warteschlange in der Johannisstr. Foto E. Härter
Das, was in unserem Titelbild zu sehen ist, liebe Leserinnen und Leser, fand gestern statt vor einem Haus mit leerstehender Wohnung in der Johannisstrasse zu Göttingen. Mitten im Zentrum der Innenstadt, der Altstadt. Die Warteschlange, im Bild ist nur ein Drittel zu sehen, hatte sich nicht verringert von etwa 10,30 Uhr an bis in den späten Nachmittag. Aufgelöst hatte sie sich erst so gegen 19 Uhr.

Solche (ausgedachten) Szenarien gehörten bis zur Wende zu den Argumenten der DDR, wenn es darum ging, den Gegensatz im Demokratie­verständnis kapitalistischer Art und sozialistischer Art deutlich zu machen. "Für uns bedeutet Demokratie, dass jeder eine preisgünstige Wohnung und einen sicheren Arbeitsplatz bekommt."

Für Millionen von Arbeitnehmern waren das natürlich ausserordentlich gewichtige, und wenn man den Kapitalismus sich austoben lässt, auch zutreffende Argumente. Deswegen musste die Bundesrepublik dem real existierenden Sozialismus der DDR ein überzeugendes und verführerisches Modell gegenüber­stellen: den gezügelten Kapitalismus in Form der sozialen Marktwirtschaft.

Und dieses Modell funktionierte in den ersten Jahrzehnten der BRD auch so gut, dass die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik sich als die haushoch überlegenen erwiesen.

Natürlich war die Arbeitslosigkeit ein Thema, aber eher ein theoretisches. Wir hatten Vollbeschäftigung. Ganze Generationen von Familien arbeiteten in relativ gesicherten Verhältnissen bei VW, Ford, Opel usw. Es gab erschwingliche Wohnungen und preiswerten Urlaub und Reisen, z.B. im eigenen VW Käfer, und ohne Einschränkungen bei der Zielauswahl. Keine Beschränkung bei Lebensmitteln und sonstigen Gütern. Selbst Bananen waren billig, die in der DDR absolute Mangelware waren.

Obdachlose, Bettler, Rumtreiber gab es anfangs gar nicht, später nur in überschaubarer Anzahl. "Tafeln" brauchte man nicht. Vom demografischen Wandel sprach man noch nicht. Zudem galt in Deutschland das Grundgesetz, eine der fortschrittlichsten demokratischen Verfassungen der Welt, und machte die Bundesrepublik Deutschland zu einem demokratischen Vorzeigestaat mit akzeptabler sozialer Gerechtigkeit, der in der Welt Anerkennung und auch Bewunderung erfuhr. Mit deutschem Pass und Deutscher Mark, der D-Mark (DM), war man überall auf der Welt willkommen, besonders auch in der DDR.

Soweit der Rückblick in Kürze. Wer die alte Bundesrepublik kennengelernt hat, weiss, wie angenehm man in ihr leben konnte.

Kein Wunder also, dass 1989 die hinter Mauer und Stacheldraht eingesperrte DDR-Bevölkerung die Wende erzwang und schliesslich der gesamte Ostblock zusammenbrach. Nur aus der Wiedervereinigungs-Euphorie der damaligen Zeit ist es erklärlich, dass schliesslich sogar eine ehemalige FDJ-Funktionärin zur Bundeskanzlerin dieser Bundesrepublik gemacht werden konnte. Der schwerste denkbare Fehler, mit dem der Prozess des Niedergangs Deutschlands eingeleitet wurde. Niedergang und Verfall auf nahezu allen relevanten Gebieten, bei gleichzeitiger Beschädigung der Demokratie. Der Absturz Deutschlands in die "2. Welt", wie es vor drei Tagen ein Journalist in der Talkshow bei Frau Maischberger ausgedrückt hat.

Und da nichts darauf hindeutet, dass die amtierende Regierung (so wie auch die Vorgängerregierung) den Verfall stoppen könnte oder das wenigstens versuchen wollte, geht der Absturz weiter. Und nach der 2. Welt kommt die 3.

Nun scheint die Regierung aber, dank des russichen Präsidenten Putin mit seinem Krieg gegen die Ukraine, einen Schauplatz gefunden zu haben, mit der von der deutschen Misere abgelenkt werden kann. Denn nun haben wir ja eine viel ernstere Aufgabe, hinter der alle anderen Probleme verblassen. So war es übrigens schon immer, wenn's nach unten ging:

Aufrüstung! Der Begriff ist jetzt in aller Munde. Kriegstüchtig werden ist das Gebot der Stunde. Die deutsche Rüstungsindustrie befeuert die Maschinen, die Aktienmärkte jubeln. Der Herr Verteidigungsminister zeigte sich in den Medien mit einem neuen Seeaufklärer-und-U-Boot- Bekämpfungs-Flugzeug, das in den USA gekauft wurde. Ja, der tut was! Der zurzeit beliebteste Politiker Deutschlands. Hunderte von Milliarden müssen noch ausgegeben werden, wenn wir fit sein wollen. Junge Männer und Frauen(!) zu den Waffen.

Und ich, ein alter Mister Nobody, appelliere hier und heute ganz offen:
In dieser allgemeinen Kriegseuphorie, die zum Teil auch in anderen Ländern herrscht, sollte für Deutschland das Gebot gelten:

Abrüsten statt Aufrüsten. Wir schiessen nicht mit!
Damit unsere Kinder und Enkelkinder auch noch eine Zukunft haben können.


Alles einfältige Spinnerei eines alten Nörglers? Ich denke Nein. Vielmehr wird auch bei den jetzt noch auf Krieg Setzenden ein Umdenken stattfinden; spätestens dann, wenn erst die Drohnen den Alexanderplatz, den Pariser Platz, den Potsdamer Platz und die ersten Wohngebiete in Berlin in Schutt und Asche gebombt haben.

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 99)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 02.11.2025, Sonntag |
rosa Weihnachtsbaum. Foto E. Härter
Die Vorweihnachtszeit hat mit Macht eingesetzt, liebe Leserinnen und Leser, Grund genug, einmal in aller Stille in sich zu gehen, was auch ich getan habe. Die Lage in der Welt und in Deutschland ist so besorgniserregend und beängstigend, dass an dieser Stelle eigentlich wieder einmal eine ernsthafte Auseinander­setzung mit der herrschenden Politik notwendig wäre. Wie das Titelild zeigt, habe ich das nicht getan, sondern einfach der Vorweihnachtszeit als solcher ein paar Sätze gewidmet.

Wenn man nach dem Angebot der Supermärkte geht, dann hat die Vorweihnachtszeit ja schon im August begonnen. Immer dann, wenn Sonderregale mit Spekulatius, Domino­steinen und all den anderen weihachtlichen Köstlichkeiten in den Geschäften aufgebaut werden. Das steigert sich allmählich, bis auch die Aussendekorationen das kommende höchste Fest der Christenheit ankündigen.

So fand ich kürzlich vor einem Geschäft am Kornmarkt in Göttingen, diesen wunderschönen (s.o.), ganz in rosa gehaltenen Weihnachtsbaum, den man dort fürs Fest erwerben kann. Etwas für Romantiker und praktisch veranlagte Menschen gleicher­massen, denn der Baum ist völlig pflege­leicht und nadelt nicht. Das Material besteht aus Plastik, die Tannennadeln naturgetreu nachge­bildet, mit weissem Kunstschnee darauf und Kugeln, die ebenfalls in den Farben rosa, weiss und silber gehalten sind - unser heutiges Titelbild. So gesehen, leben wir eigentlich die meiste Zeit des Jahres in der Vorweih­nachtszeit.

Bis es soweit ist, müssen wir allerdings noch eine ganze Reihe von mehr oder weniger ins Gewicht fallenden Feiertagen abarbeiten. Vorgestern feierten wir das Reformationsfest, dem wir in Niedersachsen einen herrlichen freien Tag verdankten. Gestern war Allerheiligen, heute ist Allerseelen, am 11. ist Martinstag, am 16. Volkstrauertag, am 19. Buss- und Bettag, am 23. Totensonntag.

Am 30. dann, nach dieser langen Dunkelstrecke - endlich - der 1. Advent mit dem 1. verheissenden Kerzlein, das auf dem Adventskranz brennt, jeden Sonntag eine Kerze mehr, 2, 3, 4 bis zum 24.12. mit dem "Weihnachtsbaum in seiner Lichterfülle".

Übrigens habe ich den Inhalt der obigen, kursiv geschriebenen Passage vor Jahren einmal im Wort zum Sonntag gehört, als ein Bischof die Vorweihnachtszeit erläuterte und dabei die Lichtsteigerung durch entsprechend verdeutlichende Handbewegungen unterstützte.
(Die Wendung: "...bis zum Weihnachts­baum in seiner Lichterfülle" ist ein wörtliches Zitat aus der damaligen Fernsehsendung; ich will mich ja nicht des Plagiats schuldig machen. Leider habe ich den Namen des Bischofs vergessen.)

Sicher wird dann irgendwo auch der rosa Plastik­weih­nachts­baum seinen Sinn erfüllen.

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 98)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 26.10.2025, Sonntag |
Wall im November. Foto E. Härter
Heute bietet es sich wieder einmal an, mit dem Wetter zu beginnen, liebe Leserinnen und Leser. Denn es ist unverkennbar: der Herbst ist da. Unser heutiges Bild zeigt den Göttinger Stadtwall in Herbststimmung. Zeit, um einmal wieder das schöne Herbstlied anzustimmen, dass sicher alle noch aus der Schulzeit kennen, und das so überaus bildhaft romantisch diese schöne Jahreszeit verklärt.

Bunt sind schon die Wälder

Text: Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762 - 1834)
Musik: Johann Friedrich Reichardt (1752 - 1814)


Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.


Wunderbar. Hier nur die 1. Strophe (die anderen müsste ich abschreiben bzw. kopieren. Sicher ist euch auch noch die Melodie von Reichardt in Erinnerung. (Auch Schubert soll sich an einer Vertonung versucht haben).

Das ist sie in Text und Musik, die bürgerlich biedermeierliche Romantik, die heimatlich heimelige Geborgenheit im Wissen des "was Gott tut, das ist wohlgetan".

Es war Heinrich Heine (1797 - 1856), der mit dem folgenden meisterhaften Gedicht der Seelenlage und dem Lebensgefühl der biedermeierlichen Idylle den Zerrspiegel vorhält. Das Werk, eins meiner Lieblingsgedichte, das ich regelmässig in dieser Jahreszeit aus der Tasche ziehend zitiere, passt wieder einmal perfekt zum heutigen Wetter in Göttingen.

Verdrossnen Sinn im kalten Herzen hegend

Heinrich Heine (1797-1856)

Verdrossnen Sinn im kalten Herzen hegend,
reis' ich verdriesslich durch die kalte Welt,
zu Ende geht der Herbst, ein Nebel hält
feucht eingehüllt die abgestorbne Gegend.

Die Winde pfeifen, hin und her bewegend
das rote Laub, das von den Bäumen fällt,
es seufzt der Wald, es dampft das kahle Feld,
nun kommt das Schlimmste noch, es regent.


Heinrich Heine hat ja auch lange hier in Göttingen gelebt und studiert. Gewohnt hat er, zumindest zeitweilig, in der Weender Strasse, in dem Haus, in welchem sich heute im Erdgeschoss der Fischladen Nordsee befindet.

Heine hat bekanntlich an Göttingen kein gutes Haar gelassen, aber wahrscheinlich hat er wieder übertrieben. Denn so schlimm kann es nicht gewesen sein, weil er nach seiner Zeit in Berlin wieder hierher zurückgekehrt ist und zum Dr.jur. promoviert wurde.

Eine erschreckende Parallele zur heutigen Situation in Deutschland ergibt sich dadurch, dass Heinrich Heine wegen seiner Veröffentlichungen vom Bundestag in Frankfurt mit einem Berufsverbot belegt wurde, das für den gesamten Deutschen Bund galt und ihn zwang, nach Paris ins Exil zu gehen, wo er sich in der dortigen geistigen Freiheit sehr wohlgefühlt hat.

Trotzdem hat er die Sehnsucht nach Deutschland und der deutschen Sprache nie verloren.

Sein Gedicht: "Denk ich an Deutschland in der Nacht..."

Das Schlimme ist nur, dass die deutschen Versuche, eine Demokratie, nachhaltig und wirklich heiss begehrt, in den Köpfen und Herzen des Volkes und der Politiker zu etablieren, noch nie vollständig gelungen sind.

Der neue Versuch der Bundesrepublik ab 1949 mit dem Grundgesetz war vielversprechend und schien in den ersten 20/30 Jahren zunächst gut zu gelingen. Ich kann hier und heute natürlich keinen Rückblick der vergangenen 70 Jahre abliefern.

Die "Berufsverbote" für Menschen mit angenommener kommunistischer Gesinnung gab es, soweit ich mich erinnere, schon Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre. Gesinnungsschnüffelei und Beschränkung des Rechts auf freie Meinungsäusserung scheinen ein unausrottbares Bedürfnis deutscher Regierender zu sein. Die DDR hatte es in dem Punkt zu einer weltweit einmaligen Perfektion gebracht, indem das ganze Volk zum Denunziantentum am Nachbarn motiviert wurde. Ähnliches wird ja seit kurzem jetzt auch bei uns versucht mit den "Meldestellen".

Inzwischen haben es bei uns die Grünen fast geschafft, einen neuen Straftatbestand der Politikerbeleidigung zu etablieren, analog der früheren Majestätsbeleidigung. Der Rentner, der Herrn Habeck als "Schwachkopf" bezeichnete, bekam in früher Morgenstunde Besuch von der Polizei mit Hausdurchsuchung.

Das alles klingt wie absurdes Theater, aber es ist tatsächlich die Wirklichkeit in der Bundesrepublik Deutschland 2025. Während gleichzeitig unser Land in noch nie gekannter Weise im Dreck und nahezu täglichen Messer- und Schusswaffenangriffen verkommt. Hannover vor wenigen Tagen auf offener Strasse zur besten Zeit: 19:25 Uhr mit Einschusslöchern in Hauswänden und Schaufensterscheiben. Essen, gestern, Messer, ein Schwerverletzter. Und die Systemmedien bleiben eisern beim Sprachregelungskodex...

Tut mir leid, ihr wunderbarer Teil der Menschen aus den Herkunftsländern, die ihr alles tut, um in Deutschland friedlich zu leben, zu arbeiten und unser Land zu bereichern. Dafür sei Euch gedankt. Es war die von der höchsten Politik ausgelöste ungeregelte, gesetzlose Form der Einwanderung (egal wer,egal woher, egal ob mit oder ohne stimmigen Identitätnachweis), die unser Land - und damit auch Euch - in seiner friedlichen, prosperierenden Existenz aufs höchste gefährdet!

Auch Göttingen ist "drastisch" betroffen. Problemimmobilien nennt man das hier. So als seien die Häuser schuld an ihrem jetzigen Zustand. Häuser, die einst anständige, menschenwürdige Wohnungen enthielten mit ordentlichem Komfort. Aber die politisch Verantwortlichen haben wohl recht, Häuser kann man nicht zur Verantwortung ziehen. Also "kann man nichts machen".

Lasst mich wieder mal mit einem Tango schliessen, einem echten "40er Jahre Tango". Ein Fachbegriff. In den 1940er Jahren hatte der Tango Argentino die höchste Stufe seiner authentischen Entwicklung erreicht.

Hier der Tango En esta tarde gris (An diesem grauen Nachmittag) von 1941, der auch sehr gut zum heutigen Wetter passt.
Musik: Mariano Mores (1918 - 2016)
Text: José Contursi (1911 - 1972)
Es spielt das Orchester Aníbal Troilo (den ich in diesem Blog auch schon vorgestellt habe).
Der Sänger ist Fiorentino (1905 - 1955)

Und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 97)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 19.10.2025, Sonntag |
Argentinisches Faehnchen auf Tisch. Foto E. Härter
Heute im Bild die argentinische Flagge inmitten hellblauer Blüten als Tischdekoration, liebe Leserinnen und Leser. Es geschah vor 15 Jahren im Mai, als Argentinien den 200. Jahrestag seiner Staatsgründung feierte. Am 25. Mai, dem Tag der sogenannten Mairevolution, dem argentinischen Nationalfeiertag. Natürlich wurde der 200. mit besonderer Ausgestaltung gefeiert.

Aus diesem Anlass hatten wir von dem für uns zuständigen argentinischen General­konsulat in Hamburg eine Einladung zur Teilnahme an einem Empfang in den Räumen des Völkerkundemuseums in Hamburg erhalten, wo in einem repräsentativen Saal jeder Tisch liebevoll mit einer solchen Deko geschmückt war.

Es gab sehr reichlich Wein und Sekt, dazu in kleinen Schalen einen kräftigen Eintopf mit Rindfleisch, den Puchero, bei dem man, wohl aus Platzgründen und zugunsten des Rindfleischs, auf Teile des Gemüses verzichtet hatte. Sehr lecker. Auch Knabbersachen gab es und ein kleines Kulturprogramm mit Sänger, der sich selbst auf der Gitarre begleitete, und einem argentinischen Tango- und Folklore-Tanzpaar.

Insgesamt eine sehr schöne, würdige und, wie in Argentinien üblich, irgendwie auch familiär wirkende Veranstaltung, zu der (gefühlt) die gesamte argentinische Kolonie sowie befreundete Gäste aus dem norddeutschen Raum geladen worden waren.

Am 03. dieses Monats nun habe ich im Blog Nr. 94 einiges zum Tag der deutschen Einheit, zu unserem Nationalfeiertag, gesagt, der in diesem Jahr auch insofern ein besonderer war, als er sich zum 35. Mal jährte. Im Blog schrieb ich, dass "die Grossen und weniger Grossen der Politik" diesen Tag feiern würden. Und so war es dann ja auch. Wir, das Wahlvolk, hatten, ausser dem freien Tag, nichts weiter damit zu tun. Wir konnten am Abend die Gelegenheit nutzen und in den Nachrichten Ausschnitte aus einigen der bedeutenden Reden anhören, was ich mir jedoch versagt habe. Ich wollte mir einfach nicht die Stimmung verderben lassen.

Gerade bei der schrecklichen Zerrissenheit unseres Landes wäre es gemeinschaftsfördernd, wenn man den Nationalfeiertag so gestalten würde, dass sich möglichst viele Menschen einbezogen fühlen. Andere Länder machen das zum Beispiel mit Militärparaden. Galauniformen, Musik, Fahnen, marschieren. Ein spektakulärer Event auf der Prachtstrasse der Hauptstadt. Dazu könnte man in den Städten ein Kulturprogramm anbieten oder ähnliches. So wie es in Deutschland läuft, ist es jedenfalls eine Demonstration der Regierenden als elitärer Club, der sich den Nationalfeiertag zu eigen macht und dem Volk, von oben herab, ein paar belanglose Reden zumutet. Nichts als traurig.

Es wäre schön und wünschenswert über Partei- und Gesinnungsgrenzen hinweg, wenn Deutschland wieder zu einer inneren Einheit finden könnte...

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 96)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 12.10.2025, Sonntag |
Graetzelhaus Göttingen im Oktober. Foto E. Härter
Es ist doch immer wieder schön, liebe Leserinnen und Leser, im Verlauf der Jahreszeiten das Wechselspiel in den Farben der Natur zu erleben. Heute im Bild das Göttinger Graetzelhaus in der Goetheallee. Gerade im Oktober leuchten die Farben oft besonders intensiv wenn der Himmel klar ist, oder auch gedämpft verschwommen, wenn der Herbstnebel die Farben verschleiert.

Herbst, Farben, fallende Blätter, zu allen Zeiten bevorzugte Motive in den Künsten. Selbstverständlich auch in der Tangokultur, in deren drei Komponenten Musik, Lyrik und Tanz, es so kompromisslos wie kaum irgendwo sonst um den Ausdruck von Gefühlen geht.

Ein eindrucksvolles Beispiel für diese Kunst ist der Tango Hojas de otoño (Herbstblätter) mit der Musik der österreichisch-argentinischen Komponistin Alicia Weingarten und dem Text des uruguayischen Tangosängers und Tangotextdichters Raúl "Ciruja" Montero, der diesen Tango natürlich auch selbst als Sänger interpretiert.

Für Tangotänzer darf ich noch hinzufügen, dass diese Musik mit ihrem glasklaren Rhythmus hervorragend tanzbar ist.

Der Tango Hojas de otoño ist auf der CD Canción del Plata (Das Lied vom La Plata) enthalten. Im Begleittext des Booklets heisst es dazu:
In der tief depressiven Stimmung der "Hojas de Otoño", der "Herbstblätter", scheut der Textdichter Raúl Montero nicht die Verwendung dichterischer Klischees. Hier wird die Klage über den Tod der Geliebten einfach heraus geschluchzt. Diese Klage ist elementar und lässt keine feinere Stilisierung zu, zumal in einem Tango. Mit der Musik von Alicia Weingarten und in der gesungenen Interpretation von Raúl Montero, nur vom Klavier begleitet, gehört dieser Tango zu den schönsten der Sammlung.

Es ist Herbst, liebe Leserinnen und Leser, die Jahreszeit, mit der es zuende geht. Da blickt man schon mal zurück. Der obige Text ist nämlich von mir, denn wir haben 2004 das Booklet zu Raúls CD herausgebracht mit den von uns übersetzten Titeln. Wie es im Vorfeld dabei zuging, steht im Vorwort des Booklets:

Dies ist das dritte Buch der TANGO PRODUCTIONS Ulrike und Eckart Haerter, dessen Manuskript in einem Hotel fertig gestellt wurde. Allerdings geschah es diesmal nicht an einem der Originalschauplätze des Tangos, Buenos Aires oder Montevideo. Die Koordination der Termine aller Beteiligten führte uns während einiger milder und sonniger Januartage in die katalanische Metropole Barcelona. Hier trafen wir mit dem Sänger der vorliegenden Verse, dem Uruguayer Raúl Montero zusammen, der zudem die Mehrzahl der vierzehn Gedichte vertont und mehrere von ihnen selbst verfasst hat.

Die in Barcelona genossenen landestypischen Fleisch- und Fischspeisen und der charaktervolle Landwein der Region bildeten eine adäquate Grundlage für die Beschäftigung mit den Tangotexten. Denn Sie, geneigte Leserin, geneigter Leser, werden sehr schnell bemerken, dass wir es bei diesen Poemen mit Vollblut-Tangos zu tun haben. Tangos voller Saft und Kraft, selbst wenn ihre Texte meist melancholischen Inhalts sind.

Diese Tango-Poeme sind Tangolyrik unserer Zeit und bilden dennoch mit ihrer Melancholie und ihrer Rückschau in die Vergangenheit eine Fortführung der Tradition des Tangos als "traurigem Gedanken, den man tanzen kann" (Enrique Santos Discépolo).

Die Trauer des Tangos hat indes nichts mit Wehleidigkeit oder Verweichlichung zu tun. Im Gegenteil. Trauer und Melancholie zu tanzen, und zwar im unvergleichlichen Stil des Tango Rioplatense (des Tangos vom Rio de La Plata), ist die selbstbewussteste Art, sich den Schlägen des Schicksals und den erniedrigenden Momenten des Alltags entgegen zu stellen und sie zu überwinden. Es gibt keine souveränere, ja provozierendere Form der Emanzipation als die Daseinsform des Tangotänzers.

Der Tango war nie, und er ist es bis heute nicht, eine Kultur der Herrschenden. Seit seiner Entstehung gehört der Tango dem Volk. Mit dem Tango demonstrieren die so genannten einfachen Menschen kraftvoll und spektakulär ihre Würde. Warum also noch zögern? Die hier vorgelegten, in Europa noch weitestgehend unbekannten Tangos warten darauf, von Tangotanzpaaren auf adäquatem künstlerischen Niveau, im (nicht choreographierten) getanzten Dialog zwischen Mann und Frau interpretiert zu werden. Spannend und leiden­schaftlich, elegant und erotisch.

Eckart Haerter
Barcelona, Januar 2004


In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 95)

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| 05.10.2025, Sonntag |
Ulrike & Eckart Haerter, Tangotanzpaar. Foto NDR Fernsehen

Träume sind unser heutiges Sonntags­thema, liebe Leserinnen und Leser. Und ich glaube, dass unser Titelfoto, das der NDR in einer besseren Zeit einmal von uns gemacht hat, gut zu diesem Thema passt. Es ist ein live Foto, nicht inszeniert; eine Szene unseres live Auftritts in der Sendung.

Es musste heute nach all der Politik und den schlechten Nachrichten mal etwas erfreulicheres, leichteres sein.

Im Tango geht es nicht um die Erfüllung einer Norm oder um das Zeigen irgendwelcher Kunststückchen oder von vorgegebenen Figuren. Im Tango Argentino tanzt man mit den traditionellen Tangobewegungen das, was einem die Musik eingibt und in einem auslöst und was Mann und Frau dabei im Zusammenspiel als Paar fühlen. Das macht den originalen Tango zum individuellsten aller mir bekannten Tänze.

Früher waren wir auch mit Begeisterung im (Breiten-) Tanzsport aktiv, und wir haben immer die hohen Leistungen der Tournier-Tanzpaare bewundert. Da gibt es die Hierarchie bis zum Weltmeisterpaar, denen es nachzueifern gilt und alle sportlichen Ehrungen. Sehr gute Tanzsportpaare sind selbst für Wertungsrichter in ihrer Leistung nicht immer leicht zu unterscheiden.

Der Tango Argentino ist dem gegenüber das totale Gegenteil. Zwar gibt es mittlerweile auch im Tango Argentino Weltmeisterschaften in Buenos Aires, aber im Grunde sind die ohne Bedeutung. Die Weltmeister kennt hinterher kein Mensch.

Die bekannten oder gar berühmten Tanzpaare des Tango Argentino verdanken ihren Ruhm einzig und allein sich selbst, ihrer individuellen Darstellung als Tangotanzpaar. Das Bild, das ein Paar abgibt, Pinta nennen es die Einheimi­schen, und die Ausstrahlung die das Paar überträgt, ist das was zählt.

Natürlich ist es immer auch nützlich und kommt immer gut an (so ähnlich wie bei den Instrumentalsolisten unter den Musikern), wenn ein Paar komplizierte Figuren virtuos vorführen kann, vielleicht ein bisschen schneller als die anderen. Aber im Tango geht es auch ohne das - sobald die Pinta stimmt. So erklärt es sich, dass die wirklich guten Tango­tanzpaare sich nie gleichen. Ein und derselbe Tango fällt bei verschiedenen Tanzpaaren völlig unterschiedlich aus.

Der Tango Argentino hat in Musik, Tanz und Text unbegrenzte Ausdrucks­möglichkeiten. Dabei ist er in sich bisweilen sehr widersprüchlich. Sein Ausdrucksspektrum reicht von höchst sportlich und schnell bis langsam und verträumt. Er kann fröhlich sein, sogar grotesk und verrückt. Aber in der überwiegenden Mehrheit seiner Musik und Texte ist der Tango Argentino wohl doch so, wie ihn der argentinische Tangodichter Enrique Santos Discépolo charakterisiert hat: "Ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann".

Los Sueños (die Träume) heisst dieses Stück konzertanter Tango von Astor Piazzolla, der es hier selbst auf dem Bandoneon spielt. Wir haben vor Jahren zu dieser Musik auf der Bühne des Jungen Theaters in Göttingen getanzt.

Damit wünschen wir Euch allen gute Träume von einer friedlichen Welt!

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 94)

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| 03.10.2025, Freitag (Tag der deutschen Einheit) |
Deutsche Gebietsverluste 1919/1945. Karte. Quelle: Wikimedia Commons

Heute werden die Grossen und weniger Grossen der Politik den Tag der deutschen Einheit feiern, liebe Leserinnen und Leser. Für mich ein hinlängliches Motiv, um einmal daran zu erinnern, dass eine echte Wiedervereinigung Deutsch­lands ja nicht wirklich stattge­funden hat.

Wiedervereinigt haben sich 1990 lediglich die beiden nach dem 2. Weltkrieg übrig gebliebenen Restteile Deutschlands, die entsprechend der Besatzung durch die Siegermächte aufgeteilt waren.
Der östliche von der russischen Sowjetunion besetzte Teil, der zur DDR wurde (der Deutschen Demokratischen Republik) und der westliche, von den drei westlichen Siegermächten besetzte Teil, der zur Bundesrepublik wurde.

Zwischenzeitlich war Deutschland ja, wie bekannt, zuerst nach dem 1. Weltkrieg und dann nach dem 2. Weltkrieg um insgesamt etwa ein Drittel seines Staatsgebiets beraubt worden. Diese Gebiete gehören seitdem (mit Unterbrechung der Zeit von 1938-1945) für alle Zeit nicht mehr zu Deutschland. Obwohl die deutschen Ostgebiete (darunter meine Geburtsheimat Ostpreussen) völkerrechtlich erst seit 1992 endgültig abgeschrieben wurden ("2 plus 4 Vertrag")

Auf der Karte oben (aus Wikipedia) sind wunderbar alle Teile zu erkennen, die Deutschland nach den beiden Weltkriegen von den Siegermächten abgenommen wurden.

Hitler und der 2. Weltkrieg sind nur erklärlich aus dem "Versailler Diktat" (beschönigend "Vertrag" genannt), nach dem Deutschland die in der Karte gelb dargestellten Gebiete geraubt wurden. Diktat deshalb, weil Deutschland an dem angeblichen Vertragswerk gar nicht mitwirken durfte und unter der Androhung, andernfalls von den Siegermächten besetzt zu werden, zur Zustimmung gezwungen wurde.

Der Gebietsraub, zusammen mit einer so gewaltigen Geldstrafe, dass Deutschland sie erst 2010 vollständig abgezahlt hatte, sollte unser Land strafen und demütigen, nachdem die Siegermächte Deutschland die Alleinschuld am 1. Weltkrieg zuge­wiesen hatten.

In meinem Atlas steht quer über die deutschen Ostgebiete gedruckt: Z.Zt. unter sowjetischer bzw. polnischer Verwaltung. Ihr endgültiger Verbleib sollte erst mit Abschluss eines Friedensvertrages geregelt werden.

So wurde es auch bis 1970 in der Schule gelehrt. Damals hat dann die Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt, um der Aussöhnung mit Russland willen, de facto - aber völkerrechtlich nicht bindend - auf die Ostgebiete verzichtet. Seit 1992 ist es nun endgültig.

Das ändert aber nichts daran, dass es sich um Gebiete, um Landschaften, um alte berühmte Städte wie Königsberg und Breslau und Dörfer Deutschlands handelt, aus denen Millionen Menschen vertrieben wurden.

Angesichts der ungeheuren Verbrechen, die Hitler-Deutschland zwischen 1933 und 1945 begangen hat, sehe ich diese Bestrafung als gerechtfertigt an und ergänze, dass die Millionen Menschen, die durch den von Deutschland ausgelösten Krieg und durch das Menschheitsverbrechen an den Juden den Tod gefunden haben, durch keinerlei materielle Abgaben gesühnt werden können. Auch das Aufrechnen mit den Verbrechen, die von den späteren Siegermächten an Deutschen begangen wurden, kann man nicht gelten lassen.

Der Krieg als solcher ist das Übel. Einen humanen Krieg gibt es nicht. Wir sehen es gerade wieder in der Ukraine und in Gaza. Deshalb hätte die jetzige Bundesregierung die Pflicht, Deutschland aus jedem weiteren Krieg herauszuhalten. Ohne Wenn und Aber!

Und wir phantastische-demokraten.de kämpfen leidenschaftlich weiter für Frieden und den Erhalt der Demokratie, die in unserem Land gerade wieder in gefährlicher und vielfältiger Weise bedroht wird.

Leider muss man dazusagen, dass es vornehmlich Teile der Regierenden sind, die es oft mit der Demokratie nicht so genau nehmen. Die DDR-geschulte und -sozialisierte Frau Dr. Angela Merkel, die niemals Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland hätte werden dürfen (Volksmund: Honeckers Rache), hat in 16 Jahren Amtszeit entsprechende Beispiele geliefert. Aber auch die jetzigen an der Macht Befindlichen schämen sich nicht, ganz offen eine unliebsame Oppositionspartei durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen, um sie zu Fall zu bringen. Zu diesem Zweck versucht man auch, das dafür zuständige Bundesverfassungs­gericht durch Einschleusung parteitreuer Richter:innen zu manipulieren. Hier kann man nur auf die ehrliche Verfassungs­treue dieser höchsten Jurist:innen zählen.

Trotzdem halte ich es für nicht unbedenklich, wenn Richter im BVerfG einer politischen Partei angehören oder direkt aus einem politischen Amt ins höchste deutsche Gericht wechseln. Leider ist das alles in Deutschland Gang und gebe und meines Erachtens mindestens demokratisch grenzwertig.

In diesem Zusammenhang muss man auch die nahezu vollständige Unterwanderung der führenden deutschen Medien mit links-grün ideologisierten Journalistinnen und Journalisten ansprechen. Die "vierte Gewalt in der Demokratie" muss unabhängig sein, sonst macht sie sich zum Handlanger von Partikularinteressen oder wird zum Regierungsorgan und manipuliert die Bürger. Wenn man seit vielen Jahren in Deutschland erleben muss, wie die sog. Leitmedien in Sendungen aller Art versuchen, Gehirnwäsche zu betreiben, oft in subtil versteckter Form, dann ist die Grenze zum autoritären Staat überschritten - besonders wenn der durch die Zwangsgebühren aller finanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk dabei die führende Rolle spielt. Glücklicherweise merken dies immer mehr Menschen und setzen sich in den sozialen Medien zur Wehr. Das letzte schamlose Beispiel des NDR, als eine junge Journalistin dem Sender wohl nicht links-grün genug erschien und gefeuert wurde, hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Richtig so und weiter kämpfen!

Tragikomisches zum Schluss: Die normale Provinzpresse geht mittlerweile virtuos mit der geltenden Spachregelung um: Gestern das Göttinger Tageblatt über den "31-Jährigen", der einen "35-Jährigen" mit dem Messer schwer verletzt hat: "Tatverdächtiger festgenommen. Aufgrund "bestehender Sprachbarrieren" stehe eine detaillierte Befragung des Mannes noch aus [...]

Aber auch im örr Rundfunk brechen die Barieren dessen, was nicht gesagt werden darf, ganz allmählich ein. In einem ganz vorsichtig gehaltenen Bericht brachte der WDR gestern nach zunächst kunstvollem Herumgeeiere dann doch die Statistik zur Kenntnis der Zuschauer. Bei der übermässigen Gewaltkriminalität in Deutschland liegen an 1. Stelle Algerier mit etwa 1.400% über dem Durchschnitt. Es folgen Afghanen mit etwa 700%, danach Syrer mit etwa 400% über dem Durchschnitt; und es gibt ja auch noch die anderen. (Prozentzahlen aus dem Gedächtnis.)

Der Innenminister Reul von NRW sprach offen davon, dass es fatal ist für ein Land, wenn sich seine Bürger in ihrer Heimat zunehmend unsicher und von ihrer Regierung nicht mehr geschützt fühlen.

Diese Erkenntnis bedeutet viel, aber sie genügt nicht, wenn nicht umgehend etwas gegen die Erosion der Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum geschieht. Darauf warten die Menschen, glaube ich, seit der Silvesternacht in Köln 2015.

Und nochmal am Schluss die Anmerkung, dass es mir natürlich leid tut für die vielen Zuwanderer, die sich bemühen, in unserem Land Fuss zu fassen und zu seinem guten Befinden beizutragen. Leider sind aber die Tatsachen wie sie sind. Es tut mir leid.

Damit wünschen wir allen Leserinnen und Lesern einen schönen Feiertag der Deutschen Einheit!

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 93)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 28.09.2025, Sonntag |
Göttingen. Jacobikirchturm. Foto: E. Haerter

Heute im Bild der Göttinger Jacobikirchturm, liebe Leserinnen und Leser. Das Bild habe ich an einem goldenen Oktobertag aufgenommen und damit also der Zeit in diesem Jahr um 3 Tage vorgegriffen.

So wie Beethoven auf eine Sinfonie mit schwerem, dramatischem Inhalt, quasi wie zur Entspannung, stets eine stimmungsmässig leichtere Sinfonie hat folgen lassen, so habe auch ich das Bedürfnis, nach Problem-Blognummern die Gedanken in leichtere Gefilde zu lenken, sonst hält man das ja nicht aus.

Mir tut es so leid für die jungen Leute, dass wir ihnen für den Beginn des Erwachsenen- und Berufslebens keine heilere Welt anbieten können. Auch, dass die herrschenden politischen Parteien, die sich die demokratischen nennen, alles nur Erdenkliche tun, um an der Macht zu bleiben, egal wie, ist eins der Zeichen für eine aus den Fugen geratene Zeit. Denn der regelmässige Wechsel ist für die Demokratie nicht nur typisch, sondern sogar notwendig, sonst besteht die hohe Gefahr, dass sich festgefahrene Strukturen entwickeln, die von Filz und Vetternwirtschaft geprägt sind. In der 16-jährigen Ära Merkel war diese Entwicklung bereits fortgeschritten.

Sehr treffend beschrieb im msn-Forum (von Microsoft Deutschland) Sebastian M. den aktuellen Zustand in der deutschen Parteienlandschaft:
Drei Parteien, die zusammen keine Mehrheit zur Verfassungsänderung haben, teilen sich die Posten am obersten deutschen Gericht, um die Auslegung der Verfassung beeinflussen zu können. Das kann alles nur noch ein Fiebertraum sein.

Im Vorfeld hatte ja die SPD versucht, eine Kandidatin ins BVerfG zu bekommen, die SPD-Mitglied ist und bereits vorher öffentlich geäussert hatte, dass sie dringende SPD-Anliegen (wie etwa das AfD-Verbot) teilt. Schamloser geht's nicht. Die Kandidatin hatte dann aber den Anstand, von sich aus ihre Kandidatur zurückzuziehen.

Und die kleineren, abgewählten Parteien können nichts anderes, als den Menschen die Lebensfreude möglichst auszutreiben und durch Schuldkomplexe zu ersetzen. Ich kenne noch die Zeit, als es etwas Besonderes war, zum Beispiel einmal mit dem Flugzeug in den Urlaub oder die Ferien fliegen zu können. Das war ein nachhaltiges, spannendes Erlebnis.

Als es der heisse Wunsch jeder Familie war, ein Auto zu besitzen und frei zu sein und zu reisen, wohin man wollte. Und das Glücksgefühl, wenn man es geschafft hatte. Das waren wunderbare Jahre.

All diese kleinen Freuden unbescholtener, arbeitsamer Bürger werden heute verteufelt, und man redet ihnen ein, sie vergehen sich am Wohl des Planeten. Anstatt ihnen Mut für die Zukunft zu machen und daran zu arbeiten, dass Fliegen und Autofahren weiterhin möglich bleibt.

Vorbei die Zeit, als man noch gegessen hat, was schmeckte und so viel man mochte, ohne Schuldgefühl, dass man sich nicht vorschriftsmässig "gesund" ernährte. Und trotzdem wurde man nicht dick. In der Schulklasse gab es maximal den einen "Dicken", der aber bei weitem nicht so aussah wie zahllose Menschen jeden Alters im täglichen Strassenbild heute. Auch jede Menge Süssigkeiten wurden genascht - ohne Schäden. Das gab sich von ganz allein.

Wir haben auch Paris kennengelernt und über den Eiffelturm gestaunt und über den damals ersten und einzigen sonstigen Wolkenkratzer in Paris, den Tour Montparnasse, in dem wir ganz oben Mittag gegessen haben mit Blick auf den Eiffelturm. Denn beide Türme bilden eine Sichtachse. Der Blick ist heute noch derselbe, wie man in aktuellen Filmauf­nahmen sehen kann.

In London haben wir ganz oben im drehbaren Restaurant des Post Office Tower zu Abend gegessen. Das war einer von damals nur insgesamt zwei Wolkenkratzern in der britischen Hauptstadt mit faszinierendem Blick über das Häusermeer.

Heute sieht man weltweit in den Renommier­städten vor Wolkenkratzern fast die Stadt nicht mehr.

In Göttingen ist nach wie vor der Jacobikirchturm aus dem Mittelalter das höchste Gebäude, das die Dächer der Kleinstadt überragt (s. Titelbild oben). Das ändert aber nichts daran, dass berühmte künstlerische und vor allem wissenschaftliche Kapazitäten aller Zeiten in Göttingen ihre Spuren hinterlassen haben. In der Beziehung braucht sich Göttingen hinter Paris oder London nicht zu verstecken. So hat zum Beispiel Acho Manzi, der Sohn von Homero Manzi, dem renommiertesten Tangopoeten Argentiniens, auf seiner letzten grossen Reise aus Buenos Aires, über San Francisco kommend, auch in Deutschland Station gemacht - und zwar bei uns in Göttingen, das bis vor einigen Jahren in Deutschland einer der bedeutendsten Hotspots der Tangopflege war.

Deswegen ende ich mit einem Tango von Homero Manzi mit der Musik von Hugo Gutierrez Fruta amarga (Bittere Frucht). Hier in der Interpretation von Mariel Martínez, die sich selbst auf der Gitarre begleitet. Den Link der Aufnahme hat mir Mariel Martínez, die ich bisher nicht kannte, vor wenigen Tagen zugeschickt. Ich habe ihre Interpretation in youtube kommentiert, und sie hat mir geantwortet. Alles dort zu sehen..

Auch der Tangotext (spanisch) ist dort zu sehen. Der Versuch meiner deutschen Übersetzung ist ganz unten beigefügt.

Diese Darbietung ist natürlich Tango canción, gesungener Tango, den man auf einer normalen Milonga sicher nicht spielen würde, weil für Normaltänzer untanzbar. Aber Tango ist nun mal sehr vielseitig und hat tausend Ausdrucks­formen.

Text deutsch
Bittere Frucht (Tango. Musik: Hugo Gutiérrez; Text: Homero Manzi)
Herz ... !
In jener langen Nacht
reifte die bittere Frucht
dieser gewaltigen Einsamkeit.
Herz ... !
In den Wolken welches Himmels
mag dein trauriger Flug wohl
ohne Trost umherirren ?
Ja, ich weiss .. !
die Kälte eines Augenblicks täuschte
und machte mich blind.
Es geschah in einem Sturm aus Torheit,
ohne Zärtlichkeit, ohne Verzeih'n.
Es geschah in einem Schrei, der heiser machte,
aus einer Liebe, die wahnsinnig machte
vor Schmerz.
Du warst das Licht der Sonne und das frohe Lied
und der graue Sprühregen an meinem Fenster.
Du warst ruhender Pol und träumerischer Kobold,
warst blühender Jasmin und warst mein Morgen ...
Sanftes Rauschen ...
Wind von den Hügeln ...
warmes Gurren der Taube.
Du wirst niemehr der Duft des Rosenbusches sein,
der frische Quell in meinem Dasein.
Du bist nur noch die Stimme, die mich daran erinnert,
dass ich in einem grausigen Moment dein Grund zum Weinen war.
Du bist nicht mehr da ... ! Und die Erinnerung ist wie ein Spiegel,
der aus der Ferne deine Traurigkeit und mein Elend reflektiert.
Du bist nicht mehr da ... ! Und dein Fortsein, das schon so lange dauert,
hat den Geschmack bitterer Frucht, nach Strafe und nach Einsamkeit.
Herz ... !
Eine Wolke zog den Schleier über unseren Himmel.
Eine Wolke war es nur, die mir plötzlich das Unglück brachte!
Eine Wolke ohne Sinn, ohne Gnade, ohne Vergessen,
ohne Verzeih'n ... !

Ja, und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 92)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 21.09.2025, Sonntag |
Berlin Potsdamer Platz. Foto: E. Haerter
Heute als Titelbild der Potsdamer Platz in Berlin, liebe Leserinnen und Leser. Blick von der Terrasse der Neuen National­galerie (eigenes Foto).

Den meisten von uns ist bekannt, dass der Potsdamer Platz zu Berlin einst ein brodelndes urbanes, weltstädtisches Zentrum war, der verkehrsreichste Platz Europas, mit all den Einrichtungen und Etablissements, die dazugehören.

Am Ende des 2. Weltkriegs lag er in Trümmern und konnte erst nach der Wende, nach der Wiedervereinigung der Stadt, wieder bebaut werden. Die besten Architekten der Welt wurden damit beauftragt und haben ein völlig unpassendes Sammelsurium von Gebäuden dort hin gesetzt, das mit dem ursprünglichen Platz und dem beson­deren Berliner Flair nichts mehr zu tun hat.

Trotzdem haben wir ein paar sehr schöne Erinnerungen an den neuen Potsdamer Platz. Man kann die Zeit ja nicht zurückdrehen und nicht ewig dem Alten nachtrauern. Und immerhin gibt es ja, nur wenige Schritte entfernt, so wunderbare Orte wir die Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz mit dem angegliederten Ibero-­Amerika Institut, eine der weltgröss­ten Bibliotheken und Forschungs­einrichtungen für Lateinamerika, Spanien und Portugal, wo auch unsere Veröffentlichungen zur Kultur des Tango Argentino vorgehalten werden.

Im IAI hatten wir (Ulrike und ich) die Ehre, mit freundlicher Unterstützung durch die Botschaft der Republik Argentinien, einen Homero-Manzi-Gedächtnisabend zu veranstalten mit Lesung unserer Manzi-Übersetzungen und diversen getanzten Interpretationen.

Direkt dem IAI gegenüber steht die Neue Nationalgalerie, mit ihrem von Mies van der Rohe zeitlos, in genialer Einfachheit geschaffenen, beeindruckend schönen Gebäude. Wenige hundert Meter weiter befindet sich das sehr markante Gebäude der neuen Philharmonie, erbaut vom Architekten Hans Scharoun im zweckmässig modernen Stil der 1960er Jahre.

Mit diesem Ensemble grossartiger, kultureller Einrichtungen ist der Potsdamder Platz mit seinem Umfeld ein Kulturviertel von Weltrang, zumal am Potsdamer Platz auch die Berlinale angesiedelt ist, das Berliner Filmfestival.

Ich wollte all dies absichtlich so ausführlich in Erinnerung rufen, weil es doch Jahrzehnte gebraucht hat, bis der Potsdamer Platz in Berlin nach seinem kriegsbedingten Zustand als Trümmer­grundstück wieder so wunderbar neu erstanden ist. Daran sollten die verantwortlichen Politiker denken, wenn sie sich heute wieder unverantwortlich und unfassbar mit Kriegsplänen und Aufrüstung beschäftigen.

Das Beispiel Potsdamer Platz in unserer Hauptstadt Berlin ist nur ein Beispiel für kreativen Wiederaufbau, wenn auch ein besonders spektakuläres. Auch das berühmte Café Josty gibt es dort wieder, das schon Erich Kästner in seinem Buch Emil und die Detektive verewigt hat.

Aber auch in vielen anderen im Krieg zerstörten Orten unseres Vaterlands gibt es ebensolche grandiosen Aufbau­leis­tungen.

Deshalb kann ich an dieser Stelle, hier und heute nur in den Cyberspace hinausschreien: Herr Bundeskanzler Merz, sagen Sie doch bitte Herrn Putin: Wenn er schiessen will, dann soll er schiessen, aber
1. bitte nicht auf uns, und
2. schiessen wir nicht mit.

Machen Sie ihm klar, dass all die Überschreitungen von Völkerrechts- und sonstigen Grenzen sowie die dauernden Provokationen nichts weiter sind als Kindereien auf Sandkastenniveau: "Du hast mir meine Schaufel weggenommen, darum mache ich dir deinen Sandkuchen kaputt". Das sind Verhaltensweisen, die unwürdig, ja peinlich sind für verantwort­liche Staats- und Weltpolitiker.

Tun Sie, Herr Merz, einmal etwas ganz Neues, womit Sie sicher in die Geschichte eingehen würden. Verkünden Sie vor der Welt, dass Deutschland, das ja bereits auf Atom­waffen verzichtet hat, auch sein Militär abschafft und sich ab sofort nicht mehr an Auseinanderset­zungen kriege­rischer Art beteiligt.

Machen Sie, Herr Merz, einen radikalen Bruch mit der seit Jahrtausenden geübten Praxis des Wettrüstens und aufeinander Einschlagens.

Wir von der Denkwerkstatt phantastische-­demokraten.de fordern für Deutschland Abrüstung statt Aufrüstung! Unsere Grenzen sollen geschützt werden vom wiederbelebten Bundesgrenzschutz wie wir ihn von 1951 bis 1975 schon einmal hatten. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft gegen Personen, die unberechtigt unsere Grenzen überschreiten wollen - egal ob in Uniform oder in Zivilkleidung.

Sollte es allerdings einen Potentaten geben, der unser Land aus der Ferne mit Drohnen und Raketen zertrümmern will, dann müssen wir ein gleiches Potenzial an gleichwertigen bzw. höherwertigen Geräten besitzen, die angreifende Fernlenkwaffen wirksam abwehren können und solche, die im angreifenden Land dieselben Schäden anrichten können wie dessen Zerstörungsgeräte bei uns.

Drohnen-Abwehrsysteme und Drohnen­systeme, die von entsprechenden Fach­kräften bedient werden. Dazu bedarf es nicht mal einer militärischen Grundaus­bildung.

Wir wollen keinen Krieg, weder mit Russland, noch mit sonst irgendwem.

Ich denke, wenn die Drohnen und Raketen das bei uns mühsam neu Aufgebaute wieder in Trümmer gelegt haben, wenn es in Berlin erst wieder so aussieht wie im Mai 1945 oder wie jetzt in Kyiv oder in Gaza, und wenn die Leichenberge vergraben werden müssen, dann, denke ich, wird bei den Verantwort­lichen das grosse Umdenken stattfinden, nur, dass es dann zu spät ist, Herr Merz!

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 91)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 14.09.2025, Sonntag |
Porto Santo. Foto: E. Haerter
Heute als Titelbild eine Ansicht von Porto Santo, der Nachbarinsel von Madeira (Foto von mir).

Ferienzeit, Urlaubszeit, Reisezeit, liebe Leserinnen und Leser. Leider neigt sie sich schon wieder dem Ende zu. In unseren Breiten beginnt der Herbst. Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist, singen sie in der Operette Die Fledermaus von Johann Strauss. Ich möchte ergänzen, glücklich ist, wer terminlich, familiär und beruflich ungebunden ist. Derjenige kann nämlich die Jahreszeiten ignorieren und zu jedem beliebigen Termin reisen wohin er will.

In unserem tiefsten eisigen Winter zum Beispiel in die Tropen und dort am Pool oder am Strand in der Sonne braten. Natürlich mit einem eiskalten Cocktail, welcher der Bikini- Schönheit auf der Liege von einem attraktiven Kellner auf einem Silbertablett gereicht wird. So zeigen es die gängigen Prospekte, die Phantasie und Lust anheizen.

Aber was Glück ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für viele bedeutet das Urlaubsglück die Nächte durchzufeiern und tagsüber am Strand den Kater auszukurieren. Diese Art Tourismus ist vielerorts inzwischen in Verruf geraten, und die Einheimischen, die dort wohnen und leben, gehen zum Teil schon dagegen protestierend auf die Strasse. Man kann es ihnen nicht verdenken. Besonders auf Mallorca hat es schon öfter wütende Proteste gegeben, aber auch in Barcelona und sogar in Paris, Städte, in denen man eigentlich Touristenscharen gewöhnt ist.

Natürlich spielt dabei auch der eklatante Wohnungsmangel eine Rolle, denn Touristen zahlen für Ferienwohnungen Preise, die sich wohnungssuchende Einheimische meist nicht leisten können.

Reisende, die an Land und Leuten, der Landschaft, der Kultur, dem Essen und dem Wein und vielleicht auch ein wenig an der Sprache interessiert sind, werden immer gern gesehen sein. Jedenfalls ist es den Angehörigen unserer Familie immer so gegangen. Besonders wenn man Gegenden für sich entdeckt, die nicht allzu sehr vom Massentourismus unterster Kategorie überschwemmt werden.

Währenddessen sind die Nachrichten nicht besser geworden, im Gegenteil. Die Messerangriffe und sonstigen aggres­siven Übergriffe von Schutzsuchenden haben ein Ausmass erreicht, das zu ernster Besorgnis Anlass gibt. Ich hatte es schon 2015 vorausgesehen, wenn auch nicht dermassen krass.

Nach dem Tod des 16-jährigen ukrainischen Mädchens in Friedland, die dort eine Ausbildung zur Zaharzthelferin absolvierte und von einem irakischen Schutzsuchenden vor den Zug geschubst wurde, hat es in Friedland auch eine Demonstration gegeben. Darin wurde laut Göttinger Tageblatt vor Rechtsextremisten gewarnt, weil die doch solche Vorkomm­nisse für ihre Hetze "instrumentalisieren".

Mir tut es immer leid für die vielen guten Menschen unter den Einwanderern, die nur besser leben wollen als in ihrer Heimat und die nichts Böses im Schilde führen.

Sehr schlimm sind die Kriegsvorbe­reitungen. Vermutlich wird auch die Gossveranstaltung gegen Krieg gestern am Brandenburger Tor nichts nützen, genauso wenig wie mein Blog oder meine sonstigen Wortmeldungen in diversen Foren. Da muss man Realist sein.

Noch ein Wort zum Krieg Israels in Gaza. Als es im 2. Weltkrieg darum ging das Nazi-Regime zu Fall zu bringen, wurde es weltweit akzeptiert, dass die Alliierten deutsche Städte und die Wohnäuser von Millionen Zivilisten in Grund und Boden bomben - mit den dazugehörigen Hundert­tausenden Toten und Verstümmelten. Dieses Vorgehen wird auch heute noch von nicht wenigen Deutschen gut geheissen und mit der Parole unterstützt: "Täter sind keine Opfer." Wenn heute die Israelis dasselbe im Gazastreifen tun, um die Hamas zu Fall zu bringen, dann kann das gemäss dem genannten Präzedenzfall auch kein Kriegsverbrechen sein.

Wenn das Vorgehen der Israelis in Gaza aber als Kriegsverbrechen eingestuft wird, dann haben die Alliierten mit demselben Vorgehen damals in Deutschland ebenfalls Kriegsverbrechen begangen.

Oder aber es gilt der Grundsatz: Es kommt bei der Bewertung der Frage: Kriegsverbrechen oder nicht? immer darauf an, wer es begangen hat.

Ich lasse diese Frage hier und heute mal offen. Nur soviel: Der Krieg als solcher ist das Übel. In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 90)

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| 07.09.2025, Sonntag |
Brahms-Joachim-Schild. Foto: E. Haerter
Heute im Bild der Eingang des Göttinger Stadtmuseums, liebe Leserinnen und Leser. Bei dem Gebäudeensemble handelt es sich ursprünglich um den "Hardenberger Hof, das letzte erhaltene Adelspalais Göttingens aus der Zeit der Renaissance" (Wikipedia). Und wie man sieht, scheint dieses Adelspalais doch weniger protzige Dimensionen gehabt zu haben als man sie aus anderen Orten kennt. Das ist, damals wie heute, eine der sympathischen Eigenschaften von Göttingen.

Nach dem Foto habe ich längere Zeit in meinem Archiv gesucht, denn heute sollte es unbedingt ein Bild sein, dass Idylle, Heiterkeit und Geborgenheit ausstrahlt. Gefühle, die leider im heutigen Deutschland immer weniger zu verspüren sind.

Was mich ausserdem inspiriert hat, war das kleine weisse Schild rechts am gemauerten Gebäudeteil. Hier die Vergrösserung:
Brahms-Joachim-Schild. Foto E. Haerter
Hier haben vor 172 Jahren Johannes Brahms und sein Freund, der Geiger Joseph Joachim musiziert. Brahms war damals 20 Jahre alt und (kurze Zeit) mit Agathe von Siebold verlobt mit der die jungen Leute damals im Garten des Hauses an der Ecke von Kurze Geismarstrasse und Hospitalstrasse umhergetollt sind. Dies war die erste Gebärklinik in Deutschland, und Agathes Vater war der Direktor.

Bis Brahms 1. Sinfonie 1877 herauskam, musste er aber erst einmal richtig erwachsen werden. Ein solches Schwergewicht einer Sinfonie komponiert man nicht als fast noch Jugendlicher. Und Brahms hat sich für ihre Fertigstellung auch ganze 14 Jahre Zeit genommen. Die Sinfonie ist noch stark unter dem Eindruck Beethovens entstanden aber natürlich völlig brahmseigen. Von der Tragödie bis zum beseligten und versöhnlichen Ende.

Mir ist bei all den fürchterlichen Ereignissen der letzten Zeit der Anfang von Brahms' Erster in den Sinn gekommen, mit ihren unerbittlichen (Schicksals)schlägen des Orchesters im Tutti, worin der Pauke die Hauptrolle zukommt. Wer den Anfang der Sinfonie hören will, kann das tun durch Klick auf den Link zu Furtwänglers Interpretation mit dem Sinfonieorchester des NDR von 1951.
Um sie in Gänze zu hören (etwa 45 min), muss man sich Zeit nehmen. Das ist Musik total, da ist alles drin.

Göttingen ist ja auch berühmt für weit über 40 Nobelpreisträger, deren Namen mit dieser Stadt verknüpft sind. Sie alle haben geforscht, zumeist in den Naturwissenschaften, um dahinter zu kommen, "was die Welt im Innersten zusammenhält", was schon Goethes Faust ein drängendes Anliegen war.

Vieles wurde seit dem Bestehen unserer Spezies bereits herausgefunden. Unendlich vieles ist selbst den intelligentesten Gehirnen, den Klügsten unserer Mitmenschen noch ein Rätsel. Der Urknall scheint gesichertes Wissen zu sein. Aber was war davor? Das Nichts?

Nun gibt es ausser der logisch-mathematischen ja zum Beispiel auch die musikalische Intelligenz. Und Menschen mit letzterer hat es im deutschen Kulturkreis mehrere gegeben, die als unsterblich gelten. Johannes Brahms gehört dazu.

Und ich finde, dass diese Genies in manchen ihrer Werke die grossen Fragen der Menschheit - unter Ignorierung der natur­wissen­schaft­lichen Fragestellungen - bereits beantwortet haben. Meines Erachtens gehört die 1. Sinfonie von Brahms dazu.

Deshalb ist es notwendig, sich zum Anhören dieser Werke Zeit zu nehmen, um sich in sie hineinversetzen zu können.

Es gibt unzählige Aufnahmen von Brahms 1. Sinfonie mit zum Teil viel besserer Tonqualität als der, die ich ausgesucht habe. Aber wenn nach wenigen Takten schon die Milka-Reklame kommt, habe ich die Finger davon gelassen. Am besten, man hört solche Werke nicht auf Youtube bzw. dort im Bezahlmodus (was ich nicht mache).

Und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 89)

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| 31.08.2025, Sonntag |
Gelbe Spätsommerblüte. Foto: E. Haerter
Dass ich als Titelbild so oft ein Motiv aus Landschaft und Natur wähle, hat einen Grund, liebe Leserinnen und Leser. Denn inmitten all der Scheusslichkeiten die uns umgeben, lechzen meine Augen geradezu nach Bildern, die all das ausblenden und den Blick freimachen von Niedergang, Verfall, von Krieg, Terror, Verbrechen und Gewalt. Für die Ohren gibt es die Musik, für die Augen die Schönheit der Natur, so wie hier die gelben Spätsommerblüten, die irgendwo in Göttingen eine kahle Wand hinauf klettern.

Vor ein paar Tagen brachte der Fernsehsender WELT einen Bericht über eine der sogenannten Problemimmobilien in Göttingen, die ich im Blog auch schon zum Thema gemacht habe (s. Nr. 81).

Im Fernsehen mit seinen Bildern und Interviews wird das alles natürlich noch deutlicher als bei mir im Blog, zumal ich mich auch immer für eine zurückhaltende Schilderung bemühe. WELT zeigte die Berge des aus den Fenstern geworfenen Mülls und berichtete auch über das "Rattenangeln" eine ekelhafte Form der Tierquälerei, mit der Kinder und Jugendliche sich in dieser Umgebung vergnügen.

Zitiert wurde auch die Göttinger Stadtverwaltung mit ihrer Aussage, dass sie gegen diese Zustände "nichts machen" könne, sondern dass Land und Bund die Verantwortung trügen.

Ich frage mich dagegen, ob es wohl unangemessen ist, wenn ich angesichts dessen sagen würde, dass wir wohl eher von einer feigen Bande regiert werden als von verantwortungsbewussten Politikern und ob die Bezeichnung "links-grün versifft", die manche Leute für diesen Regierungsstil verwenden, nicht vielleicht doch ihre Berechtigung hat. Denn die Immobilie in der Groner Landstrasse ist ja auch nicht die einzige ihrer Art in Göttingen.

Wenn ich im Auto auf der Groner Landstrasse versehentlich die 50 km/h überschreite, scheut man sich keinesfalls mich zu blitzen und zur Kasse zu bitten (was ich, nebenbei gesagt, auch für berechtigt halte). Das Perfide ist nur, dass man sich bei einem unbescholtenen Bürger der eigenen Stadt, der sein Leben lang gearbeitet und das Gemeinwesen mit am Laufen gehalten hat, durchaus keine Hemmungen auferlegt, ihn zu massregeln.

Dass derselbe Wille aber fehlt, wenn "Schutzsuchende" und andere Personen, die der Vollzeit-Betreuung bedürfen, wenn solche Menschen ein ehemals menschenwürdiges Wohnhaus mit allen zivilisatorischen Einrichtungen, mutwillig zu einem stinkenden, verkoteten, ramponierten und kriminellen Hotspot der Stadt umfunktionieren.

Ich glaube, das vorsichtige Wort "asozial" für solche Menschen ist heutzutage auf dem Index der geächteten Wörter. Und wenn die Polizei doch einmal vorsichtig und aus gegebenem Anlass (z.B. beim Aufspüren gestohlener Gegenstände) in der Groner Landstrasse vorbeischaut, dann ist immer zu befürchten, dass sich grölende Personengruppen "demonstrierend" und pöbelnd gegen die Massnahme der Ordnungskräfte am Ort versammeln.

Solche Auftritte fürchtet die Stadt natürlich wie der Teufel das Weihwasser, zumal es sich bei den Demonstrant:innen augenscheinlich um deren Brüdern und Schwestern im Geiste handelt. Eine Zwickmühle.

WELT scheute sich auch nicht zu berichten, dass die Stadt Göttingen für die Wohnungen hohe Mietpreise zahlt.

War da nicht was mit immer mehr deutschen Familien, denen es nicht gelingt, für sich eine erschwingliche Wohnung zu finden?
(Mir ist durchaus klar, das ich mich mit dieser rhetorischen Frage der Fremdenfeindlichkeit, rassistischer Hetze, rechtsradikaler Gesinnung, Islamophobie und all der anderen Eigenschaften verdächtig mache, derentwegen der Verfassungsschutz auch die AfD dingfest machen soll.)

Ich selbst gehöre keiner Partei an, stehe auch keiner nahe, bin nicht mal in einem Verein und denke selbstständig auf Grundlage dessen, was mir tagtäglich in meiner Heimat begegnet.

Aber dieses Beispiel Göttinger Wirklichkeit sowie die überall wo irgend möglich vollgeschmierten Wände in der Stadt sind ja nur eine Kleinigkeit im Vergleich mit den Toten und physisch und psychisch Verletzten.

Vor etwa 14 Tagen wurde in Friedland, einer friedlichen Gemeinde in unserem Landkreis, ein 16-jähriges Mädchen absichtlich vor einen einfahrenden Zug gestossen. Das Mädchen ist tot.

Der Täter ist ein irakischer Schutzsuchender, der gar nicht in Deutschland hätte sein dürfen. Der Schutzstatus wurde ihm nicht zuerkannt - und seine allfällige Abschiebung wurde - wie sollte es anders sein - nicht durchgeführt. So konnte er weiter in Deutschland herumreisen, was einem jungen Mädchen das Leben gekostet hat. Der Täter wird, das soll hier nicht verschwiegen werden, als "psychisch krank" beschrieben.

Dann, vor ein paar Tagen, in der Strassenbahn in Dresden, wo Mädchen sexuell belästigt wurden: Einem der beiden Amerikaner, die daraufhin einschritten, wurde von einem der Täter mit dem Messer das Gesicht zerschnitten.

Die beiden Täter sind schutzsuchende Syrer. Ich nehme mal an, beide psychisch krank (ohne ironische Absicht).

Der Gipfel war für mich vor ein paar Monaten der Messerangriff auf ein Kindergartenkind. Der Täter ein ausreisepflichtiger Afghane, psychisch krank. Der tapfere Mann, der eingriff, wurde ebenfalls getötet.

Nun durfte vor ein paar Tagen die Fernsehjournalistin Hayali über der Republik eine Sendung ausstrahlen, in der mit deutschfeindlicher Hetze nicht gespart wurde.

Ich breche hier ab, da ich bemüht bin, die Ausgewogenheit meiner Ausführungen zu bewahren. Füge aber noch die folgende Erklärung hinzu:

Nein, natürlich erstechen nicht alle afghanischen Männer kleine Kinder.
Nein, natürlich stossen nicht alle Iraker Mädchen vor den Zug.
Ja, ich weiss die grossartige Arbeit syrischer Chirurgen sehr zu schätzen.

Und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 88)

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| 24.08.2025, Sonntag |
Wallaufgang Göttingen. Foto: E. Haerter
Heute im Bild ein Aufgang zum historischen Wall in Göttingen, liebe Leserinnen und Leser, hier in der Gartenstrasse. Noch ist das Grün üppig, aber in der Luft kündigt sich mit einer gewissen Rauheit schon der Herbst an. Doch solange es geht, wollen wir Blätter und Blüten noch geniessen, zumal es doch heisst, dass der Aufenthalt in der Natur sich sehr positiv auf die Psyche auswirkt. Ja, dass allein schon der Blick ins Grün oder in die Landschaft beruhigend sein kann. Ich selbst habe das auch schon verspürt, wobei ich noch schwanke, ob ich den Aufenthalt am Meer oder den in der mitteldeutschen Hügellandschaft der Romantik bevorzugen soll. Aufbauend wirken jedenfalls beide.

Man kommt doch immer wieder auf die Werte zurück, die der englische Dichter Walter Savage Landor schon vor 200 Jahren als die Stützen seines Lebens benannt hat: Natur und Kunst (s. Blog Nr. 69). Persönlich sind wir, was die Kunst angeht, vor allem in der Musik zuhause. Klassisch von Bach bis Bruckner und dann natürlich in der Musik und dem Tanz des Tango Argentino, der ja bekanntlich auch zu einem Teil unseres beruflichen Lebens wurde.

Das heisst nicht, dass uns nicht auch Werke der Malerei sehr nahe gehen können. Neulich fiel mir in einem alten Aktenordner ein altes Schulzeugnis in die Hände, und ich musste schallend lachen. Da stand nämlich schwarz auf weiss: Musik 1, Kunst 5. Ich muss zugeben, dass bis heute meine Malkünste etwa dem Stand eines 4-Jährigen entsprechen, aber der Kunstlehrer hätte mir für mein armseliges Gepinsel genauso gut auch eine 4 geben können. Ich hatte ihm ansonsten nichts getan, er hat wohl nur gemerkt, dass er mich mit seiner Art zu unterrichten nicht erreicht hat. Aber das sind Episoden aus meiner Ur- und Frühgeschichte.

Ich habe mich dann auch alsbald völlig selbstständig gemacht und als "schlechtester Schöler der ganzen Schole" *) der deutschen Bildungs"anstalt" freiwillig und mit einem fröhlichen bye bye ein für allemal den Rücken gekehrt und fortan ein selbstbestimmtes, wenn auch unvollkommenes Leben geführt.

An dieser Stelle möchte ich zur seelischen Stabilisierung einen Tango einfügen: Quejas de Bandoneón (Die Klagen des Bandoneons), ein rein instrumentaler Tango von Juan de Dios Filiberto (1885-1964). Es spielt das Orchester von Aníbal Troilo, einem der berühmtesten Bandoneonspieler aller Zeiten. Hier im Video sitzt er vorne inmitten seiner Musiker. Es gibt einen Tango ihm zu Ehren mit dem Titel El Gordo triste (Der traurige Dicke), geschaffen von dem legendären Duo des Tango Nuevo. Musik: Astor Piazzolla (1921-1992), Text: Horacio Ferrer (1933-2014).

Quejas de Bandoneón ist tänzerisch ein ziemlich anspruchsvoller Tango. Wir (also Ulrike und ich) haben ihn zahllose Male getanzt. Nun haben wir uns vorgenommen, ihn als einen der ersten wieder zu tanzen, sobald die augenblicklichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen beseitigt sind.

Über Horacio Ferrer, den wir die Ehre hatten, zweimal zu treffen, habe ich einen Nachruf geschrieben.

*) Zitat nach dem Film:
Die Feuerzangenbowle, Prof. Crey (gespielt von Erich Ponto, der nach dem 2. Weltkrieg eine Spielzeit lang dem Deutschen Theater Göttingen angehörte, als hier der Starregisseur Heinz Hilpert das Göttinger Theater zu einem der führenden in Deutschland gemacht hatte).

Und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 87)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 10.08.2025, Sonntag |
Himmel über Göttingen. Foto: E. Haerter
Heute im Bild der Himmel über Göttingen am heutigen Sonntag, liebe Leserinnen und Leser. Eigentlich hatte mir ein noch anderes Bild vorgeschwebt, so ein einziges ganz kleines, kompaktes, weisses Wölkchen am ansonsten tiefblauen, wolkenfreien Himmel. Aber das war heute nicht zu haben, so dass die Stimmung aus dem heutigen wunderschönen, bewegten Wolkenhimmel kommen muss.

Jetzt ist ja auch Pflaumenzeit, und Pflaumenzeit ist Pflaumenkuchenzeit und - Wespenzeit. Und weil alles so schön zusammenpasst, das passende Meisterwerk von Berthold Brecht dazu:

Erinnerung an die Marie A.
(Bertolt Brecht)

1
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

2
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: ich kann mich nicht erinnern
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst.
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: ich küßte es dereinst.

3
Und auch den Kuß, ich hätt ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke dagewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

Mit diesem Gedicht bin ich schon als Kind konfrontiert worden, und schon damals hat mich die Kaltschnäuzigkeit Brechts irritiert, mit der er der einstigen Geliebten gedenkt. Aus der kindlichen Irritation ist dann Abneigung geworden, die bis heute besteht.

Brecht ist zweifellos ein ganz grosser Meister, und allein dieses Gedicht ist unzählige Male interpretiert worden. Nun bin ich Tangotänzer und neige schon von daher zu mehr Sentimentalität. Die Brecht'sche Schnoddrigkeit, wenn auch genial eingesetzt, ist mir fremd.

Der Tango Argentino kann auch im Walzerrhythmus getanzt werden.
Hier ein solcher in dem es auch um die Erinnerung an die einstige Geliebte geht. Nur ist der Baum kein Pflaumenbaum, sondern ein Feigenbaum.
El Vals de los recuerdos, Der Walzer der Erinnerungen.
Text: Homero Manzi, Musik: Francisco Pracánico. Es spielt das Orchester Edgardo Donato, der Sänger ist Hugo del Carril.

Ich finde, die anmutige Musik passt wunderbar zu diesem schönen Tag.

(Es folgt der Originaltext und danach mein bescheidener Übersetzungsversuch.)

El vals de los recuerdos
(Vals. Música: F. Pracánico)
(Letra: Homero Manzi)

El tiempo se asoma detrás de mi sueño.
Frío de las horas que no han de volver.
Sombra de la higuera del patio del fondo
mojando recuerdos en mi atardecer.

Eco de los nombres que borró la muerte,
cantos de la infancia, cosas del ayer.
Aunque con los ojos trato de perderte,
vuelves con las sombras del anochecer.

El vals, el vals de los recuerdos.
Cantar, cantar del corazón.
Al son, al son de mis nostalgias.
canción, canción de evocación.

Silban los muchachos del barrio olvidado.
Música de ausencia suena la canción.
Retornar de auroras que como palomas
volaron del nido de mi corazón.

Música del barrio muele sus tristezas
en el organito de la evocación.
Sombra de la higuera del patio del fondo.
Vals de los recuerdos, vals del callejón.

Der Vals der Erinnerungen
(Vals. Musik: F. Pracánico, Text: Homero Manzi)

Die Zeit erhebt sich hinter meinem Traum.
Kälte der Stunden, die nicht zurückkommen sollen.
Der Schatten des Feigenbaums hinten im Hof
träufelt Erinnerungen in meine Abenddämmerung.

Widerhall der Namen, die gelöscht sind vom Tod,
Lieder der Kindheit, Dinge von gestern.
Und wenn ich die Augen auch davor verschliesse,
Du kommst mit dem Abenddunkel zurück.

Der Vals, der Vals der Erinnerung.
Gesang, Gesang des Herzens.
Dem Drang, dem Drang meiner Sehnsüchte,
ein Lied, ein Lied der Rückerinnerung.

Es pfeifen die Jungs des vergessenen Viertels.
Musik des Verlustes klingt aus dem Lied.
Rückkehr der Morgenröten, die so wie Tauben
dem Nest meines Herzens entflogen sind.

Musik der Vorstadt zermahlt ihre Trauer
in der Drehorgel der Rückerinnerung.
Schatten des Feigenbaums hinten im Hof.
Vals der Erinnerungen, Vals der kleinen Gasse.

Und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Juni 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 86)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 03.08.2025, Sonntag |
An der Leine in Göttingen. Foto: E. Haerter
Heute im Bild ein Fleckchen an der Leine in Göttingen, liebe Leserinnen und Leser. Dieses Kontrastbild brauchte ich heute, nachdem ich im Fernsehen das Irrste gesehen hatte, was ich mir bis dahin nicht hatte vorstellen können: Die chinesische Stadt Chongqing (hörte sich gesprochen so ähnlich an wie Dschongdsching), das sch weich gesprochen. Chongqing gilt mit mehr als 32 Millionen Einwohnern und einer Fläche so gross wie Österreich als die grösste Stadt der Welt.

Eine Wolkenkratzerstadt der höchsten Superlative. Dagegen ist Frankfurt am Main ein Dorf, London ein kleinerer Stadtteil und das einstmals futuristische New York antiquiert wie die Uroma der Hochhausstädte.

Chongqing, den Namen kennt hier noch kaum jemand, wurde in relativ wenigen Jahren aus dem Boden gestampft und praktischerweise gleich in Etagen erbaut. Der deutsch sprechende Stadtführer führte das Team auf dem von Wolkenkratzern umgebenen Opernplatz an ein Mäuerchen, von dem aus man tief hinunterblicken konnte - auf eine Hochhausfassade, sozusagen im Untergeschoss. Dort, unterirdisch, gibt es noch einmal Strassen, Plätze und Hochhäuser, deren Dächer dann unter den Fundamenten der oberirdischen Stadtteile enden. Alles mit Aufzügen miteinaner verbunden. Irgendwie grossartig und auch erschreckend.

Chongqing ist 24 Stunden am Tag in Betrieb. Man kann zu jeder Tages- und Nachtzeit alles bekommen, und alles wird binnen kürzester Zeit ins Haus geliefert, was immer man will, egal zu welcher Zeit. Das grösste Restaurant hat 6000 Plätze. Alle Menschen, die in dem Bericht zu Wort kamen, schienen sehr zufrieden zu sein, sogar begeistert und stolz auf ihre Stadt und voller Lebensfreude. Das krasse Gegenteil von unserem depressiven Gefühl des stetigen Niedergangs. In Chongqing schien der Geist des Aufbruchs zu herrschen, so wie es vielleicht in Amerika während der Besiedlung durch die Europäer einmal war. Aber das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist heutzutage eindeutig China. Der Filmbericht ist sicher noch in der Mediathek abrufbar (den Sender hab ich leider vergessen).

Ich denke, dass wir in Europa diese Perfektion, diese Gigantomanie niemals erreichen werden und und wohl auch gar nicht erreichen wollen. In technischer Hinsicht haben wir allerdings längst verloren, und die ganze Aufgeblasenheit der europäischen Politiker ist angesichts der unfassbaren Überlegenheit der Chinesen, sowas von lächerlich...

In Chongqing wie in ganz China sind Elektroautos aus eigener Produktion längst Normalität, wobei die deutschen Automarken rasant an Bedeutung verlieren. Auch auf der Rückseite des Mondes sind die Chinesen schon gelandet. Da bleibt die Frage, was wird aus dem so ungeheuer Export abhängigen Deutschland angesichts dieser unschlagbaren Überlegenheit und Effizienz der Chinesen. Denn das Sich-abhängig-machen von anderen Ländern war ein fundamentaler Fehler der deutschen Politik. Wir haben unseren Wohlstand vom Ausland abhängig gemacht und von der Vorstellung der immerwährenden deutschen Überlegenheit in technischer und wissenschaftlicher Hinsicht. Das alles fällt jetzt krachend in sich zusammen. "Hochmut kommt vor dem Fall", sagt schon das gute, alte, deutsche Sprichwort.

Was wir noch haben, stammt aus früheren Zeiten, ist aber auch extrem stark und wirksam und vielleicht sogar langlebiger als die ganze konsum- und finanz-orientierte Welt da draussen.

Es gibt innerhalb der Kulturen der Menschheit die Musik, als die stärkste, auf die Seele des Menschen wirkende Kraft, und darin mit Ewigkeitswert die deutsche klassische Musik und die englische Popmusik. Beide Musik-Genres sind Welten für sich. Und als Tangotänzer muss ich noch den Tango Argentino hinzufügen, der in Musik, Tanz und Poesie eine eigene Welt darstellt, die überall auf dem Globus die Seelen der Menschen bezaubert.

Fangen wir doch mit einem ganz leichten Stück für Klavier an. Ein Musikstück aus der deutschen Romantik, das, auf der ganzen Welt bekannt, technisch nicht besonders schwer aber als Ausdruck (deutscher) Seele und Tiefgründigkeit sehr schwer zu interpretieren ist:
Vladimir Horowitz spielt die Träumerei von Robert Schumann.

Und als nächstes Träumen in der Tangomusik Los sueños (Die Träume) von Astor Piazzolla, von ihm selbst auf dem solo Bandoneón gespielt (aus dem Film Sur (Süden)

Und nun rauf auf die Tanzfläche! Lautsprecher ganz laut! Mögen uns die Chinesen auch noch so überlegen sein, bei Calling America von und mit der britischen Band Electric Light Orchestra es einfach krachen lassen...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 85)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 27.07.2025, Sonntag |
Foto: E. Haerter
Heute hatte ich mir vorgenommen, das zu fotografieren, was mir als erstes ins Auge fällt, liebe Leserinnen und Leser. Es war, wie man sieht, der Garteneibisch (oder auch Hibiskus genannt) in lila vor der alt ehrwürdigen Mauer der Marienkirche in Göttingen. So frische, junge Blüten vor uraltem Gemäuer, das hat doch was. Dieses Kirchengebäude ist nun schon der Neubau, mit dem 1290 angefangen wurde und der seit über 700 Jahren an dieser Stelle steht. Die Beständigkeit der Kirchen, zumindest ihrer Gebäude, in einer Zeit des Zusammenbruchs alter Werte, das ist doch beruhigend.

Denn unsere Zeit ist ja in höchstem Masse geprägt von Veränderungen aller Art, eine Zeit des Umbruchs. Selbst das Klima ist nicht mehr das, was es mal war. Dabei mussten wir in Göttingen in diesem Jahr feststellen, dass der Sommer bisher sehr an die Sommer unserer Kindheit erinnerte. Mässig warm, teils sogar kühl, wechselhaft, 2 oder 3 heisse Tage hatten wir auch schon, also so richtig der gute, alte Sommer von früher. Auch die starken Regenfälle, die zur Zeit Bayern heimsuchen, haben wir vor Jahrzehnten während eines Sommerurlaubs in Sichtweite vom Schloss Neuschwanstein selbst kennengelernt. Damals goss es fast jeden Tag wie aus Kübeln - und es hat trotzdem Spass gemacht.

Natürlich wissen wir, dass halbwegs normales, lokales Wettergeschehen kein Beweis dafür ist, dass es den globalen Klimawandel nicht gibt. Wir sind keine "Klimaleugner". Ja, es gibt noch Klima, das ist nicht zu leugnen, aber es hat sich verändert, und das bedeutet, dass sich die Menschheit darauf einstellen muss. Jedes Land muss die Massnahmen ergreifen, die nötig sind, um die Existenz des eigenen Landes auch in der veränderten Lage zu sichern. Und Länder, die das nicht aus eigener Kraft schaffen, müssen internationale Hilfe erhalten.

Gewaltige Summen sind dazu nötig. Für Deutschland bedeutet das, dass noch viel gigantischere Anstrengungen notwendig sind, als für vergleichbare andere Länder. Denn Deutschland, dessen nicht nur weitere Entwicklunng, sondern auch dessen Bestandssicherung und Werteerhaltung in den lähmenden Merkeljahren in unverantwortlicher Weise vernachlässigt worden sind, muss gleichzeitig mit den Herausforderungen der neuen Zeit auch noch seinen Wiederaufbau der verrotteten Infrastruktur, des Schul- und Bildungswesens, des Gesundheitswesens, des Wohnungsbaus, des Verkehtswesens, der Sicherheit im öffentlichen Raum, hunderttausende illegale Zuwanderer und Millionen Kriegsflüchtlinge und.. und.. und.. verkraften. Ein fast unlösbarer Zustand.

Aber nur fast unlösbar. Eine entschlussfähige, tatkräftige Regierung, die durchsetzungsstark die Dinge anpackt, könnte es schaffen. Im Augenblick sieht es allerdings nicht danach aus, denn die Weichen werden ganz anders gestellt. Unsere Regierung setzt andere Prioritäten. "Kriegstüchtig" sollen wir werden und dazu braucht es eine gewaltige militärische Aufrüstung. Vor ein paar Tagen jubelte der Moderator im Radiosender NDR1/Niedersachsen, dass im Raum Celle, dem Geburtsort meines Opas, 500 neue Arbeitsplätze entstehen sollen, denn die Firma Rheinmetall will dort eine nagelneue Munitionsfabrik errichten.

Und ein Universitätsprofessor, dessen werten Namen ich vergessen habe, der sich aber selbst als Alt-68er bezeichnete, machte öffentlich den Vorschlag, dass ein Pflichtjahr für Rentner eingeführt werden sollte. Und als '68er (füge ich hinzu) dürfte er selbst aus der Altersgrenze bereits raus sein.

Na, da lacht doch das Herz des alten Soldaten, der aber leider das Pech hatte, nur in Friedenszeiten dienen zu dürfen. (An dieser Stelle muss ich wohl aus Sicherheitsgründen einfügen: "/Ironie aus", denn aus Erfahrung in den sozialen Medien weiss ich, dass manche Leser Ironie und Satire nicht erkennen).

So ging es mir auch mit der Meldung über das empfohlene Pflichtjahr für Rentner. In meinem Kommentar lobte ich den Vorschlag und erinnerte daran, dass wir auch früher schon einmal so einen Pflichtdienst gehabt hätten, nämlich den Volkssturm am Ende des 2. Weltkriegs. Das letzte Aufgebot an noch verfügbaren Männern zur Entlastung der Wehrmacht. Ein Volkssturm für Rentner, schlug ich vor, könnte die Jungen entlasten, die per Wehrpflicht zum Kriegsdienst einrücken müssten.

Um der Wahrheit willen muss ich noch anfügen, dass Hitlers Volkssturm-Erlass Rentner über 60 gar nicht mehr zuliess.

Das alles schreibe ich nur, um den ganzen Irrsinn der heutigen Kriegsvorbereitungen besonders grell zu beleuchten.

Gerade eben habe ich in msn-Nachrichten einen Artikel der FAZ kommentiert, worin über den sehr bekannten Militärhistoriker Professor Neitzel berichtet wird, der bereit wäre, selbst an die Front zu gehen:

Ja, so ganz langsam kommen wir wieder dahin, dass sich keiner mehr traut, Nein zu sagen.
"Dann nimm, Kamerad, dein Gewehr in die Hand, um Freiheit und Ehre zu wahren", haben wir schon damals beim Marschieren bei der Bundeswehr gesungen.
Es ist schon was Tolles, mit dem Deutschlandlied auf den Lippen zu den Waffen zu eilen, wenn das Vaterland ruft. Es muss nur, Schritt für Schritt, wieder die richtige Stimmung im Volk erzeugt werden. Dann wird wieder zurück geschossen.
Man könnte aber auch ein für allemal dem Krieg als Mittel der Politik abschwören, nach dem Motto:
"Stellt euch vor, es ist Krieg, und keiner geht hin".
Dieses Motto ist so überzeugend, dass es auch die Menschen in allen anderen zivilisierten Ländern begeistern könnte. Krieg machen nur die Anführer, die die einfachen Menschen erst dafür in Stimmung bringen müssen, denn die sollen ja verheizt werden. Und wenn es nicht schnell genug geht, dann auch mit Zwang: Wehrpflicht.
Jetzt kommen die Bilder ja noch aus der Ukraine und Gaza. Wenn die Drohnen erstmal den neu gestalteten Potsdamer Platz, den Pariser Platz und diverse Wohnviertel eingeäschert haben, ich nehme an, dann wird ein Umdenken stattfinden.
Im übrigen könnte man auch die ewig neu gestellte "Rentenfrage" zu den Akten legen, wenn man die hunderte von Milliarden Euros statt für die Aufrüstung in die Rentenkassen steckte.


Ich schliesse für heute mit dem Kommando, das jeder Gedienthabende kennt:

"Mit einem dreifachen Hurrah - Wegtreten!"

Eckart 1961



Hier im Bild der Autor (noch nicht Gefreiter) bei der Erfüllung seiner vaterländischen Pflicht.

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 84)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 20.07.2025, Sonntag |
Foto: E. Haerter
Heute im Bild mein geöffneter Computer, liebe Leserinnen und Leser, bei dem die untätige Tastatur geradezu darauf zu warten scheint, dass sich auf ihr etwas abspielt. Ich hätte ja auch längst was geschrieben, aber ich wollte nicht schon wieder über Unerfreuliches berichten. Jedoch ist die Wirklichkeit leider meist nicht so, wie wir sie gerne hätten.

Der FOCUS berichtet über die polizeiliche Kriminalstatistik 2024 und veröffentlicht eine Liste der 10 "gefährlichsten Städte" jeweils nach Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner:

1. Bremen: 15.424 Straftaten auf 100.000 Einwohner
2. Frankfurt am Main: 14.600 Straftaten auf 100.000 Einwohner
3. Berlin: 14.252 Straftaten auf 100.000 Einwohner
4. Bremerhaven: 13.717 Straftaten auf 100.000 Einwohner
5. Hannover: 13.192 Straftaten auf 100.000 Einwohner
6. Göttingen: 13.023 Straftaten auf 100.000 Einwohner
7. Erfurt: 12.623 Straftaten auf 100.000 Einwohner
8. Köln: 12.343 Straftaten auf 100.000 Einwohner
9. Schwerin: 12.343 Straftaten auf 100.000 Einwohner
10.Dortmund: 12.283 Straftaten auf 100.000 Einwohner

Die Liste offenbart auch gleich ihre Schwäche und ihre begrenzte Aussagekraft, wenn Ladendiebstahl und Messerangriff lediglich als "Straftaten" gezählt werden. Ohne seinen Rang als Bundeshauptstadt der Fahrraddiebstähle wäre unser Göttingen wohl nicht auf Platz 6 der gefährlichsten deutschen Städte gelandet. Schiessereien auf offener Strasse zwischen Banden von Schutzsuchenden, wie z.B. in verschiedenen Teilen von Berlin, sind in GÖ doch eher selten.

Wie auch immer, schön ist was anderes. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass es in Deutschland so weit gekommen ist, dass sich Verbrecherbanden in Deutschland pudelwohl fühlen, Europa zum beliebtesten Umschlagplatz für Drogen geworden ist und der öffentliche Raum zunehmend lebensgefährlich zu werden droht.

Und wenn ich sage "Wir" dürfen uns nicht damit abfinden, dann meine ich nicht, dass wir Bürger uns bewaffnen und Bürgerwehren bilden sollten (das kann und darf nur die aller äusserste aller Massnahmen sein), sondern dass die uns Regierenden gefälligst ihre Pflicht zu tun haben, um für die Menschen, für deren Wohl zu sorgen sie per Diensteid geschworen haben, alles zu tun, was nötig ist. Und wenn sie es nicht tun, dass sie abgewählt werden müssen.

Leider haben Regierende sehr oft das Bestreben, die einmal erlangte Machtposition auch dauerhaft zu behalten. Dazu haben sich unsere Regierenden etwas Besonderes einfallen lassen: Sie unterstellen einer legalen politischen (Oppositions-)Partei, die Verfassung und die Demokratie abschaffen zu wollen und beauftragen den Inlands-Geheimdienst mit der Überwachung dieser Partei zum Zwecke der Materialsammlung gegen diese.

Zudem verfolgt die kleinere Regierungspartei SPD das Ziel, die Oppositionspartei verbieten zu lassen, zumal sie aufgrund ihres geringen Stimmenanteils (etwa 16% gegenüber 20% der Oppositionspartei) befürchten muss, der nächsten Bundesregierung nicht mehr angehören zu können.

Über das Verbot entscheidet am Ende das Bundesverfassungsgericht, dessen Richterinnen und Richter von Bundestag und Bundesrat gewählt werden. Nun hat die SPD für eine neu zu besetzende Richterstelle am BVerfG mit höchster Intensität eine Juristin vorgeschlagen, die SPD-Mitglied ist und die im Vorfeld bereits eine positive Meinung zum Verbot der Oppositionspartei hat erkennen lassen.

Angesichts dessen fühlt sich der mündige, mitdenkende Bürger zu der Frage gedrängt: Wer oder was ist bei dieser Sachlage eigentlich demokratisch und verfassungstreu - und wer oder was ist es eigentlich nicht?

Natürlich stehen noch ganz andere, weiterreichende Fragen im Raum: Ist es überhaupt demokratisch, wenn die politischen Parteien über die Zusammensetzung des Verfassungsgerichts entscheiden und wenn Richter des BVerfG unmittelbar aus der Politik in diese allerhöchste Position wechseln, wie es bereits geschehen ist.

Das entscheidenste Merkmal des demokratischen Staats ist die Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative. Wenn nun ein Abgeordneter aus dem Parlament ins BVerfG wechselt oder ein ehemaliger Ministerpräsident ebenfalls dahin, dann ist das doch eigentlich die Aufhebung der Gewaltentteilung - oder sehe ich das falsch?

Inoffiziell gehört auch die freie Presse als "4. Gewalt" zwingend zur Demokratie dazu. Aber auch die ist inzwischen, was die sog. Leitmedien angeht, zu einer Gesinnungspresse geworden, die - besonders seit 2015 - ihre Aufgabe darin zu sehen scheint, die Bürger politisch und weltanschaulich zu lenken. "Betreutes Denken" nennt das der Volksmund. Dazu gehört, die Oppositionspartei nicht mit sachlichen politischen Argumenten zu bekämpfen, sondern mit Ausgrenzung, Diffamierung, Verächtlichmachung. "Mit denen sprechen wir nicht".

Aber auch mit Lügen wird gearbeitet: Zum Beispiel, um die Nähe der AfD zum Nationalsozialismus zu belegen: "Auf dem Geheimtreffen der AfD in Potsdam wurde über Deportationen von Ausländern gesprochen".

Richtig ist, dass das Treffen nicht geheim war, dass u.a. 5 Leute der CDU und 4 der AfD dabei waren und dass von Remigration, also Rückwanderung, gesprochen wurde.

Im Oktober 2024 sagte der damalige Bundeskanzler Scholz im SPIEGEL-Interview: "Wir müssen im grossen Stil abschieben." Das war dann wohl die demokratische Variante derselben Sache.

Natürlich hatten in der Sache alle Recht. Wenn wir die illegale Massenzuwanderung und das Abschieben der unberechtigt sich hier aufhaltenden Personen nicht in den Griff kriegen, dann war's das mit Deutschland.

Ich habe die Beispiele hier nur angeführt, um die abgrundtiefe Verlogenheit in der deutschen politischen Auseinandersetzung aufzuzeigen, nicht etwa, um für die AfD zu werben. Es ist meines Erachtens an Erbärmlichkeit nicht mehr zu überbieten, was die sich selbst als Demokraten bezeichnenden politischen Kräfte und ihre Medien hier im Deutschland des 21. Jahrhunderts abziehen. Und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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| 13.07.2025, Sonntag |
Greifswalder Hafen. Foto: E. Haerter
Heute im Bild der Greifswalder Hafen, liebe Leserinnen und Leser. Weit vor mir hat ihn schon Caspar David Friedrich gemalt, der in Greifswald geboren wurde. Hier seine Version. Greifswalder Hafen. Painting by C.D. Friedrich. Foto: E. Haerter

Heute las ich in einem "sozialen Medium", dass in der Greifswalder Innenstadt gerade 3 Geschäfte schliessen und dass befürchtet wird, dass es so weitergeht. Dazu habe ich gleich eine Zuschrift gepostet, hier ein Ausschnitt:

"Weil Greifswald eine so besonders schöne Stadt ist, sollten die Greifswalder nur unbedingt aufpassen, dass es dort nicht so kommt, wie es z.B. in Göttingen schon lange ist: Immer noch'n Döner, Schnellimbisse aller Art, Tattoos, Barber Shops, Thai Massagen, Ramsch- und Billigläden."

Alles eigentlich ja nichts Schlimmes, und die Transformation geht weiter.
Die Zeile direkt gegenüber von unserem Wohnhaus sieht so aus (von links nach rechts):
Arabisches Tattoo-Studio, türkischer Gemüseladen, Rewe, schwarzafrikanischer Kiosk (vorgestern eröffnet), türkischer Döner King.

Es sind eben nur unsere Innenstädte, die sich so wandeln und ihren ursprünglichen Charakter verlieren. Aber letztlich ist auch das alles nur ein weiteres Symptom für den Abwärtstrend Deutschlands auf nahezu allen Gebieten. Die Verlierer rücken ab, wer im Aufwärtstrend ist, rückt nach, ganz klar.

Natürlich wissen wir alle, dass sich gesellschaftliche Veränderungen nicht einfach aufhalten oder rückgängig machen lassen. Wenn sich das Kaufverhalten dauerhaft verändert, dann ist man gezwungen, kreativ zu werden und das Konzept Innenstadt ganz neu zu denken und danach zu handeln. In vielen Städten scheint das nicht zu geschehen, man schaut dem Verfall mehr oder weniger besorgt und tatenlos zu.

Die boomenden Länder in Asien und die arabischen Länder am Golf scheinen einen erfolgreichen Weg gefunden zu haben, die Städte auf neue Art attraktiv zu gestalten. Mit riesigen, bombastischen Glitzer Shopping Malls in spektakulärster Architektur und Ausstattung. Errichtet aus den erlesensten Materialien, mit den raffiniertesten Effekten. Einkaufs-Paläste als Erlebniswelten des dort Verweilens, sich Vergnügens des Staunens und des Kaufens.

Ob das für den kleinen, alten Hochkultur-Kontinent Europa und insbesondere Deutschland, nachahmenswert wäre? Ich weiss es nicht. Die meisten unserer Städte haben doch so viel Sehenswertes zu bieten. Wäre es nicht möglich, für unsere deutschen Städte ein ganz neues Konzept zu entwickeln, das auf Kultur, Natur und Sport aufbaut?

Man muss analysieren, was es ist, das die Shopping Centers zu solchen Publikumsmagneten macht und die Innenstädte nach deren Vorbild gestalten. Denn es wird ja nicht immerzu gekauft. Das Schauen ist es, das Erleben der ausgestellten schönen Dinge, die ständig wechseln.

Wie aber müsste eine Innenstadt der Zukunft aussehen, die keine besonderen Einkaufsmöglichkeiten aufzuweisen hat, was müsste sie bieten, damit sie von den eigenen Bürgern und Menschen von ausserhalb trotzdem mit Lust und Liebe sehr gern aufgesucht wird?

Es kommt ja auch noch etwas anderes hinzu, was den entspannten Aufenthalt in unseren Städten beeinträchtigt. Die Grünen-Politikerin Göring-Eckardt hat das schon 2015 vorausgesehen und sich sehr darauf "gefreut", dass sich unser Land dadurch "drastisch verändern" würde. Es sind Massen an Zuwanderern aus Ländern, deren Lebens- und Gesellschaftsformen mit dem Leben in einem liberalen, säkularen, demokratischen Rechtsstaat nicht vereinbar sind und die eine zunächst schleichende, dann beschleunigte Erosion der Sicherheit im öffentlichen Raum mitgebracht haben. Ein Zersetzungsprozess aus Aggressivität, Gewalttätigkeit, Brutalität, Kriminalität (auch schwerster und organisierter Art), aus Geringschätzung von Frauen, von Vergewaltigung und allgemeiner Verachtung unseres freien Lebens und Rechtssystems. Ein Zersetzungsprozess, der bis in die Grundschulen, Schwimmbäder und in die öffentlichen Verkehrsmittel hinein wirkt und die Atmosphäre des Zusammenlebens in unangenehmer Weise beeinflusst.

Aus Hamburg wird gemeldet, wie der FOCUS berichtete, dass Schülerinnen von muslimischen Schülern unter Druck gesetzt werden, das Kopftuch zu tragen. Und wenn die muslimischen Schüler in einer Schule vielleicht sogar die Mehrheit bilden (was mancher Orts bereits der Fall ist), dann kann das für die nicht muslimischen Schülerinnen eine sehr unangenehme, wenn nicht gar gefährliche Situation in der Schule werden.

Und wenn diese Schülergeneration in ein paar Jahren die Erwachsenengeneration bildet und auf die deutsche Gesetzgebung Einfluss zu nehmen gedenkt (was man ihnen nicht verwehren könnte), dann ist die Zukunft Deutschlands vorgezeichnet.

Ich zähle das hier in aller Sachlichkeit auf und sage damit nichts gegen die vielen wunderbaren und liebenswerten Menschen aus muslimischen Ländern, die als tatsächlich Schutzsuchende oder aus anderen lauteren Motiven zu uns gekommen sind. Ich selbst habe mehrere persönlich kennengelernt, und es begegnen mir täglich weitere.

Der Fernsehsender WELT brachte gestern oder vorgestern eine Sendung, in der die Reihenfolge der Länder aufgeführt wurde, aus denen die meisten der so negativ in Erscheinung tretenden Personen stammen. Die ersten drei sind Afghanistan, Syrien und Irak. WELT berief sich dabei auf eine amtliche Dokumentation. Es kam auch ein Experte zu Wort, der viel mit diesen Tätergruppen zu tun hat. Er berichtete, dass diese oftmals überhaupt kein Schuldbewusstsein zeigten, sondern darauf verwiesen, dass wir Deutsche "Ungläubige" seien und sie deshalb das Recht hätten, so mit uns umzugehen.

An dieser Stelle will ich erst einmal schliessen und mit der schlichten Frage enden, die uns alle beschäftigen sollte:

Was wird aus Deutschland?

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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| 24.06.2025, Dienstag |
Plaza San Martin, Buenos Aires. Foto: E. Haerter
Mein heutiges Foto zeigt einen Teil der Plaza San Martín mit ihrem Park in Buenos Aires, liebe Leserinnen und Leser. Hier ganz in der Nähe haben wir mehrmals gewohnt. Mit der Erinnerung an diesen schönen Patz will ich es bewenden lassen. Wir müssen froh sein, dass es solche Plätze noch gibt.

Die Menschheit ist in einem so widerlichen Zustand angelangt, dass einem fast die Finger auf der Tastatur ersterben. Was soll man noch für Demokratie und Frieden schreiben, wenn nichts mehr Sinn macht? Herr Trump ist der beste Führer, den wir seit langem hatten. Er will das Richtige, schafft es aber auch nicht.

Unsere Fuzzis in Europa kann man vergessen. Herr Merz macht jetzt auf tough guy und will die Bundeswehr zur stärksten Armee Europas ausbauen. Da kann man nur hoffen, dass sich keine Freiwilligen mehr melden, und sollte die Wehrpflicht reaktiviert werden, dass möglichst alle verweigern.

In vielen Teilen der Erde herrschen dermassen desolate Zustände, unerträgliche Armut, Kinder als Verbrecher, als Mörder, Familien in Dreck und Gestank. Verlorene Generationen. Dann das weltweite Drogenproblem und die Millionen von Interessenten, deren wichtigstes Problem es ist, problemlos an die Drogen ranzukommen und sie zu konsumieren.

Menschen in der sog. 1. Welt, denen es zu gut geht, die mit ihrem versauten Leben nichts Sinnvolles anzufangen wissen. Vergnügungssüchtig, drogenaffin, dämlich im Wohlstand vegetierend oder vor langer Weile ausserstande etwas anderes anzustellen als sich ihr Geschlecht ummanipulieren zu lassen.

Wenn das marode Deutschland Milliarden Euros im Überfluss zur Verfügung hat, dann könnte es damit auch beginnen, die Schandflecken der Erde zu beseitigen (und könnte gleich in Deutschland damit anfangen). Das wäre mal eine gute Tat und würde das deutsche Ansehen nachhaltig verbessern.

In einem Punkt wäre ich einverstanden: Wenn es tatsächlich Machthaber gibt, die ein anderes Land mit Bomben, Drohnen und Raketen gefügig zu machen beabsichtigen, dass man denen ein gleiches Vernichtungspotenzial zur Abschreckung gegenüberstellt. Aber dafür braucht man keine Armee mit Panzern und den ganzen Dinosauriern des Schlachtfelds, die längst überholt sind. Dafür braucht man lediglich genügend Techniker, die es verstehen, die Vernichtungsmittel zu starten und ins Ziel zu bringen.

Wir erleben doch jetzt schon das ganz primitive, kindische Kriegspielen live mit. Zwei Länder bombardieren sich gegenseitig mit Drohnen und Raketen. Das kann man so lange weitermachen, bis kein Stein mehr auf dem anderen liegt oder die Munition alle ist.

Israel ist in gewisser Weise zu verstehen. Das Land bzw. sein Volk sind durch den Holocaust traumatisiert und es kämpft seit seinem Bestehen ums Überleben. Das ist ein permanenter Überlebenskampf, scheinbar ohne absehbares Ende.

Trotzdem kann es nicht die Lösung sein, wenn Israel nun seinerseits zu den Mitteln der totalen Vernichtung greift. Im 2. Weltkrieg hat man Amerikanern und Briten zugebilligt, um zu gewinnen, Deutschland mit Massenvernichtungswaffen dem Erdboden gleichzumachen und dabei auch zivile Ziele plattzumachen, ohne Rücksicht auf Verluste bei unschuldigen Bürgern.

Damals in Deutschland waren es die Nazis, die man vernichten wollte. In Gaza sind es die Hamas, derentwegen die Israelis an der dortigen Bevölkerung nun dieselben Kriegsverbrechen verüben wie die Alliierten in WK2 an der deutschen Bevölkerung.

Einen humanen Krieg gibt es nicht. Das Ermorden von anderen Menschen "für einen guten Zweck" ist eine Perversion.

Es muss endlich Schluss sein mit dem Krieg als Mittel der Politik. Egal wer es ist, ob Herr Putin oder Herr Netanjahu oder die nach Atomwaffen geilenden Iraner, mit denen sie die Israelis ausrotten könnten.

Ein radikaler Wechsel der Politik ist nötig. Abbruch aller diplomatischen, konsularischen und Verkehrs-Beziehungen zu solchen Ländern, die Menschenrechte und Menschlichkeit mit Füssen treten.

Abschaffung des Militärs. Bundesgrenzschutz gegen Eindringlinge auf dem Landwege oder übers Wasser. HighTech-Potenzial zur Abschreckung gegen Angriffe aus der Luft.

Deutschland ausbauen zu einem neuen Hort des Friedens, der Freiheit, der gelebten Menschlichkeit, der Menschenrechte und der Kultur.

Alles unrealistische, naive Spinnerei?

Dann ist es umso wichtiger, dass sie verwirklicht wird.

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 81)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 15.06.2025, Sonntag |
Löwenzahn am Hauseingang. Foto: E. Haerter
Auf meinem heutigen Foto seht Ihr ein Detail unseres Hauseingangs, liebe Leserinnen und Leser. Das Bild ist aus zweierlei Gründen interessant. Erstens, weil man deutlich den Schildbürgerstreich der Stadt Göttingen erkennt: Es wurde nämlich der Bürgersteig auf beiden Strassenseiten mit altertümelndem Kopfstein gepflastert, auf dem kein Mensch gehen möchte. Besonders für Frauen ist es eine Qual, wenn sie in leichteren Schuhen, auf hohen Absätzen oder in Sandalen unterwegs sind. Die Fahrbahn indes hat man mit glatten, roten Klinkersteinen belegt, damit es für die Autos nicht so holperig sei.

So spazieren nun die meisten Menschen auf der Fahrbahn und sind dabei ständig den durchfahrenden Autos im Wege. Dabei ist auch unsere Innenstadtstrasse eigentlich Fussgängerzone, doch die Ausnahmegenehmigungen sind so zahlreich, dass praktisch immer Durchfahrtverkehr herrscht. Ein Dilemma, wenn mittelalterliche enge Strassen und Strassenführungen noch im 21. Jahrhundert bestehen. Dem wäre nur mit ultramodernen städtebaulichen Konzepten und dem entsprechenden Geldeinsatz beizukommen.

Aber die Probleme in unserer Strasse sind vergleichsweise gering. Wir haben in Göttingen ja auch die sogenannten "Problemimmobilien". Was damit gemeint ist, muss ich kurz erläutern. Allgemein bekannt sind bei uns in Deutschland ja auch die Elendsviertel in Grossstädten auf anderen Kontinenten. Zum Beispiel in Rio de Janeiro, wo sich aus ländlichen Gebieten zugewanderte Menschen an den Berghängen angesiedelt haben und ihre selbstgebauten Behelfsunterkünfte so gefällig und nett ausgestalten, wie es ihnen mit dem unzureichenden Material möglich ist.

Bei uns in Göttingen ist das anders. Hier haben zugewanderte Menschen aber auch Einheimische mit (und ohne) Problemhintergrund in diesen grossen Immobilien eine Wohnung erhalten, die mit Küche, Bad und elektrischem Strom alles das bietet, was man gemeinhin als menschenwürdig bezeichnet. Aber in diesen Immobilien gibt es wohl zu viele solcher Bewohner, die aus ihren Wohnungen und der gesamten Wohnanlage einen "Saustall" machen. Vermüllung, Verkotung, Entsorgung von Sperrmüll aus dem Fenster und anstecken desselben gehört dabei zum normalen Wohnverhalten. Pikant ist, dass die Wohnanlage in der Groner Landstrasse 9a-d zum Teil in Stufen erbaut ist, so dass der aus dem Fenster geworfene Müll dann auf dem Dach einer niedrigeren Stufe landet. Feuerwehr- und Polizeieinsätze sind dort gleichsam an der Tagesordnung.

Bis jetzt hat sich die Stadt als unfähig erwiesen, diesen Zuständen ein Ende zu bereiten. Dass etwas getan werden muss, darüber sind sich freilig alle einig. Aber man will den Bewohner:innen dort natürlich auch nicht unhöflich gegenübertreten.

Damit noch einmal zurück zu unserer eigenen Unterkunft. Hier ist vor wenigen Tagen Ordnung geschaffen worden. Wie das? Nun, die Gärtner waren da. Ich habe doch schon mehrmals im Blog von dem üppigen Grün vor unseren Fenstern gesprochen, welche zum Innenhof hinausgehen. Die Ehrfurcht gebietenden Baumkronen hier herum, von denen unsere Weide ihre Zweige buchstäblich zum Fenster hereingestreckt hat. Ein herrlicher Zustand, den wir liebevoll "unsere grüne Hölle" genannt haben. Nun haben die Gärtner (wohl auf Geheiss der Vermietergesellschaft) ganze Arbeit geleistet und die unbotmässig ins Kraut geschossenen Baumkronen mit der Säge auf ein ordentliches Mass zurück beschnitten. Sogar die Vögel zeigen sich enttäuscht, dass ihnen Sitzplätze verloren gegangen sind.

Aber - wie um ein winzig kleines Zeichen des Protests zu setzen - hat der Löwenzahn vor unserer Haustür, zwei leuchtend gelbe Blüten im Dreck zwischen Kopfsteinpflaster und Eingangsstufen erstehen lassen (s. Bild oben). Das ist Optimismus, uns zum Ansporn.
Löwenzahn am Hauseingang. Foto: E. Haerter
Hier die Stelle nochmal in Grossaufnahme.
Die Natur macht es vor. Blühen in aussichtsloser Lage...

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 80)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 10.06.2025, Dienstag |
Campus Uni Göttingen mit Inst. f. Demokratieforschung. Foto: E. Haerter
Im Bild heute (Foto von mir) das Institut für Demokratieforschung am Campus der Uni Göttingen, liebe Leserinnen und Leser. Ich denke, dass es dort viel zu tun gibt, denn Forschung soll ja im allgemeinen in die Zukunft wirken und nützlich sein.

Wir sagen im Untertitel unseres Blogs: "Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden". Aber was ständig dasteht, wird auch schnell nicht mehr wahrgenommen und kann leicht zur unbeachteten Floskel werden.

Fast hätte man vergessen, wie nötig bei uns in Deutschland der Kampf für die Demokratie ist. Wir experimentieren ja immer noch. So ganz ist das Demokratiebewusstsein doch noch nicht als Selbstverständlichkeit in unseren Genen verankert. Das wurde mir heute Morgen wieder einmal erschreckend bewusst, als ich im Morgen-Newsletter der NZZ den Kommentar von Nathan Giwerzew las. Hier ein Auszug:

NZZ - Der andere Blick am Morgen, 10.06.2025 Zitat aus Kommentar von Nathan Giwerzew:

"In keinem anderen liberalen Rechtsstaat der westlichen Welt beobachtet ein Geheimdienst zugelassene politische Organisationen und mischt sich mittels öffentlicher Stellungnahmen in den Parteienwettbewerb ein. Freiheitliche Demokratien kennen keine Behörde, die darüber befindet, ob eine legale Partei extremistisch ist oder nicht. Sie überlassen es den Teilnehmern des demokratischen Wettstreits und der Öffentlichkeit, darüber zu urteilen."

Es ist gut, dass uns das von einer ausländischen Zeitung einmal wieder ins Gedächtnis gerufen wird. Leider muss man aber davon ausgehen, dass eine solche Mahnung, die für unser Land doch eigentlich peinlich sein müsste, bei den Verantwortlichen keine besondere Wirkung hervorrufen wird. Vielmehr wird es dabei bleiben, dass eine überdeutlich abgewählte Partei danach trotzdem wieder mitregiert (mit etlichen Ministerposten), so als ob nichts wär, und egal wie die Wähler entschieden haben. Während die stärkste Oppositionspartei von der parlamentarischen Mitarbeit so weitgehend wie nur irgend möglich ausgeschlossen wird. Dabei bezeichnen sich die für diese Machenschaften verantwortlichen Parteien selbst (offenbar ohne jede Scham) als "die demokratischen".

In der Beziehung war Hitler ehrlicher. Er kündigte an, er werde die 33 Parteien aus Deutschland "hinwegfegen". Nach seiner Logik war das der richtige Weg, denn wozu braucht es 33 Parteien, wenn eine einzige genügt?

Wir in der inzwischen weiterentwickelten Bundesrepublik Deutschland nähern uns seit der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel mit Riesenschritten dem System der DDR an. Dieses "Gebilde" (nach Definition des früheren Bundeskanzlers Kiesinger) war eine geradezu lupenreine Diktatur, ein Unrechtsstaat wie aus dem Lehrbuch, der sich frech und dreist Deutsche Demokratische Republik nannte. Nach dem alten Lehrsatz der Werbewirtschaft, dass man die grösste Schwäche eines Produkts als seine Stärke anpreisen muss: "Pflegt die Hände schon beim Spülen".

Natürlich existiert das Problem mit den zu vielen kleinen Parteien wirklich. Deswegen gibt es ja die 5-Prozent-Hürde, um das Parlament arbeitsfähig zu halten. Undemokratisch wird es jedoch, wenn man eine grosse Partei mit Tricks und Spielchen ausgrenzt. Deswegen haben die de facto Kartellparteien ja den Verfassungsschutz auf die AfD angesetzt, damit diese Partei diskreditiert wird und in der Folge, rechtzeitig vor den nächsten Wahlen, verboten werden kann.

Die haben sich natürlich auch klargemacht, dass sie sich beeilen müssen. Denn wenn die AfD einmal die anderen Parteien zur Opposition gemacht hat, ist es vermutlich zu spät. Was sie sich wohl nicht klargemacht haben, oder was sie in ihrer panischen Hektik vielleicht bewusst in Kauf genommen haben, ist die Tatsache, dass sie es sind, die angeblich so "demokratischen Parteien", die fortwährend die Demokratie mit Füssen treten bei ihren verlogenen Machenschaften gegen die vorgeblichen Demokratiefeinde.

Eine absurde Situation, die nur dadurch entstanden ist, weil die politische Auseinandersetzung nicht mit absoluter Sauberkeit und Ehrlichkeit geführt wird.

Weil ihnen scheinbar jedes Mittel recht ist, die einzige Opposition, die ihnen inhaltlich wirklich gefährlich werden könnte, auszuschalten. Was ihnen mit sachlicher Auseinandersetzung nicht möglich ist.

Jetzt kann sich die AfD laut lamentierend hinstellen und - sogar mit vollem Recht - auf die anderen zeigen: "Das sind die Demokratiefeinde!"

Eine unwürdige Posse in der deutschen ungefestigten Demokratie. Die sogenannte 3. Welt lässt grüssen.

Dankenswerterweise hat die NZZ uns darauf hingewiesen, dass in einem demokratischen Staat der politische Diskurs anders laufen muss.

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 79)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 09.06.2025, Montag (Pfingsten) |
Trafalgar Square. Foto: E. Haerter
Es ist Urlaubszeit, liebe Leserinnen und Leser, und aus diesem Anlass beginne ich die heutige Nummer noch einmal mit einem Blick auf London. Diese faszinierende Stadt ist immer eins unserer bevorzugten Reiseziele gewesen, und ich selbst habe dort einige intensive Monate meines Lebens verbracht.

Foto E. Haerter Auf den Bildern 1 und 2 steht Ulrike neben einer Säule des Portikus' der National Gallery, die an der Nordseite des Trafalgar Square liegt. Im Bild 1 ist noch der untere Teil der Nelson Säule erkennbar mit dem Löwenbrunnen, und im Hintergrund der Clock Tower mit der Glocke Big Benn, direkt am Nordende der Westminster Bridge.

Heute ist London für uns nur noch Erinnerung, die wir aber um nichts in der Welt missen mögen. Doch wie bekannt, hat sich der Mittelpunkt unseres Lebens schliesslich von Europa weg entwickelt, und neue Ziele sind wegen unserer Tätigkeit als Tangotanzpaar zu überragender Wichtigkeit gelangt. Buenos Aires und Montevideo, die Hauptstädte von Argentinien und Uruguay, in denen zeitgleich vor ungefähr 150 Jahren die Kultur des Tangos entstand. Die Kultur mit ihrer Musik, ihrer Poesie und ihrem Tanz, die seit 2009 auf der UNESCO Liste als immaterielles Kulturerbe seiner Ursprungsländer geführt wird.

Dass wir diesen Beruf aus gesundheitlichen Gründen beenden mussten, hat uns grossen Schmerz bereitet, der bis heute anhält. Aber gegen solche Schicksalsschläge ist man machtlos. Wir haben in diesem Beruf gearbeitet, ohne nach Urlaub und Freizeit zu fragen. Wenn wir in all den Jahren gereist sind, dann war es immer in Sachen Tango. Reine Erholung war es nie. Aber trotz all der Härten und der oft sehr starken Belastung sind wir dabei glücklich gewesen und sehr traurig, als es vorbei sein musste.

Natürlich ist es uns nicht entgangen, dass es Menschen gab und gibt, auch solche in hoch qualifizierten Berufen, die froh sind, wenn sie nach mehreren Jahrzehnten endlich aufhören können, möglichst sogar in den vorzeitigen Ruhestand zu treten. Sollte uns das nicht zu denken geben?

Uns hat es etwas Entscheidendes gelehrt, besonders, wenn heutzutage ganz junge Leute, die gerade erst als Berufsanfänger ins Berufsleben eintreten, sich schon vor Beginn um die Einhaltung der "Work Life Balance" sorgen. Natürlich besteht immer die Gefahr, missverstanden zu werden, wenn man ein etwas anderes Lebensmodell vertritt, weil angenommen wird, man würde dafür plädieren, dass der Beruf alles und das Leben als solches nichts ist. Aber es geht nicht darum, den jungen Menschen ihre Freizeit, ihren Spass, ihre Lebensfreude, ihr unbeschwertes Familienleben ausserhalb des Berufs zu vermiesen oder zu missgönnen.

Ich versuche zu vermitteln und davon zu überzeugen: Wer zu den Privilegierten gehört und sich seinen Beruf aus freien Stücken selbst aussuchen kann, der sollte ihn danach wählen, was ihm wirklich Spass macht. Etwas, was ihn begeistert und innerlich erfüllt. Was soll denn das sonst für ein Leben werden. 30 Jahre lang jeden Morgen mit Widerwillen zur Arbeit gehen und nur im Gedanken an den nächsten Urlaub durchhalten? Das kann's doch wohl nicht sein. Das würde auf Dauer auch nicht gutgehen und die Familienharmonie beeinträchtigen.

Wenn der Beruf aber das Gebiet ist, das einen am meisten interessiert und erfüllt, dann ist die Arbeit auch nicht mehr nur eine lästige Unterbrechung der Freizeit, sondern geradezu eine Bereicherung und ein Teil des Sinns des Lebens. Denn der Beruf prägt ja auch die Persönlichkeit in nicht unerheblicher Weise. Als Lehrer, Jurist, Arzt, Geschäftsmann, Wissenschaftler, Handwerker, Künstler usw. nimmt man Teil an der Gestaltung der Gesellschaft. Die Freude und der Stolz etwas geschaffen, geleistet, gut gemacht zu haben und dafür Anerkennung zu erfahren, das gehört einfach zu einem erfüllten Leben dazu.

Ich wünsche keinem, sich nur als dumpfer Malocher durchs Leben quälen zu müssen. In solchen Fällen könnte ich jeden verstehen, der sich lieber mit Bürgergeld und 'ner Flasche Bier vor den Fernseher setzt.

Nachschrift zum Bild oben: Busse fahren vor der National Gallery nicht mehr. Der Platz ist verkehrsberuhigt. Stattdessen ist dort eine grosse, breite Freitreppe zum Verweilen und Gucken angelegt. Auf dem Gebäude ganz links im Bild, dem mit der runden Ecke, gehörte der Schriftzug BOVRIL früher jahrelang zur Charakterisierung des Trafalgar Square. Bovril ist ein Rindfleischextrakt, aus dem man mit heissem Wasser eine Fleischbrühe produzieren kann. Eine hoch berühmte englische Traditionsmarke. Bei uns gab's oder gibt's noch(?) ähnliches von Maggi. Lecker!?

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 78)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 01.06.2025, Sonntag |
Gruene Hoelle. Foto: E. Haerter
Wir haben gerade zu Mittag gegessen, liebe Leserinnen und Leser, "auf der Terrasse", wie wir immer sagen, wenn wir bei schönem Wetter bei weit offenem Fenster essen können. Wir blicken dann nämlich direkt in die Baumkronen vor dem Fenster und geniessen die Landhausatmosphäre, obwohl wir uns mitten in der Innenstadt befinden.

Es ist so wenig, was man braucht zum Glück, auch wenn es zur Vervollständigung nur noch der Mokkaliqueur ist - als Sauce überm Schokoladeneis.

Vor 3 Tagen sprach der Frühstücksmoderator im NDR1 Radio ganz unbefangen davon, dass in Niedersachsen ab sofort mit stark vermehrten Truppenbewegungen der Bundeswehr auf den Strassen zu rechnen sei, weil im Rahmen der Nato Übungen stattfinden für die Konfrontation mit Russland, und Niedersachsen sei dann Aufmarschgebiet.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich wegen Beleidigung von Politikern vor Gericht zitiert werde, frage ich hier und heute öffentlich an dieser Stelle: Ja sind die denn alle verrückt geworden? Haben die (nur durch Verfahrenstricks ins Amt gekommenen) Verantwortlichen nun vollständig den Verstand verloren? Wollen die jetzt nach der langen, langweiligen Friedenszeit auch mal erleben, was Krieg bedeutet? Man fasst es nicht.

Die Kriegsrhetorik wird immer schriller und schamloser. Jetzt sollten sich die Parteien, die keinen Krieg mit Russland wollen und ihn auch nicht führen würden, zusammenschliessen - auch wenn sie sich ansonsten nicht ausstehen können: Linke, AfD und BSW und eine konzertierte Anti-Kriegskampagne führen. Die FDP kann man wohl nicht dazurechnen, wenn sie der dort angesiedelten deutschen Scharfmacherin Nummer 1 nicht das Handwerk legt.

Andererseits las ich kürzlich ganz zufällig auf einem der durchlaufenden Nachrichtenbänder am unteren Bildschirmrand, dass die Rüstungsindustrie für die deutsche Wirtschaft einen Aufschwung bewirken könnte. Aha, na wenn das so ist...

Krupps Geschäft boomte in der NS-Zeit so sehr, dass Hitler ihn (in seiner berühmten Rede mit den Vokalassonanzen) an die deutsche Jugend besonders rühmte: "Die neue deutsche Jugend muss rank und schlank sein, flink wie die Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl!".

Sind wir wieder so weit?

Es sollte zu denken geben, dass unsere, will sagen, die sich so massgeblich dünkenden europäischen Politiker (Frau Meloni ausgenommen) ständig von Krieg gegen Russland schwadronieren, während der (geringer geschätzte) Präsident Trump stets nur von Frieden spricht und sogar diesbezügliche Gespräche in Gang gebracht hat.

Ich habe es mittlerweile so satt, in diesem niedergehenden Deutschland den immer weitergehenden Verfall und die aufgeblasenen Machtfantasien miterleben zu müssen. Weiss mir aber gegenwärtig keinen Rat (ausser Fluchtpunkte aufzusuchen - wir sprachen schon des öfteren darüber...)

Also...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 77)

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Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 25.05.2025, Sonntag |
Westminster Bridge. Foto: E. Haerter
Wer kennt diese Ansicht nicht, liebe Leserinnen und Leser, und sei es nur vom Bild oder aus den Nachrichten im Fernsehen. Die Westminster Bridge mit den Houses of Parliament. Sicher milliardenfach fotografiert und von berühmten Malern gemalt. Unter den Malern war Monet wohl der berühmteste. Er hat die Westminster Bridge zahllose Male gemalt, aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Farben. Das folgende Bild von ihm hängt in der National Gallery am Londoner Trafalgar Square. Westminster Bridge von Claude Monet

Das Foto oben habe ich irgendwann einmal im Verlaufe meines Lebens aufge­­nommen, wann genau, weiss ich nicht mehr. Aber das ist auch völlig egal, denn das Schöne an solch alten und bekannten Stadtansichten ist ja, dass sie als unverzichtbare Identifikationsmerkmale ihrer Stadt (wie auch das Brandenburger Tor oder der Eiffelturm) immer unter Denkmalschutz stehen und ohne nennenswerte Veränderungen die Jahrhunderte überdauern.

Das Original meines alten, vergilbten Fotos ist längst verschwunden, überlebt hat es in digitalisierter Form. In meinem Blog spreche ich ja gelegentlich (mit einem Augenzwinkern) von meinen "Fluchtpunkten", Stellen auf unserem Globus, die mich für Momente aus den Alltagsbedrängnissen des Lebens herausgehoben und die Seele befreit haben und das auch weiterhin tun.

Das Südufer der Themse, nahe der Westminster Bridge und dem grossen Kulturzentrum mit der Royal Festival Hall, ist so ein Ort, dessen Magie auch andere verspürt haben, nicht nur die Maler. Schon Wordsworth schrieb sein Gedicht "Upon Westminster Bridge", und der grosse italienische Dirigent Carlo Maria Giulini erzählte in einem Fernsehporträt, dass er vor Konzerten, die er in der Royal Festival Hall zu dirigieren hatte, gern zu Fuss über die Westminster Bridge zum Konzerthaus ging, um sich mit der besonderen Atmosphäre dieses Orts aufs Konzert einzustimmen.

Nun ist London sicher kein Kurort und auch kein Märchenort, sondern es ist schon immer eine der spannendsten Städte der Welt gewesen. Schon Felix Mendelssohn-Bartholdy war überwältigt von Londons bezwingender Dynamik, die es so in keiner deutschen Stadt gibt. Wer als Deutscher aus Berlin oder Frankfurt am Main nach London kommt, verfügt schon über eine gute Vorübung. Ansonsten sind erwartungsfrohe Offenheit aber auch die immer notwendige Vorsicht die richtige Haltung. London galt einmal als die sicherste Millionenstadt Europas. Das dürfte allerdings vorbei sein. Allein, Nacht, U-Bahn (in London: Tube), Strassen, Parks, weiblich, das sind so Reizworte, die auch für Deutschland und weltweit gelten. Das muss man einfach ernst nehmen und beachten. Die Londoner Taxis sind berühmt und geradezu Sehenswürdigkeiten.

London ist so genial mit herrlichen Parks angelegt, dass man lange Spaziergänge durch die Stadt, von Norden nach Süden unternehmen kann, fast nur im Grünen und kaum Berührung von stark befahrenen Strassen. Der Stadtplan gibt Auskunft.

Tolle Menschen kann man in London jede Menge treffen und kennenlernen, und als Ausgleich für eventuelle Enttäuschungen haben wir unsere Fluchtpunkte.

Wir leben in angespannten Zeiten, deshalb werde ich in folgenden Blognummern noch über ein paar weitere Fluchtpunkte sprechen. Also...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 76)

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Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 18.05.2025, Sonntag |
Im Deister. Foto: E. Haerter
Ein Landschaftsbild unserer Heimat, liebe Leserinnen und Leser. Das Foto ist von mir, es entstand im Deister, dem sanft geschwungenen Höhenzug, der zum Weserbergland gehört. Eine Landschaft, die Ruhe, Frieden und, ja, auch so etwas wie Geborgenheit ausstrahlt und in der ich das Glück hatte, einige Jahre meines Lebens verbringen zu dürfen.

Werden beim Anblick dieses Bildes nicht Heimatgefühle wach? Sofern man es heute noch wagt, sich zum Gefühl der Heimatliebe zu bekennen. Zu leicht setzt man sich doch heute der Gefahr aus, als "rechts" abgestempelt zu werden, wenn man solche altmodischen Begriffe noch verwendet. Und rechts sein, gilt als verwerflich. Der Kampf gegen "Rechts" eint die ganze Nation. Ich bekenne mich ganz offen dazu, keiner wie auch immer gearteten politischen Denkrichtung anzugehören. Ich denke als "Ich", nämlich so, wie es mir mein Gewissen und mein Verständnis von den Dingen vorgibt. Aber das allein ist schon gefährlich.

Eine gefühlte "Sprachpolizei" und mit ihr die "Gedankenpolizei" lauern überall. Und wenn über die Wortwahl auf verbotene Gedanken geschlossen werden kann, ist höchste Vorsicht geboten. Man muss natürlich wissen, welche Wörter geeignet sind, einen Menschen als "rechts" in seiner Gesinnung zu entlarven und - im schlimmsten Fall - als rechtsextrem strafrechtlich zu verfolgen.

Natürlich gibt es weder Sprach- noch Gedankenpolizei in Deutschland. Das macht vielmehr der Inland-Geheimdienst mit der offiziellen Bezeichnung Bundesamt für Verfassungsschutz, kurz: der Verfassungsschutz. Aber egal wie man die Institution nennt, allein das Ächten einzelner Worte finde ich hoch problematisch. Wer erklärt denn ein Wort zum Verbotenen? Beispiel "Remigration". Auch ich bin jetzt gefährdet, weil ich es hier geschrieben habe, der Algorithmus könnte es aufspüren, und ich fühle mich gar nicht wohl dabei. Wann klingelt bei mir der Verfassungsschutz, während unten johlende Mitglieder der vorher verständigten Antifa für Aufsehen sorgen?

Nein. Hier läuft etwas ganz gehörig schief. Der Begriff Immigration bedeutet Einwanderung. So bedeutet Remigration nichts anderes als Rückwanderung. Ist das rechtsextreme Sprache und "Abschiebung" (oder schweizerisch: "Ausschaffung") demokratische Ausdrucksweise?

Und das ist nur ein Beispiel von sehr vielen. Ich bin richtig froh, dass US Aussenminister Rubio so erfrischend offen von "Tyranny in disguise" gesprochen hat. Getarnte Tyrannei. So kann man Menschen heimtückisch fertigmachen, indem man Wörter zu Fangbegriffen erklärt und Leute damit in die Falle tappen lässt.

Die AfD ist nicht meine Partei, auch wenn sie mit vielem recht hat. Aber wie man mit ihr umgeht, das ist aus demokratischer Sicht schlimmer als grenzwertig. Wenn man versucht, das Problem ganz unbefangen zu betrachten, muss man zu der Ansicht gelangen, dass es die etablierten Parteien sind, welche die Demokratie in Deutschland schwer schädigen. Diese Tatsache müsste der Verfassungsschutz, wenn er denn unabhängig und nur der Verfassung und der Demokratie verpflichtet wäre, offenlegen.

Es mag ja sein, dass der von den deutschen Medien unisono verächtlich gemachte amerikanische Präsident Donald Trump in seinem Auftreten manchmal als recht ordinär wahrgenommen wird. Aber im Gegensatz zu den führenden europäischen Politikern (mit Ausnahme von Frau Meloni) ist Trump derjenige, der den Friedensprozess im Russland-Ukraine-Krieg zumindest in Gang gebracht hat. Von den Europäern kommt ausser einer widerlichen und unverantwortlichen Kriegsrhetorik nichts.

Und es muss laut und deutlich gesagt werden: Es ist die AfD, die sich eindeutig gegen einen Krieg mit Russland positioniert.

Diese Stimme will man mit Hilfe des Verfassungsschutzes mundtot machen. Ich warte nur noch darauf, dass das Wort "Wehrkraftzersetzung" wieder auftaucht, und alle, die sich der Wehrkraftzersetzung schuldig machen, für Jahre im Gefängnis landen - ohne Bewährung.

Wir phantastische-demokraten.de kämpfen weiter: Für ein freies, demokratisches Deutschland und für den Erhalt des Friedens.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
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2. Jahrgang 2025 (Nr. 75)

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| 04.05.2025, Sonntag |
Reichstag. Foto: E. Haerter
Ob es wohl noch einmal was wird mit der Demokratie in Deutschland, liebe Leserinnen und Leser? Zweifel sind wohl angebracht, wie wir alle wissen, und deshalb kämpfen wir ja in diesem Blog für ihren Erhalt und ihre weitere Stärkung.

Gerade vorgestern am Freitag wurde uns in den Tagesthemen im ZdF geradezu wie in einer Lehrstunde wieder einmal vorgeführt, was die gefühlte Mehrheit der Journalistinnen und Journalisten des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter Demokratie versteht. Ich weiss nicht wie die Journalistin hiess, die die Sendung moderierte und im Interview Frau von Storch von der AfD vor sich hatte. Es war aber so wie meistens, wenn den Interviewern die politische Ausrichtung einer Person nicht passt: Sofort ändern sich ihr Tonfall und ihr Stil der Fragestellung. Das ganze kippt um, aus einer sachlichen Befragung wird ein aggressives Verhör, in dem der Journalist sich als Richter aufspielt.

Auch am vergangenen Freitag bot die Journalistin wieder so ein gruseliges Schauspiel, in dem sie jedesmal wenn sie wohl befürchtete, dass die Antwort von Frau Storch die Zuschauer vielleicht überzeugen könnte, sie ihr gnadenlos ins Wort fiel und sie stimmlich mit Lautstärke zu übertönen suchte.

Wie gesagt, diese Sendung war nur ein Beispiel. Solche dunklen Stunden in der deutschen Journalistik kann man fast jeden Tag und bei allen Sendern erleben. Beim ör allerdings weit öfter als bei den kommerziellen. Aber auch die haben es in sich. Vor wenigen Tagen habe ich bei WELT eine Leserzuschrift gepostet, die mir eine Sekunde nachdem ich Senden geklickt hatte, zurückkam mit der Bemerkung, sie würde gegen die Regeln der Community verstossen, und ich sollte anders schreiben.

Also das kann niemand gelesen haben, nur ein schlampig programmierter Algorithmus, der sich an einzelnen Wörtern hochzieht und den Zusammenhang gar nicht kapiert. Im übrigen verwende ich nie unanständige Wörter. Die Algorithmen haben wahrscheinlich Reizwörter, die je nach aktueller politische Lage das Abschmettern auslösen. Ich hab's dann neu geschrieben, und dann ging's durch.

Dass die Misere des deutschen Journalismus' nicht nur mir auffällt, sieht man, wenn man in den sozialen Medien unterwegs ist. Es ist mittlerweile eine tiefe Kluft entstanden zwischen den Medienschaffenden und ihrem Zielpublikum, und das ist sehr badauerlich. Es geht ja eben nicht darum, dass wir alle dieselbe Meinung haben müssen, sondern um den fairen, demokratischen Umgang mit dem politischen Gegner.

Die Medien dürfen sich auch nicht als die Erzieher der Nation aufspielen. Der Schuss geht nämlich nach hinten los und hat zum inzwischen sehr schlechten Image der Journalistik beigetragen und die Wahlergebnisse der letzten Wahlen mit verursacht. Das permanente Verteufeln einer bestimmten Oppositionspartei hat ja erst dazu geführt, dass beim Wähler ein "Jetzt-erst-recht-Reflex" ausglöst wurde. Das, was die Journaille bezweckt hat, hat das genaue Gegenteil bewirkt.

Den undemokratischen Unsinn, den die "Kartellparteien" (wie der Volksmund sie mittlerweile nennt), mit der AfD getrieben haben (und treiben), ist ja so haarsträubend, dass sich US Vizepräsident Vance und Aussenminister Rubio nicht mehr zu scheuen brauchten, das alles vor der Weltöffentlichkeit auszusprechen. Verheerend für das einstige Ansehen Deutschlands. Inzwischen haben das ja auch einige Vernünftige in anderen Parteien eingesehen und fordern einen sachlichen Umgang mit der AfD.

Aber zu spät. Jetzt hatten sie den Verfassungsschutz endlich so weit, dass er die AfD als Ganzes für gesichert rechtsextremistisch eingestuft hat. Was immer auch damit gemeint ist. Irgendwann werden sie es öffentlich sagen müssen, denn je mehr Stimmen die AfD bekommt, desto schwieriger wird das Verbot.

Nur mal als Gedankenspiel angenommen, die AfD bekäme 60% (oder auch nur 52%) der Stimmen. Sie dann zu verbieten, würde auf die Diktatur einer Minderheit hinauslaufen. Überhaupt rühren wir mit solchen Gedanken an die Grundlagen der Demokratie, weil die Volksherrschaft impliziert, dass sie prinzipiell mit einer Riesenmehrheit auch die Verfassung ausser Kraft setzen könnte.

Davor graust mir auch. Ich will, dass unser Grundgesetz erhalten und geschützt wird. Dafür kämpfe ich. Wenn die AfD nachweislich nicht vorhat, das GG (und den Rechtsstaat) anzugreifen, dann müssen sich die Verfassungsrichter sehr schwer damit tun, sie zu verbieten. Und wenn die AfD nicht verboten wird, dann hat sie ein Anrecht darauf, von den anderen nach den Regeln der Demokratie behandelt zu werden.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
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2. Jahrgang 2025 (Nr. 74)

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| 01.05.2025, Donnerstag |
Foto: E. Haerter
Was für ein Bilderbuchtag, dieser 1. Mai 2025, liebe Leserinnen und Leser. Der Himmel blau, die Temperatur mit 22 Grad fast sommerlich, die Luft sanft. Wo immer möglich, hatte sich die Stadt mit rosa Blüten geschmückt, wie hier vor dem Gebäude in der Lange Geismarstrasse, in dem ich mehrere Jahre lang meinen bibliohekarischen Dienst versehen habe als dort Teile der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen untergebracht waren. Ganz oben in der Rundung hatte ich mein Büro.

Nach Fertigstellung des Neubaus der SUB Göttingen am geisteswissenschaftlichen Campus war dann die Raumnot beseitigt, und wir konnten wieder ins Historische Bibliotheksgebäude an der Prinzenstrasse zurück umziehen.

Ich habe mich gefreut, das Gebäude durch die rosa Blüten in gutem Zustand zu sehen, denn das ist in Göttingen nicht selbstverständlich. Unser heutiger Spazierweg führte uns auch am Ethnologischen Institut und Museum der Universität vorbei, dessen bedeutende Bibliothek auch einmal von einem Familienmitglied von uns geführt wurde. Hier ein Archivbild des Instituts Foto: E. Haerter. In seinem heutigen Zustand mochte ich es nicht zeigen, denn dieses Institut mit seiner berühmten ethnologischen Sammlung ist seit Jahren offenbar dem Verfall preisgegeben. Ein schiefer Bauzaun aus Draht sperrt das Gelände zum Umfeld hin ab, die herrliche Gartenanlage mit den alten Bäumen drum herum verlottert. Das gesamte Ensemble könnte ein besonderer musealer und städtbaulicher Anziehungspunkt sein und zum Verweilen einladen. Aber offensichtlich besteht weder seitens der Universität noch seitens der Stadt ein Interesse daran. So reiht es sich in die zunehmende Zahl der Göttinger Dauerschandflecken ein. Niedergang wohin man schaut. Politiker und sonstige Verantwortliche, die so mit unserer Heimat und unserem kulturellen Erbe umgehen, sollten sich selbst fragen, ob sie zu Recht ihre Posten innehaben.

Auf dem Rückweg war der Marktplatz gut gefüllt mit einer Menschenmenge, die ein Meer roter Fahnen mit sich führte, während eine Frauenstimme laut irgendwelche Parolen kreischte. Manche der roten Fahnen waren in der linken oberen Ecke mit dem Zeichen Hammer und Sichel versehen und stellten damit die Flagge der ehemaligen Sowjetunion dar. Das sollte wohl zeigen, dass die Fahnenträger die damaligen Zustände in Russland für die erstrebenswerten hielten. Na ja, sie müssen ja auch nicht wirklich in solch einem System leben (das dann ja auch 1989 im gesamten damaligen "Ostblock", von der Bevölkerung erzwungen, zusammenbrach).

Wir dagegen sahen zu, dass wir der lärmenden Szene schnell entkamen und zu Hause anlangten. Dort genossen wir alsbald unser einfaches aber schmackhaftes 4-Gang-Menü: 1. Gekühlte Wassermelone; 2. Gemüsenudeln mit Rind-Hackfleischbällchen; 3. Pellkartoffeln mit Quark und Tomate; 4. Schokoladeneis mit Mokka-Liqueur als Sauce. Als Getränk gab's einen leichten französischen Weisswein.

Natürlich ist uns bewusst, dass dieses Essen weder die Forderungen der Veganer, nicht einmal die der Vegetarier erfüllte. Aber wir essen und trinken, sind und bleiben selbstbestimmt.

Deshalb...

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 73)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 27.04.2025, Sonntag |
Foto: E. Haerter
Innerhalb weniger Tage war geradezu explosionsartig das frische Aprilgrün herausgekommen und erfreut nun an der alten Stadtmauer das Herz der vom langen, trockenkalten Winter erschöpften Spaziergänger. So üppig strotzend und saftig dunkelgrün eingehüllt, hatte man die Stadt viele Monate lang nicht mehr gesehen.

Anton Bruckner Aber damit ist das Glück noch nicht vollkommen, liebe Leserinnen und Leser. 3Sat brachte gestern zur besten Sendezeit eine 2024 im Bruckner Konzerthaus zu Linz aufgezeichnete Aufführung der 7. Sinfonie in E-Dur von Anton Bruckner (Bild) aus Anlass seines 200. Geburtstags. Es spielten die Wiener Philharmoniker unter Leitung von Zubin Mehta.

Um es gleich vorweg zu nehmen, es war ein grandioses Konzert mit einer überwältigend schönen Interpretation von Bruckners beliebtester Sinfonie. Die Wiener Philharmoniker wurden ihrem Ruf als eines der Welt-Spitzenorchester mehr als gerecht, und der 87-jährige Zubin Mehta dirigierte (verständlicherweise sitzend) das gewaltige Werk auswendig und mit der ganzen Souveränität seiner Lebens- und Berufserfahrung.

Wenn man selbst nicht mehr oft die Konzertsäle der Welt aufsuchen kann, dann ist das Fernsehen ein sehr demokratisches Medium, um an einem Konzert quasi live teilnehmen zu können. Wenngleich das Fernsehen sicher nicht vollständig das Gemeinschaftserlebnis Konzertsaal ersetzen kann. Dieser Abend hat sich jedenfalls sehr gelohnt, zumal die Bild- und Tonregie ebenfalls vom Feinsten waren. Sie unterstützten perfekt die transparente, filigranartige Interpretation Zubin Mehtas. Insgesamt war diese 7. Brucknersinfonie ein nachhaltiges Klangerlebnis, das in der Erinnerung bleibt.

Man muss hin und wieder mal dem tristen Alltag entfliehen. Fluchtpunkte aufsuchen, wie ich immer sage. Kriegsgeschwätz, Krankheit und sonstige Unbill hinter sich lassen und der Seele Erholung gönnen. Zu dem Zweck kann ich die klassische Musik nur wärmstens empfehlen.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 72)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 21.04.2025, (Oster-)Montag |
Foto: E. Haerter
Der Osterspaziergang, besonders der am Ostermontag, ist auch immer ein Anlass für Reflexionen, liebe Leserinnen und Leser. So ging es auch schon dem Dr. Faust, als er zu Ostern mit seinem Assistenten Wagner unterwegs war (Goethe, Faust I).

Uns zog es heute hinaus in Richtung Cheltenham-Park, dem früheren Albani Friedhof (wo das Grabmal von Gauss steht). Im Bild oben die Stadthalle von Göttingen, unser Konzerthaus, für dessen Erhalt ich jahrelang mitgekämpft habe (s. Blog Nr. 66). Rechts im Bild der Rand des Cheltenham-Parks, benannt nach der Göttinger Partnerstadt in England.

Unser letzter Besuch hier lag lange zurück, umso mehr haben wir das aus Büschen und Bäumen spriessende, frische Grün genossen. Nur der Allgemeinzustand des eigentlich wunderschönen Parks löste Entsetzen aus. Viele alte Bäume waren gefällt worden, die Anlage ums historische Rohns'sche Badehaus verlottert, der sogenannte Schwänchenteich, auf dem es zwar nie Schwäne aber immer reichlich glückliche Enten gegeben hat, liegt ausgetrocknet da. Vor vielen Monaten sollte er (nach meiner Kenntnis) nur gereinigt werden. Aber das war vielleicht nur eine Ausrede. So wie es aussieht, soll das wohl eine der berüchtigten, für Göttingen typischen, Dauerbaustellen werden, auf denen es nie wirklich weitergeht, und mit der daraus folgenden Langzeitbeeinträchtigung der Lebensqualität für die Bürger.

Nun, wenigstens suggerieren Baustellen immer, dass dort eine Verbesserung zumindest geplant ist. Viel schlimmer sind die weit über die Stadtgrenzen Göttingens hinaus bekannt gewordenen Slum-Immoblilien, die sich inzwischen in einem unteren Drittweltzustand befinden. Zwar sehr grosse Wohngebäude, aber doch mit ordentlichem bürgerlichen Komfort, die man zu moderatem (zum Teil sogar gehobenem) Mietzins jeder deutschen Familie hätte anbieten können. Und so war es auch am Anfang. Ein guter Bekannter von uns, promovierter Wissenschaftler, hat dort gerne gewohnt.

Inzwischen sollen in dem schlimmsten Wohnkomplex die obersten 5 Stockwerke für unbewohnbar erklärt werden.

Wer mich kennt, weiss, dass der Ausdruck "links-grün versifft" nicht zu meinem eigenen Ausdrucksrepertoire gehört. Im Verlauf meiner langen Beobachtungszeit in der sozialpolitischen Wirklichkeit Deutschlands ist mir jedoch klargeworden, warum es zu diesem Etikett gekommen sein könnte. Es scheint so zu sein, dass in den links-grün regierten Kommunen der hohe Stand der Verwahrlosung ein besonders auffälliger ist. Wenn also grob charakterisierende Benennungen aufkommen, dann scheint die Schuld dafür eher bei einer schlechten Politik zu liegen, als bei denen, die das - vielleicht ein wenig zu brutal - aussprechen.

Nun ist das Osterfest vorbei, und die Reflexionen klingen ab. Morgen am Dienstag geht der übliche Alltag wieder los. Vielleicht sollte man heute Abend mal in die Goldberg Variationen reinhören - um selig einzuschlafen...

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 71)

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Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 13.04.2025, Sonntag |
Foto: Festival Internacional Viva el Tango, Montevideo
Tanzen ist immer gut, liebe Leserinnen und Leser, und als Tangolehrer muss ich hinzufügen, Tanzen ist das Beste, was man sich antun kann. Tanzen ist nicht nur ein geradezu ideales Mittel um körperlich gesund und fit zu bleiben, sondern auch ein wunderbares Therapeuticum, um Belastungen und Beeinträchtigungen des seelichen Wohlbefindens loszuwerden und durch Gefühle reiner Freude zu ersetzen. Mit dem Tanz als festem Bestandteil des Lebens lebt man einfach froher - und länger

Diese Vorbemerkung musste heute einfach mal sein, angesichts der aktuellen Scheusslichkeiten, die uns von den Regierenden zugemutet werden. Die sind doch systematisch dabei, Russland wieder als Feindbild aufzubauen. Der Kalte Krieg war doch offenbar zu schön. Aber es ist ja nicht nur die Politik, die uns das Lebensgefühl vermiest. Guckt euch doch mal auf der Strasse um. Wir sind ein Volk von Alten und Gebrechlichen geworden (uns selbst eingeschlossen).
Von uns gehen keine positiven Anstösse für eine bessere Zukunft mehr aus. Leiden, Angst und Defätismus bestimmen das Denken, und als Zuflucht dienen Essen und Trinken, möglichst wenig arbeiten, viel verreisen (mit viel Essen und Trinken) und schlimmstenfalls Alkohol und Drogen. Leute, so geht's nicht. So kann man "keinen Staat machen".

Was wir brauchen, sind positive Denkansätze. Nicht: wieviel tausende Panzer, Drohnen, Geschütze, Flugzeuge, Menschen, Atomwaffen gar, brauchen wir, um einen Krieg gegen Russland führen zu können, sondern:
1. Wir wollen überhaupt keinen Krieg mehr führen. Nie wieder.

2. Wir schaffen deshalb unsere Armee ab und zeigen damit der Welt, dass wir gar nicht in der Lage sind, in ein anderes Land einzudringen.

3. Wir werben diplomatisch bei all den Ländern, die uns potenziell als Gegner betrachten, darum, sich unserem Denken anzuschliessen und ebenfalls der kriegerischen Auseinandersetzung mit uns zu entsagen.

4. Natürlich müssen wir angesichts der weltweiten Migrationsbewegung dafür sorgen, dass unsere Grenzen nicht unerlaubt von ungebetenen Gästen überschritten werden. Das machen übrigens alle Länder der Welt so, und das hat auch nichts mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus oder sonst irgend einer unterstellten "Feindlichkeit" zu tun.

5. Unser neuer Bundesgrenzschutz, den es bekanntlich (in seiner ursprünglichen Form) von 1951 bis 1975 schon gab und der danach als Bundespolizei weitergeführt wurde, muss so effizient ausgestattet, ausgerüstet und ausgebildet werden, dass er seiner Aufgabe zu Lande, zu Wasser und in der Luft hoch wirksam gerecht werden kann.
Das Personal der aufgelösten Bundeswehr wird umgeschult und in den Bundesgrenzschutz übernommen.

6. Da in unserer Zeit leider nicht mehr ausgeschlossen werden kann, dass Angriffe auf unser Territorium mit ferngelenkten Waffen ausgeführt werden könnten, muss ein neuer Bundesgrenzschutz selbstverständlich mit entsprechenden Abwehrwaffen ausgestattet sein.

7. Zudem müsste (lediglich zum Zwecke der Abschreckung) eine Einheit aufgestellt werden, die ebenfalls über solche Kampfmittel verfügt, dass für den potentiellen Angreifer ein allerhöchstes Risiko besteht.

Inzwischen empfehle ich aus den eingangs beschriebenen Gründen, zu tanzen. Musik mit dem eigenen Körper in Bewegung umzuwandeln und zu interpretieren, reinigt und stärkt Körper, Geist und Seele. Durch den Tanz werden Bereiche des Gehirns aktiviert, die Empfindsamkeit und künstlerische Kreativität fördern. Solche Menschen braucht unser Land für seine Friedensfähigkeit.

Das heutige Titelbild (ein offizielles Foto des jährlichen Festival internacional Viva el Tango, Uruguay) zeigt Ulrike und mich bei einem Auftritt im Cabildo von Montevideo.
Das Cabildo ist in etwa vergleichbar mit unserem alten Rathaus.

Wir haben fast alle unsere Auftritte improvisiert getanzt und (ausser in besonderen Einzelfällen) nicht vorher choreographiert und einstudiert.
Heute sind bei Showtanzpaaren sehr oft Anleihen beim Eiskunstlauf oder dem Zirkus erkennbar, mit zum Teil atemberaubenden artistischen Darbietungen. Abgesehen davon, dass wir so etwas gar nicht gekonnt hätten, haben wir immer auf die unvergleichliche Aussagekraft des traditionellen Tangos gesetzt und hatten Erfolg damit. Der Tango muss nämlich nicht aufgemotzt werden, er ist als solcher, sofern er gut getanzt wird, bereits in seiner Reinform bühnenfähig.

Uruguay ist neben Argentinien Ursprungsland des Tangos. Über unsere Art ihn zu tanzen schrieb die Festival-Leitung nach unserem ersten Auftritt ins Folgeprogramm:
Su Show une la riqueza de Tango
tradicional con la estética
generada por los movimientos tangueros
del norte de Europa.


(Ihre Show vereinigt den Reichtum des traditionellen Tangos mit der Ästhetik der Tangobewegungen aus Nordeuropa.)

Und nun zum Schluss noch Musik. La Puñalada ein Tango in Form einer Milonga, die wir unzählige Male getanzt haben, und die aus unseren Kursen nicht wegzudenken war. Es spielt das Orquesta Juan D'Arienzo.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 70)

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| 11.04.2025, Freitag |
Johanniskirchtuerme, Foto: Eckart Haerter
Als ich eben meinen Blick über unsere Vorräte schweifen liess, liebe Leserinnen und Leser, Wasser aus Deutschland, Weisswein aus Frankreich, Oliven aus Spanien, Tomaten (die wie erlesene Pralinen in hübschen Geschenkschachteln angeboten werden) ebenfalls aus Spanien, Käse aus Holland, Frühkartoffeln aus Zypern, dachte ich: eigentlich geht es uns doch gut, wir können glücklich sein.

Natürlich gehört zum wahren Glück noch etwas mehr, denn "der Mensch lebt nicht vom Brot allein", wie uns schon Jesus lehrte. Ein sehr wahrer Satz, egal, ob wir jetzt gläubig sind oder nicht.

Neulich war der Rattenbekämpfer da, um die Köderbehälter im Garten zu kontrollieren. Ein stattlicher Mann, sichtbar und hörbar mit Migrationshintergrund (ich habe ihn aber nicht nach seinen Wurzeln gefragt), als plötzlich die Glocken von St. Johannis (Bild oben) zu läuten begannen. Dadurch inspiriert, wollte er wissen, ob ich religiös sei. Ich sagte: Ja, sehr, aber privat, ich gehöre keiner organisierten Religionsgemeinschaft an. Nun, ihm schien meine Antwort zu gefallen, worauf wir das Thema wechselten. Gelebte Toleranz.

Es ist ja bekannt, dass die christlichen Kirchen seit langem einen starken Mitgliederschwund zu verzeichnen haben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Tatsache ist aber auch, dass dadurch kein Vakuum entstanden ist.

Längst haben sich andere Organisationen aufgetan, die mit den früheren Mitteln der Kirchen versuchen, Anhänger für ihre erdachten Heilslehren anzusammeln und an sich zu binden.

Die Methode ist relativ einfach. Man muss zuerst versuchen, den Mitmenschen durch Beschwören von Horrorszenarien Angst einzujagen und es schaffen ihnen Schuldgefühle einzureden, dergestalt, dass sie durch ihre Art zu leben und zu sein Schuld tragen. Sie sind Schuldige geworden. Doch Erlösung ist möglich, aber nur mit dem richtigen Glauben.

So vereinfacht ausgedrückt arbeiten heute zum Beispiel politische Parteien, verschiedene NGOs oder auch als aggressiv gewalttätiger Arm die Antifa. Es ist, wie früher bei der Kirche, eine Machtfrage. Der Glaube bzw. die Gesinnung ist das Mittel, um Menschen zu entmündigen, zu Mitläufern zu machen und Abweichler zu bestrafen.

Es geht darum, die eigene Gesinnung als die moralisch überlegene, höherstehende zu etablieren und alle anderen als moralisch minderwertig und diese in immerwährender Wiederholung (auch und besonders durch willfährige Medien) als Rechtsradikale, Rechtsextreme, Nazis, Rassisten, Populisten mit der Abscheu der "Anständigen" zu belegen.

Wobei es dann keineswegs so ist, dass die Funktionäre in dem von ihnen vorgeschriebenen Lebenswandel vorbildlich vorangehen oder dass sie zu ihren vorgeblichen Idealen stehen. So propagieren die früher angeblich pazifistischen Grünen heute auch eine Wehrpflicht für Frauen. Da kann ich den Frauen nur zurufen:
Werdet schwanger, so oft ihr könnt!

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 69)

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| 06.04.2025, Sonntag |
Aprilgruen vor Johanniskirchtuermen, Foto: Eckart Haerter
Strahlende Sonne, trockene, kalte Luft, 5 Grad C und dazu Trockenheit ohne Ende. Das ist seit Wochen das Wetter hier in der Heimat, liebe Leserinnen und Leser. Aber die Natur lässt sich nicht beirren und schickt, zögerlich noch, das frische Aprilgrün hinaus, so wie im heutigen Titelbild vor den Türmen der Johanniskirche in Göttingen. Das Bild ist von heute, ganz aktuell.

Natur und Kunst, das sind die hauptsächlichen Fluchtpunkte für den Menschen, der angesichts dessen, was an Schrecklichem um einen herum passiert, nicht verzweifeln will.

Walter Savage Landor (1775-1864) hat das schon vor 200 Jahren so treffend in seinem Vierzeiler Finis ausgedrückt. Das kleine Gedicht sollte man sich, besonders wenn man fortgeschrittenen Alters ist, durchaus öfter mal vor Augen führen:

Finis
I strove with none, for none was worth my strife.
Nature I loved and, next to nature, art.
I warmed both hands before the fire of life,
It sinks, and I am ready to depart.

Bei uns, Ulrike und mir, sind die Fluchtpunkte im Bereich der Kunst vor allem die klassische Musik und der Tango Argentino, in dem wir selbst 30 Jahre lang aktiv waren. Nähere Auskünfte dazu gibt es in unserer Homepage https://www.haerter-tango.info.

Viele Menschen, die als Teil eines Tangotanzpaars einmal die Freiheit des Tango Argentino erlebt und seine unendlichen kreativen Möglichkeiten erfahren haben, kommen von dieser Kultur nicht mehr los und begreifen sie nicht selten als einen neuen Lebensinhalt, der Kräfte freisetzt, die sie bis dahin bei sich selbst nicht einmal vermutet hätten.

Ich wollte heute einmal nicht über all die schrecklichen Zustände schreiben, derentwegen sich unser Heimatland Deutschland in einem so schmerzlichen Niedergang befindet. Auch die Darlegung unserer Vorstellungen von Deutschlands Verhalten, wenn irgendwo auf dem Globus Krieg herrscht, muss noch etwas warten.

Hören wir doch einfach einen berühmten Tango :A Evaristo Carriego komponiert von Edmundo Rovira und gespielt vom Orchester Osvaldo Pugliese.

Evaristo Carriego (1883-1912) war ein argentinischer Schriftsteller

und damit...

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 68)

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| 30.03.2025, Sonntag |
Weidenkaetzchen vorm Fenster, Foto: Eckart Haerter
Heute im Bild die Weidenkätzchen vor unserem Fenster, liebe Leserinnen und Leser. Nach einer langen Serie strahlender Sonnentage mit wolkenlosem, tiefblauem Himmel und kalter, staubtrockener Luft, war der heutige Vormittag dunkelgrau und feuchtkalt. Die bis gestern etwas zaghaft dahinkräpelnden Weidenkätzchen schienen auf den Feuchtigkeitschub gewartet zu haben, denn sie sind förmlich explodiert und zeigen sich jetzt in all ihrer Pracht. Ostern naht, die Zeit der erwachenden Natur, an der man sich erfreuen kann.

Ich hoffe, auch meine vorigen beiden Blog-Nummern haben Freude ausgelöst: über meinen Einsatz im Göttinger Tageblatt für das Göttinger Symphonieorchester und in der nächsten Blog-Nummer gegen den Wahnsinn der Kriegsvorbereitungen.

Kredite in Höhe von Hunderten Milliarden Euros sollen für die Aufrüstung aufgenommen werden. Etwas anderes, Neues, fällt den Regierenden nicht ein. Denn so hat es die Menschheit im Verlauf der Jahrtausende doch schon immer gemacht. Die regelmässige Abfolge von Friedens- und Kriegszeiten ist doch völlig normal. Krieg kann nun mal "ausbrechen", jederzeit, so wie ja auch Unwetter ausbrechen können. Und gegen solche Katastrophen muss man sich schützen und Vorsorge treffen.

Und zur Kriegsvorsorge gehört auch, dass man das Volk so schult und belehrt, dass es kriegswillig wird. Herr Pistorius hat das schon vor Monaten öffentlich gesagt. Immer wenn es um Krieg geht, ist das Volk der Schwachpunkt. Krieg geht eigentlich immer von Regierenden aus. Von allein würden die Bürger, wohl keines Landes, auf die Idee kommen, ein anderes Land zu überfallen, zu verwüsten und seine Menschen zu misshandeln und zu töten.

Um Menschen zu solchem barbarischen Verhalten zu befähigen, muss man sie entsprechend psychisch so stärken, dass sie von der Alternativlosigkeit des Krieges überzeugt sind und bereit, "für das eigene Land - die Heimat -" (ja, an dieser Stelle schäme ich mich nicht, eine verstohlene Träne zu zerdrücken). Für die Heimat in den Tod zu gehen und auch seine Kinder, seine Familie, sein Haus, seinen Garten, sein Auto und alles was sein ist, dafür zu opfern.

Und dazu ist es unerlässlich, dass die Regierenden die führenden Medien des Landes auf ihre Seite bekommen, was in Deutschland schon sehr zufriedenstellend gelungen ist. Und nicht nur die Medien. Auch die Defätisten, die Extremisten, Faschisten, Kommunisten - schlicht die "Hetzer" in den sozialen Medien und anderswo müssen aufgespürt und unschädlich gemacht werden.

Wie wir alle wissen, hat der demokratische Staat dazu die Mittel. Zensur findet selbstverständlich nicht statt. Aber
Längst gibt es ein Netz von Meldestellen in Deutschland:
Wo kann ich Rechtsradikale melden?
Welche Meldestellen gibt es in Deutschland?
Wo kann ich Rassismus melden?
Wo melde ich eine Volksverhetzung?

Da gibt es für jeden anständigen Bürger ein reiches Betätigungsfeld, ein Jagdrevier sozusagen.

Und weil die Regierenden im demokratischen Staat die Demokraten sind, sind ihre Gegner Antidemokraten, und gegen die haben wir den Verfassungsschutz.

In der nächsten Nummer wollen wir phantastische-demokraten.de uns mit der Frage befassen, was tun wir, wenn irgendein profilierungssüchtiger Potentat eines Landes sich anschickt, Deutschland zu überfallen und zu erobern.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 67)

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| 23.03.2025, Sonntag |
Jacobikirchturm Göttingen, Foto: Eckart Haerter
Heute im Bild wieder einmal ein Foto von mir, liebe Leserinnen und Leser. Es ist der Turm der Jacobikirche in Göttingen.

Dass ich ein kirchliches Motiv gewählt habe, hat seinen Grund. Ich wurde nämlich heute Morgen von dem Gefühl heimgesucht, dass der liebe Gott nicht mehr an meiner Seite ist. Und wenn es so wäre, könnte ich es ihm auch nicht verübeln, denn ich gehöre zu denen, die seine Existenz überhaupt in Frage stellen.

In dem Punkt halte ich es übrigens wie der berühmte Literaturkritikerpapst Marcel Reich-Ranitzki (MRR), der im Interview auf die Frage: "Glauben Sie eigentlich an Gott?" antwortete:
"Ach nein" und indem er mit der Hand nach oben, gen Himmel wies, meinte: "Da izz keiner".

Der grosse Intellektuelle hatte die Fähigkeit, Dinge in sehr vereinfachter Form, aber treffend, auf den Punkt zu bringen.

Oder auch die Szene in einer Folge der englischen Krimiserie Inspektor Barnaby, als ein Reverend vor dem Altar mit seinem Herrn hadert und ausruft: "Nicht Du hast uns, wir haben Dich geschaffen!" Auch das eine sehr plausible Sichtweise.

Ich hatte auch als Jugendlicher schon meine Zweifel, wenn Gott für die Nahrung gedankt werden sollte, die er uns gegeben hat. Mein Gedanke war immer, was haben diejenigen Menschen getan, die der Herr nicht satt werden lässt?

Wenigstens steht heute auf den Koppelschlössern der Soldaten nicht mehr: Gott mit uns, und meines Wissens werden heutzutage vor dem Einsatz auch nicht mehr die Kanonen von den Geistlichen gesegnet und mit Weihwasser besprengt.

Ansonsten hat sich aber nicht sehr viel geändert. Zurzeit laufen wieder die Kriegsvorbereitungen auf Hochtouren. Aus der CDU kam der Vorschlag, auch wieder Jugendoffiziere in die Schulen zu schicken, denn je jünger die Angesprochenen, desto leichter sind sie verführbar und für das Abenteuer Soldatsein zu begeistern. Deutschland hat in dem Punkt eine reiche Erfahrung.

Bald ist wieder Ostern, die Zeit der Ostermärsche der Friedensbewegung. Haben die jemals etwas genützt? Ich selbst habe gestern den Berliner Appell unterschrieben. Dessen Motto ist ganz leicht verständlich: Nie wieder Krieg.

Leider verstehen unsere Regierenden das aber gar nicht, und die deutschen Wählerinnen und Wähler ("Die Wählenden") haben wieder mehrheitlich dieselben gewählt wie immer.

Dabei ist das alte Motto der Friedensbewegung schon seit vielen Jahrzehnten so einfach wie überzeugend:

Stellt Euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin!

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 66)

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| 15.03.2025, Samstag |
Heute im Bild (unten) wieder etwas von mir, liebe Leserinnen und Leser. Es ist eine Meinungsäusserung zu einem lokalpolitischen Thema, das meines Erachtens in seiner Bedeutung weit über die Grenzen Göttingens hinausgeht. Erschienen heute im Forum des Göttinger Tageblatts:
Aus dem Göttinger Tageblatt vom 15.03.2025

Ich glaube, die Problematik erschliesst sich vollständig aus meiner Veröffentlichung. Wir kennen alle Seiten des kulturellen Spektrums. So haben wir viele Jahre lang auch im soziokulturellen Umfeld gearbeitet und wurden von den meisten (nicht allen) dort angesiedelten Kräften wie ekle Gegner behandelt. Für diesen Ruf genügte es, dass man sich zum Tangotanzen nun mal nicht unbedingt im Gammel-Look begibt. Das schlimmste Schimpfwort ist dann das Wort "elitär".

Ähnliches geschah, als einflussreiche Kräfte des politischen Spektrums den Abriss der erst 1964 erbauten Göttinger Stadthalle forderten. Deren Makel bestand darin, dass dort klassische Musik aufgeführt wird, und die ist - natürlich - "elitär".

Wie viele andere auch, habe ich lange Zeit für den Erhalt der Stadthalle gekämpft, und wir haben schliesslich gewonnen. Jetzt geht es wieder los. Nun soll das Göttinger Symphonieorchester aus der Stadthalle verbannt werden, weil die Miete zu teuer ist. Am liebsten würde man das (1862 gegründete) Orchester ganz auflösen. Auch jetzt wird versucht, in Teilen der Bevölkerung Antipathie gegen die vorgeblich "Elitären" zu schüren, für deren Vergnügen man keine Steuergelder verschwenden sollte.

Ich glaube es ist verständlich, dass es sehr schwer ist, den für solche Argumente zugänglichen Mitmenschen den Wert von Sinfonieorchestern und klassischer Musik begreiflich zu machen.

Natürlich werden wir weiter kämpfen. In einer Stadt, die Nobelpreisträger und andere weltbekannte Wissenschaftler beherbergt, sollte es gelingen, den Kulturfremden nicht das Feld zu überlassen.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 65)

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| 09.03.2025, Sonntag |
Platane an Berliner Str. Foto: Eckart Haerter
Heute im Bild wieder ein Foto von mir, liebe Leserinnen und Leser. Eine Platane an der Berliner Strasse in Göttingen. Das Bild ist so symbolträchtig für Beständigkeit inmitten des ewigen Wandels der Natur, dass ich es öfter verwende. Dieser prachtvolle alte Baum ist seit Jahrzehnten einer meiner besten Freunde, und er enttäuscht mich nie.

Heute sind seine Zweige noch kahl, aber die zurzeit sehr stark strahlende Sonne lässt mit Macht den Frühling erahnen. Mit allen Sinnen spürt man, was Mörike 1832 dichtete:
[...]
"Veilchen träumen schon, wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton
Frühling, ja du bist's, Dich hab ich vernommen!"

Das kleine Meisterwerk kennen sicher alle noch aus der Schule. Falls vergessen, mit Google ist es in Sekundenschnelle auf dem Bildschirm. So gut hatten wir es in unserer Schülerzeit nicht. Alles musste man sich aus Büchern, vor allem aus gedruckten Nachschlagewerken mühsam erarbeiten. Aber auch das hat Spass gemacht. So wie es auch grossen Spass gemacht hat, den Tango Argentino zu entdecken und ihn sich zu erarbeiten, als es in Deutschland praktisch noch keine originale Tangomusik und kaum Literatur zum Thema Tango zu kaufen gab.

Bibliographie, zu wissen wo etwas steht, in welchem Nachschlagewerk man Gesuchtes findet, das war eine der Hauptkünste der Bibliothekare. Und dann war auf einmal all dieses Wissen überflüssig, weil nicht mehr nötig. Die Digitalisierung macht ganze Berufsbilder obsolet (und schafft doch auch wieder neue). Der Wandel in der Berufs- und Arbeitswelt ist so dramatisch, dass praktisch kein Beruf davon unberührt bleibt, auch die am höchsten qualifizierten nicht. Es ist so, wie es schon immer war: Alles ist im Fluss...

Ja, sogar künstlerische Tätigkeiten werden zunehmend von künstlicher Intelligenz und entsprechenden Maschinen übernommen werden können. Im Stil von Monet zu malen oder in Mozarts Stil zu komponieren oder zu dichten wie Mörike, wird für die KI immer realistischer.

Da fragt sich insgeheim doch jeder, der mehr oder weniger qualifiziert arbeitet, wann bin ich dran? Wann wird mein Können nicht mehr gefragt sein?

Bei unserer eigenen Tätigkeit als Tangotänzer und Tangolehrer, wird die Lehrtätigkeit sicher sehr bald nicht mehr von schwitzenden Menschen durchgeführt werden müssen. Avatare könnten in Videos die kompliziertesten Figuren in jedem gewünschten Detail, jedem gewünschten Tempo und in unendlich vielen Wiederholungen perfekt darstellen. Und wer den Tango kennt, weiss, dass diese Tanzkultur eine ungezählte Menge an Figuren aufweist, mit zum Teil unerhörter Vertracktheit und Schwierigkeit, die kein Tangolehrer in Gänze beherrschen kann.

Beim Tangotanzen geht es nicht primär um die Anzahl an komplexen Figuren, sondern einzig und allein darum, die Musik im Augenblick des Tanzens glaubhaft und überzeugend - als Paar in einem kreativen Akt - in die typischen, faszinierenden Bewegungen des Tangos einzuverwandeln. Am Rio de La Plata spricht man von der Pinta, von dem authentischen Ausdruck, den das Tanzpaar kraft seiner eigenen Individualität rüberbringt. Wenn man das schafft, hat man die Zuschauer gewonnen und ihre Sympathie.

Ähnliches vermag ich derzeit nur in der Tätigkeit von Schauspielerinnen und Schauspielern zu erkennen. Bei denen geht es auch darum, eine Rolle mithilfe ihrer eigenen Individualität zu verkörpern und glaubhaft auszufüllen.

Beim Tangotanzen kommt aber noch hinzu, dass die Tanzpaare sich mit einer kreativen Freiheit bewegen können, die rollengebundene Schauspieler nicht haben. Beim Tangotanzen gibt es keine vorgeschriebenen Figuren, sondern die Tanzpaare lassen sich während des Tanzens intuitiv und kreativ von der Musik und dem Rhythmus in die Figuren und Bewegungen des Tangos leiten, die ihnen die Musik eingibt.

Fehlt zum Schluss nur noch das "Bekenntnis" der Tango Confesión.

Confesión, Tango 1931
Musik: Enrique Santos Discépolo
Text: Enrique Santos Discépolo / Luis César Amadori
Es spielt das argentinische Conjunto La Chicana mit der Sängerin Dolores Solá

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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| 02.03.2025, Sonntag |
Foto: Eckart Haerter Heute im Bild eine Landschaftsansicht aus der Gemeinde Friedland bei Göttingen, liebe Leserinnen und Leser. Die Landschaft unserer Heimat.

Hier kamen zwischen September 1955 und Januar 1956 die letzten freigelassenen deutschen Kriegsgefangenen aus Russland an.
Sie hatten, manche noch viel länger als 10 Jahre, in Russland für den Krieg büssen müssen, den die meisten sicher nicht gewollt hatten.

Jetzt ist wieder Krieg in Europa. Diesmal hat ihn aber nicht Deutschland angefangen, sondern Russland, und Deutschland hat die Pflicht, alles Menschenmögliche zu tun, um in diesen Krieg nicht hineingezogen zu werden. Krieg mit deutscher Beteiligung darf es nie mehr geben, auch wenn die ehemals angeblich pazifistischen Grünen nun zu den eifrigsten Kriegstrommlern gehören.

Was aber, wenn ein anderes Land sich anschickt, mit seinen Staatsangehörigen (oder auch angeworbenen anderen) die Grenzen unseres Landes gewaltsam zu überschreiten?
Für den Fall brauchen wir natürlich wieder (wie zwischen 1951 und 1955) eine vorzügliche Grenzpolizei, den Bundesgrenzschutz, der illegale Grenzübertritte verhindert - mit allen dafür notwendigen Mitteln.

Sollte der Angriff, so wie heute üblich, mit Drohnen und Raketen erfolgen, mit denen unsere Städte in Schutt und Asche gelegt werden sollen, dann brauchen wir selbstverständlich ähnliche und möglichst noch viel bessere solcher Waffen, die geeignet sind, jeden Machthaber abzuschrecken, der beabsichtigt, unser Land in feindlicher Absicht zu betreten.

Dies alles im Rahmen der Grenzsicherung unseres Landes zu Lande, zu Wasser und in der Luft, ausgeübt durch die Elite-Polizeitruppe Bundesgrenzschutz.

Eine Armee, die mit zig-Tausenden in ein anderes Land einrücken könnte, soll es nicht mehr geben. Deutschland ohne Militär, dem Frieden verschworen, lediglich mit einem stationären Bundesgrenzschutz zur Sicherung der Unversehrtheit unseres Landes.

Die Botschaft muss sein: Wer schiessen will, soll schiessen, aber Deutschland macht nicht mit.

Allerdings sind alle heutzutage möglichen, spiessigen Bundesregierungen nicht fähig, strategisch neu zu denken. Alles geht immer wieder nach den ganz alten Mustern. Deswegen wird auch der hemdsärmelige und oft nicht sehr feinsinnig auftretende US-Präsident Trump so gefürchtet und verteufelt. Denn der ist fähig, Weltpolitik ganz neu anzugehen. So neu und so energisch, dass die Europäer in Schockstarre verfallen sind.

Das einzig Vernünftige, was ich in letzter Zeit von einem deutschen Politiker gehört habe, war die Aussage von Herrn Habeck, dass die Grünen einen Hang zur "moralischen Überheblichkeit" gehabt hätten. Eine bitter notwendige und überfällige Selbsterkenntnis. Denn dieses angemasste Bewusstsein, einer moralisch höherstehenden Instanz anzugehören, war ja bisher einer der Gründe für den Erfolg dieser Partei gewesen. Von dieser Attitüde haben sich alle anderen deckeln lassen.

Es war den Grünen gelungen, in die Lücke vorzustossen, die die Kirchen hinterlassen hatten. Grün, Klima, Vegan als Ersatzreligion mit Geboten und Verboten, Beschuldigungen und Verurteilungen. Und darüber die grünen Funktionäre als Bischöfe.

Weil es heute aber nicht mehr so einfach ist wie im Mittelalter, Menschen durch angeredete Sünden einzuschüchtern, sind ihnen grosse Teile ihrer Anhänger wieder abgewandert. Herr Habeck hat's anscheinend verstanden, aber zu spät.

Nun sollen wir also wieder dieselbe Regierung bekommen wie fast immer, z.B. in den 16 Jahren der Regierungszeit Merkel. Egal wie und was die Wähler gewählt haben. Im Notfall kann man eine Wahl ja auch immer noch "rückgängig machen". Mit diesem berühmten Zitat von Frau Ex-Bundeskanzlerin Dr. Merkel möchte ich, in satirischer Absicht, für heute schliessen.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 63)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 22.02.2025, Samstag |
Foto: Eckart Haerter Heute im Bild die blühenden Schneeglöckchen am historischen Göttinger Stadtwall mit dem schon vor Jahrhunderten zugemauerten Rosdorfer Tor (bei genauem Hinsehen erkennbar. Foto von mir).

Schneeglöckchen, die Vorboten des Frühlings und tausendfache unschuldige Mahner der Natur für Frieden und Demokratie, liebe Leserinnen und Leser.

Die Zuwanderung aus anderen Ländern und Kontinenten hat Millionen wunderbarer Menschen nach Deutschland gebracht, die in Heilberufen und Pflege, in Restaurants, Schneidereien, Werkstätten und zahllosen anderen Arbeitsplätzen helfen, unser Land noch so einigermassen am Laufen zu halten. Dafür dürfen wir diesen neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern echt dankbar sein.

Leider hat die leichtfertige und wenig verantwortungsvolle Politik auch eine illegale Masseneinwanderung ermöglicht und gefördert, die Tote, Verletzte, Traumatisierte, Beraubte und Geschändete unter unseren Mitbürgern hinterlassen hat, und die zugleich zu einer Verrohung und Brutalisierung im gesellschaftlichen Miteinander geführt hat.

Leidtragende dieser Zustände sind alle, wir alteingesessenen Deutschen und alle anständigen Zuwanderer gleichermassen.

Morgen wird gewählt. Wenn es nach den alten, etablierten Parteien ginge, wäre alles immer so weitergegangen. Nach jedem Messermord, nach jedem Hineinrasen mit dem Auto in Menschenmengen, die gleichen Betroffenheits-Rituale. Sprechblasen des Bedauerns, Kerzen, Blumen, und die immer gleichen Teile der Bevölkerung, die nach jedem Mord voller Empörung auf Strassen und Plätzen lautstark "gegen Rechts" demonstrieren.

Deutschland ein Irrenhaus? Ja, und noch schlimmer. Während der (sich oftmals recht ordinär gebärdende) US-Präsident Trump mit seiner Offensive für Frieden begonnen hat, plärren die völlig unfähigen und machtlosen deutschen Politiker, zusammen mit ihren Journalisten der Leitmedien, in Kriegsrhetorik.

Aber jetzt soll endlich kräftig aufgerüstet werden. Gestern wurde jubelnd davon gesprochen, dass militärische Aufrüstung 50.000 neue Arbeitsplätze bringen könnte.

Gleichzeitig musste man zugeben, dass die einmal führende Technologie- und Wissenschaftsnation Deutschland heute (im Verein mit den europäischen Freunden) in der Weltraumtechnologie hoffnungslos hinter den USA, China und Indien zurückgeblieben ist.

Stattdessen krachen hier die Brücken zusammen, vermüllen die Städte, vergammeln die Schulen, schaffen es die oft hervorragenden Lehrkräfte nicht mehr, adäquat Bildung zu vermitteln, herrscht immer mehr Medikamentenmangel, weil uns die Politik von China und Indien abhängig gemacht hat.

Jetzt sollen wir sie wieder wählen. Wahlkampf ist ein sinnloses Ritual der Geldverschwendung. Denn was sie in den Jahren davor gemacht haben, das haben wir ja alle miterlebt. Dann müssen wir wohl daran glauben, dass nach dieser Wahl nun aber wirklich alles besser wird.

Es ist schon Sonntag! Na dann auf zum Kreuzchenmachen!

"Fahnen von Scharlach, Lachen, Wahnsinn, Trompeten!!"
(Georg Trakl)

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 62)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 15.02.2025, Samstag |
Foto privat Im Bild bin ich heute selbst zu sehen, liebe Leserinnen und Leser, aufgenommen in meinen jüngeren Jahren auf einem Gesellschaftsabend bei der Bundeswehr. Es ist das einzige Bild aus jener Zeit, das mich so erheitert zeigt. Auch in der Politik gibt es leider eher wenig zu lachen, meist ist einem mehr nach Weinen zumute. In dieser Woche aber musste ich angesichts der Ereignisse in der Politik an das obige Bundeswehrbild denken, denn meine Heiterkeit war nur schwer zu bremsen.

Schock, Ablehnung, ungläubiges Entsetzen, sprach aus den Mienen der ganzen Riege unserer links-grünen Fernsehjournalistinnen, als sie uns mit verkniffenem Zug um den Mund erzählen mussten, dass Herr Trump angefangen hat, eins seiner Wahlversprechen zu realisieren, nämlich den Ukrainekrieg zu beenden. Die Journalistin, die gegen 21,30 Uhr im WDR Fernsehen aus Kiyiv berichtete, verstieg sich sogar zu der kaltschnäuzig empathiefreien Bemerkung: "Schwere Zeiten kommen auf die Ukraine zu." Entlarvender geht's nicht mehr.

Was Herr Trump getan hat, habe ich in der online Ausgabe der NZZ wie folgt kommentiert:

"Unser neuer Präsident" hat getan was nötig ist, um den Krieg zu beenden: er hat sich an den Zuständigen gewandt. Die europäischen Statisten haben dabei nichts zu melden, sie können zugucken. Herr Trump hat Europa und der Ukraine einen grossen Dienst erwiesen, denn Krieg wäre das Schlimmste, was uns passieren könnte. Krieg in Europa wäre die Zerstörung der Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Und die Ukraine bräuchte dringend Waffenstillstand, Ruhe und Wiederaufbau.

Aber es kam noch besser. Trump schickte seinen Vize nach München zur Sicherheitskonferenz. Und Herr Vance hat ebenfalls getan, was nötig war. Er hat nicht etwa über Sicherheit gesprochen, sondern den kleinen, europäischen Laiendarstellern und Wichtigtuern erklärt, wie Demokratie geht - einfach so. Eine Sternstunde in der Politik. Und so erfrischend, geradezu ein Befreiungsschlag, dass er keinen Zweifel daran gelassen hat, dass die Europäer in ihrem derzeitigen Zustand, wenn sie Angst vor ihren Wählern haben, keine Chance haben, von Amerika anders als Statisten behandelt zu werden.

Zum Totlachen das ganze (s. Bild oben), wenn es nicht so erschütternd und traurig wäre.

Im Grunde hat Vance das gesagt, was ich in meinem Blog Nr. 60 geschrieben hatte.

In www.welt.de klingt das so:
US-Vizepräsident J.D. Vance hat davor gewarnt, mit einer Ausgrenzung populistischer Parteien den Willen vieler Wähler zu übergehen. Keine Demokratie werde es überstehen, "Millionen von Wählern zu sagen, dass ihre Gedanken und Sorgen, ihre Hoffnungen, ihre Bitten um Hilfe ungültig" oder "nicht demokratisch" seien, sagte er bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Demokratie beruhe auf dem heiligen Prinzip, dass die Stimme des Volkes zähle. Ohne die AfD beim Namen zu nennen, fügte Vance hinzu:
"Es gibt keinen Platz für Brandmauern."

Und ich füge für mich selbst hinzu: Wie ich bereits in Blog Nr. 60 geschrieben habe, beziehe ich keine Position für irgend eine Partei - für keine.
Es geht in diesem Blog (unter anderem) um den Erhalt der Demokratie in Deutschland, die schon unter Frau Merkel empfindlich beschädigt wurde.

Der Gipfelpunkt ihres Demokratieverständnisses fokussierte sich in ihrer Forderung: "Die Wahl [des demokratisch gewählten thüringischen FDP-Ministerpräsidenten] muss rückgängig gemacht werden". (Weil die AfD mit gestimmt hatte.)

Die Rede von Vance gehört in die deutschen Schulbücher!

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 61)

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Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 08.02.2025, Samstag |
Foto NDR Fernsehen
Heute, an diesem schönen Tag, liebe Leserinnen und Leser, seht Ihr uns (Ulrike und mich) bei der Ausübung unseres Jobs: Wir tanzen einen Tango und zwar an jenem Tag im März, in Hamburg, live in einer Fernsehsendung mit Publikum des NDR. Daher ist der NDR auch Urheber des Fotos. Ja, das ist nun schon ein paar Jahre her.

Heute kann man das Foto als "Tanz auf dem Vulkan" interpretieren. Die gute alte Zeit ist vorbei, Deutschland im Niedergang, das deutsche Volk stirbt aus und wird durch Menschen aus anderen Ländern und anderen Kontinenten ersetzt.

Tragisch ist diese Entwicklung aber nicht. Sie wäre es, wenn sie Deutschland wie ein unvorhergesehenes Unglück treffen würde. Aber das ist nicht so. Wenn das deutsche Volk seine Anzahl an Menschen nicht mehr aufrechterhalten will, dann ist sein allmähliches Verschwinden ein ganz natürlicher Prozess, und damit absehbar und auch berechenbar. Man kann in etwa voraussagen, wann die sogenannten Biodeutschen in unserem Land in der Minderheit sein werden. In den Schulen ist das teilweise schon jetzt deutlich erkennbar, weil es immer mehr Klassen gibt, in denen bis zu 80% der Schüler nicht Deutsch sprechen.

Gestern ging mir - ganz hartnäckig und stundenlang - eine Phrase aus Mozarts Violinkonzert Nr.5 in a-Dur durch den Kopf. Völlig abgehoben, nicht von dieser Welt, fast spöttisch das Motiv. Und mir wurde bei diesen Tönen wieder einmal bewusst, wie unbedeutend wir sind mit unseren selbstgemachten Problemen.

Alles ist Geist. Mozart hat es gefühlt und verkörpert und in Tönen zum Ausdruck gebracht. Zeitlos für die Menschheit.

Die Stelle, die mir nicht aus dem Kopf ging, war diese gelb markierte, die im 1. Satz mehrmals vorkommt, auch schon ganz am Anfang:

Der belgische Geiger Arthur Grumiaux (1921-1986), ein besonders für seine Mozart-Interpretationen berühmter Musiker spielt das Violinkonzert a-Dur von Mozart zusammen mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Colin Davis (1927-2013). Auch das Orchester und der Dirigent gehören ja zu den ganz Grossen in der Welt der Musik.

Auch mein leider viel zu früh verstorbener Bruder Henning, der selbst Geiger war, mochte Grumiaux besonders. Wir haben ihn einmal gemeinsam (und zu dritt) in Göttingen live mit dem Beethovenkonzert gehört. Ein unvergesslicher Abend mit dem Göttinger Symphonie­orchester.

Fluchtpunkte, wenn um uns herum die alten Werte, Sicherheiten und Traditionen zusammenbrechen. "Denn alles was entsteht, ist Wert, dass es zugrunde geht" sagt schon Mephisto, der Teufel in Goethes Faust. Aber wie Dürers Ritter, der weder Tod noch Teufel fürchtet (auf seinem Bild Ritter, Tod und Teufel), machen uns unsere Fluchtpunkte immun gegenüber den Schrecken, die uns in dieser Zeit umgeben.

"Doch der Künste Frühlingssonne lässt aus Leiden Licht entstehen" dichtet Christoph Kuffner für Beethovens Chorphantasie. Recht hat er, auch wenn er mit seinen Chorphantasieversen (für meinen Geschmack) manchmal nur knapp am Kitsch vorbeischrammt.

"Schmeichend hold und lieblich klingen unseres Lebens Harmonien und dem Schönheitssinn entschwingen Blumen sich, die ewig blühen...

In diesem Sinne...

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 60)

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Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 02.02.2025, Sonntag |
Foto Eckart Haerter

Aus gegebenem Anlass heute im Bild, liebe Leserinnen und Leser: Weltliche Macht und geistliche Macht in unmittelbarer Nachbarschaft: Das Alte Rathaus und die Johanniskirche in Göttingen, beide 13./14. Jahrhundert. (Foto von mir)

Der folgende Passus wurde laut BZ - Berliner Zeitung aus einem Interview des WDR mit der beeindruckenden Persönlichkeit Frau Margot Friedländer herausgeschnitten, der 103-jährigen jüdischen Auschwitz-Überlebenden. Ihr Zitat, das der WDR nicht an die Öffentlichkeit gelangen lassen mochte, soll unserem heutigen Blog vorangestellt werden:

"Diese Migration, die gekommen ist, da sind welche schon als Kleinkinder mit Antisemitismus aufgewachsen und aufgehetzt worden. Ich bin nicht überrascht. Nur enttäuscht und traurig. Ich hasse nicht. Aber ich bin traurig."

Ich finde dieses Zitat in zweifacher Hinsicht so ausserordentlich wichtig. Was Frau Friedländer ausspricht, ist eine Tatsache, die seit 2015 in der öffentlichen Debatte wohl so weit wie irgend möglich totgeschwiegen werden soll. Stattdessen wird seitens der Politik und der Medien allgemein tendenziell so berichtet und kommentiert, dass der Eindruck entstehen muss, es habe vor etwa 10 Jahren im deutschen Volk ein Gesinnngswandel stattgefunden, hin zu einem neuen Antisemitismus.

Wir, als schon sehr "lange hier Lebende", können aus eigener Erfahrung berichten, dass dies nicht so ist. Wir Deutschen hatten seit dem Ende des 2. Weltkriegs bis heute kein Problem mit Antisemitismus. Vielmehr wird er dem deutschen Volk systematisch angedichtet. Selbst im 3. Reich waren die Durschnittsdeutschen tief in ihrem Innern nicht antisemitisch. Es waren die Nazis, die versuchten, mit ihrem krankhaften Antisemitismus das deutsche Volk zu infizieren. Leider auch teilweise mit Erfolg.

Margot Friedländer hat mit ihren schlichten, erschütternden Worten das gesagt, was übrigens auch der syrische Göttinger Universitätsprofessor (em.) Bassam Tibi schon vor Jahren gesagt hat. Dass er ganz selbstverständlich antisemitisch erzogen und aufgewachsen ist, und dass er erst im Kontakt mit seinen jüdischen Professoren in Deutschland zur Erkenntnis und zum Umdenken gefunden hat.

Das Widerwärtige, was zurzeit in Deutschland stattfindet, ist die versuchte (und teilweise erfolgreiche) Gehirnwäsche bestimmter Kreise und ihrer Medien, den deutschen Bürgern einen dauerhaften und zur kollektiven Depression führenden Schuldkomplex einzuimpfen und zugleich die wahre Ursache für den neu entflammten Antisemitismus in Deutschland zu vertuschen. Deshalb musste auch das Zitat von Margot Friedländer unterdrückt werden.

Unser Kampf für den Erhalt der Demokratie verlangt auch, zu dem neuerlichen Affentheater im Bundestag Stellung zu nehmen. Wieder einmal wird der Weltöffentlichkeit vorgeführt, wie schwer sich die Deutschen tun, eine stabile Demokratie zu etablieren. Dabei trifft im aktuellen Fall die AfD keine Schuld. Es sind die etablierten Parteien, die sich selbst demokratisch nennen, die mit abenteuerlichsten Klimmzügen die Belastbarkeit des demokratischen Systems auf die Probe stellen.

Der Sachverhalt ist doch der, dass eine zugelassene Partei mit etwa 20% Stimmenanteil im Bundestag sitzt und demzufolge auch bei Abstimmungen mit stimmen darf. Soweit so gut. Doch jetzt kommen die sogenannten Demokraten ins Spiel, die verabredet haben, dass die Stimmen der AfD nur dann gültig sein dürfen, wenn sie für das Gesamt-Abstimmungsergebnis keine Rolle spielen.

Allein diese Beugung der Demokratie durch die sich selbst demokratisch nennenden Parteien sind der Grund für das politische und gesellschaftliche Tohuwabohu in Deutschland, weil der - lange überfällige - Tabubruch von Fiedrich Merz wieder die üblichen, sendungsbewussten "Volksmassen" auf die Strassen treibt, die offenbar gar nicht wissen, was Demokratie heisst.

So wie auch von den ewigen tumben Mitläufern im gutmenschlichen Massenwahn - nach allen Messerangriffen und Mordanschlägen mit muslimischem Hintergrund - der Aufruf zum Verbot der AfD herausgebrüllt wird.

Ich habe in diesem Blog, besonders ganz am Anfang, schon oft zu diesem Thema Stellung bezogen und tue es wieder. Wenn die AfD eine für unsere Demokratie gefährliche Gruppierung ist, dann verbietet sie. Das wäre eine saubere Lösung. Dann könnte sie auch nicht mehr in den Parlamenten sitzen und keine Abstimmung der "Demokraten" mehr störend beeinflussen.

Lasst ihr sie aber weiterhin zu, weil man sie nicht verbieten kann, dann steht der AfD auch das gesamte Spektrum der Teilhabe am demokratischen Gestaltungs­prozess zu - ohne Wenn und Aber. Eine nur halbe Zulassung zur Teilnahme an der Demokratie kann es nicht geben.

Ein weiterer Zweifel an der demokratischen Sauberkeit entsteht dadurch, dass der Verfassungsschutz eine Regierungsbehörde ist, welche die AfD ausspäht und keinem unabhängigen Organ die Überprüfung obliegt. Dadurch entsteht nicht nur der Eindruck, sondern auch der berechtigte Verdacht, dass es sich beim Verfassungsschutz in Wahrheit um einen Regierungsschutz handelt, der eine effektive Opposition mundtot machen soll.

Wir nennen uns phantastische-demokraten.de. Als solche machen wir weder Werbung für die AfD, noch für die CDU noch für sonst eine Partei. Unser Anliegen ist die Demokratie, und die hat es, wie man sieht, dringend nötig.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 59)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 21.01.2025, Dienstag |
Photograph by Mike Peel
Centre Point Gebäude, London

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Centre_Point_London_2a.jpg
Urheber: Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net).
Genehmigung (Weiternutzung dieser Datei) CC-BY-SA-4.0.)

Als ich seinerzeit zum ersten Mal meinen Fuss auf Londoner Boden setzte, liebe Leserinnen und Leser, da war das oben abgebildete Centre Point Building einer von 3 (drei) Wolkenkratzern in der Riesen­metropole.

Damals galt in London noch die Regel, dass kein Gebäude die 111 Meter hohe Kuppel der St. Paul's Cathedral überragen durfte. Aber die Schleusen waren schon einen Spalt weit geöffnet. Centre Point übertraf St. Paul's um wenige Meter und würde heute, mit weniger als 150 Metern Höhe, nicht mal mehr als Wolkenkratzer eingestuft werden. Inzwischen steht in London The Shard, mit 310 Metern das höchste Gebäude Westeuropas (und gehört damit im internationalen Vergleich allenfalls zur Mittelklasse).

In China gibt es zahllose Gebäude mit über 600 Metern Höhe, und die Araber lassen sich Türme in die Wüste bauen, die die 1.000 Höhenmeter knacken. Immer geht es dabei um die Frage: Wer hat den Grössten.

Eins muss man den Wolkenkratzern lassen, sie sind ausserordentlich beeindruckend, auch wenn sie, wie in London, nicht immer zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen. Brutal grausam, was da in der Londoner City geschehen ist. Dabei müssen Wolkenkratzer die Stadtlandschaft gar nicht unbedingt erschlagen.

Der Center Point mitten im Westend, direkt an der Tottenham Court Road Tube Station, wo ich jeden Tag ein- und ausgestiegen bin, war damals wie heute ein eindrucksvoller Akzent, der mit einer Art leichter Heiterkeit und schlanker Ästhetik die Stadtlandschaft belebend aufmischt. So gestalterisch eingesetzt, können die hohen Häuser eine echte Bereicherung sein.

The Shard gehört auch dazu. Auch der MDR-Turm in Leipzig oder der Tour Montparnasse in Paris (wo wir mit Blick auf den Eiffelturm auch schon zu Mittag gegessen haben) oder der Fernsehturm am Alexanderplatz in Berlin. Sie alle bilden solche Akzente (siehe Titelbild der vorigen Blognummer). Ansonsten gibt es in Berlin trotz zahlreicher Hochhäuser streng genommen keinen einzigen Wolken­kratzer. Da hat Frankfurt am Main eindeutig die Nase vorn.

Als sog. Kreativer, welcher Art auch immer, braucht man im Grunde nur ein Zimmer mit einem Arbeitsplatz am Fenster und Ausblick auf eine anregende Szenerie, dann läuft die Arbeit wie von allein. Und Ausblicke aus oberen Stockwerken von Hochhäusern sind eigentlich immer an- und aufregend.

Dass ich kürzlich das Centre Point Gebäude auf dem Bildschirm hatte, war reiner Zufall, wie das so passieren kann beim Recherchieren. Fasziniert von der Erinnerung an alte Zeiten, klickte ich ein bisschen herum und fand zu den Maklern, die Wohnungen im Centre Point verkaufen wollen. Wunderschön. Die Einzimmer-Appartements kosten etwa 1 Million Euro, die grösseren Wohnungen, ganz oben, über 60 Millionen. Und aus denen hat man einen Ausblick auf London, bei dem das Wort überwältigend noch untertrieben ist. Das wird einem als Video vorgeführt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Stadtblick faszinierender sein kann als dieser. Einfach atemberaubend und unbezahlbar.

Aber ich empfinde keinerlei Neid und gönne denen, die es sich leisten können, den wunderschönen Blick. Und es gibt ja nicht nur die menschengemachte Höhe, sondern auch die Höhe, die der Schöpfer unseres Globus' geschaffen hat.

Der Ausblick in die Natur ist für mich immer noch das Grösste. Das kann der kilometerweite Blick in die nordhessische Mittelgebirgs­landschaft sein oder im Deister ein Waldrand am Feld oder der Blick in den eigenen Garten oder - wie zur Zeit - der Blick in eine Baumkrone, die ihre Zweige zum Fenster hereinstreckt. Alle diese Ausblicke habe ich, je nachdem wo wir gerade gewohnt haben, schon geniessen dürfen, und ich habe sie auf der inneren Festplatte gespeichert.

Jede dieser Szenerien hat ihr die Seele erweiterndes Potenzial, und ich kann mich nicht entscheiden, welche ich bevorzuge. Vielleicht aber doch den Blick aufs Meer. Wie damals aus unserem im zweithöchsten Stock eines Hochhauses gelegenen Appartement in Spanien mit dem Blick aufs Mittelmeer und den Ifach-Felsen.

Vielleicht ist es aber auch in Montevideo der Blick auf den Rio de La Plata (Bild unten. Foto von mir), der zwar ein Fluss ist, aber so breit, dass man die Illusion hat, es sei schon der Atlantik. Und für den Tangotänzer schwingt in diesem Blick natürlich auch der Tangoklang eines Bandoneons mit...

"...y a lo lejos el son del bandoneón..." - "und in der Ferne der Klang des Bandoneon"
(Homero Manzi in seinem Tango: Mañana zarpa un barco - (Morgen läuft ein Schiff aus))

Der Rio de La Plata vor Montevideo.
Foto Eckart Haerter

Hier spielt Aníbal Troilo, "Pichuco", (1914-1975), Bandoneon, mit seinem Orquesta típica den Tango Quejas de bandoneón (Die Klagen des Bandoneon). Komponist: Juan de Dios Filiberto (1885-1964)

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter, Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 58)

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| 11.01.2025, Samstag |
Foto E.Haerter
Das war ja ein richtiger Tsunami, der da über uns hereinbrach, liebe Leserinnen und Leser, als die Zeitung Welt einen Kommentar von Elon Musk veröffentlichte, in dem er die Meinung vertrat, das runtergewirtschaftete Deutschland könne nur von der AfD gerettet werden.

Der Welt-Redaktion muss ihre "mutige" Tat wohl selbst Angst gemacht haben, denn deren Chefredakteur hatte der Einlassung von Musk noch einen eigenen "klarstellenden" Artikel zu der Causa beigefügt.

In der Sendung von Markus Lanz im ZDF wurde die Ungeheuer­lichkeit diskutiert, dass ein deutsches Presseorgan ausgeschert war und Elon Musk ein Forum geboten hatte, sich darin in den deutschen Wahlkampf einzumischen. Dass es sich um eine "Einmischung" handelte, darin waren sich fast alle einig. So als gäbe es für Ausländer nicht das Recht, sich zu einem deutschen Wahlkampf öffentlich zu äussern.

Katarina Dunz, stellvertretende Chefredakteurin des Redaktions- Netzwerks Deutschland (RND) erklärte auf die Frage von Lanz, nachdem sie zunächst umständlich herumgeredet hatte, sie hätte den Artikel von Musk nicht gedruckt, auch nicht mit einer beschwichti­genden Erklärung des Chefredakteurs.

Ganz anders Mark Felix Serrao, Chefredakteur der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) / Deutschland, der entgegnete: Natürlich hätten wir den Artikel gedruckt, und zwar ohne einen "Beipackzettel" wie in der Welt.
Er, Serrao, verstünde auch gar nicht dieses Misstrauen gegenüber den deutschen Lesern. Die Welt sei doch eine seriöse Zeitung mit intelligenten Lesern, die doch sehr wohl in der Lage wären, sich ein eigenes Bild zu machen.

Hier prallten zwei fundamental unterschiedliche Vorstellungen von Journalismus aufeinander. Die deutsche, von Obrigkeitsgläubigkeit, Selbstgerechtigkeit und angemasstem Erziehungsauftrag geprägt, die schweizerische, mit der in 500 Jahren Demokratieschulung errungenen Selbstsicherheit und Souveränität bei der Erfüllung ihres Auftrags als 4. Gewalt im demokratischen Staat.

In Deutschland hat man sich bei den führenden Medien und ihren Ablegern längst an eine Berichterstattung gewöhnt, die angstvoll peinlich darauf bedacht ist, nicht von der sogenannten Mainstream-Gesinnung abzuweichen.

Eine journalistische Taktik, die unerwünschte Wahrheiten nicht aussprechen und trotzdem nicht allzu dreist lügen will, kennt man sonst nur aus Diktaturen. Dort ist diese Taktik allerdings erzwungen. In einer Demokratie hat der Volksmund für dieses unwürdige Herumgeeiere längst den passenden, verächtlich-spöttischen Ausdruck gefunden: Betreutes Denken.

Ich rede hier natürlich nur von den sog. Leitmedien, die sich per Pressekodex scheinbar freiwillig verpflichtet haben, den Mainstream zu bedienen. Es gibt etliche andere Medien in Deutschland, aber die sind vergleichsweise Nischenprodukte.

Herr Musk ist sicher ein bedeutender Mann, der viele epochale Projekte am Laufen hat, und der es nun geschafft hat, zum finanziell reichsten Mann der Welt zu werden. Seine Meinung zu erfahren, ist sicher interessant - aber letztlich ohne Bedeutung. Denn wir sind wir, haben unsere eigene Sprache, unsere eigene Kultur und unsere eigenen Gedanken. Und danach handeln wir.

An dieser Stelle möchte ich aber auch Herrn Bundeskanzler Scholz (wie auch schon im Fall Ukrainekrieg) meine Anerkennung aussprechen. Herr Scholz hat sich nicht an dem allgemeinen, hühnerhofartigen Gegacker um den Kommentator Musk beteiligt, sondern Gelassenheit angemahnt. Die richtige Haltung, denke ich.

Mit der heutigen Blog-Nummer will ich auch nicht für oder gegen eine politische Partei oder Denkrichtung Stellung beziehen. Mir geht es, wie im Untertitel des Blogs gesagt, um den Erhalt demokratischer Werte und Umgangsformen. Davon sind wir nämlich - und offensichtlich im Gegensatz zur Schweiz - immer noch weit entfernt.

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Als Titelbild heute ein Blick auf drei Türme am Alexanderplatz in Berlin. Links der Turm der St. Marienkirche, in der Mitte das Park Inn Hotel by Radisson und rechts vorn der Fernsehturm.
Ich dachte, in einem Kommentar zum Stand der Demokratie in Deutschland sollte es ein Titelbild aus der Hauptstadt sein, wollte aber nicht schon wieder das Reichstagsgebäude oder das Kanzleramt abbilden, sondern ein Motiv, zu dem wir eine persönliche Beziehung haben.

Im Park Inn Hotel by Radisson haben wir gewohnt, als die argentinische Botschaft zu einem Empfang eingeladen hatte, der anlässlich der Verabschiedung des damaligen Kulturreferenten der Botschaft im Roten Rathaus stattfand. Da war dieses Hotel das am nächsten gelegene und das Rote Rathaus fussläufig zu erreichen.

Der scheidende Kulturreferent hatte uns 2001 bei unserem Homero-Manzi- Abend im Ibero-Amerikanischen Institut (IAI) betreut, als wir in einer öffentlichen Veranstaltung - mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Republik Argentinien - den verehrten Tango-Poeten mit Texten, Musik (von CD) und getanzten Interpretationen vorgestellt haben.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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2. Jahrgang 2025 (Nr. 57)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 05.01.2025, Sonntag |
Poster BsAs 1990
Im Bild heute, liebe Leserinnen und Leser, ein Poster, das wir vor etwa 35 Jahren, zu abendlicher Stunde, einem Strassenhändler in Buenos Aires abgekauft haben. Auf unsere Frage gab er an, das Kunstwerk selbst geschaffen zu haben. Wir haben es ihm geglaubt, weil er auf uns nett und glaubwürdig wirkte und weil es für die Erinnerung des Herzens angenehmer ist, wenn man eine schöne und persönliche Geschichte damit verbindet. Das Poster hängt seitdem an der Wand unseres Studios, in dem wir seit langem auch wohnen. Denn bei uns ist unser alltägliches Leben mit unserem Tangueroleben verschmolzen. Dementsprechend sind Wohn- und Tanzbereich eins geworden.

Ich finde das Poster auch deshalb so passend zum Jahresanfang, weil es in poetischer Form all das beschreibt, was unser Dasein lebenswert macht. Kunst, Kultur und Tradition. Auf Argentinien und Uruguay bezogen, der Tango. Symbolisiert durch das einsame Tanzpaar zu nächtlicher Stunde, unter der Laterne, auf der menschenleeren Strasse des Barrios, des typischen Stadtviertels als Lebens- und Kulturraum, mit sich allein, versunken tanzend, der Mann selbstverständlich mit Hut, nur die beiden nächtlichen Katzen, auch sie ein Pärchen, schauen zu.

Ja, das sind alles Klischees des Tangos, aber solche, die in den Ländern am Rio de La Plata das Gefühl von Heimat, nach dem seelischen Zuhause auslösen. Und so wie die (zumeist aus dem deutschsprachigen Kulturkreis stammende) klassische Musik bei Menschen auf der ganzen Welt die Seele zum Klingen bringt, so ist es der aus Argentinien und Uruguay stammende Tango, der weltweit die Menschen der Tango"gemeinde" vereint in dem "traurigen Gedanken, den man tanzen kann" (wie es der argentinische Tangopoet und Komponist Enrique Santos Discépolo mit seinem berühmten Spruch ausgedrückt hat). All das bringt unser heutiges Titel­poster wunderbar zum Ausdruck.

Und in dieser Friedfertigkeit und Geborgenheit haben auch wir diesen Jahreswechsel erlebt. Wenn man allerdings vorübergehend am Tanzen verhindert ist, muss die Erinnerung an strahlende Tanzerlebnisse über den Mangel hinweghelfen. Und wenn es einem zudem verwehrt ist, ein Konzerthaus zu besuchen, dann bietet das Fernsehen einen willkommenen Ersatz für das unvergleichliche Gemeinschaftserlebnis eines klassischen Konzerts im Konzertsaal.

So haben auch wir die Gelegenheit genutzt und im Vorfeld des Jahreswechsels einige grandiose Musikdarbietungen genossen. Da gab es auf Arte die Ballett Aufführung von A Christmas Carol von Charles Dickens mit dem Finnischen Nationalballett, inszeniert von einem englischen Team mit der Musik von Sally Beamish. Phantastisch getanzt vom Finnischen Nationalballett. Wir haben noch nie ein so wunderbar poetisches, märchenhaft stimmiges, zauberhaftes Balletttheater gesehen wie dieses. Eine echte Bereicherung.

Dann, am 30.12., auch auf Arte, Händels Messias in einer geradezu atemberaubend packenden Aufführung der französischen Dirigentin Laurence Equilbey mit ihrem selbst gegründeten Insula Orchester und Accentus Chor und 4 Gesangssolisten. Alle beteiligten Künstler auf allerhöchstem Niveau. Selbst der Chor koloraturfähig, als sei es nichts. Noch nie zuvor habe ich den Messias so mitreissend und zeitlos modern gehört.

Im weltbekannten Bau der Semperoper zu Dresden habe ich manches wunderbare Konzert erlebt. Die Staatkapelle Dresden ist eins der bedeutendsten Sinfonieorchester der Welt. Was nun zu Silvester der Höhepunkt hätte werden sollen, Schwanensee mit der wundervollen Musik von Tschaikowsky, war in dieser Inszenierung für mich ein totaler Reinfall. Schwanensee, der Inbegriff des märchenhaft traumhaften Balletttheaters, voller tänzerischer Schönheit, von Farben und Musikrausch, sowas kann man nicht verbessern wollen. Märchen muss man Märchen sein lassen mit ihrem Zauber. Sie entziehen sich per se der Modernisierungswut durch profilierungssüchtige Choreographen und Regisseure. Die grossartigen Tänzerinnen und Tänzer haben mir leidgetan. Statt Harmonie, und Ästhetik schöner tanzender Körper zeigen zu können, mussten sie zum Teil hässliche oder groteske Bewegungen ausführen und viel umherlaufen. Das war mehr Gymnastik als Tanz. Auf Kostüme war weitestgehend verzichtet worden, dafür musste sich das Corps de Ballett in geschlechtsneutralen, von Kopf bis Fuss verhüllenden, weissgrauen Overalls bewegen.

Die Staatskapelle Dresden spielte natürlich wunderbar mit ihrem grandiosen Sound, insofern konnte man sich der Aufführung wenigstens konzertant erfreuen.

Was sonst zu Silvester in Deutschland los war, ist nur noch deprimierend und zutiefst beschämend für unser Land. Offenbar ist der Niedergang nicht aufzuhalten.

Die NZZ online nahm wieder einmal kein Blatt vor den Mund und titelte:
Silvester: Fünf Tote und Hunderte Verletzte sind nicht «normal» Es folgen dann die ekelhaften Berichte von den Gewalttaten aus Berlin (36 Wohnungen unbewohnbar, Schwerverletzte, Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte usw., das Übliche). Auch aus anderen Städten gibt es ähnlich Widerwärtiges zu berichten.

In Göttingen soll es im Stadtteil Grone durch die massive Polizeipräsenz weniger schlimm gewesen sein als vor einem Jahr.

Silvester in Deutschland. Als wir am Neujahrstag gegen 11 Uhr vormittags zu unserem Gang aufbrachen, wurden wir plötzlich mit einem starken Kanonenschlag attackiert, dessen Herkunft nicht zu orten war. Es gab auch keinen Lichtblitz. Bis etwa 2 Stunden danach hatte ich ein taubes Gefühl auf dem rechten Ohr.

Leute, die sowas machen, sind feige Schweine. Zu feige, um ihr primitives Knallbedürfnis beim freiwilligen Militärdienst abzureagieren. Stattdessen lauern sie im Hinterhalt, um ahnungslose Zivilisten anzugreifen.

Ich selbst bin militärgeschult und nicht so leicht aus der Fassung zu bringen; um Ulrike hat es mir leidgetan bei ihrem Schrecken.

In Berlin sprach ein Anwohner von "bürgerkriegsähnlichen Zuständen" in seinem Viertel (haben wir im Fernsehen gesehen).

Jetzt noch einmal ein paar Zitate aus der NZZ (aus dem Kommentar von Nathan Giwerzew):
Doch die Explosionen und Angriffe in Berlin sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der Welle der Gewalt, die die Bürger in Deutschland wieder einmal in der Silvesternacht ertragen mussten.

In der früheren Bundeshauptstadt Bonn schossen Jugendliche mit Raketen auf Obdachlose. In Köln attackierten Unbekannte Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr.

Viele Bürger haben sich inzwischen daran gewöhnt, dass ein enormes Polizeiaufgebot notwendig ist, um einen halbwegs friedlichen Silvester in deutschen Städten zu ermöglichen.

Dabei ist die dominierende Tätergruppe in den deutschen Innenstädten nicht schwer zu umschreiben. Meist sind es junge Männer mit Migrationshintergrund und einer einschlägigen kriminellen Biografie, die in der Silvesternacht randalieren. Sie verachten den Rechtsstaat und nehmen seine Institutionen nicht ernst.


Soweit aus dem Bericht aus der NZZ online von Nathan Giwerzew.

Der Staat, also die gewählten Regierenden, hätten die Pflicht, ihre Bürger zu schützen und in Deutschland einen Zustand wiederherzustellen, der die Rückkehr zu einem positiven Lebensgefühl in unserer Heimat möglich macht. Dieser Pflicht kommen die Regierenden seit mindestens zehn Jahren nicht mehr nach.

Vielleicht hilft dieser Tango aus den 1930er Jahren etwas: Pa' que lagrimear (Warum Tränen vergiessen...)
Unter dem spanischen Text meine Übersetzung und der Link zur Musik.

Pa’ qué lagrimear

Letra : Carlos Goicoechea y Rogelio Cordone
Música : Sebastián Piana (1903 - 1994)

Me lo marcó la vieja
Como con fuego,
Cuando mi padre en curda
Me cachetió,
Y en mis ojos de pibe
Guapo y altivo,
Hizo ver sus protestas
Un lagrimón.

"No lloran los varones"
dijo mi madre,
Y su mano temblona
Me acarició,
Por eso es que ahora
Aguanto las aflojadas,
Y no me saca llanto
Ningún dolor.

Pa’ qué lagrimear
Por causas perdidas,
No se va a regar
Con llantos, la vida.
Y mala querida
Y amigos infieles,
Siempre en nuestros rieles
Hemos de encontrar.

Pa’ qué lagrimear
Si en nada hay consuelo,
Ya no ha de bajar
La vieja del cielo.
Y en mi corazón
Cansao de sufrir,
Me grabó al partir:
"No llora un varón"

Orquesta: Adolfo Carabelli (1893 - 1947)
Canta (Estribillista): Carlos Lafuente (1908 – 1989)
Warum Tränen vergiessen
------------
Text : Carlos Goicoechea y Rogelio Cordone
Musik : Sebastián Piana (1903 - 1994)
------------
"Die Mutter hat es mir
wie mit Feuer eingebrannt,
Wenn mein Vater mich prügelte
im Suff
und ich im jugendlichen
Hochmut des Protestes
eine dicke Träne sehen liess.

Männer weinen nicht,
sagte meine Mutter,
Und ihre zittrige Hand
streichelte mich.
Deshalb kann ich jetzt
Ihr Hinscheiden ertragen,
Und kein Schmerz lockt mir
ein Weinen hervor.

Warum Tränen vergiessen
Wegen einer verlorenen Sache,
Man wird nicht das Leben
mit Weinen bewässern.
Und eine falsche Geliebte
und untreue Freunde
Begegnen uns immer
Auf unserer Bahn.

Warum Tränen vergiessen
Wenn's nirgendwo Trost gibt
Wenn die Mutter nicht mehr
aus dem Himmel herabsteigt.
Und in mein Herz,
Müde vom Leid,
Grub beim Abschied sich ein:
Dass "ein Mann niemals weint."

-----------------------
Orchester: Adolfo Carabelli (1893 - 1947)
Refrainsänger (Estribillista): Carlos Lafuente (1908 – 1989)
-----------------------

Estribillista bedeutet Refrainsänger. In der früheren Tangozeit war es nicht unüblich, dass der Sänger oder die Sängerin nur den Refrain des Liedes sang. Hier die Musik Es ist eine sehr alte Aufnahme, wahrscheinlich muss man da am Ton etwas regulieren.

Und hier die Adresse in Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=Ts6fmatnRgw

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
2. Jahrgang 2025 (Nr. 56)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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c Archiv der früheren Blog-Nummern


| 01.01.2025, Mittwoch (Neujahr) |
Collage E. Haerter
Wir haben es geschafft, liebe Leserinnen und Leser, 2025 ist da - und wir sind alle miteinander drin.

In Kürze geht es hier weiter, aber so ganz ohne eine neue Nummer zum neuen Jahr sollte es am 1. Januar doch nicht bleiben. Also Mut, Zuversicht und gute Laune für morgen, den 1. Arbeitstag im neuen Jahr!


Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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Verantwortlich für den Inhalt: Eckart Haerter
Denkwerkstatt phantastische-demokraten.de
37073 Göttingen
E-Mail: uye@haerter-tango.info

phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 55

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Forts. mit 2. Jg. 2025, Nr. 56 ff


| 29.12.2024, Sonntag |
Neujahrskarte 2025
Nun ist Weihnachten wieder einmal geschafft, liebe Leserinnen und Leser. Man hat sich getroffen mit seinen Lieben, kleine Geschenke ausgetauscht und bei gutem Essen und Trinken von den Ereignissen des eigenen Lebens erzählt und allen gern zugehört. Weihnachten als eine kurze Auszeit aus dem alltäglichen Einerlei.

Weihnachtsbaum Vielleicht ist dem Einen oder der Anderen dabei die Erinnerung an vergangene Zeiten wieder wach geworden und hat einen verstohlenen inneren Seufzer ausgelöst...

Aber die Zeit schreitet unerbittlich voran und wir mit ihr. Jetzt steht schon das nächste Ereignis bevor, Silvester, ein Tag und besonders die Nacht, die zumeist in notorischer Fröhlichkeit verbracht werden. Jubel, Trubel, Heiterkeit, festliche Kleider, Musik und Tanz, Sekt und Knallerei.

Bei uns, Ulrike und mir, ist Silvester in dieser Form nie unser Ding gewesen, aber als Tänzer und Tanzlehrer kann man sich seinen Verpflichtungen nicht immer entziehen. Wir sind auch gelegentlich aufgetreten zu Silvester, dann gibt's die doppelte Gage wegen des Feiertags.

Gern haben wir diese Nacht auch zu unaufschiebbaren, sozusagen "dienstlichen" Verpflichtungen genutzt. Zum Beispiel einmal, direkt während des Jahreswechsels, an Bord einer Boeing der British Airways auf dem Flughafen von New Delhi, bei der Zwischenlandung auf dem Flug von Calcutta nach London.

"Enrapturing renditions" (The Asian Age)
"A spell-binding demonstration" (The Statesman, Calcutta)
lauteten zwei Kommentare der englischsprachigen Presse in Calcutta / Kolkata über unsere Tanzdarbietungen.

Ein anderes Mal sind wir in der Silvesternacht nach Barcelona geflogen, wo wir uns am Neujahrstag mit dem uruguayischen Tangosänger, Texter und Komponisten Raúl Montero zu kreativem Austausch über eine seiner Tango-CDs getroffen haben. Zu dieser CD haben wir ein Booklet mit deutschen Übersetzungen herausgegeben.
Raul-CD und Booklet Covers
In El País ist es später auch erwähnt worden.
Aus Artikel in El País

Aus der Rezension von Gerhard Litterst in Tangodanza:
"Umso mehr gilt es, auf diese 14 Titel aufmerksam zu machen - Tangolieder, die durch einnehmende melodische Einfälle, sinnlich-gehaltvolle Lyrik und kraftvolle Interpretation überzeugen [...] Das Textbüchlein enthält die spanischen Originaltexte und eine sensible deutsche Übersetzung sowie komprimierte, von Kenntnis zeugende Erläuterungen und Hintergrundinformationen."

Und hier ein Audio-Beispiel aus der CD. Raúl singt: Hojas de otoño (Herbstblätter). Nur mit Klavierbegleitung und mit dem Text von Raúl selbst und der Musik von Alicia Weingarten, einer österreichisch-argentinischen Komponistin und Pianistin.

Ganz fürchterlich ist es in Buenos Aires. Da wird nicht nur an Silvester geknallt, sondern auch schon zu Weihnachten, hemmungslos. Dem kann man nicht entkommen. Jesus wird eben genauso fröhlich begrüsst wie das neue Jahr. Da hilft dem empfindlichen, auf Besinn­lichkeit geeichten Mitteleuropäer nur Meditation.

In Montevideo haben wir einmal die Silvesternacht in einem kleinen japanischen Restaurant verbracht, weil es nur wenige Schritte entfernt lag und sie zu sehr erschwinglichem Preis sehr viel geboten haben. Dort hatten sie köstlich gekocht und ein üppiges Büffet aufgebaut - aber nicht etwa japanisch, sondern - originell - so original rioplatensisch wie möglich, mit ganz viel Fleisch...

Montevideo und natürlich Buenos Aires, das waren unsere kreativsten Jahre (und meistens in der Weihnachtszeit) mitten drin in der Welt der Tangokultur und ihren Protagonisten aus allen Stufen der Berühmtheit. Musiker, Tänzer, auch den bedeutendsten Tangodichter der Moderne, Horacio Ferrer (gest. 2014), durften wir während zweier Treffen kennenlernen.

Wir selbst wurden übrigens auch gelegentlich erkannt. Einmal stand eine Frau in einem Tangolokal in Buenos Aires vom Nebentisch auf und sprach uns deutsch an: "Ihr seid doch Ulrike und Eckart.." Auch in Montevideo sprach uns im Restaurant La Pasiva ein Mann an: "Ich habe Ihren Auftritt in Lübeck gesehen..." und ein anderer kam (in einem anderen Jahr) während einer Aufrittspause im Neuen Rathaus zu Montevideo zu uns: Er hatte auch einen Auftritt von uns gesehen - in der Göttinger MUSA.

Inzwischen haben sich die Zeiten und wir mit ihnen geändert. Vorwiegend fleischfrei ist angesagt. Und auch sonst ist das Leben mehr durch Ausdünnung geprägt. Was nicht besagt, dass wir ausgebrannt sind. Wir leben den Tango weiter mit Herz, Gefühl, Erinnerung und Musik.

Volver - Zurückkehren

Der quasi "Nationalheilige" der beiden Tangoländer Argentinien und Uruguay ist Carlos Gardel (gest. 1935 beim Flugzeugunfall auf dem Flughafen von Medellín, Kolumbien). In Buenos Aires ist er per Bild und 2 Statuen im Stadtbild omnipräsent. In beiden Ländern wird er von den Menschen aller sozialen Schichten gleichermassen geliebt und verehrt.
Gardel's sombrero Sein Hut allein ist Symbol für die Liebe zu "Carlitos" und zum Tango allgemein. Als Anstecknadel wurde er uns auf einem Festival in Montevideo nach unserem Auftritt verliehen (Bild).

Gardels Hymne ist der Tango Volver (Zurückkehren), mit dem ich die letzte Blog-Nummer dieses Jahres 2024, die Nr. 55, beschliesse. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen harmonischen Jahreswechsel und ein ebensolches neues Jahr 2025!

Hier die Aufnahme von Volver, in der man ihn mit dem berühmten Hut sieht. Damit...

Bis zum nächsten Mal...


Eckart Haerter




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| 18.12.2024, Mittwoch |
Foto Eckart 
Haerter Eigentlich passte es gar nicht zur Weihnachtszeit, liebe Leserinnen und Leser, aber eben beim Frühstück, zwischen Bohnenkaffee und Marmeladen­brötchen, brachte der NDR im Radio den Song Juliet, den grossen Sommerhit (von 1983, glaube ich), den damals Robin Gibb unnachahmlich mit Fistelstimme gesungen hat. Und ich habe dazu erstmal, mit vollem Einsatz, einen Diskofox auf den Fliesenboden der Küche gelegt - solo! Das machte so richtig munter.

Für Tanzfreudige zum Ausprobieren (und rhythmisch sogar ein kleines bisschen anspruchsvoll) Hier die Musik. Richtig laut stellen!

Der NDR 1/Niedersachsen bringt ja jetzt viele Weihnachtslieder, aber fast nur amerikanische wie Driving home for Christmas, Jingle bells, White Christmas und all die vielen anderen dieser Art. Aber auch das beliebte spanisch/englische Feliz Navidad von dem armen blinden José Feliciano wird ganz oft gespielt, da kann man immer aus voller Kehle mitsingen. Einfach mal ausprobieren, den Text kennt jeder.

In unserer früheren Zeit im Tanzsport habe ich stolz das goldene Tanzsportabzeichen am Revers des Smokings getragen. Seit aber der Smoking in einem Second Hand Laden verschwunden ist und Ulrike und ich Tangotänzer und -lehrer wurden, auch professionell, haben wir natürlich den Tanzstil total gewechselt und Diskofox praktisch nie mehr getanzt. Aber es ist mir, glaube ich, noch ziemlich gut gelungen. Vielleicht war das Rumhotten aber auch lächerlich für einen älteren Herrn wie mich. Zum Glück hat's keiner gesehen...

Inzwischen sind nun unsere diesjährigen online Weihnachts-/Neujahrskarten rausgeschickt. Wir haben uns für ein ziemlich altes Motiv entschieden, um damit möglichst viel Abstand zur unerfreulichen Gegenwart herzustellen.
Foto Dagmar Härter
Ausserdem haben wir dem Bild noch den folgenden Kommentar hinzugefügt:
Kommentar

Ich glaube, damit ist alles ausgedrückt: Die guten Wünsche für alle und der sehr skeptische Blick in die Zukunft, gemildert durch die Gewissheit, dass es Fluchtpunkte gibt im Leben. Einer davon, und zwar einer der wirkungsmächtigsten, ist der Tango!

Es hat auch schon verschiedene, sehr freundliche Feedbacks gegeben, aus Deutschland und aus Südamerika.

So enden wir denn auch heute wieder mit einer Prise Positivismus. Es ist ein Tango in Form der Milonga, einer Variante des Tangos. Und diese eignet sich ganz hervorragend, um am Silvesterabend getanzt zu werden. Der Titel heisst: Me gusta bailar Milonga (Ich tanze gern Milonga), und es spielt das uruguayische Tangoorchester des Pianisten Miguel Villasboas (mit dem zusammen wir mehrere Auftritte in Montevideo bestritten haben). Auf geht's!

Schöne Feiertage euch allen und...

Bis zum nächsten Mal...


Eckart Haerter




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| 28.11.2024, Donnerstag |
Foto Eckart Haerter
Im Bild Sommerblüten in unserm Innenhof. (Foto von mir).

Dass Frauen die besseren Menschen sind, liebe Leserinnen und Leser, ist schon vielfach bezweifelt worden. Dass es trotzdem Männer sind, die das meiste Unheil anrichten, liegt sicher zu einem grossen Teil daran, dass Männer zumeist immer noch die Positionen besetzen, in denen sie die Macht dazu haben.

Sind Frauen aber erstmal dahin gekommen, sind sie keinesfalls besser als die Männer. Dafür gibt es jede Menge Beispiele.

Vor einiger Zeit kam in einer der zahlreichen Fernsehsendungen über das 3. Reich eine ehemalige KZ-Insassin zu Wort, die über das KZ-Personal aussagte: "Die Frauen waren schlimmer als die Männer". Aber man muss ja nicht immer gleich an das Schlimmste denken. Es reicht schon, manche jetzt amtierenden Politikerinnen und Journalistinnen zu hören, wenn es um den Ukrainekrieg geht. Da hat man oft den Eindruck, die würden am liebsten mit schiessen. Während gestandene Generäle der Bundeswehr, die wissen worum es geht, eine besonnenere Sichtweise anmahnen.

Ein weibliches Gegenbeispiel für das martialische Gehabe mancher Politikerinnen ist Sarah Wagenknecht, die für ihre vernünftige, strikt friedensorientierte Haltung von Oppositionellen geradezu mit Wut und Abneigung verfolgt wird. Natürlich wird sie von denen grundsätzlich als Putin-Freundin oder zumindest als Populistin tituliert.

Vor wenigen Tagen, in der Sendung von Frau Maischberger, sprach die Journalistin Amelie Fried hasserfüllt von "Sarah Wagenknecht und Konsorten", so als handele es sich bei denen um ein Lumpenpack. Das alles lässt tief blicken.

Über Frau Merkel will ich mich an dieser Stelle nicht noch einmal auslassen, das hat sie ja in 1000 Seiten nun selbst getan (und von denen ich garantiert keine einzige lesen werde).

Als ich mit diesem Blog begann, war mir klar, dass es nicht auszuhalten wäre, wenn man sich darin nur mit Politik beschäftigen würde. Besonders in der gegenwärtigen Lage Deutschlands nicht, an deren prekärem Zustand Frau Merkel dauerhaft ihren Anteil der Schuld zu tragen hat.

Es muss in dem uns umgebenden gefährlichen Chaos Fluchtpunkte geben, an denen Körper und Seele zu Ruhe und Ausgeglichenheit zurückfinden können.

Wie wär's denn, liebe Leserinnen und Leser, wenn wir mal für eine Weile alle trüben Gedanken aus dem Kopf verscheuchten und auch der Vorweihnachtszeit mit ihren winterlichen Beschwernissen mal eine Pause gönnten? Zumal auch die vor ein paar Tagen plötzlich mild gewordenen Temperaturen zu einer vorfrühlingshaften Unterbrechung einluden.

Ich wollte es heute mal versuchen und habe ganz bewusst ein Sommerbild aus unserem Innenhof ausgewählt. Da hört man doch fast schon die Bienen summen, wie sie fleissig, den ganzen Tag lang in der warmen Sonne, torkelnd von Blüte zu Blüte fliegen, um den Nektar zu sammeln, den sie dann in ihrem Nest für uns zu Honig verarbeiten.

Sorgenfrei in der Sommersonne dösend, sich an den bunten Blüten erfreuend, vielleicht auch ein gutes Buch auf den Knien, in das man vorhatte, sich hinein zu vertiefen...

Und dann (kennt Ihr das auch?), erklingt vor dem inneren Ohr, völlig unerwartet, ein Musikstück, das man ewig lange nicht gehört hat, wie zum Beispiel dies hier:


[Aus Wikipedia.
Urh. d. Notenbildes: (c) Thepriest75. Freigegeben unter Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0]


Musik, die 220 Jahre alt ist und so zeitlos modern wie am ersten Tag.

Die vier ersten Takte aus Beethovens Pastorale, seiner 6. Sinfonie in F-Dur: "Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande".

Diese wunderbare, in Klängen gemalte Beschreibung des beglückenden, die Seele befriedenden Naturerlebnisses. Beethoven hat damals schon aus eigener Erfahrung gewusst, dass die Natur einen heilenden Effekt auf die Psyche ausübt.

Die einzelnen Sätze der Sinfonie sind tatsächlich Bilder, die in den Satzüberschriften auch ganz konkret benannt werden:

1. Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande
2. Szene am Bach
3. Lustiges Beisammensein der Landleute
4. Gewitter und Sturm
5. Hirtengesang, frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm.

Aber Beethoven hat die Hörer seiner Sinfonie vorsichtshalber darauf hingewiesen, dass er nicht nur klingende Bilder hatte schaffen wollen, sondern dass es, wie bei den meisten grossen Kunstwerken, hinter dem Offensichtlichen noch eine weitere Bedeutungsebene zu entdecken gibt. Auf die Partitur schrieb er seinen berühmten Hinweis: "Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei".

In Beethovens Kompositionen gibt es ein durchgängiges Bedeutungsmotiv, einen running gag sozusagen. Das Ringen mit des Schicksals Mächten bis zur triumphalen Erlösung. Oft beschrieben mit Codes wie "Durch Nacht zum Licht" oder "Per aspera ad astra", was er besonders in seiner 5. in c-moll, der "Schicksalssinfonie" in überwältigender Eindringlichkeit auskomponiert hat.

Die 6., die "Pastorale" ist nun das genaue Gegenstück zur Schicksalssinfonie und war von Beethoven auch genau so geplant. Beide Sinfonien wurden 1808 am selben Tag uraufgeführt.

Für mich war die 5. Jahrzehnte lang ein Schlüsselwerk meines Lebens, einer meiner wichtigsten Fluchtpunkte. Inzwischen ist es eindeutig die 6. Man wird halt älter...

Ich halte Beethovens 5. und 6. Sinfonie für die grössten Herausforderungen für jeden Dirigenten. Denn wie nirgendwo sonst in der klassischen Musikliteratur kommt es bei diesen beiden Sinfonien so sehr darauf an, in der Interpretation das herauszubringen, was über die korrekt gespielten Noten hinausgeht.

(Es gibt natürlich unzählige Aufnahmen der Pastorale. Die folgende gefällt mir gut, zumal ich sowohl mit Eugen Jochum als auch mit dem LSO sehr schöne Konzerterinnerungen verbinde.)

Hier die Aufnahme mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Eugen Jochum

Bis zum nächsten Mal...


Eckart Haerter




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| 14.11.2024, Donnerstag |
Foto Eckart Haerter
Im Bild das historische alte Rathaus in Göttingen im Herbstnebel
(Foto von mir).

Über die "Vertrauenswürdigen Hinweisgeber" haben wir in den beiden vorigen Nummern des Blogs schon gesprochen. Dies eine weitere Hinwendung zu DDR-Verhältnissen, wie man sie sich in schlimmsten Albträumen nicht hätte vorstellen können.

Was mich daran so erschüttert, ist die Tatsache, dass dieser neue Schritt auf dem Weg zur Verabschiedung unserer Demokratie von der Öffentlichkeit scheinbar mit Gleichgültigkeit hingenommen wird. Für den Erhalt unserer so mühsam errungenen Demokratie geht offenbar keiner gern auf die Strasse. Na dann eben nicht. Ich werde aber weiter schreiben, bis zum bitteren Ende.

In dem Zusammenhang fand ich interessant, was der geniale Schauspieler Jan Josef Liefers in einem Interview mit der NZZ gesagt hat:

[NZZ:] Teilen Sie die These des Soziologen Steffen Mau, dass die Unterschiede zwischen Ost und West bleiben werden und dass nicht unbedingt zusammenwächst, was einmal zusammengehört hat?

[Liefers:] Der gute Wille bestand, fest verzurrt mit hohen Erwartungen.
Aber die Plätze an der Sonne, die jeder DDR-Bürger für sich erhofft hat, waren auch im Westen schon rar. Vor jedem dieser kleinen, goldenen Handtücher stand schon eine lange Schlange hoffnungsvoller Anwärter, bevor die Mauer fiel. Wir haben in den Kapitalismus eingeheiratet, und dessen Lebenselixier ist nun mal die ewige Ungleichheit, sonst funktioniert er nicht. Augenhöhe aller ist nicht vorgesehen. Das war vielen nicht so klar. Diese Wahlergebnisse sind auch – nicht nur, aber auch – zustande gekommen, weil die Leute in den neuen Bundesländern genau spüren: Das ist die einzige Nadel, die einen neuralgischen Punkt der Westdeutschen trifft.


Das hätte ich nicht gedacht, dass Liefers auch ein DDR- Nostalgiker ist. Wie hätte er sonst zu dieser verzerrten Wahrnehmung kommen können? Wo war denn in der DDR die Augenhöhe, als die Herrschenden ihre Untertanen mit einem weltweit beispiellosen Überwachungs-, Spitzel- und Zuchthaussystem zur vorgegebenen Meinung zu zwingen versuchten.

Als der Staat entschieden hat, wer aufgrund seiner Herkunft (des Standes der Eltern) studieren durfte und wer nicht.

In Scharen ist denen die Bevölkerung in den verteufelten kapitalistischen Westen davongelaufen, bis sie die Mauer gebaut und aus ihrem Teil Deutschlands ein Gefängnis mit bewaffneten Wächtern und Schiessbefehl gemacht haben.

Den wenigen, handverlesenen Privilegierten, die gelegentlich die Erlaubnis erhielten, den real existierenden Sozialismus der DDR befristet in Richtung Westen zu verlassen, standen die Millionen im Kapitalimus geknechteten Arbeitnehmer gegenüber, die mit VW-Käfer oder im Flugzeug kostengünstig die Welt bereisen durften.

Da war nix mit Augenhöhe in der DDR. Dass aber linke Gehirnwäsche zu einer völlig verqueren Wahrnehmung führen kann, habe ich hier im Westen mehrmals selbst erfahren, von Leuten, die die DDR für das bessere Deutschland hielten. Nur ein Beispiel:

Wir wohnten damals in der Nähe der damaligen Grenze und als wenige Tage nach dem Mauerfall die DDR-Bürger nach fast dreissigjährigem Eingesperrtsein endlich wieder raus durften und freie Luft atmen konnten, fragte mich eine politisch links engagierte Frau aus einer anderen Stadt am Telefon (wörtlich): "Wart ihr denn schon mal drüben? Ihr dürft doch jetzt..."

Fast hätte es mir die Sprache verschlagen, aber es gelang mir noch ihr klarzumachen, dass die es waren, die DDR-Bürger, die jetzt wieder "durften", nämlich raus aus ihrem Gefängnis, und dass wir es waren, die schon immer die Freiheit zum Reisen überall hin gehabt hatten.

Ich habe nie verstanden, wie Menschen, die in der Bundesrepublik in Freiheit, materiellem Wohlstand und der Möglichkeit, überall hin reisen zu dürfen, von ihrer linken Lifestyle-Gesinnung so durchdrungen waren, dass sie die jahrzehntelang erlebte Wirklichkeit leugneten und in ihren beeinflussten Hirnen der Überzeugung anhingen, der Sozialismus sei die erstrebenswerte Lebensform.

Wovon sie nicht einmal abliessen, als in der DDR sowie in allen anderen von Russland unterdrückten, sozialistischen Ländern die Menschen den Zusammenbruch des gesamten damaligen Ostblocks erzwangen. Was die Linken in der BRD in eine geradezu beleidigte Verwirrung stürzte.

Da kann ich eher die Nostalgiker verstehen, die in diktatorischen Regimen einflussreiche Stellen besetzten und Privilegien genossen, wenn sie ihrer guten alten Zeit nachtrauerten. Auch nach dem Zusammenbruch des Nazi-Reichs gab es nicht Wenige, die so dachten und einen "Führer" wie Adolf Hitler gern wiedergehabt hätten.

Nun wurde in diesem Jahr der 35. Jahrestag des Mauerfalls begangen, den "das Volk" gegen die Herrschenden erzwungen hat. Wahrlich ein Ereignis zum Feiern.

Dass mit der lang anhaltenden Erschütterung durch diese Ereignisse schliesslich eine Bundeskanzlerin Merkel möglich wurde, mit all ihren schädigenden Auswirkungen für die Demokratie der Bundesrepublik, zeigt, wie zerbrechlich und ungefestigt die Demokratie auch bei uns im Westen gewesen ist. Mittlerweile ist es so schlimm, dass eigentlich - nach einem grossen Reset - ein Neustart nötig wäre.

Natürlich gehört zur ernsten Beschädigung unserer Demokratie auch der Zerfall der sozialen Marktwirtschaft der alten Bundesrepublik. Eines Modells, das in der Welt Bewunderung und Ansehen genoss. Der Übergang zum Turbo-Kapitalismus ist einer der Gründe für die gravierenden Probleme, besonders der sozialen. Diese drohen, Deutschland an den Rand eines Drittweltlandes oder gar eines failed state zu bringen. Insofern hat Herr Liefers nicht ganz Unrecht, aber das war am Anfang nicht so.

Im Augenblick weiss ich nur nicht, wer den Neustart hinkriegen könnte, zumal wir auch unter den führenden deutschen Medien, den "Leitmedien", kein unabhängiges Organ mehr haben. Alle folgen, mehr oder weniger flexibel, dem sogenannten links-grünen Mainstream.

Vielleicht sollte man bei der nächsten Wahl Frau Wagenknecht eine Chance geben. Sie hat mit dem ganzen Parteienklüngel und seinem Mitläufersystem gebrochen und geht ihren eigenen, problem­orientierten Weg ohne ideologische Denkregelung und Bevormundung.

Als Fluchtpunkt biete ich heute mal das folgende Musikstück an mit dem Titel Petite fleur, kleine Blume, von Sidney Bechet (1897-1959), das in dieser Aufnahme der legendäre englische Jazz-Klarinettist Monty Sunshine (1928-2010) aus Chris Barber's Jazzband spielt. Das Stück ist als Tanz sehr flexibel. Slowfox ist ideal. Aber selbst­ver­ständ­lich geht darauf auch sehr gut ein Tango Argentino.
Lasst euch verzaubern...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 27.10.2024, Sonntag |
Foto Eckart Haerter Im Bild die Bürgerstrasse in Göttingen an einem Sonntagmorgen im Herbst (Foto von mir).

Über die "Vertrauenswürdigen Hinweisgeber", englisch wieder mal unnachahmlich: "Trusted flaggers" genannt, habe ich in der vorigen Nummer schon gesprochen. Diese full time Schnüffler, die das Internet durchkämmen, um missliebige Postings zu entdecken und zur Anzeige zu bringen. Wahrscheinlich wird sich die englische Bezeichnung, ähnlich wie der "Whistleblower", bald auch bei uns als Fachterminus für professionelles Denunziantentum durchsetzen.

Ich fürchte nur, dass es so perfekt wie das Stasi- und Spitzelsystem der DDR bei uns nie werden wird. Dabei hoffe ich sehr, dass mein Blog möglichst bald einmal von der neuen Inquisition bemerkt wird. Denn sonst werde ich wohl der Rufer in der Wüste bleiben, der komische Vogel, der nicht mal sein eigenes Echo hören kann.

Das ist der Vorteil in den Foren der Zeitungen (wo ich auch nach wie vor aktiv bin), dass man dort immer Feedback bekommt in Form der Likes oder Dislikes oder sogar durch sachbezogene Antworten.

Die nach aussen wirkende Aktivität halte ich für essentiell, denn Deutschland ist seit der Amtszeit Merkel auf einem seit 1945 nicht mehr gekannten Niedergang. Ich sage ja nicht, dass unsere Politiker schlechte Menschen sind, sie machen nur eine Politik, die nicht voll umfänglich dem Wohle des deutschen Volkes dient. Sei es aus Unfähigkeit oder aus Nachgiebigkeit gegenüber Lobbyisten oder wegen anderer vermeintlicher oder vorgeschobener Zwänge.

Bei Frau Merkel war es noch etwas anderes. Sie war erkennbar eine Linke, die sich die CDU ausgesucht hat, weil sie instinktsicher erkannt hat, dass sie nur mit dieser Partei so schnell nach oben kommen kann. Und einmal oben, hat sie dann zielstrebig ihr Umgestaltungswerk in Gang gesetzt. Hin zu einer "DDR 2.0". Ausser den Mitläufernaturen und Sesselklebern der CDU wurde im Volk alsbald bemerkt, dass sich da eine Katastrophe anbahnt, und der Spottname "Honneckers Rache" kam auf. Aber das ist jetzt Vergangenheit.

Die Gegenwart sieht Deutschland in einem Zustand des Kompetenzverlustes auf vielen Gebieten, auf denen unser Land früher geglänzt hat. Das Schulwesen erodiert, die Infrastruktur verkommt, grosse Teile der Bevölkerung fallen in Verelendung und Verwahrlosung. Am schlimmsten ist, dass immer mehr Kinder nicht in ausreichender Weise betreut werden. Und wenn sich die Drogensüchtigen und Gestrandeten an öffentlichen Orten zwischen Kot, Urin und Spritzen wälzen, dann heisst es: Wir können nichts machen. Ein ungeheuerlicher Skandal in einem Land wie Deutschland.

In einem Staat, wo solche Zustände möglich sind und nicht umgehend beseitigt werden, hat die Regierung ihre Daseinsberechtigung verloren. Im Grunde müsste sich dann eine Bürgerwehr bilden, die die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit in die eigenen Hände nimmt.

Als Grund für Langzeitmissstände und Versagen der Regierungen wird vorzugsweise angegeben: Wir haben kein Geld. Aber das ist eine dreiste Lüge. Es stimmt zwar, dass unsere arrogante Autoindustrie den Anschluss zu China verloren hat und dass es auch im Bildungsstand im internationalen Vergleich immer weiter bergab geht, aber Geld ist immer noch reichlich vorhanden. Es wird lediglich für andere Dinge ausgegeben als für die Prosperität Deutschlands nötig wäre.

Wenn man sich Millionen Zuwanderer leistet, die Sozialhilfe bzw. Bürgergeld bekommen, wenn militärische Aufrüstung und Einmischung in Kriege Milliarden verschlingen, dann ist es verständlich, dass für das eigene Volk nicht mehr genug übrig bleibt.

Innere und äussere Sicherheit Deutschlands verfallen zunehmend und in hohem Tempo. Ausländische Banden und Drogenkartelle treiben ihr Unwesen in Deutschland und müssen keine ausreichende Gegenwehr fürchten.

Herr Putin setzt jetzt nordkoreanische Truppen im Ukrainekrieg ein. Zudem verbündet er sich mit mächtigen, autokratisch geführten Ländern und bildet damit als Ersatz für den zusammengebrochenen einstigen Ostblock einen gewaltigen, von Atomwaffen strotzenden Block in Feindschaft zu den freien Gesellschaften der hoch entwickelten westlichen Länder.
Das sind Aussichten, die einen das Fürchten lehren könnten.

Bundeskanzler Scholz ist zwar immer sehr zögerlich, wenn es um Einmischung durch Waffenlieferungen geht, was gut ist, aber am Ende fällt er immer um, und er tut nicht das, was er vorher verkündet hat.

Wir von der Denkwerkstatt phantastische-demokraten.de vertreten die Ansicht, dass Fürchten falsch und feige wäre. Aber wir - Deutschland und das freie Europa - müssen uns abschotten gegenüber gewalttätigen Mächten ausserhalb. Uns nicht in deren blutrünstige Kriege verwickeln lassen, nicht durch ihre menschenverachtende Gewaltausübung verunsichern oder beirren lassen

Gestützt auf unsere Hochkultur und unser immer noch vorhandenes Können auf allen Gebieten, muss es möglich sein, eine helle und heile Welt zu bilden, gegen deren Freiheit und Glück ihrer Bürger irgendwann die Ödnis und die Zwangsherrschaft der Diktaturen hinter ihren glitzernden Fassaden offenbar werden muss.

Offensichtlich wissen schon jetzt die allermeisten Migranten Bescheid. Wer will denn nach Russland, Nordkorea, China oder Iran flüchten?

Eine neue Politik und ein neues Nationalbewusstsein sind zwingend notwendig. Wenn es noch länger so weitergeht, wird Deutschland zum failed state. In Anfängen ist das jetzt bereits der Fall - und keiner tut was.
Aber jetzt die Eroica (Wiener Philharmoniker unter Leonard Bernstein)
(Habe ich während des Schreibens gehört.)

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 17.10.2024, Mittwoch |
Foto Eckart Haerter "Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern" (Georg Trakl in seinem Gedicht Verfall)

Habe gerade bei "Nie-wieder-Krieg.org" unterschrieben. Die machen das, was ich auch mache: Für den Frieden kämpfen.

Während sich das reichste Deutschland aller Zeiten genügend Krankenhäuser, ausreichende Renten, angemessene Versorgung aller Kinder, intakte Infrastruktur, usw.usf. nicht mehr leisten kann, werden die Milliarden an Euros rausgefeuert für Aufrüstung und Teilnahme an kriegerischen Konflikten.

Wie im Untertitel genannt, kämpfen wir phantastische-demokraten.de aber auch für den Erhalt und die Wiederherstellung der Demokratie in Deutschland, und das ist bitter nötig:

Die NZZ berichtet:
"«Trusted Flagger» durchsuchen das Internet im Auftrag der Bundesregierung nach unliebsamen Meinungen.
Eigentlich sollen sie nur illegale Inhalte melden, doch die Bundesnetzagentur spricht auch von «Hass und Fake News», die leichter entfernt werden könnten. Juristen sehen die Meinungsfreiheit in Gefahr.
"

Die von Frau Merkel so subtil wie langzeitig und wirksam eingeleitete Transformation der Bundesrepublik hin zu einer DDR 2.0, geht seit ihrer Abdankung ungebremst weiter, und das merken die Menschen schon seit langem:

Die NZZ schreibt weiter:
"Laut Umfragen haben mehr als die Hälfte aller Menschen in Deutschland das Gefühl, man könne seine Meinung nicht mehr frei äussern. Die jüngste Neuerung in diesem Bereich dürfte diesen Effekt noch verstärken. Um unliebsame Meinungen im Internet zu finden und zu beseitigen, gibt es jetzt sogenannte vertrauenswürdige Hinweisgeber. Sie melden nicht nur strafbare Inhalte, sondern auch erlaubte – und geben das offen zu."

Die Stasi lässt grüssen.

Derweil erodiert seit Jahren die Sicherheit im öffentlichen Raum und die Werte der westlichen Welt zerfallen. Vor kurzem berichtete das Göttinger Tageblatt, dass ein Sportfunktionär fordert, das Göttinger Symphonieorchester abzuschaffen und mit dem Staatsorchester Braunschweig zusammenzulegen. Dadurch sollen Gelder frei werden für Fussball & Co.

In der NZZ erschien ein Artikel (offen nur für Abonnenten) von Dietmar Hansch:
Die westliche Wert- und Weltordnung erodiert auf vielen Ebenen – die Zeit zum Gegensteuern läuft ab
Der Westen befindet sich in einer intellektuellen und geistigen Krise
. [...]

Ja, das passt.

Der Artikel generierte mehrere hundert Leserzuschriften, etlichen war der philosophische Bildungshintergrund der Schreiber anzumerken.

Jedoch haben Verfall und Niedergang ganz banale, praktische Gründe, die hauptsächlich durch eine jahrzehntelange, grottenschlechte Politik verursacht wurden. Ich habe in einem schnell in einfacher Sprache heruntergeschriebenen ganz kurzen Leserkommentar meine Ansicht öffentlich gemacht, was ich hier im Blog noch einmal zur Kenntnis gebe.

Eckart Härter
Es muss ohne die Beziehung zu lächerlichen
Potentaten und ihren Grossmachtgelüsten gehen.
Unsere Beziehung zu solchen Ländern abbrechen
bzw. auf ein unvermeidliches Minimum reduzieren.

Zugereiste Elemente, die seit Jahren dabei sind,
mit Gewaltverbrechen aller Art unsere europäischen
Gemeinwesen zu zersetzen und zu zerstören,
konsequent rausschmeissen.

Europa abschotten gegenüber Kriegslüsternheit und
Kulturlosigkeit. Stattdessen Europa ausbauen zu einem
beispielhaften Hort der Freiheit, der Friedensliebe,
von Kunst, Kultur und Bildung - und zu einer Oase des
(bescheidenen) materiellen Wohlstands für alle.
Das müsste genügen.

Im Grunde sind das Forderungen nach Selbstverständlichkeiten. Ich kann mich an Jahre erinnern, als Deutschland noch weit vom jetzigen Wohlstand entfernt war, als aber all die Werte, Einrichtungen und Errungenschaften unseres Landes nicht gefährdet waren.

Damals konnten Absolventen der 8. und letzten "Volksschul"klasse einen qualifizierten, angesehenen Handwerksberuf ergreifen, eine Familie gründen, vielleicht einen VW-Käfer kaufen und glücklich werden. Sowas klingt heute wie ein Märchen.

Der lateinische Spruch aus der Antike Mens sana in corpore sano, ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, gilt doch nach wie vor. Der Sport ist genauso wichtig wie das Sinfonieorchester. Körperliche und geistig-seelische Ertüchtigung und Gesundheit gehören zusammen. Beiden gebührt die gleiche Wertschätzung durch die Volksgemeinschaft und ihre Politiker.

Nichtsdestotrotz soll nach so vielen schlechten Nachrichten aus der deutschen Wirklichkeit der heutige Blog mit einem schönen, furiosen und begeisternden Fluchtpunkt enden:

Der grösste Tenor aller Zeiten, der schwergewichtige Luciano Pavarotti singt auf einer Galavorstellung in der Londoner Royal Albert Hall die höchst virtuose Schmacht-Arie aus dem "Liebestrank" von Donizetti Una furtiva lagrima (Eine verstohlene Träne). Sie endet auf das Wort d'amor - natürlich. Und Pavarotti hält zunächst den Laut a so lange und strahlend, aus voller Lunge aus, bis man als Zuschauer denkt, jetzt muss ihm doch der Atem ausgehen. Aber weit gefehlt: Mit einem langen Portamento die Quinte hinab geht es weiter, noch länger, mit gleichem, vollem Atem, hält er das o. Das macht ihm keiner nach.

Es begleitet das Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung des österreichisch-amerikanischen Dirigenten Kurt Adler.

Und dann schwenkt die Kamera nach oben zu einer Loge, und man erkennt (links neben Yehudi Menuhin) Queen Elizabeth, the Queen Mother (das war ihr offizieller Titel) und ihr inoffizieller: Queen Mom.

Feudalismus in seiner schönsten Form...

Hier die Aufnahme in youtube

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 49

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| 06.10.2024, Sonntag |
Foto Dagmar Haerter Diese Blog-Nummer ist thematisch die Fortsetzung der vorigen Nummer, denn wir müssen uns nochmal mit dem "Schlimmen" beschäftigen, liebe Leserinnen und Leser, aber diesmal etwas weniger traurig als in Nr. 48.

Es ist nämlich dasjenige, was die Menschen als schlimm empfinden, gar nicht bei allen dasselbe und der Begriff auch nicht so leicht zu fassen und zu beschreiben.

Deshalb möchte ich das berühmte Lied Wenn ich mir was wünschen dürfte... von Friedrich Hollaender (1896-1976) an den Anfang stellen, das von Marlene Dietrich (1901-1992) so genial interpretiert wurde.

In dem Lied kann sich das lyrische Ich nicht einmal entscheiden, ob es lieber eine schlimme oder eine gute Zeit herbeiwünschen sollte - aber lest selbst:

Man hat uns nicht gefragt, als wir noch kein Gesicht
Ob wir leben wollten oder lieber nicht
Jetzt gehe ich allein, durch eine große Stadt,
Und ich weiß nicht, ob sie mich lieb hat
Ich schaue in die Stuben durch Tür und Fensterglas,
Und ich warte und ich warte auf etwas

Wenn ich mir was wünschen dürfte
Käm ich in Verlegenheit,
Was ich mir denn wünschen sollte,
Eine schlimme oder gute Zeit

Wenn ich mir was wünschen dürfte
Möchte ich etwas glücklich sein
Denn wenn ich gar zu glücklich wäre
Hätt' ich Heimweh nach dem Traurigsein


Hier die Aufnahme

Friedrich Hollaender hat viele geniale Songs geschrieben und komponiert. Er war ein Meister des Leichten (aber nicht Seichten), des Leichten, oft mit Frivolität und Humor (Ich bin die fesche Lola; Johnny, wenn du Geburtstag hast...)

Auch ganz persönlich wurden Ulrike und ich schon mit dem Schlimmen in Verbindung gebracht, und meist hatte das mit unserer Tätigkeit als Tanz- und Lehrerpaar des Tango Argentino zu tun. Dazu zwei Anekdoten:

Es gab damals eine Zeitschrift für Tangotänzer und Tango-Interessierte, die sicher von allen unserer Kolleginnen und Kollegen gelesen und genutzt wurde. Darin konnte man auch Anzeigen schalten und seine Dienste und Fähigkeiten darlegen. Das taten viele, und auch wir hatten das schon mehrmals getan, sogar mit dem einen oder anderen Tanzbild von uns.

Nun geschah es, es war an einem sonnigen Sonntagmorgen, dass das Telefon klingelte. Ulrike nahm nichtsahnend ab, liess aber nach einem Augenblick den Hörer fallen und rief: "Der Konrad ist dran und beschimpft mich". Konrad (Name verfremdet) war ein Kollege von uns in einer anderen Stadt.

Fassungslos nahm ich den Hörer auf, um zu erfahren was los sei. In einer Art weinerlichem Gebrüll tönte es mir entgegen: "Wie könnt ihr es wagen, solche Bilder zu veröffentlichen, es wird von Mal zu Mal schlimmer!"

Da war es, das Wort. Der Kollege Konrad war ausser sich angesichts unserer Tanzbilder, die er offensichtlich als "schlimm" einstufte. Nun, es gelang mir nach einigen Minuten ihn etwas zu beruhigen und ihm klarzumachen, dass wir uns a, im Rahmen der geltenden Gesetze und b, nicht anders verhielten als andere Kollegen auch, von denen es damals in Deutschland noch nicht sehr viele gab. Heute gibt es in jeder grösseren Stadt jemand, der Tango Argentino unterrichtet.

Aber offenbar hatte der Konrad keine publikationsfähigen Bilder von sich, was ihn zu seinen Ausfällen gegen uns veranlasst haben mochte. Wir beendeten das Gespräch in zivilisierter Weise, sind uns danach aber menschlich nie näher gekommen.

Eins der vom Kollegen damals beanstandeten Bilder ist unser heutiges Titelbild von Blog-Nr. 49. Die Fotografin: Dagmar Härter

Ein anderer Fall ereignete sich ebenfalls am Telefon. Ein naher Verwandter rief an, nachdem er von uns einen Artikel aus der englischsprachigen Zeitung The Asian Age bekommen hatte, in dem ausserordentlich positiv über unser Auftreten in Calcutta (Kolkata), der viele Millionen Einwohner grossen Hauptstadt West-Bengalens berichtet worden war.

Die Reaktion meines Verwandten traf mich schmerzlich überraschend. Er riet uns nämlich, mit dem Tangotanzen aufzuhören. "Hört auf!" mahnte er eindringlich. "Aber warum denn, es läuft doch gerade sehr gut", war meine verblüffte Antwort, und ich erzählte ihm, dass für den Winter ein Auftritt von uns in der Deutschen Botschaft in Montevideo geplant sei, zusammen mit dem damals hoch berühmten uruguayischen Bandoneovirtuosen Marino Rivero.

Darauf entfuhr es meinem Verwandten: "Aber das ist ja noch schlimmer!"

Er hatte also unsere tänzerischen Erfolge in Indien als schlimm und die geplante Veranstaltung in Uruguay als noch schlimmer empfunden.

Ich muss dazu sagen, dieser Verwandte stand in keiner Weise in Konkurrenz zu uns. Er hatte es in seinem akademischen Beruf zu einer hoch angesehenen, leitenden Stellung gebracht, und er tanzte nicht einmal. Seine Reaktion auf unsere Arbeit war zumindest rätselhaft - schlimm eigentlich.

Bleibt nachzutragen, dass die Veranstaltung in der deutschen Botschaft in Montevideo nicht stattgefunden hat, aus Gründen, die hier nun nicht mehr breitgetreten werden sollen. Es läuft halt nicht immer alles so, wie man es gern hätte.

Es hat in unserer etwa 30-jährigen Praxis als Tango-Tanzpaar ausser Applaus, Publikumsbegeisterung und guten Kritiken gelegentlich auch negative Reaktionen vielerlei Art gegeben, einschliesslich Häme und hinterfotzigen Kommentaren. Sowas bleibt nicht aus, wenn man seine Arbeit in der Öffentlichkeit und dann auch noch auf der Bühne ausübt.

Auch eine Clara Schumann, die damals berühmteste Klaviervirtuosin der Welt, hat etliche negative Kritiken bekommen und sich dadurch nicht beirren lassen. Anton Bruckner wurde vom Kritiker Hanslick regelmässig geschmäht, und ein weltbekannter Dirigent wie Eugen Jochum musste sich vom Kritikerpapst Joachim Kaiser öffentlich einen angeblichen Fehler vorhalten lassen.

Die grossen Künstler leben weiter durch ihre Kunst. Die Bekanntheit ihrer Kritiker dauert nur deshalb an, weil sie ihre Namen mit denen der Künstler verbunden haben.

Schlimm? - Eigentlich nicht...


Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 05.10.2024, Samstag |
Foto Eckart Haerter Schlimm, schlimm, schlimm, liebe Leserinnen und Leser, und tatsächlich ist "Schlimm" das Thema des heutigen Blogs. Etwas anderes ist mir in dieser schlimmen Zeit einfach nicht eingefallen, das Thema hat sich quasi von selbst aufgedrängt.

Das Schlimmste in unserer Gegenwart sind natürlich die beiden Kriege in unserer näheren und weiteren Nachbarschaft. Über den Ukrainekrieg und seine völlig einseitige Behandlung durch die deutsche Politik und ihre Medien haben wir in Blog Nr. 10 bereits ausführlich gesprochen. Wenngleich Putins schwere Schuld für all die Toten und die Zerstörungen nicht im geringsten relativiert werden soll und darf.

Fast noch tragischer ist der Fall Israel, das Land, das seit seinem Bestehen von einigen seiner Nachbarn mit Hass und Vernichtung bedroht wird. Ein wahrhaft unerträglicher Zustand.

Jedes Land hat das Recht sich zu verteidigen. Trotzdem bleibt die Tatsache bestehen, dass Krieg das Furchtbarste ist, was einem Volk und Land angetan werden kann. Einen humanen Krieg gibt es nicht und kann es nicht geben, denn das gewaltsame Töten von Menschen, dieser Gipfel der Barbarei, kann niemals mit den Geboten der Humanität vereinbar sein, selbst wenn es nach den geltenden Gesetzen als legal gilt. Jeder Krieg läuft früher oder später aus dem Ruder und führt zu den ekelhaftesten, scheusslichsten Verbrechen, auch wenn das zunächst vielleicht nicht beabsichtigt war.

Deshalb haben wir in unserem Denkmodell von 2016 eine radikale und völlig neue Lösung angedacht: Das Militär abzuschaffen sowie bei Krieg und kriegsähnlichen Einsätzen nie mehr mitzumachen (wer kein Militär hat, kann nicht mitschiessen), und dies der Weltöffentlichkeit offiziell mitzuteilen.

Lediglich ein effektiver Bundesgrenzschutz (den es von 1951-1972 schon einmal gab), eine Polizeitruppe zu Lande, zu Wasser und in der Luft, wehrt jede unerlaubte Übertretung unserer Grenzen ab, egal ob sie mit oder ohne Waffen beabsichtigt ist.

Was aber, wenn der Potentat einer ausländischen Macht sich entschliesst, uns aus grosser Entfernung mit Drohnen und Raketen zu beschiessen, um uns für seine Pläne gefügig zu machen?

Für einen solchen Fall wird es sich nicht vermeiden lassen, ein ebensolches Kontingent an gleichwertigen, fern einsetzbaren Waffen vorzuhalten, um einen solchen Angriff in gleicher Weise beantworten zu können.

Denn schon Schiller lässt seinen Freiheitshelden Wilhelm Tell die Worte sprechen:

Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt

Wir von der Denkwerkstatt phantastische-demokraten.de sind jedoch der Meinung, dass es nicht die Waffen einer ausländischen Macht sein dürfen, denen wir unseren Schutz anvertrauen, denn die Mittel für unsere Verteidigung müssen unserer alleinigen Verfügungsgewalt unterliegen, das halten wir für selbstverständlich, wenn wir ein souveränes Land sein wollen.

Man könnte fast denken, dass die Entscheidungsträger der EU unser Denkmodell gelesen haben, für das wir übrigens auch aus uns näher stehenden Kreisen eher Ablehnung als Zustimmung erfahren haben.

Art. 12.
2. Wer aus einem muslimischen Land zu uns flieht, um dem religiös- politischen Regime des Herkunftslandes zu entkommen und um frei leben und sich frei entwickeln zu können, soll in Deutschland willkommen sein, besonders die Frauen.

Das haben wir damals in unserem Denkmodell von 2016 geschrieben.

Das Problem der illegalen Zuwanderung scheint nun in Deutschland wohl doch, wenn auch immer noch nur halbherzig in Angriff genommen zu werden. Das zweite, die Unterdrückung der Frauen in Afghanistan, ihre unvorstellbare Drangsalierung in ihrer Heimat, soll nun seitens der EU gelöst werden, indem diesen Frauen ohne jede formalistische Behinderung in der EU Asyl gewährt werden muss. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) kürzlich entschieden.

Reichlich spät, muss man sagen. Aber besser spät als nie.

Wir haben das schon vor 8 Jahren gefordert...

Aber gern bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 03.10.2024, Donnerstag (Tag der deutschen Einheit) |
Foto Eckart Haerter Heute, zum Tag der deutschen Einheit, eine Ansicht aus Berlin (Foto von mir), liebe Leserinnen und Leser. Denn beides hängt miteinander zusammen: Die Wiedervereinigung der beiden Teile Rest-Deutschlands und das Jüdische Museum Berlin, wo unter anderem Dokumente der Katastrophe aufbewahrt werden, die zur Teilung und Zerstückelung Deutschlands geführt haben.

Die gemeinsame Klammer ist das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, das den guten Namen unseres Landes unauslöschlich beschmutzt hat: Der Nationalsozialismus und das 3. Reich, das den Völkermord an den Juden begangen hat.

Im Jüdischen Museum Berlin werden die Briefe von unserem Onkel Alfred aufbewahrt, die er aus dem Konzentrationslager Auschwitz an seine Ehefrau, unsere Tante Lotte in Göttingen geschrieben hat, bis er im Januar 1945 im KZ ermordet wurde. Der Grund: Der Richter am Amts- und Landgericht Aurich, Dr. jur. Alfred Wertheim, war Jude.

Das sind meine Gedanken zum heutigen Feiertag, den es ohne die 12 Jahre Nationalsozialismus in der deutschen Geschichte gar nicht geben würde.

Jetzt aber geht es um die Gestaltung der Zukunft Deutschlands mit dem allerwichtigsten Ziel, die Demokratie und den Frieden zu erhalten. Denn beide sind in grosser Gefahr.

Leider sind es in neuster Zeit die etablierten Parteien und die führenden deutschen Medien, die wie ein Kartell die Meinungsbildung im Volk zu beherrschen und unliebsame Konkurrenz neuer Parteien niederzuhalten versuchen.

Konkret: Wenn der AfD nachgewiesen werden kann, dass sie nationalsozialistische Ziele verfolgt, und zwar solche, die die Abschaffung der Demokratie und/oder Verbrechen beinhalten, muss sie verboten werden - ohne Wenn und Aber.

Ist der AfD nichts dergleichen nachzuweisen, muss sie von den anderen Parteien sowie vom Verfassungsschutz und den Medien genau so fair und gerecht behandelt werden wie alle anderen.

Mit dem BSW hat dasselbe Spielchen auch schon angefangen, seitdem es bei den Wahlen in Thüringen, Sachsen, Brandenburg und zum Europaparlament beachtliche Erfolge erringen konnte. Die werden jetzt auch schon als "Populisten" und "Putinfreunde" verunglimpft.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die permanente Beschädigung unserer Demokratie und die Verächtlichmachung des Friedenswillens der (gefühlten) Mehrheit des deutschen Volkes den "Kartellparteien und ihren Medien" vorzuwerfen ist und nicht denen, deren Konkurrenz sie offenbar fürchten wie den "Heiligen Gott sei bei uns".

Gern bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 21.09.2024, Samstag |
Foto Werner Herr Heute im Bild (Foto: Werner Herr) ein Tango-Tanzpaar (Ulrike und ich) in der Stellung "al revés", liebe Leserinnen und Leser, was bedeutet, das Tanzpaar steht sich nicht gegenüber, sondern schaut beim Tanzen in dieselbe Richtung, also nach vorn.

Ich weiss nicht, warum der Tango so oft als Macho-Tanz angesehen wird. Es stimmt nämlich nicht. Als wir vor Jahren einmal beim NDR-Fernsehen zu einer Talkshow eingeladen waren und wo wir auch getanzt haben, fragte mich Isabel Varell, die in der Sendung eine der Moderatorinnen war, nach eben diesem Klischee: Wer denn im Tango-Tanzpaar der dominierende Teil, wer der "King" sei.
Meine Antwort war eindeutig: "Die Frau - sie ist die Queen".

Das war (mit provozierender Absicht) natürlich ein kleines bisschen übertrieben, denn tatsächlich gibt es im Tango keinen dominierenden Part. Frau und Mann sind gleichberechtigt mit unerschiedlicher Rollenverteilung. Tango ist ein Spiel mit einer rol femenino und einer rol masculino, einer weiblichen und einer männlichen Rolle.

Vielleicht ist es aber gerade das, was zu dem falschen Klischee geführt hat, denn im Tango darf der Mann ohne falsche Scham und ohne schlechtes Gewissen seine Männlichkeit zeigen und die Frau ihre Weiblichkeit - offen, stolz und unverhüllt (gern auch mal kaum verhüllt). Im folgenden Bild (Foto: Raab) Ulrike und ich bei einem Auftritt im Theaterkeller des Deutschen Theaters in Göttingen.

Foto © Raab Unsere Tango-Tanzkurse wurden gern auch von ausländischen Teilnehmern besucht, auch immer wieder mal von muslimischen. In der Türkei zum Beispiel gibt es eine starke Tangoszene. Dagegen erklärte uns ein iranischer Kurs­teil­nehmer einmal: "Würdet ihr so im Iran tanzen, würdet ihr sofort verhaftet."

Was die religionsbasierten Moralvorstellungen sowie die Auslegung und Befolgung der religiösen Regeln und Vorschriften angeht, sind die Bestimmungen in den verschiedenen islamischen Ländern durchaus unterschiedlich, das ist allgemein bekannt. Im allgemeinen ist es aber wohl so, dass in der muslimischen Welt die freizügige westliche Lebensart mit der völligen Gleichberechtigung der Frau als unanständig mehr oder weniger stark abgelehnt und als moralisch verwerflich angesehen wird.

So konnte es nicht ausbleiben, das Massen von muslimischen Menschen bei der Einreise in die freie Welt mit tagtäglichen Verhaltensweisen konfrontiert wurden, die sie zu höchster Empörung und Verachtung aufstacheln mussten, gepaart mit Neid und unerträglicher sinnlicher Erregung.

Die Gründe für die zahllosen, scheinbar unmotivierten Messermorde auf offener Strasse und in Verkehrsmitteln und die vielen hasserfüllten, gewalttätigen Angriffe auf unbedarfte Bürger und die entsetzlichen Gruppenvergewaltigungen dürften teilweise auch in dieser psychischen Verwirrung zu suchen sein.

Eine Staatsfrau bzw. ein Staatsmann, die es nicht gelernt haben, so weit über ihren provinziellen Tellerrand zu blicken, um sich die Problemlage vorstellen zu können, die sich ergibt, wenn man die Grenzen des eigenen Landes wahllos für hereinströmende Völkerschaften aus aller Welt öffnet, solche Provinkleingeister dürften niemals in staatslenkende Positionen gelangen, weil die dadurch entstehenden Schäden fürs eigene Land und Volk ungeheuer und irreparabel sein können.

Der Tango Argentino, obwohl am Ende des 19. Jahrhunderts an beiden Ufern des Rio de La Plata entstanden, ist eine Kultur der Emanzipation des männlichen wie weiblichen Individuums gegenüber jedweder Obrigkeit.

Tanzt Tango!

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 15.09.2024, Sonntag |
Foto E. Haerter Grosse Metropolen haben ihre ganz spezifischen Wahrzeichen, liebe Leserinnen und Leser. Paris hat einen Triumphbogen, Berlin die Siegessäule, London auf dem Trafalgar Square den Admiral Nelson in Bronze auf hoher Säule.

Wir gönnen den Hauptstädten ihre grosssprecherischen Triumphzeichen, denn wir Kleinstädter haben viel Besseres: ein Gänseliesel (Bild oben) auf dem Brunnen des Marktplatzes als Wahrzeichen der Stadt Göttingen und die über 40 Nobelpreisträger, die mit dem Namen der hiesigen Universität verknüpft sind.

Darüber hinaus ist unsere Stadt auch bekannt geworden durch die hochklassige Pflege der Kultur des Tangos vom Rio de La Plata, des "Tango Argentino", die Ulrike und ich hier 30 Jahre lang betrieben haben.

Seit wir als Tangotanz- und Lehrerpaar in den Ruhestand getreten sind, besteht unsere Hauptaufgabe im Kampf für Demokratie- und Friedenserhalt, wobei uns die Ideale des Tangos als ständige Stütze dienen.

Als Informationsmedium deutscher Sprache verwenden wir sehr gern die Neue Zürcher Zeitung, NZZ, die sich nicht an den links-grün geprägten deutschen Pressekodex des Verschweigens, Vertuschens, Bagtellisierens gebunden fühlt. Das heisst aber nicht, dass wir nicht auch die Beiträge der NZZ durchaus kritisch zur Kenntnis nehmen und wenn möglich, auch dementsprechend im dortigen Forum weltöffentlich kommentieren. Jüngstes Beispiel:

Die Überschrift des neusten NZZ-Beitrags (von Patrick Zoll) lautet: " Wenn Deutschland ans Seerecht glaubt, muss seine Marine durch die Taiwanstrasse fahren
Alle Länder legen internationales Recht zu ihren Gunsten aus. Doch China geht weit darüber hinaus und setzt auf das Recht des Stärkeren. Dem müssen andere Länder entgegentreten.
"

Meine Antwort im NZZ-Forum lautet:

Eckart Härter
Warum können wir nicht endlich mal aufhören uns überall einzumischen. Und das auch noch in einem Zustand des Aussterbens, des Verfalls und Niedergangs. Damit machen wir uns nur lächerlich.
Begierig strecken Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Glücksrittern, Versagern, Nichtskönnern und religiös motivierten Unruhestiftern und Gewalttätern die Hände nach dem aus, was es hier zu holen gibt, wenn die Deutschen in ihrem Land einmal nichts mehr zu sagen haben. Und der Zeitpunkt ist abzusehen.
Bevor wir uns um die Gelüste von China, Russland und sonstigen Grossschwätzern kümmern, sollten wir heute schon damit anfangen, unser eigenes Land aus eigener Kraft in Ordnung zu bringen und mithilfe unseres eigenen - nicht importierten - geistigen und körperlichen Potentials zu alter kultureller(!) und wissenschaftlich- technischer Stärke zurückzuführen.
Doch dazu bräuchte es eine Regierung, die das will.


Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 07.09.2024, Samstag |
Foto E. Haerter Gerade eben sind wir nach Hause gekommen, liebe Leserinnen und Leser. Haben bei Rewe unseren Wochenendeinkauf gemacht. Heute ist ein herrlicher Altweibersommertag wie im Bilderbuch. Der Himmel blau, fast wolkenlos, die Luft klar, alle Farben leuchten besonders intensiv. Es regt sich kein Hauch, und man spürt, dass der Tag heiss werden wird.

Natürlich haben wir auch Eis mitgebracht, das erfrischt bei der Hitze. Aber nicht nur das Eis...

Erfrischend ist auch, wenn man nach all der Gehirnwäsche in deutschen Medien, die einem schon fast gar nicht mehr auffällt weil sie so normal ist, wenn man so auf Linie gebracht, einmal in eine ausländische Zeitung schaut wie zum Beispiel die Neue Zürcher Zeitung, die NZZ. Da zuckt man regelrecht zusammen, wenn man unvermutet und ohne Vorwarnung liest:

"Ministerpräsident Höcke, na und? Die deutsche Demokratie hält auch einen zwielichtigen Wahlsieger aus
Berlin ist nicht Weimar und Höcke nicht Hitler. Doch seit dem Wahlsieg der AfD in Thüringen kennt die Hysterie keine Grenzen.
"

Es geht hier nicht darum, ob man dieser Aussage zustimmt oder nicht.
Vielmehr geht es darum, dass wir in einem Land leben, in dem es kein deutsches Medium wagen würde, einen solchen Satz zu veröffentlichen, und zweitens, dass in unserem Land der Wähler wählen kann, was er will und trotzdem immer Dieselben bekommt, die regieren.

Und an dieser Stelle sei noch einmal an die legendäre Aussage einer DDR-geschulten und ehemaligen FDJ-Sekretärin erinnert, die als Bundeskanzlerin nach einer demokratisch vollzogenen Wahl forderte: "Die Wahl muss rückgängig gemacht werden".
Und die bundesrepublikanischen Mitläufer taten ihr den Gefallen.

(Es ging um die Wahl des FDP(!)-Ministerpräsidenten, von Thüringen, die mit den Stimmen der AfD erfolgt war.)

Dass hier eine ausländische Zeitung mit internationaler Geltung eine völlig andere Sichtweise, eine ungeheuerliche Provokation, einfach so ausspricht, das ist das Erfrischende in unserer erstarrten Republik mit ihrer schwer beschädigten Demokratie.

Und wenn man weiterliest in dem Artikel von Eric Gujer, dem Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung, stösst man z.B. auf die folgenden Sätze, welche die Wahrheit völlig schnörkellos und unverkrampft aussprechen:

"Die ZDF-Chefredaktorin Bettina Schausten verglich den Wahlsieg Höckes mit Hitlers Überfall auf Polen. Der mit einer Zwangsabgabe finanzierte und daher zur Ausgewogenheit verpflichtete Sender begibt sich auf das Niveau von Fake News und Geschichtsfälschung.
[...]

Obwohl es wirtschaftlich derzeit nicht rundläuft, ist das Land eine saturierte Wohlstandsrepublik – und ein Sozialstaat, der es sich leisten kann, die Hälfte des Bürgergelds an Ausländer zu verschenken.
[...]

Aber vielleicht ist genau dies das eigentliche Problem: die Herablassung, mit der man in Parteizentralen und Redaktionsstuben des öffentlichrechtlichen Rundfunks auf das gemeine Volk herabblickt."
[...]

Der letzte Absatz ist so gut, dass man ihn zweimal lesen sollte, denn er gilt nach meiner Einschätzung auch für die meisten nicht öffentlichrechtlichen Medien in Deutschland, die ja wohl fast alle zu den zwei oder drei gigantischen Medienkonzernen in Deutschland gehören.

Man wird, wohin man auch schaut, bombardiert mit gesinnungsmanipulativer Absicht. Dazu ein nach dem Zufallsprinzip herausgegriffenes Beispiel der Publikation Berlin live der Funke-Mediengruppe. Es ist ein Zitat aus einem Bericht über eine Talkshow von Markus Lanz im ZDF:

"Es folgt eine schockierende Antwort Chrupallas: "Es hat nicht jeder, der Mitglied der SS war, Verbrechen begangen", erklärt der gebürtige Sachse. Für einen kurzen Moment ist da sogar der ZDF-Moderator sprachlos."

Ich konnte nicht anders und habe mich zu diesem verlogenen gespielten Entsetzen über die von Chrupalla geäusserte Binsenweisheit und Selbstverständlichkeit per Leserkommentar wie folgt eingemischt:

Eckart Haerter
Natürlich hat nicht jeder der 500.000 Angehörigen der
verzweigten Organisation SS auch Verbrechen begangen.
Die SS galt ja damals als eine staatliche Eliteorganisation
und nicht als Verbrecherbande.
Der jugendliche, spätere Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass
war stolzes Mitglied der Waffen-SS und der spätere Chef der
amerikanischen Weltraumbehörde NASA, Wernher von Braun, war
SS-Offizier im Organisationszweig der Allgemeinen SS.
Es waren immer Teile einer so grossen Organisation, die Verbrechen
- auch allerschlimmste - begangen haben. Und das gilt genau so auch
für die Wehrmacht.
Streng genommen hat sich jeder, der im verbrecherischen 3. Reich "seine Pflicht" getan hat, auch irgendwie schuldig gemacht.
Das alles "ist ein weites Feld".


Soweit meine öffentliche Einlassung, die natürlich nichts bewirken wird. Aber so ganz sprachlos wollte ich das Beispiel - eins von den zahllosen, täglichen - doch nicht stehenlassen, denn wir haben uns ja den Kampf für Demokratieerhalt zur Aufgabe gestellt.


Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 02.09.2024, Montag |
©Welt.de Wie ist es nur möglich, dass es zu diesem Wahlergebnis gekommen ist? Fragen sich nun besonders die Politiker von Grünen, SPD und FDP mit ganz bedröppelten Gesichtern. Was fällt den Wählerinnen und Wählern nur ein? Die machen wohl wirklich ernst?

Ja, nun ist das Rätselraten gross, liebe Leserinnen und Leser. Dabei hätten die verantwortlichen deutschen Politiker nur mal in unser Denkmodell schauen müssen, das wir 2016 ins Netz gestellt haben. Dann hätten sie nämlich gewusst, wie dieses Gewerkel enden musste, das den Namen Politik nicht einmal verdient.

Wenn der Grund nicht so furchtbar wäre, hätte ich mich gestern bei der Veröffentlichung der Wahlergebnisse kaputtgelacht. Die Thüringer und Sachsen haben einfach kurzen Prozess gemacht und den Politikern gezeigt, was man tut in einer Demokratie, wenn 10 Jahre lang eine Politik gegen das eigene Volk gemacht wird. Abwählen!

Kurz nach dem widerwärtigen Verbrechen des Syrers in Solingen hat Frau Esken, die Co-Vorsitzende der SPD, noch öffentlich (sinngemäss) erklärt, dass es aus diesem Anschlag (mit 3 Toten und mehreren Schwerverletzten) nichts zu lernen gäbe. Soviel Kaltschnäuzigkeit, Dreistigkeit, Empathielosigkeit und Zynismus gegenüber den Toten, Verletzten und deren Familien ist selbst bei Politikern selten.

Ob sie nach dieser Wahl, bei der die SPD fürchten musste, an der 5%-Hürde zu scheitern, ob sie daraus wohl etwas gelernt hat?

Nach dem Gemetzel in Solingen, dem wahllosen Abschlachten von Menschen auf offener Strasse und vor Zuschauern, hat es auf deutscher Seite ja ein paar zögerliche Versuche gegeben, der Bevölkerung vorzumachen, dass die Politik nun doch tatsächlich etwas tun will gegen islamischen Hass, Terror und Morde. Die erlaubte Messerlänge soll gekürzt werden. Auch ein Verbot von Messern in bestimmten Zonen soll es geben. Darauf hat der "Islamische Staat", IS, (verständlicherweise) postwendend mit Hohn und Spott reagiert. Die lachen sich kaputt über Deutschland und empfehlen ihren hier lebenden Anhängern, doch weniger verdächtige Werkzeuge zum Totschlagen von uns Deutschen zu verwenden, zum Beispiel einen Hammer. Schutzsuchende...
In der Stuttgarter Zeitung habe ich einen ausführlicheren Bericht darüber gelesen.

Die Wähler in Thüringen und Sachsen haben ein Zeichen gesetzt. Dass die AfD einmal stärkste und eimal zweitstärkste Kraft geworden ist, mag manchen vielleicht beunruhigen, weil es in der Partei auch Mitglieder zu geben scheint, denen nachgesagt wird, dass sie immer noch (wenigstens teilweise) mit dem Nationalsozialismus sympathisieren.

Das gilt es im Auge zu behalten. Denn nur als echt demokratische, strikt auf dem Boden des Grundgesetzes agierende Partei hat die AfD eine dauerhafte Chance.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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Bearbeitet

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| 26.08.2024, Montag |
Die blaue Blume der Romantik Foto Eckart Haerter Es ist schwer, in diesen Zeiten Zusagen einzuhalten, liebe Leserinnen und Leser. Kürzlich hatte ich versprochen, nach all den schrecklichen Nachrichten, im nächsten Blog wieder einmal nur von Blumen und Musik zu sprechen, was ich heute auch vorhatte. Man sieht es an dem ausgewählten Titelbild. Es ist die blaue Blume der Romantik, wie sie mir vor einiger Zeit auf dem Göttinger Wall begegnete.

Jedoch, nach den neuerlichen, entsetzlichen Gräueltaten, dem wahllosen, bestialischen Abschlachten von Menschen in Solingen, sehe ich mich gezwungen, auch heute kurz darauf einzugehen.

9000 Messerangriffe in Deutschland 2023. Das ist statistisch einer pro Stunde(!). Ist es nicht in befremdlicher Weise bemerkenswert, dass die Länder, die eine besonder herzinnige "Willkommenkultur" gepflegt haben, Deutschland und Schweden, nun von den Schutzsuchenden in besonders hasserfüllter und niederträchtiger Weise heimgesucht werden?

Die Wirklichkeit, sie ist leider nicht so, wie sich das einige Märchentanten und -Onkels, die gerne einmal Weltpolitiker spielen wollten, wohl vorgestellt hatten.

Es hätte niemals passieren dürfen, dass eine einseitig begabte "Fachidiotin" (um einen Ausdruck der 1968er Bewegung zu benutzen), die zudem noch in der DDR sozialisiert und ausgebildet, zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland gemacht wurde - und das 16 Jahre lang blieb!

Aber sie trug nicht allein die Schuld. Sie hatte zahllose, gehorsame Mitläufer*innen in allen Parteien, die alles mitgemacht haben, und dazu noch den damaligen Bundespräsidenten, ebenfalls DDR-geschult, der aus dem Bischofspalast Bellvue von der "Willkommenskultur" predigte.

Meine eigene Meinung habe ich damals in den Spalten der Foren und seit Anfang dieses Jahres in diesem Blog kundgetan: Ich bin für Zuwanderung ausländischer Menschen nach Deutschland und für multikulti. Aber nicht für blödes, auf Selbstbeweihräucherung abzielendes Öffnen aller Grenzen für alle. Punkt und aus!

Manchmal ist die Wirklichkeit so furchtbar, dass auch die Fluchtpunkte fast ihre Schutzfunktion einbüssen. Geschafft hat es Wilhelm Furtwängler, der grösste Dirigent des 20. Jahrhunderts, dem in den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte, inmitten des Grauens des 2.Weltkriegs, die bezwingendsten Interpretationen der Beethovenschen Sinfonien gelungen sind, die es je gegeben hat.

Kunst - insbesondere aber eigentlich nur die Musik - kann in Momenten höchster Not, zu gottesdienstartiger Erlösung führen. Damals sind in den Fürtwängler-Konzerten in Berlin Musiker und Publikum zu einer verschworenen Schicksalsgemeinschaft zusammengewachsen, die sie für eine Weile aus den Abgründen der Verzweiflung in eine andere Welt geistiger Grösse und des Trostes hinausgeführt haben.

Vor wenigen Tagen, während die Nachrichten von dem Solinger Massaker noch über die Sender liefen, erhielt ich von einer mir nahestehden Person ein Musikvideo zugeschickt. Claudio Abbado dirigiert die Wiener Philharmoniker mit der Lohengrin-Ouvertüre von Richard Wagner.

Lohengrin-Vorspiel    Dauer 8:22.

Grossartige Musik, die einen aus der Wirklichkeit in himmlische Sphären trägt. Eins der unsterblichen Meisterwerke Richard Wagners, des Klangmagiers ohne Beispiel, dessen suggestiver Wirkung man sich nicht entziehen kann. Unter seinen Verehrern war Friedrich Nietzsche wohl der glühendste, er war Wagner geradezu verfallen und ergeben, und er litt schliesslich darunter. Scharfsinnig und gnadenlos zutreffend entlarvte er am Ende die Mittel des Verführungspotentials von Wagners Musik, dem er, Nietzsche, sich trotz seiner Erkenntnis bis zum Schluss nicht wirklich zu erwehren vermochte. Wagner, als der persönlichkeitsmässig Überlegene, konnte das ohne weiteres wegstecken, während Nietzsche in einer Art Hassliebe Wagner bis zum Schluss in innerlicher Abhängigkeit verbunden blieb. Vielleicht war Nietzsches Fall in die geistige Umnachtung seine Erlösung.

Wie auch immer, Wagner war einer er grössten Komponisten, Opern-Libretti-Dichter und Musikschriftsteller aller Zeiten. Heute wäre er mit Sicherheit der gefeiertste Filmkomponist der Welt. So verehre ich ihn auch.

Anton Bruckner verehrte Wagner als sein grosses Vorbild in Sachen Kompositionskunst. Er widmete Wagner seine 3. Sinfonie. Aber Bruckner wurde nie Opernkomponist, sondern blieb bei seiner absoluten Musik, die keiner dramatischen Handlung verpflichtet ist.

Ich selbst lebe auch vorzugsweise in der Welt der absoluten Musik, wo sich das imaginäre Drama - allein über die Töne vermittelt - in der Seele des Hörers abspielt.

Da gibt's dann viel zu tun...


Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 41

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Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 18.08.2024, Sonntag |
Stephanus-Kirchturm Foto Eckart Haerter Im Bild der Kirchturm der Stephanus­kirche zu Göttingen, liebe Leserinnen und Leser. Er beweist, dass auch in unserer Zeit erbaute Kirchen interessante und bereichernde städtebauliche Akzente setzen können.

Die Misere der Pfarrer indes kann ich gut verstehen. Da haben sie so schöne Kirchen und in ihren Gottes­diensten wird ihnen jedes Mal vor Augen geführt, wie wenige Menschen noch zu dieser Veranstaltung kommen. Oft sind es so wenige, dass es sich nicht mehr lohnt, an jedem Sonntag die Botschaft zu verkünden. Dann bleibt die Kirche zu.

Ob es mir als Blogger nun besser oder schlechter geht als dem Pastor, ist sicher Ansichtssache. Ich weiss nicht, ob überhaupt jemand weltweit meine Botschaft liest. Zwischen 0 (null) und einigen zig Millionen Lesern ist theoretisch alles möglich.

Da ich es als meine Pflicht ansehe, mich zu der gefährlichen, rückwärts gewandten und törichten Politik der Bundesregierung zu äussern, habe ich beschlossen, meinen Blog noch so lange weiterzuführen, bis sich diese Politik entscheidend geändert hat. Inzwischen hoffe ich, dass wenigstens der Verfassungsschutz gelegentlich bei meinem Blog vorbeischaut und sich von mir in Sachen Demokratieerhalt inspirieren lässt.

Für mich ist die Zukunft Deutschlands klar vorgezeichnet. Ich sehe es als eine unvermeidbare und nahezu unumkehrbare Folge der seit mehreren Jahrzehnten herrschenden Politik an (bei der die 16 Jahre Regierung Merkel den Tiefpunkt bilden), dass der Niedergang Deutschlands auf nahezu allen Gebieten nicht mehr aufzuhalten ist und schliesslich mit der Einebnung seiner geistigen, wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte auf einem Niveau am unteren Ende der Durchschnittlichkeit enden muss.

Diese Entwicklung wird zwangsläufig auch zu einem Rückgang des Wohlstands führen müssen, wie wir ihn seit dem Ende des 2. Weltkriegs bis in die 1990er Jahre in zuverlässig zunehmender Weise haben geniessen dürfen. Der gewohnte Wohlstand, an dem schon lange immer weniger Menschen teilhaben können, ist aber an die Exzellenz unseres Landes gebunden, mit Durchschnittlichkeit sind wir nurmehr Mittelmass und haben im Kreis der Top-Nationen nichts mehr zu suchen.

Natürlich kann man auch in Mittelmässigkeit noch ein einigermassen zufrieden­stellendes Leben führen, aber ein Abstieg ist immer schmerzlich. Denn jeder wünscht sich doch, dass seine Nachkommen es einmal genauso gut, möglichst noch besser haben mögen als man es selbst gehabt hat.

Das alles spielt sich vor dem Jahrtausendereignis des grossen Bevölkerungs­austausches ab, wobei jeder menschliche Verlust des aussterbenden deutschen Volkes durch einen türkischen, arabischen, afrikanischen oder asiatischen Zuwanderer, in der grossen Mehrheit ohne ausreichende Schulbildung, ohne Berufsausbildung sowie kultur- und bildungsfern ersetzt wird.

Über diese drastische Veränderung Deutschlands ("ich freue mich darauf!") und regierungsseits bewusst ohne ein ordentliches Einwanderungsgesetz, habe ich in diesem Blog schon des öfteren gesprochen. Deshalb hier und heute nur noch einmal mein Kommentar, dass es hierbei nicht um die Ablehnung von einwanderenden Ausländern geht, sondern um das ungeregelte Fluten Deutschlands mit Personen, von denen ein Teil den Niedergang unserer Heimat enorm beschleunigt, unser Sozialsystem zum Absturz bringt und den inneren Frieden zu zerstören sucht. Zahllose Tote sind bereits zu beklagen, ohne dass von der Regierung ehrliche Anstrengungen zur Beseitigung der Bedrohungslage unternommen werden.

Denn eins ist ebenso klar: Wir brauchen grosse Hilfe durch gebildete, ausgebildete und anständige Menschen aus anderen Ländern. Denn ohne diese könnten wir bereits heute so manches Krankenhaus aus Mangel an Fachkräften dicht machen und viele schwerkranke Menschen ihrem Schicksal überlassen. Das nur als Beispiel.

Dass die Herkunftsländer vielleicht ebenfalls (und vielleicht noch viel dringender als wir) ihre Fachkräfte selbst benötigen könnten, das Problem will ich an dieser Stelle und mit dieser Bemerkung für heute nur einmal streifen.

In diesem Sinne...


Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 40

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| 13.08.2024, Dienstag |
Foto Eckart Haerter Im Bild ein Teil der Ruine der mittelalterlichen Burg Plesse bei Göttingen.

Wer sich viele Jahre lang in der multikulturellen Szene bewegt hat, liebe Leserinnen und Leser (wie z.B. Ulrike und ich in unserer Eigenschaft als Tangotanzpaar), der hat Mühe, nicht in Trauer und Depression zu verfallen angesichts dessen, was unsere Regierungen uns und unsrem Land seit langem antun.

Und wer beim Lesen jetzt denkt: "Oh, bloss nicht schon wieder dieses Thema", den kann ich zwar verstehen, aber leider ist es so, dass dieses Thema nicht zu vermeiden ist, es verfolgt uns, solange die Bundesregierung ausser dem Aufsagen von angeblich beabsichtigten Massnahmen nichts tut gegen die ungeregelte, chaotische Einwanderung nach Deutschland und ihre Auswirkungen mit inzwischen zahllosen Toten, Verletzten und traumatisierten Menschen.

Während die deutschen Medien nach wie vor in bester regierungsdevoter Manier die Zustände zu verharmlosen suchen, spricht die wichtigste schweizerische Zeitung NZZ (Neue Zürcher Zeitung) die Dinge einfach und klar aus:

"Durchschnittlich jede Stunde ereignete sich 2023 eine Messerattacke, rund 9000 waren es insgesamt. Im laufenden Jahr dürfte die Zahl höher liegen. Faeser will nun das Führen weiterer Messerarten verbieten. Die Gemeinden sollen ausserdem mehr Messerverbotszonen ausweisen. Beide Vorschläge zeigen die Hilflosigkeit einer Politik, die Placebos verteilt und Pflaster anbringt, wo eine Radikalkur nötig wäre. Die schwindende innere Sicherheit bedroht die Bundesrepublik in ihren vitalen Funktionen.

Die wachsende Unsicherheit in deutschen Strassen, Parks und Innenstädten ist die direkte Folge einer Migrationspolitik zum Nachteil Deutschlands, wie sie die gegenwärtige Bundesregierung auf die Spitze treibt."


Soweit die NZZ. Die alltägliche Bedrohungslage zieht sich mit ihrer Spur von Angst und Blut durch ganz Deutschland. Kürzliches Beispiel sind die beiden jungen ukrainischen Basketballspieler, die in Oberhausen beim Aussteigen aus dem Bus abgestochen wurden. Beide sind tot.

Aber die Verbreitung von Angst und Schrecken ist keineswegs mehr nur auf Grossstädte beschränkt. Zu der malerischen niedersächsischen Kleinstadt Stadthagen, der Kreisstadt des Kreises Schaumburg, haben wir eine persönliche Beziehung. Was da los ist, erfährt man aus einem Blick in die Schaumburger Nachrichten:

"Unbekannte Personen verwehren mit Eisenstangen Zugang zur Stadthäger Innenstadt."

Aus dem Artikel geht hervor, dass sich die Täter an mehreren Zugängen zur Innenstadt positioniert hatten und unter Gewaltandrohung niemand passieren liessen.

Oder die folgende Nachricht aus Stadthagen, die man angesichts der Zustände auch noch als gut und positiv bewerten muss:

"Mehr Sicherheitsgefühl in Stadthagen: 21 neue Kinderschutzinseln

Die mit dem "Kinderschutzinsel"-Aufkleber gekennzeichneten Geschäfte in der Innenstadt bieten Kindern und Jugendlichen Anlaufstellen bei derartigen Problemen."


Bei den Problemen handelte es sich um junge Mädchen, die von einer Gruppe männlicher Jugendlicher durch mehrere Geschäfte verfolgt und sexuell belästigt wurden.

Oberst Graf Stauffenberg, dessen Attentat vor 80 Jahren gegen Hitler mislang, soll kurz vor seiner standrechtlichen Erschiessung in Berlin ausgerufen haben:

"Gott schütze unser heiliges Deutschland!"

Für heute Schluss...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 06.08.2024, Dienstag |
Foto Eckart Haerter Ein Bild aus einer anderen Zeit, liebe Leserinnen und Leser, und doch hat sich diese Stadtansicht vom Göttinger Marienkirchturm und den mittelalterlichen Dächern bis heute erhalten. Ein Bild der Beständigkeit, das wie selbstverständlich auch unserer Zeit angehört und das Ruhe, Frieden und Geborgenheit ausstrahlt. Sehr wichtig und unverzichtbar gerade in einer Gegenwart, in der unsere alten, hergebrachten Werte geopfert werden und sich unser Heimatland als Ganzes, schneller als noch vor 10 Jahren gedacht, in Auflösung befindet.

Ich liebe diese alten Ansichten, an denen eine Stadt auch nach Jahrhunderten noch wiederzuerkennen ist. Glücklicherweise bin ich mit diesem Empfinden kein einsamer Sektierer. Vielmehr scheint es ein menschliches Grundbedürfnis zu sein, die eigene Identität und die Identität der Heimat wenigstens teilweise und solange wie noch möglich, zu bewahren. Deshalb gibt es den Denkmalschutz, die Museen, Theater und die Konzertsäle der klassischen Musik, wo die im Verlauf unserer Geschichte gewachsene Kultur gepflegt und bewahrt wird.

Andererseits trifft aber auch der berühmte lateinische Spruch zu: Tempora mutantur, et nos mutamur in illis, die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen.

Wir sind noch immer dieselben Menschen wie vor 50 Jahren, obwohl uns die Ereignisse des halben Jahrhunderts natürlich geprägt und verändert haben. Aber der Spielraum bei den Veränderungen ist von Individuum zu Individuum gross und unterschiedlich.

Ich selbst bin in all den Jahrzehnten mit meiner Rückwärtsgewandtheit und meinen kulturellen Interessen ein Mann des 19. Jahrhunderts geblieben, an dessen Ende auch der Tango seinen Anfang nahm, und der Ulrike und mir zur Leidenschaft und zum Beruf geworden ist.

Auch die Kultur des Tangos pflegt den nostalgischen Blick zurück, und getanzt wird er auch heute noch überwiegend nach der Musik der 1930er und 1940er Jahre, gespielt meist noch von den Tangoorchestern jener Zeit, die, damals jung, durch die Jahrzehnte hindurch und teilweise als uralte jung Gebliebene bis in die 1990er Jahre mit unglaublicher Frische und Energie gespielt haben (Di Sarli, Osvaldo Pugliese, Miguel Villasboas). Die alten Schallplatten sind längst auf moderne audio Datenträger übertragen worden und werden massenweise verkauft.

Wir, die wir ein schönes Leben in weitgehend stabilen, friedlichen Verhältnissen haben leben dürfen, können darüber froh und dankbar sein. Und natürlich wollen wir, dass die nach uns Lebenden es ebenso gut haben. Das muss das Ziel jeder deutschen Politik sein.

Unsere Vergangenheit kann uns keiner nehmen, aber eine schlechte Politik kann sehr wohl unseren Nachkommen ihre Zukunft zerstören.

Zur Resignation will ich damit aber nicht aufrufen. Als Kämpfer wäre das auch nicht meine Art und auch nicht meine Absicht. Aber manchmal ist es notwendig, falsche Wege deutlich zu benennen, wenn sie in den Abgrund führen könnten.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 22.07.2024, Montag |
Foto Eckart Haerter Ein Sinnbild, liebe Leserinnen und Leser, und Kontrast muss sein. In diesem Fall der Wechsel von den unschönen Nachrichten in der vorigen Nummer zur Empfindsamkeit der deutschen Romantik.

Stockrosen sind vergänglich. Im heutigen Bild die letzte überlebende aus mehreren hundert, die vor einigen Jahren noch unseren Innenhof mit einem üppigen Farbenmeer verzauberten. Diese hier hat alle anderen um mehrere Jahre überlebt.

Zwar ist die Stockrose nicht wirklich eine Rose, sondern ein Malvengewächs, aber weil Sommer ist und diese Stockrose die letzte im Garten, ist die Erinnerung an das Gedicht von Friedrich Hebbel (1813-1863) fast ein Automatismus:

Sommerbild

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah am Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weisser Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es und verging.


Ein Meisterwerk der Romantik, wenngleich ich Hebbels Gefühl des Schauderns angesichts des zu erwartenden Todes nicht teile. Der Tod gehört zur Natur - wenn die Zeit gekommen ist. Tragisch ist nur der vorzeitige Tod.

Wunderbar aber, wie Hebbel das Bild von der schon überalterten Rose malt. Jeder kennt den Zustand, wenn die ganz schweren, doch schon kraftlosen Blütenblätter bei der kleinsten Berührung geräuschlos herunterfallen.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 20.07.2024, Sonnabend |
Foto Eckart Haerter Dass ich so lange nichts habe von mir hören lassen, liebe Leserinnen und Leser, hat natürlich einen Grund. Es hatte mir nämlich buchstäblich die Sprache verschlagen, als in allen öffentlichen Debatten, in einer Talkshow nach der anderen, wieder die Kriegstrommel gerührt wurde.

Der Gipfel war, dass die Amerikaner beschlossen haben, wieder Lang- bzw. Mittelstrecken-Raketen auf deutschem Territorium zu installieren. Ich weiss nicht, wo da die Grenze gezogen wird, jedenfalls sollen es Raketen sein, die Moskau erreichen können.

Eigentlich habe ich den uns zur Zeit noch regierenden Präsidenten Biden als vernünftigen Mann wahrgenommen, er schien mir nicht zu den Schiesswütigen zu gehören. Jetzt ist er leider sichtbar senil geworden und sollte mit Würde in den Ruhestand treten (was wohl auch geschehen wird).

Insofern ist es gut und vielleicht heilsam, dass höchstwahrscheinlich Herr Trump unser neuer Präsident werden wird, denn spektakulärer und peinlicher könnte es vor der Weltöffentlichkeit gar nicht offenbar werden, wie fatal und würdelos es ist, wenn eine Kulturnation wie Deutschland (und mit ihr ganz Europa) ihre Souveränität aufgibt, um sich einer "Führungsnation" unterzuordnen.

Es muss doch zu schön gewesen sein im Kalten Krieg, als es den Ostblock gab mit seiner Führungsnation Russland (damals der Sowjetunion), und den Westen mit der NATO und seiner Führungsnation USA.

Unser Europa, der Kontinent auf der höchsten Kultur- und Zivilisationsstufe aller Zeiten und Völker und vor kurzem noch führend in Wissenschaft, Technik und Industrie und mit doppelt so vielen Einwohnern wie die der Vereinigten Staaten von Amerika.

Dieses alte Europa, heute überaltert, erschlafft und degeneriert, das planlos und handlungsunfähig nach seiner "Mama" jammert, seiner Führungsnation Amerika.

Unsere Führungskräfte sind sich ihres Unterordnungswillens durchaus bewusst, dabei aber unfähig, etwas daran zu ändern. Das wird besonders deutlich, wenn einzelne politische Führer, die noch eine gewisse Führungsstärke erkennen lassen, ausscheren, wie beispielsweise Herr Orban. Solche werden dann von der geballten Ohnmacht der EU gnadenlos fertiggemacht und ausgegrenzt.

Währenddessen fällt den Westeuropäern ihre als "Toleranz" und "Humanität" schön geredete Schwäche und Hilflosigkeit auf die Füsse. Ihr aus Selbsthass(?) geborenes Korrektiv der grenzenlosen, regellosen Masseneinwanderung aus unterentwickelten Ländern scheint auf ihrer Ablehnung des eigenen Volkes zu beruhen, mitsamt seiner Geschichte und Identität.

Die seit 2015 bis heute andauernde ungeregelte Massenzuwanderung hat längst zur beginnenden Zersetzung unseres Gemeinwesens und der inneren Sicherheit geführt. Es fragt sich, wie lange Demokratie und Rechtsstaatlichkeit diese Belastungen aushalten.

Das gilt nicht mehr nur für die Hotspots der Grossstädte, sondern bis hinein in den vor kurzem noch behaglichen und sicher geglaubten kleinstädtischen Raum (Bad Oeynhausen usw.).

Heute, am 20. Juli 2024 lautet die Schlagzeile auf Seite 1 des Göttinger Tageblatts:

(c) Göttinger Tageblatt
Die Angst wohnt mit
Der Einsatz der Polizei in Grone-Süd, bei dem sich um die 100 Personen auf der Deisterstrasse versammelten, wirft Fragen auf. Groner erzählen von ihrem alltäglichen Leben im Quartier - anonym, aus Angst vor Konsequenzen.


Der Stadtteil Grone war bisher ein typischer Bezirk normal arbeitender Mittelstandsbürger. Geprägt von viel Grün und den üblichen, meist nicht zu grossen Wohnblocks. Eine durchaus angenehme Wohngegend mit erschwinglichen Mieten und einer Atmosphäre freundlicher Nachbarschaft. Einen solchen Stadtteil kaputt zu machen, muss von vielen als ein Akt gegen die eigene Bevölkerung empfunden werden.

Im Artikel erfährt man, dass die Polizei in diesem Jahr schon 77 mal zu Einsätzen dorthin ausrücken musste. So macht man einen guten, einst typisch deutschen Stadtteil systematisch kaputt.

Ich finde es sehr traurig, dass es an diesem Wochenende so viel Unerfreuliches zu berichten gibt. Das Göttinger Tageblatt bringt es, wie gesagt, auf Seite 1.

Tatsache ist, dass Europa nicht nur von aussen bedroht wird. Die Bedrohung des inneren Friedens besteht schon seit Jahren und nimmt ständig zu. Normale, friedliche, arbeitende Bürger sehen sich genötigt, aus ihrem angestammten Stadtteil wegzuziehen. Es bleibt die Frage: Wie soll Deutschlands Zukunft aussehen...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 12.07.2024, Freitag |
Foto Eckart Haerter
Wenn es ganz dicke kommt, liebe Leserinnen und Leser, wenn das Ungemach so richtig widerlich über uns hereinbricht und droht, uns das Dasein gänzlich zu verderben, dann habe ich immer meine (vielleicht eher ironisch gemeinte) Losung ausgegeben: "Jetzt befassen wir uns nur noch mit Blumen und Musik". Und da habe ich heute auch gleich etwas Passendes für euch im Gepäck: Die Felicia. So wie das Wort klingt, ist es wohl der Name einer schönen Frau und in diesem Fall ein in Argentinien und Uruguay ausserordentlich beliebter Tango. Mehr dazu weiter unten.

In der Nr. 15 dieses Blogs habe ich die uruguayische Hauptstadt Montevideo schon einmal als einen (vielleicht sogar den geliebtesten) unserer Fluchtorte vorgestellt, und nach den schrecklichen Nachrichten in den vorigen Nummern 34 und 35 ist das Aufsuchen dieses Fluchtpunkts auch genau das Richtige. Im Titelbild der heutigen Ausgabe der Blick aus unserem Hotel in Montevideo auf den Rio de La Plata.

So wie in unserer deutschen Heimat aus dem Zusammenfluss von Werra und Fulda die Weser entsteht, so entsteht in Südamerika aus der Vereinigung der beiden Flüsse Paraná und Uruguay der Rio de La Plata (deutsch: der Silberfluss). Dieser riesige Fluss, an dessen Ufern sich die Ursprungsstädte des Tangos, Buenos Aires (am südlichen Ufer) und Montevideo (am nördlichen), schräg gegenüberliegen.

Das Foto lässt die Ausmasse des Rio de La Plata erahnen. Vor Montevideo, das nah an seiner Mündung in den Atlantik liegt, ist er 200 Kilometer breit. Da ist kein anderes Ufer mehr zu sehen, und man fühlt sich wie am Meer.

Der unbegrenzte Blick macht die Seele frei, fördert das entspannte, tiefe Durchatmen in der klaren Luft und führt zu innerer Ruhe und Gelassenheit.

Der heute hoch betagte und sehr sympathische Miguel Villasboas Foto privat M. Villasboasist Pianist und Leiter des beliebtesten Tangoorchesters von Uruguay, mit dem er auch international sehr bekannt geworden ist. Mit ihm und seinem Orchester sind Ulrike und ich mehrere Male in Montevideo vor grossem Publikum aufgetreten. Diese Auftritte (und natürlich auch solche mit anderen Musikern) haben wir immer als Höhepunkte unserer Arbeit als Tango­tanzpaar empfunden. Denn in einer Geburtsstadt des Tangos mit einheimischen Musikern vor einheimischem Publikum aufzutreten, das ist für deutsche Tangotänzer weder alltäglich noch selbstverständlich.

Zum Tango Felicia haben Ulrike und ich eine persönliche Beziehung. Für uns war die Felicia nämlich "der letzte Tango in Montevideo", der Tango unseres letzten öffentlichen Auftritts dort. Es war eine kleine, intime Veranstaltung in einem Restaurant mit Tanzfläche. Das Lokal knüppelvoll. Unter den Gästen befanden sich viele berühmte Tangokünstler, darunter Miguel Villasboas. Unvergesslich die hohe Tangokunst, als die grosse alte Dame des uruguayischen Tangos, die weltberühmte Olga Delgrossi, Nostalgias sang. Den Abend habe ich in unseren Erinnerungen "Tango in Montevideo" beschrieben.

Ulrike und ich sollten als vorletzte Nummer des Showprogramms, wie immer ungeprobt, einen Tango tanzen - diesmal freilich nach einer CD von Miguel Villasboas. Miguel schlug Felicia vor und legte uns selbst die CD auf... ...

Die Felicia ist rundum uruguayisch. Sowohl der Textdichter als auch der Komponist sind Uruguayer. Zudem ist dieser Tango auch ein gutes Beispiel für die musikalische Interpretation, die allgemein für alle Tangos gilt. Ein und derselbe Tango kann, je nachdem von welchem Orchester er gespielt wird, sehr unterschiedlich klingen. Was für Tänzer keine geringe Herausforderung bedeutet.

Hier Felicia in der Version von Miguel Villasboas, nach der wir in der Show getanzt haben. Und zum Kontrast die von Adolfo Carabelli

Felicia Text

Wie versprochen ... Blumen und Musik...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter




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| 11.07.2024, Donnerstag |
Foto Eckart Haerter Heute im Bild ein Rosenbusch an alter Mauer in Göttingen, liebe Leserinnen und Leser, denn mir stand wieder einmal der Sinn nach Schönheit, Natur, Ruhe und Frieden. Gerade vor wenigen Tagen ging wieder eine Meldung über die Sender, eher beiläufig routinemässig als aufgeregt, dass im Wartebereich des Hauptbahnhofs Stuttgart ein Mann und eine Frau plötzlich und unvermutet von einem 26-Jährigen mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden sind.

Und ich habe mich dabei ertappt, wie ich mit dem Gedanken "Aha" weitergschaltet habe. Bis mir entsetzt auffiel, wie alltäglich in Deutschland solche Meldungen inzwischen geworden sind. Man nimmt sie hin wie die täglichen Verkehrsunfälle.

Die Stuttgarter Nachrichten, zweifellos ein Qualitätsmedium, schreiben dazu:
Opfer und Täter kannten sich nicht
Die Opfer, ein 69 Jahre alter Mann und eine 63-jährige Frau, wurden in Krankenhäuser gebracht. Der mutmaßliche Täter hielt sich Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge mit den beiden späteren Opfern und weiteren Bahnreisenden in der Nacht im Warteraum des Hauptbahnhofs auf. Unvermittelt soll der Mann dort zunächst auf den Mann eingestochen haben. Als die Frau dazwischenging, soll er auch sie schwer verletzt haben.

Laut einem Polizeisprecher habe es vor dem Messerangriff keinen Streit zwischen den Opfern und dem Beschuldigten gegeben. Die beiden Opfer hätten sich untereinander gekannt, die Opfer und der mutmaßliche Täter sich aber nicht.


Auch in der FAZ, Deutschlands ehrwürdigstem Qualitätsmedium, gab es in der fein ausgewogenen, politisch korrekten Sprache immerhin den Hinweis, der 26-Jährige sei "deutscher Staatsbürger", was Kenner zu deuten wissen. Solche Codes sind eigentlich typisch für Diktaturen. Man spricht nicht explizit aus, was nicht gesagt werden darf, findet aber eine Wendung, aus der die Wahrheit abgeleitet werden kann.

Wer es genauer wissen will, muss in die BILD-Zeitung schauen, die sich wohl nicht an die vereinbarte Sprachregelung der Qualitätsmedien gebunden fühlt und sorglos ausplaudert, dass es sich um einen türkischstämmigen deutschen Fussball-Fan handelt, der bei der Tat ein türkisches Trikot getragen habe. Die BILD nennt auch noch den Vornamen des mutmasslichen Täters sowie den Anfangsbuchstaben des Nachnamens.

BILD vervollständigt den Bericht auch gleich noch um 2 weitere Meldungen:
Täter immer jünger
Heftiger Anstieg von Messer-Attacken an Schulen
Der Amoklauf in Wuppertal ist nur der jüngste Fall von Messer-Gewalt an unseren Schulen.

Bluttat in Stuttgart
Syrer (25) sticht bei Fanfest auf 3 Menschen ein.
Tumult auf dem Schlossplatz: Drei Männer kamen mit Messerstichen ins Krankenhaus.


Es ist zu vermuten, dass die Rechtsextremen diese und die vielen anderen Vorfälle solcher Art für ihre verwerflichen Absichten "instrumentalisieren" werden. Deshalb muss einmal mehr die Forderung erhoben werden, noch konsequenter gegen "Rechts" vorzugehen. Noch mehr Omis und auch Opas sollten auf die Strassen gehen und gegen Rechts demonstrieren.

Im "Irrenhaus" kann es nicht nur lustig sein, sondern manchmal auch gefährlich...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



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| 05.07.2024, Freitag |
Foto Eckart Haerter Heute im Bild das "Neue Rathaus" in Göttingen, liebe Leserinnen und Leser, das aber auch schon nicht mehr so ganz neu, sondern etwa 50 Jahre alt ist. Das Bild signalisiert, dass in dieser Blog-Nr. wieder über Politik gesprochen werden muss.

Denn mancher Leser mag sich bei der vorigen Nummer gefragt haben, was ist denn das für ein Kampf für Demokratie und Frieden, wenn kleine Reisegeschichtchen aus Buenos Aires erzählt werden. Nun, das habe ich natürlich absichtlich getan. Keiner kann 24 Stunden lang an 365 Tagen im Jahr kämpfen und sich über die zahllosen Missstände in unserem Land und der internationalen Politik erregen und den Kopf zerbrechen.

Jeder braucht auch Pausen. Deshalb wechsle ich zur Erholung von Körper und Geist regelmässig zu angenehmeren Themen, meistens aus der Kultur, zu den Bereichen klassische Musik und Tango Argentino.

Vor drei Tagen brachte das Göttinger Tageblatt auf Seite 1 als Hauptartikel: Gewalt gegen Einsatzkräfte soll härter bestraft werden
Bund greift Vorschlag der niedersächsischen Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) auf


Dazu kann man doch nur spontan sagen, das ist ein Schritt in die richtige Richtung, zumal die SPD ein gehöriges Mass an Mitverantwortung für dieses Übel zu tragen hat. Aber nicht nur die SPD, sondern alle etablierten Parteien, die Deutschland an den Rand eines failed state gebracht haben.

In dem Artikel des Göttinger Tageblatts wird noch ausführlicher auf die Taten eingegangen, die härter bestraft werden sollen. Darunter z.B. auch das "heimtückische in den Hinterhalt locken von Rettungskräften" mit gefälschten Notfallmeldungen, um sie dann überraschend tätlich angreifen zu können.

Wir lesen nahezu täglich von irgendwelchen Scheusslichkeiten und schaudern vor der Widerwärtigkeit der dahinter stehende Gesinnung. Wie einmal mehr, vor wenigen Tagen in Bad Oeynhausen, wo ein junger Mann auf dem Nachhauseweg von der Abiturfeier seiner Schwester von einer Gruppe "südländisch aussehender junger Männer" totgeschlagen wurde. Einfach so.

Was mich vor allem aber und ganz tiefgehend bewegt, ist die Tatsache, dass wir in Deutschland bis vor einigen Jahren diese Art besonders niederträchtiger Verbrechen nicht gekannt haben.

Im Gegenteil: Rettungskräfte von Feuerwehr, Sanitätsdienst und anderen, auch der Polizei, genossen in unserem Lande stets ein hohes Ansehen. Ihnen gebührte grosse Ehre. Darin waren sich die Deutschen, über alle Partei- und Glaubensgegensätze hinweg, einig.

Naturgemäss war es bei der Polizei ein wenig anders, weil diese von Verbrechern oder auch politisch motivierten Gewalkriminellen stets als Feinde angesehen werden. Während alle anständigen Menschen der Polizei selbstverständlich dankbar sind für ihre aufopferungsvolle Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit.

Offenbar hat jetzt aber in der öffentlichen Debatte ein Umdenken stattgefunden, indem diese verabscheuungswürdigen Taten die gebührende Antwort erhalten sollen. Das ist natürlich richtig und zu begrüssen.

Was aber öffentlich bislang weder von der Politik noch in den Medien thematisiert worden ist, ist die Frage nach dem Warum?. Vielmehr scheint es einen Konsens zwischen allen meinungsbildenden Verantwortungsträgern gegeben zu haben, die Gründe möglichst zu verschweigen oder zu verschleiern und die Taten zu bagatellisieren oder zu relativieren. Das grenzte schon an Komplizentum.

In der Berichterstattung klang es immer so, dass der unbedarfte Bürger den Eindruck erhalten musste, als sei in der deutschen Gesellschaft plötzlich eine Lust an Gemeinheit, Brutalität, Erodierung des Anstands, Zerstörung, Mord, Totschlag und Vergewaltigung ausgebrochen. Denn auch die tätlichen Angriffe auf Zugbegleiter und die Messerangriffe auf ahnungslose Fahrgäste und die überall in Deutschland stattfindenden Messerattacken im öffentlichen Raum gehören mit in diese Verbrechenskategorie. Nicht zu vergessen die schon fast alltäglich gewordenen Gruppenvergewaltigungen.

Wir phantastische-demokraten.de sind seit 2016 stille Beobachter dessen, was vorgeht. Und als solchen ist uns nicht erkennbar gewesen, dass sich der deutsche Volkscharakter geändert hätte - jedenfalls nicht in der Weise, die in den neuen Paragrafen des Strafrechts Berücksichtigung finden soll.

Was wir allerdings glauben feststellen zu können, ist, dass die genannten Verbrechen mit der ungeregelten Massenzuwanderung nach Deutschland im Zusammenhang stehen müssen. Denn, wie gesagt, davor kannten wir diese Verbrechen nicht, und wir dürfen und wollen uns unser Land nicht kaputtmachen lassen.

An dieser Stelle umarme ich in Gedanken all die zugewanderten wunderbaren Menschen, die sich hier anständig verhalten, die arbeiten bzw. arbeiten wollen, und die eine Bereicherung für unser Land darstellen.

Ziel der Politik muss es sein, Deutschland wieder in den Zustand zurück zu versetzen, den es etwa vor der "Silvesternacht 2015 in Köln" noch hatte. Eine grundlegende Renovierung unseres Landes ist dringend notwendig. Ob allerdings dafür diejenigen Politikerinnen und Politiker geeignet sind, die den jetzigen Zustand Deutschlands zu verantworten haben, scheint mehr als zweifelhaft.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 33


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| 28.06.2024, Freitag | Foto Eckart Haerter
Nach so vielen schlimmen Nachrichten aus der Politik, liebe Leserinnen und Leser, hatte ich ja für diese Blog-Nummer angekündigt, einen Fluchtpunkt aufsuchen zu wollen. Und unter denen gibt's für uns kaum einen passenderen als Buenos Aires.

Zurzeit sehen sich dort allerdings wieder einmal grosse Teile der Bevölkerung gezwungen, gegen die Pläne des neuen Präsidenten Milei auf die Strasse zu gehen. Denn es ist wieder einmal Krise, und der Präsident will sie durch eine Radikalkur in den Griff kriegen. Sowas geht dann normalerweise zu Lasten der nichts oder wenig Besitzenden. Wir haben in Argentinien schon gute und schlechte Zeiten miterlebt, sie wechseln sehr häufig, und leider leben in Argentinien zu viele Menschen in Armut. Wir hoffen, dass es diesmal besser wird - für alle.

In Blog Nr. 20 habe ich schon einmal über Buenos Aires geschrieben und erzählt, wie gern wir dort gewesen sind. Die Art der Menschen zu sein, den Alltag zu bewältigen, das gesamte Lebensgefühl hat eine positive Grundmelodie, nach der alles abläuft. Und, klar, wenn wir als Deutsche in Argentinien leben, ist das für uns eine grundlegend andere Situation als für die Einheimischen.

Buenos Aires ist eine Vielmillionenstadt, drei bis viermal so gross wie Berlin, eine Weltstadt und Kulturhauptstadt Südamerikas, mit einem einmaligen Flair und einer Lebensart, von der man sich gern anstecken lässt. Die Welt-Hauptstadt und Ursprungsstadt des Tangos (wobei sie sich letzteres mit der uruguayischen Hauptstadt Montevideo teilt).

Und natürlich lieben die Porteños, wie sich die Einwohner von Buenos Aires nennen, ihre Heimatstadt über alles. So auch mein Freund der Schriftsteller, Dichter und Journalist Alberto Mario Perrone, der auf seine Heimatstadt das Gedicht gemacht hat: Buenos Aires siempre existirá, das Carlos Cutaia vertont hat und das in der Aufnahme Liliana Barrios singt.

Zum Anhören klicken auf: Buenos Aires wird immer bestehen (so der Titel auf deutsch). Denn ich habe auf Albertos Wunsch das Lied übersetzt und (unter anderem) in einem Sonderheft des Göttinger Tango-Infos auf der Frankfurter Buchmesse 2010, als Argentinien Gastland war, auf dem argentinischen Stand präsentiert.

Alberto Perrone, als Künstler unserer Zeit, dichtet entsprechend "modern", was das Verständnis für den Leser nicht unbedingt immer ganz leicht macht. Deshalb sollte man meine Übersetzung wohl eher als Versuch, denn als künstlerisch ausgereiftes Meisterwerk verstehen. Aber ich habe mein Bestes gegeben.

Wen es interessiert, kann sich auch die Seite im Sonderheft ansehen. Ich habe dort auch 2 Bilder eingefügt, die den im Gedicht genannten Stilmix der Gebäude in Buenos Aires illustrieren. Die Bilder habe ich selbst aufgenommen und darf sie deshalb ohne Quellenangabe veröffentlichen.
Text und Übersetzung des Gedichts mit Bildern aus Buenos Aires aus Heft 46.2010 des Göttinger Tango-Infos.

Und da wir gerade von Bildern sprechen: Das Titelbild dieser Blog-Nr. 33 stammt auch von mir. Es zeigt die riesige Avenida 9 de Julio mit Blick auf den Obelisken auf der Plaza de la República, dem Herz des Zentrums von Buenos Aires.

Was auffällige Werbung im öffentlichen Raum Gutes bewirken kann, sehen wir immer wieder am Mercedes-Stern ganz links im Bild. Er befindet sich auf dem Dach unseres Hotels, in dem wir auf zwei Reisen gewohnt haben. Eine wunderbare Orientierungshilfe, die beim Anschauen der Bilder Heimatgefühle auslöst. "Da haben wir gewohnt!"

Dazu eine Anekdote. Wir haben für die Fahrt vom und zum Flughafen gern die Dienste der Gesellschaft Manuel Tienda Leon in Anspruch genommen. Die hat einen im Kleinbus, der Camioneta befördert. Das war billiger als Taxi und angenehmer als mit Menschenmassen im (noch billigeren) grossen Bus.

Einmal bei unserer Ankunft in Ezeiza, dem grossen interkontinentalen Flughafen von Buenos Aires, gab es ausser uns beiden keinen weiteren Passagier, der mit Manuel Tienda Leon in die Stadt fahren wollte, so dass der Angestellte entschied: "Dos en Auto", zwei Personen im Personenwagen. So bekamen wir praktisch eine Taxifahrt in die Stadt aber erheblich billiger.

Nun hat die Avenida 9 de Julio eine Tücke. Obwohl die gesamte Strasse allgemein so genannt wird, haben eigentlich nur die mittleren Fahrspuren diesen Namen. Die Fahrspuren vor den Häuserzeilen links und rechts haben andere Strassennamen. Wer jetzt nicht ganz genau weiss, welche Seite wie heisst, hat bei der gewaltigen Breite der Gesamtstrasse und dem brodelnden Verkehr schlechte Karten.

So ging es auch unserem Fahrer von Manuel Tienda Leon. Er war auf der falschen Seite gelandet und wusste nicht, wo genau das Hotel Bristol war. Da konnte ich ihm helfen und zeigen: Da drüben auf der anderen Seite, das Haus mit dem Mercedes-Stern auf dem Dach, das ist unser Hotel (was dem guten Mann offenschtlich ein bisschen peinlich war).

Ich schliesse für diesmal mit der einzigen, wahren Hymne auf Buenos Aires, mit dem Tango Mi Buenos Aires querido (Mein geliebtes Buenos Aires). Gesungen von Carlos Gardel (1890-1935), dem beinahe "Nationalheiligen" von Argentinien und Uruguay. Er hat auch die Musik komponiert. Der Textdichter ist Alfredo le Pera.

Hier die Aufnahme in Youtube. Dazu gibt's nochmal ein tolles Bild der Avenida 9 de Julio bei Nacht (mit unserm Hotel)...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 32


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| 23.06.2024, Sonntag |
Foto Eckart Haerter
Eben ist Wind aufgekommen, liebe Leserinnen und Leser, nach einem wundervollen Sommertag, den wir am Vormittag zu einem kontemplativen Spaziergang auf dem historischen Wall genutzt haben.

Es ist so viel, was einem derzeit unaufhörlich durch den Kopf geht. Sorgen um den Zustand unserer Demokratie, um die Gefährdung des Friedens, den Niedergang unserer Heimat und die Untätigkeit der herrschenden Politik, um Entscheidendes daran zu ändern.

Die entscheidenden Worte werden zwar gesprochen, aber es geschieht nichts. Das kann man doch nur Populismus nennen. Populismus bedeutet, dass die Politiker das sagen, was das "Volk" vermeintlich hören will und soll, um beruhigt und vor allem ruhig gestellt zu werden. Alles ist gut, Ihr seid bei uns in den besten Händen, und wenn Ihr nicht überzeugt seid, dann haben wir unsere gute und richtige Politik nur nicht deutlich genug "kommuniziert".

Genau so war es neulich wieder in der Sendung von Herrn Lanz mit dem was Frau Esken zum Thema Europawahl und dem Scheitern der SPD zu sagen wusste. Das war so dreist wirklichkeitsignorant und so unverschämt den Wählern gegenüber, dass es sogar Herrn Lanz fast die Sprache verschlagen hat - und das will was heissen.

Und solche Regierenden nennen sich selbst Demokraten, die sich und ihre demokratischen Parteien der frechen Eigenmächtigkeit der Wähler mit Hilfe des Verfassungsschutzes erwehren müssen. Denn von einem Verbot der AfD ist immer wieder die Rede. [Hier bitte nicht abbrechen]

Die Wähler haben es zum grossen Teil längst begriffen. Zurzeit am besten abzulesen an den Umfrageergebnissen in Thüringen, wo die SPD mit jetzt 7 Prozent fürchten muss, eventuell sogar an der 5-Prozent-Hürde zu scheitern und aus dem Landtag rauszufliegen.

Kann man es der schwächsten politischen Kraft verdenken, wenn sie sich wünscht, dass die stärkste, die AfD mit 28 Prozent, verboten wird?
Das wäre doch das einfachste...

Aber eigentlich gibt es gar keinen Grund sich aufzuregen. Es gehört doch zu den grundlegendsten und wichtigsten Spielregeln der Demokratie, dass die Wähler eine Regierung abwählen, mit deren Politik sie nicht mehr zufrieden sind und dass sie der stärksten Oppositionspartei die Chance bieten, die neue Regierung zu bilden.

Nur in Deutschland scheint es nach einem vielversprechenden Anfang zu Beginn der Bundesrepublik einfach nicht mehr klappen zu wollen. Selbst wenn hier eine Regierung überdeutlich abgewählt wird, regieren danach dieselben Leute weiter. Und dann wundern sich die Machthaber, wenn das Volk aufbegehrt, weil es sieht, dass wir ganz offen dabei sind, eine DDR 2.0 zu erschaffen mit einer Einheitspartei, die ewig regiert, während - stets verbissen von den Leitmedien unterstützt - die einzige echte Opposition für populistisch und antidemokratisch erklärt wird.

Und Frau Wagenknecht gleich mit. Sie sei zudem nicht nur linksextrem, sondern zugleich auch noch rechtsextrem - beides. Das hat Herr Merz neulich öffentlich bekannt gegeben. Sie scheuen tatsächlich vor keiner noch so plumpen Blödheit zurück.

Und es macht auch keinen Unterschied, ob die CDU mit regiert oder nicht. Unterschiede sind schon lange nicht mehr erkennbar. Kann es tatsächlich sein, dass die Demokratie in Deutschland ein weiteres Mal scheitert? Das darf doch wohl nicht wahr sein, und das dürfen wir nicht zulassen.

Dem Verfassungsschutz möchte ich empfehlen, doch einmal genau zu prüfen, wer in unserem Lande tatsächlich die Demokratie beschädigt - und zwar schon ziemlich lange, und er soll sich bitte rechtzeitig auf die Seite der echten Demokraten schlagen. Sonst geht es dem Verfassungsschutz eines Tages so wie seinerzeit der Stasi in der DDR, als das Volk deren Zentrale stürmte und die Akten aus den Schränken riss und aus dem Fenster warf.

Aber zuallererst bedarf es des Eingeständnisses, dass nicht die AfD unsere vorhandene und auch funktionierende Demokratie beschädigt hat und dass auch nicht die Wähler dafür beschimpft werden dürfen, dass sie die AfD so stark gemacht haben.

Es ist genau umgekehrt. Die AfD ist so stark geworden, weil die etablierten Parteien unsere Demokratie durch unwürdige Machtspielchen und verantwortungslose Politik zerrüttet haben. Mit einer transparenten Politik zum Wohle des deutschen Volkes bei zugleich fairer Handhabung der demokratischen Spielregeln, hätte es die AfD gar nicht gegeben.

Stattdessen befindet sich Deutschland im freien Fall - auf nahezu allen Gebieten. Göttingen wirkt stellenweise so verwahrlost und heruntergekommen wie noch nie, seit ich vor 58 Jahren hierher gezogen bin. Ich habe alles miterlebt. Auch die Zeit, als die Bundesrepublik Deutschland in der Welt bewundert wurde als Vorbild für Demokratie, Wohlstand für alle, Hochkultur, hohen Bildungsstand, hohe Lebensqualität und Sicherheit.

Noch eine Fussnote zur AfD: Die AfD ist keine neue Hitlerpartei. Es scheint aber Leute in der Partei zu geben, die eine gewisse Sympathie für die Nazis empfinden und erkennen lassen. Und das ist gefährlich. Wenn es die AfD als Ganzes nicht schafft, sich klar und wahr - und glaubhaft für alle - als grundgesetztreue, demokratische, wertkonservative Partei ins Spektrum zu integrieren, solange ist die AfD für mich nicht wählbar.
Das muss ganz klar sein.

Die Demokratie hat Schwächen, weil sie sehr charakterstarke und gebildete Bürger voraussetzt. Es ist nicht ausgeschlossen, und wir Deutsche wissen das nur zu genau, dass Feinde der Demokratie demokratisch gewählt werden können.

Ein ganz sicheres Mittel dagegen gibt es nicht. Wenn wir keine Diktatur und keinen Polizeistaat wollen, dann müssen wir mit dem Risiko leben...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 31


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| 20.06.2024, Donnerstag |  
Eckart bei Bundeswehr
Ja, liebe Leserinnen und Leser, wie man auf dem Bild links sehen kann, habe ich als Jugendlicher beziehungsweise junger Erwachsener auch meine Ehrenpflicht bei den Streitkräften abgeleistet und sogar noch länger als ich von Gesetzes wegen gemusst hätte.

Irgendwann ist dann in mir allerdings die Erkenntnis gereift, dass Schluss sein muss mit "Krieg und Kriegsgeschrei" und dass wir stattdessen lernen müssen, friedensfähig statt kriegsfähig zu werden. Dass die deutsche Politik die Verkündung in die Welt hinausrufen müsste: Wir machen nicht mehr mit, wenn irgendwo Krieg gewünscht wird. Wir haben kein Militär mehr und keine Rüstungsindustrie. Nur noch einen Bundesgrenzschutz und von allem Sonstigen nur das Nötigste, um potentielle illegale Eindringlinge vom Betreten unseres Landes abzuhalten.

Nun fand hier vorgestern der Altstadtlauf statt. Ich war kein Teilnehmer, nur rein zufällig als Zuschauer dabei, als ich die Groner Strasse überqueren wollte und es minutenlang nicht konnte, weil die Hauptgruppe gerade vorbeilief.

Menschen aller Altersgruppen, Geschlechter und sozialen Stände, die sich im gemeinsamen Sportwettlauf zusammengefunden hatten. Geschätzt müssen das vielleicht 3.500 Personen gewesen sein (militärisch ausgedrückt etwa 3 Bataillone), die mehr oder weniger erschöpft, dem Ziel zustrebten. Und als ich die sah, wurde mir erneut bewusst, was für ein verantwortungsloser Irrsinn es ist, wieder einmal ernsthaft daran zu denken, diese wunderbaren Menschen, und noch zigtausende mehr, in einem Krieg zu verheizen, zu verstümmeln und zu traumatisieren und Millionen ihre Zukunft zu zerstören.

Viel sinnvoller wäre es, dafür zu sorgen, dass das ganze Volk nicht immer mehr verfettet, sondern gesünder und körperlich fitter wird, um sie alltagstauglicher und alltagsglücklicher zu machen und die Krankenkosten zu senken. Das wäre ein Weg in die richtige Richtung für die Zukunft unseres Landes.

Zu erreichen wäre das denkbar leicht, indem an den Schulen der pädagogisch wertvolle Sportunterricht (mit echter Berücksichtigung der individuellen Leistungsfähigkeit der Kinder) viel mehr Zeit und Wertschätzung erhält.

Alle Generationen haben das Recht, in Frieden, Geborgenheit und mit fairen Entwickungschancen aufzuwachsen.

In Blog Nr. 8 habe ich mich noch ausführlicher zur möglichen Friedenspolitik geäussert.

Krieg ist der völlig falsche Weg und keine Option für die Zukunft - Herr Pistorius und Frau Strack-Zimmermann!

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 30


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| 15.06.2024, Samstag |
   Foto Eckart Haerter
Es ereignet sich zurzeit so viel in der Politik, liebe Leserinnen und Leser, dass ich heute eigentlich darüber schreiben wollte, aber nun ist unerwartet etwas dazwischen gekommen, das wichtiger ist. Auf 3Sat wurde die Aufzeichnung eines Konzerts des Luzern Festivals 2023 gesendet, das herausragend war.

Ulrike und ich haben vor längerer Zeit auch schon einmal live an dem Musikfestival in Luzern teilgenommen und in der Konzerthalle am Vierwaldstättersee ein Konzert der Wiener Philharmoniker unter Leonard Bernstein erlebt.

Im heute gezeigten Konzert spielte das Lucerne Festival Orchestra unter dem estnischen Dirigenten Paavo Järvi. Interpretiert wurden zuerst von Mozart das Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur und als Zugabe der 2. Satz des Klavierkonzerts Nr. 21 in C-Dur. Solistin war die portugiesische Pianistin Maria João Pires. Danach folgte die 4. Sinfonie in e-moll von Brahms.

Bei Liebhabern der klassischen Musik sind das alles sehr bekannte Werke. Aber wie es bei grosser Kunst so ist, sie begleitet einen durchs ganze Leben, ohne sich abzunutzen oder langweilig zu werden. Im Gegenteil, solche Kunstwerke begegnen einem immer wieder wie neu.

Die Mozart'sche Musik bedeutet jedesmal einen Glücksmoment, und beim Klavierkonzert Nr. 9 ist das in besonderer Weise so. Und zwar ist es ein Glück von der Art, bei dem die Tränen kullern. Ich weiss nicht, wie Mozart es macht. Es ist seine unfassbare Kunst, die sich logischer Erklärung entzieht. In seiner Musik spielen sich keine Dramen ab wie beispielsweise bei Beethoven. Bei Mozart klingt alles ganz leicht und unkompliziert, und trotzdem versetzen einen die Klänge in diesen überirdischen Glückszustand bei gleichzeitig tiefster emotionaler Berührung.

Die hoch betagte Maria João Pires war ideale, nein kongeniale Interpretin dieser Musik. Einfühlsamer, sensibler und feiner gesponnen bis in die kleinsten Verästelungen der Komposition hätte man sich die Interpretation nicht vorstellen können. Überwältigend schön.

Und wenn das Konzert Nr. 9 noch irgendwie jugendlich geerdet erscheint, ist der 2. Satz des C-Dur Konzerts noch entrückter. Er entführt in geistige, himmlisch-luftige Höhen. Unvergesslich, wie vor Jahrzehnten einmal der legendäre französische Pantomime Marcel Marceau (gest. 2007) in einem Werbespot zu dieser Musik das Einschenken in ein Champagnerglas pantomimisch darstellte...

Die 4. Brahmssinfonie, seine letzte, bildete den Gegenpol zur Mozartmusik. Dieses Alterswerk ist erkennbar das Aufbäumen gegen das absehbare Ende. Ein grossartiges, gewaltiges Werk von höchster Sensibilität. Darin ist nichts ausgelasssen. Im grossen Orchester klangstark hervortretend Hörner, Posaunen, Pauken, sogar die Triangel, solistisch besonders die Flöte, begeistern mit "erhabenem Lärm" zum Triumph über das Altern.

Paavo Järvi, den ich vorher noch nie erlebt habe, hat mir als Dirigent ganz ausgezeichnet gefallen. Sowohl beim Mozart, als auch beim Brahms. In der 4. von Brahms wird der 3. Satz oft zu lärmig, wuchtig und "dick" genommen. Der muss aber ganz leicht, schnell und transparent gespielt werden (Allegro giocoso). Hier hat alles gestimmt.

Es war ein wunderbares Konzert, genossen auf dem Sofa vor dem Fernseher.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 29

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| 09.06.2024, Sonntag |
Foto Eckart Haerter
Heute ist Wahltag, liebe Leserinnen und Leser, und wie es sich für diesen hohen Feiertag geziemt, herrscht "Kaiserwetter". Weisse Wattewolken am tief azurblauen Himmel, eine frische Brise und strahlender Sonnenschein lassen die Farben und Formen der Stadt besonders leuchten. Tausende sind auf den Beinen, bevölkern die Strassencafés oder streben den Wahllokalen zu, um dem Europaparlament zur angemessenen Besetzung zu verhelfen.

Auch Ulrike und ich haben uns heute in die Menschenmassen eingereiht, um im Wahllokal auf einem riesigen Wahlzettel unser Kreuz zu machen und damit unserer staatsbürgerlichen Ehrenpflicht Genüge zu leisten.

Zur Feier des Tages sind alle öffentlichen Gebäude beflaggt. Auf unserem Titelbild die Fassade der Universitäts-Aula, des Repräsentationsgebäudes der Universität am Wilhelmsplatz. 3 Flaggenmasten zieren das Portal für die Flaggen der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Niedersachsen und der Stadt Göttingen - als Bekenntnis und zu Ehren der heimatlichen Gebietskörperschaften, welche die Georg-August-Universität Göttingen beherbergen. Deren Bibliothek, eine der bedeutendsten Deutschlands, ist zugleich die Staatsbibliothek des Landes Niedersachsen (der ich die Ehre hatte, über 40 Jahre lang als bibliothekarische Fachkraft anzugehören).

Wer, wie wir beide, noch im alten Werteverständnis aufgewachsen und erzogen wurde, wem es noch gilt, die Heimat Deutschland zu ehren und wem Vaterlandsliebe noch eine Selbstverständlichkeit ist, bei dem muss allerdings der Flaggenschmuck an der Universität ein gewisses Befremden auslösen.

Denn die Fahnen mit den Regenbogenfarben, und das gleich in dreifacher Ausfertigung, sind eine geradezu aufdringliche Bekundung der Zustimmung und Unterstützung einer sektenähnlichen Bewegung, der "LGBTQIA+", in der sich Menschen zusammengefunden haben, die (in englischer Sprache benannt) sich den folgenden Gruppen zugehörig bekennen: Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual/Transgender, Queer, Intersexual und Asexual. Das Pluszeichen am Ende besagt, dass die Bewegung für weitere experimentelle Lebensformen offen ist.

Wir von der Denkwerkstatt phantastische-demokraten.de stehen auf dem alten, bewährten Standpunkt: "Jedem Tierchen sein Pläsierchen". Oder, nach dem Preussenkönig Friedrich II. weniger humorig ausgedrückt: "Jeder soll nach seiner Fasson selig werden". Und wir fügen hinzu: solange keine Kinder missbraucht oder Tiere gequält werden.

Was wir aber nicht korrekt finden, ist die Demonstration an öffentlichen Gebäuden für oder gegen bestimmte Lebensformen, die in die Privatsphäre der Menschen gehören. Eine staatliche Universität hat gegenüber allen Menschen und ihren wie auch immer gearteten Neigungen Neutralität zu wahren und nicht Partei zu ergreifen.

Sonst könnte zum Beispiel (fiktiv) die "Vereinigung katholischer Nichtschwimmer:innen" ebenfalls verlangen, dass ihre Fahne an öffentlichen Gebäuden gehisst wird.

Gleiches Recht für alle!

Nachtrag nach Veröffentlichung des Wahlergebnisses und von Wahlanalysen:
Als einer, der "schon länger hier lebt", erinnere ich mich noch, wie vor längerer Zeit auf Betreiben der SPD das Wahlalter auf 18 herabgesetzt wurde. Grund: Man vertraute darauf, dass die Jungen selbstverständlich Links wählen würden. Und weil es damals so gut geklappt hat, hat man es vor der heutigen Wahl wieder versucht und das Wahlalter auf 16 herabgesetzt. Nur ist diesmal der Schuss nach hinten losgegangen.

Heutzutage merken die Jungen eben auch, wenn taktiert statt ehrlich Politik gemacht wird. Diesmal haben die Jungen AfD und CDU gewählt. Das nennt man 'ne Klatsche...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 28


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| 05.06.2024, Mittwoch |    Wenn der Zug abgefahren ist, liebe Leserinnen und Leser, dann ist es zwecklos zu jammern, denn wenn man auf dem Bahnsteig steht und dem abfahrenden Zug nachschaut, kann man ihn nicht mehr anhalten und muss mit den neuen Gegebenheiten fertig werden.

So ähnlich ging es mir heute mit dieser Nummer 28 des Blogs. Vor 3 Stunden ins Netz gestellt und danach gleich wieder gelöscht. Denn in der Zwischenzeit war mir klar geworden, der Zug ist abgefahren - metaphorisch gesprochen.

Der Bevölkerungsaustausch läuft und ist schon viel weiter fortgeschritten als mir aktiv bewusst war. Man lebt zwar in der Zeit, sieht auch täglich die Veränderungen, aber das, was immer um einen herum stattfindet, setzt einen nicht jeden Tag aufs Neue in Erstaunen.

Deutschlands Bevölkerung wird türkisch-arabisch-afrikanisch.
Das Grundgesetz wird auf Dauer nicht zu halten sein und durch die Scharia ersetzt werden.

Das ganze ist eine Sache der Mathematik. Die deutsche Bevölkerung nimmt seit Jahrzehnten kontinuierlich ab, die Zuwanderung aus muslimischen Ländern nimmt kontinuierlich zu. - Klar, wie das enden muss.

Gewollt wurde das ganz offensichtlich von Politikern, die "mit Deutschland noch nie etwas anzufangen wussten", die "Vaterlandsliebe schon immer zum Kotzen fanden" und die sich "auf die drastische Veränderung Deutschlands gefreut" haben. - Die Grünen, die ich anfangs mehrmals gewählt habe.

Befeuert und rasant beschleunigt wurde diese Entwicklung durch die damalige Bundeskanzlerin Frau Merkel und all ihre Mitläufer in den anderen Parteien, mit ihrer Entscheidung, die Grenzen für alle zu öffnen, die hereindrängen, egal wer, egal woher, egal warum ("ohne Obergrenze").

Da es gegen diese Art der Migrationspolitik aus dem deutschen Volk keinen entscheidenden Widerstand gab, muss man davon ausgehen, dass es der Mehrheit - mehr oder weniger - egal war, was aus ihrem Heimatland wird. Und das ist auch nachvollziehbar. Wer keine Nachkommen hat, dem kann die Zukunft egal sein. Dann ist das gute Leben mit vielen Urlaubsreisen, gutem Essen und Trinken, das, was noch zählt.

Ich will nur noch kurz erzählen, was mir binnen 3 Stunden den Ist-Stand wieder deutlich vor Augen geführt hat. Es war der Beitrag in einer Fernsehsendung über eine ganz normale Grundschule. Die Schülerinnen und Schüler lernten gerade eifrig Deutsch und kamen grossmehrheitlich aus Migrantenfamilien. Alle interviewten deutschen Lehrerinnen sowie die Schulleiterin hatten türkische beziehungsweise arabische Namen.

Diese Schülerinnen und Schüler sind in 10 Jahren junge Erwachsene und bilden die neue Generation der Deutschen.

Ihnen allen wünsche ich eine gute Zukunft als Deutsche in Deutschland (mit der stillen Hoffnung, dass sie während ihrer Schülerzeit vom Wert des deutschen Grundgesetzes überzeugt werden können. Denn daran entscheidet sich ihr ganzes Leben.)

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 27


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| 02.06.2024, Sonntag |
Foto Eckart Haerter
So sieht es heute vor unserem Schlafzimmerfenster aus, liebe Leserinnen und Leser, und wer regelmässig hier vorbeischaut, kennt ihn schon, den Weidenbaum, der (Heinrich Heine gemäss) bei offenem Fenster seine Zweige fast bis über unser Bett streckt. "Über mein Bett erhebt sich ein Baum..."

Heute erfreut uns die Weide mit frisch gewaschener Blätterpracht, nach gestrigem heftigen Gewitterguss. Dazu zwitschern die Vögel ausgelassen und munter. Spatzen, Meisen und Amseln.

Fast zu idyllisch, wo gerade jetzt halb Süddeutschland von unvorstellbaren Wassermassen heimgesucht wird. Eine Naturkatastrophe, die alle anderen Probleme zur Zeit etwas in den Hintergrund verdrängt.

Von einem mir nahestehenden Menschen wurde ich gewarnt. Meine Ässerungen im Blog würden sich auf "sehr dünnem Eis" bewegen. Mit anderen Worten: Ich sei zu unvorsichtig und müsste mir deshalb Sorgen machen, dass sich irgendwann der Verfassungsschutz meiner annehmen könnte.

Ich konnte den besorgten Menschen aber beruhigen. Denn ich möchte den Verfassungsschutz ja geradezu herzlich einladen, meinen Blog regelmässig zu lesen. Denn wie ich immer wieder betone, sind wir es, wir "phantastische-demokraten.de", die sich den Erhalt und die Pflege unserer Demokratie sowie den Erhalt des Friedens zur heiligen Aufgabe gemacht haben.

Wir sind strikt gegen jede Form von Gewalt, und wir unterstellen keinem Politiker, gleich welchen Geschlechts, bei seiner Amtsausübung unlautere oder bösartige Motive zu verfolgen.

Wenn wir allerdings zu erkennen glauben, dass Politiker sich verrennen, dass ihre Politik sich zum Schaden Deutschlands auswirken könnte, dass der Verfassungsschutz zur Machterhaltung ihrer Partei und eventuell sogar ihrer selbst benutzt wird, dann sehen wir es als unsere Pflicht an, diese Bedenken frei und offen zu äussern.

Denn auch Politikerinnen und Politiker sind nur Menschen wie wir alle, und die deshalb genauso Fehler begehen und Irrtümern erliegen können. Der Unterschied zu uns anderen Menschen besteht nur darin, dass Politiker sich - in der Regel befristet - in einer staatsleitenden Funktion befinden. Insofern haben die Fehler und Irrtümer von Politikern das Potenzial, sich verheerend für ihr Volk und ihr Land auswirken zu können.

Zudem hat es, besonders in der Amtszeit der vorigen Bundeskanzlerin, Beispiele dafür gegeben, dass die demokratischen Spielregeln auch schon mal ausser Kraft gesetzt wurden. Die Bezeichnung "DDR 2.0" ist nicht ohne Grund entstanden ("Die Wahl muss rückgängig gemacht werden.").

Die Deutschlands Existenz und den Weltfrieden gefährdenden Massnahmen der Politik zur Lösung der beiden aktuellsten Probleme werde ich in der nächsten Nummer des Blogs noch einmal gezielt ansprechen.

Ihr wollt wissen, warum die Gewalt in der politischen Auseinandersetzung immer weiter zunimmt? - Es ist das Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer Politik, die - unterstützt von den führenden Medien - als gegen das deutsche Volk und gegen Deutschland gerichtet wahrgenommen wird.

Solange das von den Politikern nicht anerkannt, nicht zugegeben wird, wird sich nichts ändern. Dann schürt Ihr noch weiter die Gewalt von einigen derer, die sich zu Recht als die Geringergeschätzten, als die Verlierer erkennen.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 26


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| 26.05.2024, Sonntag | Leider musste ich mehrere Tage mit dem Blogschreiben pausieren, liebe Leserinnen und Leser. Jeder kennt das, wenn plötzlich und unerwartet irgendwelche blöden Vorkommnisse, wie Geschirrspüler kaputt oder ähnliches, den normalen Arbeitsablauf im Haushalt behindern. Aber jetzt geht's erstmal wieder.

In seinem berühmten Lied von der Glocke dichtet Friedrich Schiller:
"Doch mit des Geschickes Mächten
Ist kein ew'ger Bund zu flechten,
Und das Unglück schreitet schnell.
"

Wie sich die Zukunft unseres deutschen Vaterlandes gestalten wird, ist inzwischen albtraumhaft vorgezeichnet. Das Schlimme ist nur, dass es unsere eigenen, verantwortlichen Regierungen waren und sind, die wissentlich die Transformation unserer Heimat geschehen lassen beziehungsweise sie sogar aktiv betreiben. Ein selbst herbeigeführtes Schicksal, das zum Untergang Deutschlands führen muss, wenn nicht Entscheidendes dagegen unternommen wird.

Was Schiller mit seinen Versen aus der Glocke meinte, war freilich das unerwartete Schicksal des Einzelnen, das uns Menschen als Individuen unverhofft ereilen kann.

Um mit solchen plötzlich hereinbrechenden Schicksalsschlägen fertigzuwerden, besonders wenn sie einem den Lebensinhalt zu vernichten drohen, braucht es ein inneres Stärkepotenzial, das nicht jedem zur Verfügung steht.

Das berühmteste Beispiel für einen solchen Fall ist Beethoven, der als vielleicht bedeutendster Musiker der Menschheitsgeschichte fast vollständig taub wurde. Beethoven hat unsagbar darunter gelitten, aber aufgrund seiner Fähigkeit, sich den Klang der Musik vorstellen zu können, auch anhand eines Notenbildes vor seinem inneren Ohr zu hören, konnte er dem Schicksalsschlag trotzen und weiter grösste, unsterbliche musikalische Kunstwerke schaffen.

Soeben läuten zum wiederholten Male die Glocken vom nahen St. Johannis. Wuchtig, den vollen Dreiklang in arpeggierter Form, lang anhaltend, laut und dröhnend. Heute ist Dreieinigkeitsfest, der Dreifaltigkeitssonntag, auch Trinitatis genannt.

Wir verstehen den Lärm als ernste Mahnung, im Vertrauen auf unsere Schicksalsgebundenheit in Gottes Hand, uns den Herausforderungen des Schicksals zu stellen. Wobei wir als Freidenker unser Schicksal natürlich losgelöst vom Gottesbegriff betrachten.
Gleichwohl sind wir gewillt, gestützt auf unser inneres Potenzial, den uns auferlegten Schicksalsschlägen zu trotzen.

Was kann es zum Beispiel für einen Tänzer schlimmeres geben, als seine Bewegungsfähigkeit zu verlieren. Wobei es für ein Tango-Tanzpaar unerheblich ist, ob es beide oder nur einen betrifft. Denn ein Tangotanzpaar ist nicht nur eine künstlerische Kreativ- und Erlebnisgemeinschaft, sondern auch eine Schicksalsgemeinschaft. Trifft es einen, trifft es beide.

Oft werden nicht mehr tanzfähige Tänzer als Choreographen weiterarbeiten können. Auch der Tango wird für Shows meist choreographiert. Aber beim Tango liegt die spezifische Schwierigkeit darin, dass die meisten Bewegungsbläufe nicht festgelegt sind und nicht benannt werden können. Der Tango-Choreograph muss also vortanzen, und dazu braucht er seine volle Bewegungsfähigkeit.

Hinzu kommt noch, dass das eigentliche Erlebnis Tango die Improvisation ist. In der höchsten Stufe improvisiertes Tanzen auch in einer Show. Das kann man nicht unterrichten.

Ein Tangotänzer mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit steht also buchstäblich vor dem Nichts beziehungsweise vor seiner Erinnerung im Spiegel der Tangomusik und seiner Texte:

Nostalgias de las cosas que han pasado.
Arena que la vida se llevó.
Pesadumbre de barrio que ha cambiado,
amargura del sueño que murió.


Sehnsucht nach den Dingen, die vergangen,
Sand, den das Leben mit sich nahm,
Kummer über das Stadtviertel, das sich wandelte
und Bitterkeit über den Traum, der schliesslich starb.


(Aus dem Tango Sur (Süden) von Homero Manzi; Musik Aníbal Troilo)

Es passt perfekt...

Sur, gesungen von Roberto Goyeneche, begleitet von Astor Piazzolla und Conjunto

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 25

Bearbeitet


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| 16.05.2024, Donnerstag |  Ein Blick auf den Kalender heute Morgen zeigte es, liebe Leserinnen und Leser: Schon wieder ist eine Woche vergangen seit am Himmelfahrtstag die letzte Nummer des Blogs erschienen ist.

Höchste Zeit also, dass wir uns mit dem Urteil gegen Björn Höcke beschäftigen, der 13.000 € Strafe zahlen muss, weil er bei einer öffentlichen Veranstaltung die Parole "Alles für Deutschland" ausgesprochen hat.

Vermutlich wäre kaum einem Deutschen etwas Besonderes daran aufgefallen, denn dass diese Parole eine Losung der SA gewesen ist, dürfte, nach meiner Einschätzung, bisher auch kaum ein Geschichtslehrer gewusst haben. (Ich selbst, als Sohn eines SA-Stabsoffiziers, kannte die Losung auch nicht. Habe sie erst durch das Höcke-Verfahren kennengelernt).

Wie auch immer, die Parole ist, trotz ihres Allerwelts-Charakters, eine Nazi-spezifische gewesen und ihre heutige Verwendung daher mit Strafe bedroht.

Höcke beruft sich darauf, diese Tatsache nicht gekannt zu haben. Der Richter setzte dagegen, Höcke sein Unwissen nicht zu glauben. (Und ich selbst glaube ihm das auch nicht). Ich denke sogar, dass Herr Höcke einer der wenigen Geschichtslehrer ist, die den Spruch und seine Bedeutung im 3. Reich genau kannten. Dank der blödsinnigen Aufbauschung der Sache zum "Skandal", ist die Parole nun aber wirklich in ganzer Breite bekannt gemacht worden. Für Wilhelm Busch wäre das ein gefundenes Fressen gewesen.

Aber geht es in einem demokratischen Gerichtsverfahren tatsächlich darum, ob der Richter den Aussagen des Angeklagten glaubt? Oder geht es nicht vielmehr darum, dem Angeklagten die Unwahrheit nachweisen zu müssen? Oder, wenn das nicht möglich ist, gilt dann nicht der eherne Grundsatz: "In dubio pro reo", im Zweifel für den Angeklagten?

Rein gefühlsmässig glaube ich nicht, dass die AfD so etwas wie den nationalsozialistischen Staat noch einmal aufleben lassen will. Das kann im Deutschland der heutigen Zeit keiner mehr ernsthaft wollen. Es würde auch nicht gelingen. Das deutsche Volk ist inzwischen zu aufgeklärt und an das freie Leben gewöhnt, als sich noch einmal in die Niederungen einer Diktatur stürzen zu lassen.

Eine Diktatur ist für das freie, selbstbestimmte Individuum der schlimmste denkbare Boden. Es ist das Wesen der Diktatur, die Freiheit, das Leben des Einzelnen nur in amputierter Form zu dulden. Alle Staatsorgane, einschliesslich der Gerichte, sind in der Diktatur zur Stabilisierung des Systems da. Profitieren tun in der Diktatur nur gewisse Eigenbrötler, skrupellose Karrieretypen und das Heer der anspruchslosen Mitläufer, die sich von der ständigen Gehirnwäsche - von der Wiege bis zur Bahre - mehr oder weniger dumpf einreden lassen, warum das Leben in ihrem Lande ein so glückliches ist.

Der Nationalsozialismus betrieb die rigorose Abschaffung der Demokratie, dazu einen pathologischen Führerkult und stützte sich dabei auf einen brutalen Polizeiapparat und die gleichgeschaltete, gewissenlose Justiz.

Einzigartig war im Nationalsozialismus die bewusste Abkehr von der Menschlichkeit, die in zahllosen Kapitalverbrechen von Staatsorganen ihren Ausdruck fand bis hin zum Tiefstpunkt des sittlichen Verfalls, des Völkermordes an den Juden und anderen Ethnien.

Wir phantastische-demokraten.de kämpfen für den Frieden und den Erhalt unserer nach 1945 mühsam und sorgsam errungenen Demokratie. Das ist umso wichtiger, weil wir nach der Nazizeit auch noch bis 1989 in der DDR ein diktatorisches Regime hatten, in dem das freie Denken, zwar in der Regel nicht mehr lebensgefährlich aber immer noch mit Zuchthaus bedroht sein konnte.

Dem Schuldspruch und dem Urteil gegen Höcke haftet der Verdacht an, dass hier die Justiz als Handlanger der machthabenden etablierten Kräfte gedient hat. Dass angesichts kommender Wahlen eine unliebsame Opposition niedergemacht werden sollte. Ein Beigeschmack, den es in einer Demokratie niemals geben dürfte.

Es zeichnet doch gerade die Stärke, die Überlegenheit der demokratischen Justiz aus, dass sie unabhängig ist und nicht der Staatsmacht zu Willen. Der Richter urteilt und verurteilt nur nach hieb- und stichfesten Beweisen oder nach eindeutigen Indizien für die Schuld des Angeklagten.

Vor diesem Hintergrund halte ich den Paragrafen, der die von Höcke gesprochene Wortfolge unter Strafe stellt, für verhängnisvoll, ja geradezu für Demokratie feindlich.

Dieser Paragraf bedeutet doch, dass jemand mit einer Aussage wie: "Wir von der XYZ-Partei tun alles für Deutschland" schon mit einem Bein im Gefängnis steht. Auf diese Weise produziert man eine Karikatur der Demokratie und macht sie lächerlich.

Es bleibt noch sehr viel zu tun...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 24


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| 09.05.2024, Donnerstag, "Himmelfahrt" |  Die Fortsetzung der vorigen Nummer möchte ich noch eine Weile vor mir her schieben, liebe Leserinnen und Leser. Denn die angedachte Fragestellung: Wie kam es im Verlauf der letzten Jahrzehnte zu dieser eklatanten Zunahme an Gewalt in der deutschen Gesellschaft? - Das ist doch ein zu unerfreuliches Thema und sollte noch etwas ruhen. Es passt auch so gar nicht zum Himmelfahrtstag.

Gerade habe ich mir noch einmal das Video angesehen und gehört, das ich schon in Blog Nr. 17 verlinkt hatte. (Einfach links per orangenem Klick da hin springen, runter scrollen und klicken auf "Komm lieber Mai und mache").

Dann seid ihr wieder bei der Aufnahme von Mozarts letztem Klavierkonzert, der Nr. 27 in B-Dur, gespielt von den Wiener Philharmonikern zusammen mit dem Solisten Daniel Barenboim, der die Aufführung gleichzeitig vom Klavier aus als Dirigent leitet.

Eine passendere Besetzung kann man sich nicht vorstellen. Daniel Barenboim (derselbe Geburtsjahrgang wie ich), der von seinen Eltern mit dieser Musik schon als Kleinkind in Kontakt gebracht wurde, und der praktisch sein ganzes Leben lang als Klaviervirtuose die Welt mit seiner Kunst begeistert hat, war bei dieser live Aufnahme 78 Jahre alt.

Für die Wiener Philharmoniker, eins der allerbesten und berühmtesten Sinfonieorchester der Welt, ist die Mozart'sche Musik so etwas wie heimatliche Klänge. Die spielen sie als ihre eigene Musik einfach und selbstverständlich aus dem Herzen heraus. Denen muss man nichts erklären. Authentischer geht's nicht.

Was für mich diese Aufnahme so besonders macht und so nahegehend, das ist die unmittelbare Echtheit des Musizierens. Für Mozart (1756-1791), der nur 35 Jahre alt wurde, war es ein Spätwerk, mit dem er nichts mehr beweisen musste. Im Köchelverzeichnis die Nr. 595 von 626, auf der höchsten Stufe seines Könnens, noch einmal nur noch schöne Musik, unprätentiös, schwerelos, vollendet im letzten Satz mit dem ganz einfachen Motiv seines Mailieds. Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün....

Und dieses "Alterswerk" des grossen Mozart musizieren die weltbesten Musikerinnen und Musiker unter der Leitung ihres Solisten, dem alten Barenboim, der mit souveräner Gelassenheit seine ganze Altersweisheit Interpretation werden lässt und sie losgelöst von allem Irdischen emporführt in Sphären von Geist und Empfindung.

So verschmelzen in dieser abgeklärten Interpretation Komposition, Solist-Dirigent und Orchester zu einer Einheit, die man nur als kongenial bezeichnen kann. Grossartig und besonders berührend. Das passt zum Himmelfahrtstag.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 23


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| 06.05.2024, Montag |  Um es gleich vorweg und nun noch einmal ganz deutlich zu sagen, liebe Leserinnen und Leser: Wir phantastische-demokraten.de kämpfen für Demokratieerhalt und Frieden - und dementsprechend sind wir strikt gegen jegliche Art von Gewalt.

In Politik und Gesellschaft gibt es gerade wieder grosse Aufregung, weil ein SPD-Politiker beim Plakatekleben angegriffen und mit Schlägen schwer verletzt wurde. Eine widerliche Tat, eine von inzwischen vielen, gegen die mit aller Härte vorgegangen werden muss.

Aber das allein reicht nicht. Es muss ergründet werden, was in unserem Lande zum stetigen Anstieg der Gewalt in der politischen Auseinandersetzung geführt hat. Und nicht nur dort. Auch an anderen Schauplätzen, z.B. bei Fussballspielen, in Eisenbahnzügen, auf Schulhöfen, in den sozialen Medien eskaliert die sinnlose Gewalt und offenbart ein ekelhaftes Bild der Verrohung, Brutalisierung und Abstumpfung von Teilen der Gesellschaft.

Wir Älteren wissen noch wie es damals war, in der guten alten Bundesrepublik, die als eines der ganz sicheren Länder der Welt galt. Als noch das ganze deutsche Volk jubelte bei der Befreiung der RAF-Geiseln aus dem entführten Urlaubsflieger in Mogadischu durch die GSG9-Elitetruppe des Bundesgrenzschutzes.

Das war die Zeit, als sich Volk und Regierung noch zur selben Seite gehörig fühlten - so wie es eigentlich sein sollte in einem gesunden Staat. Und zwar mehr oder weniger unabhängig von der gerade regierenden Partei.

Das mussten damals auch die Mörder der RAF einsehen, deren untergetauchte Kompliz*innen heute noch ihre Kriegswaffen unterm Bett versteckt halten, wie es kürzlich in Berlin, bei der Festnahme einer nunmehr alt gewordenen Täterin, aufgeflogen ist.

Gewalt in Form von Mord und Totschlag in der Jugend und offenbar immer noch nostalgische Gewaltphantasien im Alter bis zum Grabe. Und abends beim Fernsehen ist Waffenreinigen? Was für erbärmliche Kreaturen. Übrigens mit auch heute noch einer "ansehnlichen" Fangemeinde, wie man aus einschlägigen Kommentaren in den Medien schliessen konnte. Kaum zu glauben.

Was hat sich nun seit damals in Deutschland geändert, dass es bei so vielen Menschen so starke Hassgefühle ausgelöst hat, dass sie bis zur gefährlichen Körperverletzung und sogar bis zum Mord gehen.

Ich muss noch etwas darüber nachdenken...

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 22


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| 03.05.2024, Freitag |  Mit der Nr. 21 dieses Blogs hatte ich offensichtlich das besonders beunruhigende Thema unserer Zeit gewählt. Denn Markus Lanz hatte es gestern ebenfalls zum zentralen Inhalt seiner Sendung gemacht: Die zunehmenden machtheischenden Vorstösse und Übergriffe des politischen Islams in Deutschland.

Diskussionpartner zu diesem Thema waren der ägyptische Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad als einer, der weiss wovon er spricht, und Ralf Stegner (SPD) als Vertreter der verantwortlichen und willfährigen Politk.

Bezeichnend ist, dass gegen Hamed Abdel-Samad ein islamischer Mordaufruf besteht, aufgrund dessen er seit Jahren unter permanentem Polizeischutz leben muss.

Während Ralf Stegner die ganze Zeit in unglaublicher Weise nur herumeierte, mit dem Tenor: Wir Politiker können doch nichts machen. Das Übliche halt, wenn sie eigentlich zugeben müssten, dass die deutschen Regierungen - mittlerweile seit Jahrzehnten - die Auslieferung und Unterwerfung Deutschlands zulassen, in Teilen sogar aktiv betreiben ("...ich freue mich darauf..."). Höhepunkt dieses Betreibens und vielleicht bald nicht mehr umkehrbar, waren die 16 Jahre Regierung Merkel und all ihrer Mitläufer.

Was ich in früheren Jahre mit sarkastischem Unterton geschrieben habe, dass wir eines Tages als Flüchtlinge unsere Heimat werden verlassen müssen, rückt immer mehr in die Nähe des Denkbaren.

Wie ich selbst denke, habe ich in der vorigen Nummer deutlich gesagt. (Ich liebe alle Menschen).

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 21


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| 01.05.2024, Mittwoch "1. Mai" |  Vor 3 Tagen konnte ich von einem herrlichen Frühlingstag berichten, liebe Leserinnen und Leser. Heute am Maifeiertag ist hier nun der Sommer ausgebrochen. Bis auf 26 Grad hat sich die Temperatur inzwischen hochgearbeitet...

Und so sieht es unmittelbar vor meinem offenen Fenster aus:
vor meinem Fenster
"Grüne Hölle", wunderbar...

Was würden wir machen ohne den Fluchtpunkt Natur. Die Natur kümmert sich nicht um den Dreck und den Wahnsinn, den die Menschen anrichten. Am Ende gewinnt sie immer - egal wie. Wenn jemand den kürzeren zieht, dann wir Menschen.

Zur Zeit erleben wir das, was ich bereits 2015 habe kommen sehen. Nur, dass es so schnell und so radikal kommen würde, habe auch ich damals nicht erwartet.

Sie brüllen jetzt öffentlich ihren Hass auf unsere Lebensart hinaus und fordern das Kalifat in Deutschland. Und je stärker sie zahlenmässig werden, desto mehr werden sie sich trauen, sich unseren Gesetzen zu widersetzen und öffentlich dagegen zu protestieren und zu opponieren. Alles das, was ich vorausgesagt habe.

Sollte es uns wundern oder war auch das vorauszusehen: Dass auch hier in Deutschland Geborene, mit Abitur, guter Bildung, perfektem Deutsch für die Lebensart ihrer Vorfahren eintreten und gegen die freie Lebensart des Individuums in einer freien demokratischen Gesellschaft. Was mich persönlich so besonders erschreckt und wofür ich keinerlei Verständnis aufbringen kann, ist die Zweitrangigkeit der Frau gegenüber dem Mann. "Die Schwester hat dem Bruder zu gehorchen".

Das wurde in dem vor einiger Zeit (ich glaube im ZDF) ausgestrahlten Dokumentarfilm im Originalton, also von den jungen Menschen selbst, so bestätigt. Und auf die Bemerkung, das sei doch gegen unsere Verfassung, wurde mit den Schultern gezuckt. Das sei eben so und nicht zu ändern.

Jetzt will ich aber, um von meinen muslimischen Freunden nicht falsch verstanden zu werden, doch deutlich sagen, dass ich kein Feind der Muslime bin. Im Gegenteil. Ich liebe alle Menschen mit gutem Charakter, ohne jeden Vorbehalt. Darunter natürlich auch die Muslime.

Sie sollen ja auch gerne ihre Lebensart und ihre Religion leben dürfen - wie sie wollen. Ich bin auch gegen die Integrationspflicht.
Aber: Eben jeder in seinem Land.

Denn es ist ja gerade der Vorteil der Nationalstaaten: Dass jede Nation innerhalb ihrer Grenzen so leben kann und leben darf wie sie will.

Wenn aber Bewohner eines Landes sich aufmachen und in ein fremdes Land eindringen, mit dem Ziel, die dortigen Einwohner zu einer anderen, ihnen fremden Lebensart zu zwingen, dann ist das ein feindlicher Akt - eine kriegerische Aggression.

Und das bleibt sie auch dann, wenn erst eine nachfolgende Generation der Enwanderer die Verfassung des Gastlandes nicht anerkennt und sie nach ihrer Vorstellung verändern will.

Wer mit der Lebensart seines Gastlandes nicht einverstanden ist, hat jederzeit die Möglichkeit, in sein Herkunftsland zurückzukehren. Natürlich auch in Deutschland Geborene, die sich hier nicht wohlfühlen. Das wäre die saubere Lösung.

Beispiele für diese Lösung gibt es jede Menge, zum Beispiel die "Wolgadeutschen", die vor 250 Jahren in Russland angesiedelt wurden und deren Nachkommen nun in grosser Zahl nach Deutschland zurückkehren.

Ob Migrant oder mit Migrationshintergrund: Hier Unruhe zu stiften oder gar Schlimmeres anzurichten und trotzdem bleiben zu wollen, das geht gar nicht. In dem Fall hat das Gastland die Pflicht, zum Schutz und zum Wohle seiner eigenen Menschen, die Ausweisung der sich feindlich Verhaltenden zu betreiben. Gegebenenfalls mit Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft, das ist in dem Fall doch selbstverständlich.

Ich denke, dass bei dieser Lösung auch die Betroffenen selbst anerkennen müssten, wie fair und anständig sie ist.
Denn man will ihnen ja nichts wegnehmen, sondern alles lassen, was sie haben. Und wenn ihr Recht auf Selbstverwirklichung nur in Gegnerschaft zur deutschen Gesetzgebung möglich ist, dann bitte in ihrem Herkunftsland.

Früher oder später werden die politisch Verantwortlichen dieses für Deutschland existenzielle Problem nicht mehr unter den Teppich kehren können, denn es wird immer brennender.

Mir ist es eine Freude, dass Deutschland eine sichere neue Heimat geworden ist für all die Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, weil sie sich in einem freien, demokratischen Land eine selbstbestimmte Zukunft aufbauen wollten. Gerade auch diesen Menschen sind wir es schuldig, dass Deutschland sich gegen alle zerstörerischen Bestrebungen entschieden und wirksam wehrt.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 20

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| 28.04.2024, Sonntag |  Heute war ein wundervoller Tag, liebe Leserinnen und Leser. Frühling, Bäume und Büsche grün, die Sonne leicht verhangen und mild, ein sanfter Wind vom blauen Himmel und die von "Vogellärm" erfüllte Luft.
Hier die Leine im Stadtgebiet von Göttingen.

Die Leine in Goettingen Dazu Kuchen und Tee auf der Aussen­bestuhlung unseres Stammcafés. So wenig ist nötig zum vollkommenen Glück. Und ich glaube, alle sind mit mir einig, dass wir solche Momente dringend brauchen in einer Welt, die geprägt ist von schlechten Nachrichten und vielfachen Bedrohungen unseres gewohnten, stillen und zufriedenen Lebens.

Bei dem Gedanken wollte ich jetzt nach Südamerika schwenken, zu diesem Kontinent, der lange Zeit als Inbegriff galt für politische und wirtschaftliche Instabilität. Aber seit wir ab 1990 regelmässig nach Argentinien und Uruguay gereist sind, haben wir, zumindest diese beiden Länder, als sehr angenehme Regionen kennengelernt, in denen die Menschen es trotz aller Beschwernisse und der turnusmässig wiederkehrenden Krisen verstehen, sich nicht unterkriegen zu lassen und ihre positive Lebenseinstellung zu bewahren. Alle Deutschen, die wir dort getroffen haben, stimmten mit uns überein, dass es einfach schön ist und Spass macht, in Argentinien zu leben. (Auf Uruguay werde ich in einer späteren Nummer des Blogs näher eingehen.)

Auch zur Zeit herrscht in Argentinien wieder Krise, die in dem potentiell reichen Land ein regelmässig wiederkehrender Dauerzustand zu sein scheint.

Nachdem wir im Ruhestand sind, verfolgen wir nur noch die Nachrichten von dort, müssen aber immer wieder sagen: Ja, so war es damals auch schon...

Aber lest selbst den folgenden Artikel aus der Sonderausgabe 3.2014 des Göttinger Tango-Info, der auch 10 Jahre später noch und schon wieder hoch aktuell ist.

Denn: Argentinien ist ein Lebensgefühl (das ich in den folgenden Zeilen ein bisschen aufleben lassen will und von dem wir uns anstecken lassen können.

Casa rosada

In der Zeit online kann man aktuell einen interessanten Artikel von Claus Hecking lesen über die ernste wirtschaftliche Krise Argentiniens. Dazu kann ich nur sagen, seit Ulrike und ich zum ersten Mal nach Argentinien gereist sind, haben wir das Land eigentlich nie anders erlebt als im Zeit-Artikel beschrieben - nämlich in der Krise.

1990 ging es uns dort bei der galoppierenden Inflation so richtig gut. Der US$, das einzige Zahlungsmittel, das zählte, war abends schon wieder mehr wert als am Morgen. Das Hotel wurde für uns jeden Tag billiger. Dann wiederum gab es Jahre, da mochte man sich bei den unglaublich hohen Preisen kaum einen Cafecito leisten.

Auch bei der letzten ganz grossen Krise 2001 waren wir dort, als McDonalds gegenüber brannte und Staatpräsident De la Rua mit dem Hubschrauber vom Dach der Casa Rosada, dem Regierungs­palast (Bild oben), fliehen musste.

Argentinien ist ein Lebensgefühl. Mit nüchterner ökonomischer Betrachtungsweise kommt man diesem wunderbaren Land nicht bei. Hier herrscht ein so entkrampfter Lebens­stil, wie ich ihn noch in keinem anderen Land verspürt habe. Alle Ausländer, die wir in Buenos Aires getroffen haben, bis hin zum Fernsehteam der ARD, sagten dasselbe. Am liebsten wollten alle dableiben. Hier und nirgendwo sonst (ausser natürlich im artverwandten Uruguay), konnte der Tango ent­ste­hen,

"Der traurige Gedanke, den man tanzen kann" (E.S. Discépolo).
Eine Kultur­schöp­fung, so unerklärlich wie das Land.

Argentinien wird weiter bestehen, von Krise zu Krise. Mit fantastischen, offenen, liebenswerten und grosszügigen Menschen, von denen es allerdings zu vielen wirtschaftlich zu schlecht geht. Und bei all dem ist Buenos Aires die heimliche aber unangefochtene Kulturhauptstadt Südamerikas.

Und immer wenn ich unsere Fachberichte schreibe, kommen am Ende die Erinnerungen hoch, und dann sitze ich in Gedanken wieder in der Lobby unseres Hotels im Herzen des Zentrums von Buenos Aires. Durch die riesige Scheibe fällt mein Blick auf den Obelisken und auf das Leben, das draussen tosend vorbeiflutet. Vor mir ein Cafecito, eines dieser kleinen Tässchen köstlichen bitteren Kaffees…

Und unwillkürlich kommen mir, wie immer an dieser Stelle, Homero Manzis Anfangsverse aus seinem Tango Mi Taza de café in den Sinn:

La tarde está muriendo detrás de la vidriera
y pienso mientras tomo mi taza de café.
Desfilan los recuerdos, los triunfos y las penas,
las luces y las sombras del tiempo que se fué.

Der Nachmittag erstirbt hinter der grossen Scheibe,
und in Gedanken versunken trinke ich meine Tasse Kaffee.
Vorbei ziehn die Erinnerungen, Triumphe und die Leiden,
die Lichter und die Schatten einer vergangenen Zeit. […]


Café in Buenos Aires mit Blick auf den Obelisken
Bild: Buenos Aires: Blick aus einem Café auf die Plaza de la República mit dem Obelisken. Dieser Platz ist das Herz des Zentrums der Stadt. Diesen Blick nenne ich den "Homero-Manzi-Blick" nach seinem Tango Mi Taza de café. Das erwähnte Hotel liegt schräg gegenüber.


Wir haben alles miterlebt, auch eine Zeit, als der US-$ offizielle argentinische Währung war. Dasselbe, was der neue Präsident Milei ja auch vorhat – alles schon dagewesen, genützt hat es auf Dauer nichts.
Damals gab es den Peso nach wie vor, man konnte mit Dollar- oder mit Pesoscheinen bezahlen, beide hatten den Wert des Dollars.


Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter



phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 19

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| 18.04.2024, Donnerstag |  Unser Kampf für Frieden und Demokratie geht Robert-Schumann-Denkmal, Leipzig selbstverständlich weiter, liebe Leserinnen und Leser. Denn das Ziel ist ja noch längst nicht erreicht. Dass weiterhin geschossen, gebombt und gemordet wird, erfahren wir tagtäglich durch die Medien. Dazu fällt den Politikern (wie seit Beginn der Menschheitsgeschichte) noch immer nichts anderes ein als: Mehr Waffen für "unsere" Krieger, damit mehr der gegnerischen Krieger totgeschossen und mehr Einrichtungen des Feindes dem Erdboden gleichgemacht werden können. (Bild oben: Robert-Schumann-Denkmal in Leipzig)

Natürlich wird sich der Gegner das nicht zweimal sagen lassen und genauso handeln, damit mehr von "unseren" Kriegern getötet und mehr "unserer" Städte dem Erdboden gleichgemacht werden können.

Das geht so lange, bis eine Seite aufgibt - und die andere Seite hat dann gewonnen.

Dieser Schwachsinn ist vor 40 Jahren schon einmal messerscharf erkannt und thematisiert worden, und zwar von unserer deutschen Friedensbewegung auf die griffige Formel gebracht: "Frieden schaffen ohne Waffen."

Der damalige Bundeskanzler Hemut Kohl hat das sehr wohl anerkannt aber gemeint, die Zeit sei noch nicht reif für eine solch radikale Lösung und hat den Slogan abgewandelt zu: "Frieden schaffen mit immer weniger Waffen." Das war nicht ungeschickt, weil er damit durchaus Sympathie für die Friedensbewegung signalisiert hat. Geändert hat sich freilich nichts, wie wir alle wissen.

Deswegen haben wir von der Denkwerkstatt phantastische-demokraten.de 2016 in unserem Denkmodell festgehalten, welche Möglichkeiten wir sehen, eine Verstrickung Deutschlands in einen Krieg zu verhindern. Das gipfelt in dem Vorschlag:

Die Bundeswehr wird aufgelöst und umgestaltet.
Ohne Militär ist Deutschland nicht mehr befähigt, an Kriegseinsätzen teilzunehmen.

(In Blog Nr. 8 ist das alles noch umfassender dargelegt.)

Wenn ich solche Vorstellungen öffentlich poste, werde ich meist (wenn auch nicht von allen) als spinnerter Weltverbesserer angesehen. Aber wie soll sich jemals etwas ändern, wenn es niemals versucht wird?
Wann ist die Zeit denn reif auf Krieg zu verzichten, wenn nicht jetzt und sofort?

Natürlich sind wir nicht so total naiv, zu glauben, dass wir als "komische Heilige" weltweit den Kieg verhinden könnten. Deutschland sollte aber in die Welt hinaussenden: Wir schiessen nicht mehr mit.

Wenn wir weltweit "Verantwortung übernehmen" sollen, dann nur mithilfe und aufgrund unserer kommunikativen Fähigkeiten und unserer hohen Geisteskultur.

Wir sind in unserer Geschichte durch die härteste und brutalste seelische Tiefenreinigung unseres Volkskörpers hindurchgegangen, die jemals einem Volk auferlegt worden ist: Den Nationalsozialismus.

Von der höchsten, euphorischen Stufe der Selbsterhöhung, die das Allerbeste der deutschen Menschen hervorgerufen und gefordert hat, und zugleich das Niedrigste, Barbarischste, moralisch Verkommenste hervorgebracht hat, wessen Menschen bis dahin nicht einmal für fähig erachtet worden waren.

Wir wissen, wovon wir reden, wenn wir fürderhin unsere weltweiten Mitmenschen nie mehr mit einer Kriegswaffe bedrohen wollen.

Und deswegen müssen wir auch solche Zuwanderer aus unserem Lande rausschmeissen, die unsere jetzige Güte und Friedfertigkeit als Schwäche auslegen und Gewalt, Rohheit, Verbrechen und die Geringerschätzung der Frau in unsere Gesellschaft hineintragen.

Und trotz alledem müssen wir den Spagat schaffen, potentiellen Eindringlingen und Angreifern unseres Staatsgebiets klarzumachen, dass wir solche Versuche mit allen geeigneten Mitteln abwehren werden.

Wer in friedlicher Absicht zu uns kommen will, ob als Besucher oder auch längerfristig, soll lediglich an der Grenze die international üblichen Dokumente vorzeigen. Dann ist er oder sie herzlich willkommen.
Wer mit Panzern, Raketen oder anderem Kriegsgerät Einlass begehrt, wird abgewiesen.

Zur Grenzsicherung brauchen wir wieder einen Bundesgrenzschutz, eine Elite-Grenzpolizeitruppe, die unser Land zu Lande, zu Wasser und in der Luft schützt.

Eine solche, hoch geachtete und respektierte Truppe haben wir seit 1951 bereits gehabt. Der BGS hat damals, ohne falsche Scheu, in Ausbildung und Uniformierung auf traditionelle und beste deutsche soldatische Tugenden zurückgegriffen und - auch in zeremoniellen Veranstaltungen - ein hervorragendes Bild abgegeben.

Das Leitbild all unseres Tuns orientiert sich an den Werten:
Freiheit und Kultur auf höchster Stufe in unserem Land;
wehrhafte Demokratie;
Erhalt des Friedens.

Hört die Frühlingssinfonie von Robert Schumann, das Klavierkonzert Nr. 27 von Mozart, die 7. Sinfonie von Beethoven.
Schaut Caspar David Friedrichs Bilder von den Klosterruinen Eldena Eldena-Klosterruine Greifswald in Greifswald (Foto links).

Grösste seelische Tiefe und höchster künstlerischer Ausdruck sind die weltweit anerkannten Merkmale deutscher Kunst und Musik.
Eine andere Botschaft sollte nie mehr aus Deutschland in die Welt hinausgesandt werden.

(Die Fotos vom Robert-Schumann-Denkmal in Leipzig und von einem Detail der Eldena-Klosterruinen in Greifswald sind von mir)

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 18


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| 12.04.2024, Freitag | Nachfolgend Titel und Vorspann eines Kommentars von Andreas Rüesch in der NZZ und darunter mein Kommentar. Ja, ich wiederhole mich, aber das ist m.E. auch bitter notwendig.

NZZ

Kommentar

Seit Monaten ist die Waffenhilfe für den
Kampf gegen Russland blockiert: Die USA
begehen Verrat an der Ukraine


Dies zeigt den Einfluss Donald Trumps, der hinter den Kulissen den Kurs der Weltmacht mitbestimmt. Doch sein Plan, die Ukrainer zum Aufgeben zu zwingen, führt in die Katastrophe.

Andreas Rüesch

448 Kommentare 11.04.2024, 05.30 Uhr


Mein Kommentar (einer von bisher 448)

Eckart Härter

Wenn man sich eingestehen würde, dass die Ukraine es auch mit viel mehr Waffen und Munition nicht schaffen würde, sich gegen Russland zu behaupten, dann wäre es auch an der Zeit, an eine völlig neue Politik zu denken. Weg vom heissen Krieg mit hunderttausenden, vielleicht Millionen getöteten und verstümmelten Menschen und gigantischen Zerstörungen von Sachwerten, jahrzehntelanger Not und Elend.

Geldverschwendung in Billionenhöhe.

In Wahrheit ist die lähmende Zögerlichkeit des Westens doch die berechtigte Angst vor einem 3. Weltkrieg, dessen verheerende Folgen man sich gar nicht ausmalen möchte. Wievielen Generationen der uns nachfolgenden soll denn ihre Zukunft geopfert werden?

Wo ist der charismatische politische Führer, der in der UNO die Völker der Welt davon überzeugt, dass Frieden, Freiheit und Kultur stärker sind als die Machtgelüste von Potentaten - selbst wenn diese mit ihrer Strategie der Gewalt vorübergehend Erfolg haben sollten.

Die Kulturnationen sollten sich darauf besinnen, dass sie in Wahrheit und nachhaltig die stärkeren sind, denn diese Stärke stützt sich nicht auf Vernichtungswaffen und Brutalität, sondern auf geistige Freiheit, Anstand und Güte. Und gerade das ist es, was Diktatoren am meisten fürchten. Lasst uns noch viel "mehr Demokratie wagen" und dafür sorgen, dass die Menschen bei uns glücklich leben können.

Vorabhilfe: Teile der Bundeswehr umwandeln in ein Friedens-THW, das in der Ukraine beim Wiederaufbau hilft. Das könnte auch Herrn Macron gefallen.

Bis zum nächsten Mal...



Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 17


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| 08.04.2024, Montag |
Göttingen, Goetheallee im Maiengruen. 
Foto Eckart Haerter Es war ein wundervoller, ein Bilderbuch-Frühlingstag, liebe Leserinnen und Leser. Überall grünte und blühte es, und die Vögel zwitscherten und jubilierten wie verrückt. Einfach herrlich. Das Bild zeigt die Linden in der Göttinger Goetheallee im linden Grün des Frühlings.

Früher sangen die Menschen, die den Beginn des Frühlings nicht abwarten konnten:

Komm lieber Mai und mache
Die Bäume wieder grün
Und lass uns an dem Bache
Die kleinen Veilchen blühn.
Wie möcht' ich, ach, so gerne
Ein Veilchen wiedersehn.
Wie möcht ich, ach, so gerne
Einmal spazieren gehn.

Ein Volkslied, obwohl der Textdicher Christian Adolph Overbeck bekannt ist und der Komponist der einfachen, sehr eingängigen Melodie kein Geringerer ist als Wolfgang Amadeus Mozart.
Wie die meisten Menschen deutscher Zunge kenne ich das Lied seit meiner Kindheit. Natürlich inzwischen nur noch die 1. Strophe, die ich hier aus der Erinnerung niedergeschrieben habe.

Das Motiv der Melodie hat Mozart auch im 3. Satz (Allegro) seines letzten Klavierkonzerts (Nr. 27, B-Dur) verwendet. Ganz einfach, wie mit scheinbar leichter Hand hingeworfen, wird es zur beglückenden Musik des unvergleichlichen Genies Mozart.

War's der Klimawandel oder normale Schwankung des Wettergeschehens, ich weiss es nicht. Tatsache ist, dass wir in diesem Jahr schon Anfang April die Freuden des Mais geniessen konnten.

Ich finde, das ist doch ein wunderbarer Grund, einmal diese Aufnahme anzuhören:
Daniel Barenboim ist der Solist und zugleich Dirigent der Wiener Philharmoniker mit dem Klavierkonzert Nr. 27 in B-Dur von Mozart:

Komm lieber Mai und mache...

Der 3. Satz beginnt bei 22:41



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 16


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| 06.04.2024, Samstag | Was mir an Frau Wagenknecht gefällt, liebe Leserinnen und Leser, ist ihre Vernunft orientierte, ideologiefreie Herangehensweise an die Probleme, gepaart mit einer bewunderungswürdigen Beherrschtheit in allen Lagen. Einer solchen Persönlichkeit traut man zu, die Politik eines Landes zu lenken.

Ich habe es in meinen Einlassungen zur Politik und zu Politikern immer vermieden, das Äussere der Personen in irgendeiner Weise zu kommentieren und werde das auch weiterhin nicht tun. Nur ganz allgemein erlaube ich mir die Bemerkung, dass eine erfreuliche äussere Erscheiunung der führenden Politikerin dem Ansehen der deutschen Politik zumindest nicht schaden würde - nach so langer Zeit.

Aber egal wer künftig Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wird, ohne eine drakonische Wende in der Bevölkerungs-, Familien- und Einwanderungspolitik müssen wir uns darauf einstellen (und damit abfinden), dass es ein Deutschland der Deutschen in hundert Jahren oder sogar erheblich früher, nicht mehr geben wird.

Wahrscheinlich gibt es hinter verschlossenen Türen längst Berechnungen darüber, wann - wenn es bei der jetzigen Politik bleibt - die Bio-Deutschen in Deutschland in der Minderheit sein werden. Es kann gar nicht sein, dass sich verantwortliche Politiker nicht mit diesen Gedanken befassen. Denn die Zukunft hat doch, überall sichtbar, längst begonnen.

Ich persönlich hätte mit einer solchen Entwicklung im Prinzip auch keine Probleme, zumal es die Bio-Deutschen vor einigen Jahrzehnten doch offensichtlich selbst beschlossen haben, auszusterben.

Dann soll man sie daran auch nicht hindern. Wer nicht mehr weiterleben will, soll nicht dazu gezwungen werden. Und der Tanz auf dem Vulkan, möglichst ohne Nachkommen und nach dem Motto: Nach uns die Sintflut, macht doch auch Spass. Freiheit total und Freizeit, die gefüllt werden will...

Das ist ein Wertewandel. Früher galt es als erstrebenswert, einen Beruf zu haben und darin Erfüllung zu finden. Ich bin Arzt, ich bin Jurist, ich bin Offizier, ich bin Lehrer, Konditormeister, Fleischer, Bäcker, Bibliotheksrat... Das waren lebenslange Ehrentitel, mit denen man sich identifizierte und auch schmückte und die die Persönlichkeit prägten.

Das ist heute anders. Man trifft Leute mit hoch qualifizierten Berufen, die schon lange "keine Lust mehr haben" und möglichst früh den Ruhestand erreichen wollen, um dann so richtig loszulegen.

Parallel dazu gibt es zum Beispiel in Göttingens Innenstadt "gefühlt" keine Strasse ohne mindestens eine psychologische, psychotherapeutische oder psychiatrische Praxis. Es ist zumindest eine auffallende Fülle, und alle sollen so gut gebucht sein, dass es lange Wartezeiten gibt, besonders auch solche für Kinder und Jugendliche.

Parallel dazu auch Schulen, und zwar nicht wenige, in denen Gewalt und Messerangriffe an der Tagesordnung sind. Schulen, die Securitypersonal und Psychologen brauchen, um eine einigermassen erträgliche Atmosphäre zu schaffen und aufrechtzuerhalten.

Man könnte nun einfach einmal rhetorisch klagen: Was ist nur aus Deutschland geworden... Oder auch: Was haben die Regierung Merkel und ihre Mitläufer aus Deutschland gemacht...

Aber klagen ist zwecklos. Der Bevölkerungsaustausch als solcher ist auch nicht das eigentliche Problem. Vielmehr kommt es darauf an, wer zu uns kommt. Wenn es Menschen sind, die ihrem heimischen, diktatorisch religiösen, Frauen geringerschätzenden, vor-aufklärerischen Regime entfliehen wollen, um selbstbestimmt und frei leben zu können, dann sollen diese Menschen doch herzlich willkommen sein. Dann sind wir auf derselben Seite.

Sind die Hereindrängenden aber solche, die unser ehemals funktionierendes, freies Gemeinwesen hassen und verachten und es durch ihre gewalttätige, menschenverachtende Ideologie vergiften und zerstören wollen, dann gibt es für diese nur eine einzige Art der Behandlung: Raus!

Wenn es so wie zur Zeit (und seit 2015) weitergeht, dann ist Deutschland als fortschrittlicher, freier demokratischer Kulturstaat nicht mehr zu retten.
Die jetzige Regierung scheint aber nicht wirklich entschlossen zu sein, tatsächlich etwas zu ändern.



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 15

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| 22.03.2024, Freitag | Manche von uns brauchen sie einfach, die Fluchtorte für die Seele, MVD Plaza Independencia liebe Leserinnen und Leser. "Eskapismus" nennen es die Psychologen, wenn man den Widrigkeiten der Wirklichkeit zu entkommen sucht und sich in die innere Emigration flüchtet. Ich selbst gehöre auch zu denen, die das häufig tun.

Das Bild oben, das ich an einem warmen, sonnigen Dezembertag aufgenommen habe, zeigt die Plaza Independencia in Montevideo. Hier haben Ulrike und ich sehr oft auf einer der Bänke gesessen, und in der vom Rio de La Plata her wehenden, sanften Brise unsere Gedanken von den heimischen Beschwernissen freiblasen lassen. Weit weg in Südamerika, in einer der beiden Geburtsstädte des Tangos, wo uns viele Male das Glück geboten wurde, als Tangotanzpaar aufzutreten. Montevideo, der wunderbarste Fluchtpunkt unseres Lebens. In der vorigen Nummer des Blogs habe ich eine Episode geschildert.

Die romantische - unerfüllte - Suche nach einer echten Heimat für Körper und Seele, wo man sein Glück finden kann, schildert der Dichter Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766-1849) in seinem Gedicht "Der Wanderer", das Franz Schubert vertont hat. Mich hat schon im Kindesalter der Schlussvers tief beeindruckt, den ich nie vergessen habe: "Da, wo du nicht bist, da ist das Glück!" (Das Gedicht wurde so berühmt, dass verschiedene kleine Abweichungen überliefert sind. Im Original heisst es wohl: "Dort, wo du nicht bist..." Das soll uns aber hier und heute nicht stören.

Der Wanderer

Ich komme vom Gebirge her,
Es dampft das Tal, es braust das Meer.
Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?

Die Sonne dünkt mich hier so kalt,
Die Blüte welk, das Leben alt,
Und was sie reden, leerer Schall;
Ich bin ein Fremdling überall.

Wo bist du, mein geliebtes Land?
Gesucht, geahnt, und nie gekannt!
Das Land, das Land so hoffnungsgrün,
Das Land, wo meine Rosen blühn.

Wo meine Freunde wandelnd gehn,
Wo meine Toten auferstehn,
Das Land, das meine Sprache spricht,
O Land, wo bist du?

Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?
Im Geisterhauch tönt´s mir zurück:
"Da, wo du nicht bist, da ist das Glück!"

(Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766-1849))

Der Dichter hat eine höchst bemerkenswerte Biographie. Von seinen vielen Universitätsstudien (nicht alle abgeschlossen) war das erste Jura und Finanzwissenschaften in Göttingen...

Ulrike und ich haben immer unsere deutsche Heimat geliebt, und wir waren froh, dass man hier in bescheidenem Wohlstand, in Frieden, Freiheit, Geborgenheit und Rechtssicherheit leben konnte.

Je mehr diese unschätzbaren Werte der alten Bundesrepublik aber verwässert werden, je mehr Sicherheit und Geborgenheit verloren gehen und unser Land von der eigenen Regierung an fremde, vor-aufklärerische Kulturen und Religionen ausgeliefert wird, desto mehr wird uns unsere eigene Heimat nach und nach entfremdet. Diese Politik wird von einer populistischen Mainstream- Mehrheit mit schmallippigem, moralischem Überlegenheitsanspruch gestützt.

In einer solchen Situation ist es gut zu wissen, dass es irgendwo da draussen auf dem Globus eine Heimat des Herzens gibt, wo wir unser Glück gefunden haben. Auch Buenos Aires, die argentinische Hauptstadt, ist uns von Anfang an ans Herz gewachsen, aber Montevideo hat eine Beschaulichkeit, die dem Ruhe und Seelenfrieden Suchenden sehr entgegenkommt. Und da der Buquebus beide Hauptstädte binnen 3 Stunden miteinander verbindet (der Flug dauert 30 Minuten), ist auch das zehnmal so grosse, quirlige Buenos Aires stets bequem zu erreichen, wenn man Weltstadtflair erleben will.

Wie positiv und aufgeschlossen wir zur Multi-kulti-Gesellschaft stehen, habe ich auch schon in den Nummern 2, 3 und 6 dieses Blogs gesagt. Zumal wir selbst in unserer Stadt viele Jahre lang zu den Hauptakteuren der multikulturellen Kulturarbeit gehört haben.

Miteinander darf dennoch nicht bedeuten, dass wir einer zugewanderten aber in einem hoch entwickelten Land unpassenden Religion, Ideologie oder Kultur unterwürfig begegnen und dabei die eigene Kultur sozusagen schamhaft herunter spielen. Wir brauchen wieder den Mut, zu unserer eigenen Identität zu stehen.

Auf dieser Basis verabschiede ich mich für heute...

Der Wanderer (gesungen)
(In diesem Beispiel endet der Sänger mit dem Grundton unten. Sänger, die das nicht schaffen, enden mit dem oberen Grundton, also eine Oktave höher, was mir persönlich besser gefällt. Es klingt nicht so resigniert, sondern eher trotzig.)



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 14


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| 17.03.2024, Sonntag | An diesem sonnigen wenn auch mit 1 Grad (plus) noch ziemlich kalten Sonntag habe ich das dringende Bedürfnis, den Kriegs- und Verzweiflungsmodus mal für eine Weile zu verlassen und einfach die Gedanken auf Schönes und Erbauliches umzulenken. Das hält man doch sonst nicht aus.

Warum ist zum Beispiel der Tango, die etwa 150 Jahre alte Kulturschöpfung der Länder Argentinien und Uruguay so faszinierend, dass sie buchstäblich weltweit die Menschen in ihren Bann zieht und damit die Menschheit vereint statt sie zu entzweien? In seinen drei Komponenten Musik, Tanz und Text muss der Tango also etwas haben, das alle Menschen anspricht, unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft.

Was immer es auch sein mag, das den Tango so magisch macht, 2009 wurde er von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Länder Argentinien und Uruguay erklärt. Ihre Hauptstädte, Buenos Aires und Montevideo, teilen sich die Ehre, Geburtsorte des Tangos zu sein.

Tango, der "traurige Gedanke, den man tanzen kann", wie ihn der Tango-Textdichter und -Komponist Enrique Santos Discépolo beschrieben hat, oder, nach dem amerikanischen Schriftsteller und Südamerikakenner Waldo Frank, ist der Tango "volkstümlich ästhetischer Ausdruck eines tragischen Lebensgefühls".

Homero Manzi, der grosse argentinische Tango-Textdichter, dessen Tangos ich zum grossen Teil ins Deutsche übertragen habe, sagt in seinem Tango Che Bandoneón: "...diese ungeheure Lust zu weinen, die uns manchmal überflutet ohne Grund, und der Schluck Schnaps, der die Gedanken zur Erinnerung zwingt, wenn die Seele im Abseits steht."

Das alles zu tanzen, heisst, sich hinwegzusetzen, sich frei zu machen von den Sorgen, Nöten, Betrüblichkeiten und Erniedrigungen des tristen Alltags. Als Tangotänzerin und Tangotänzer gibt es für dich kein Gedeckeltsein mehr, du verkehrst mit allen Menschen auf Augenhöhe - mindestens.

Die folgenden Tangos haben wir bei unserem ersten grossen Auftritt in Montevideo, einem der beiden Ursprungsorte des Tangos getanzt:

1. Chiqué von Ricardo Brignolo (1892-1954), gespielt vom Orchester Osvaldo Pugliese (1905-1995).

Alle der einst zahllosen Tangoorchester haben ihren ganz eigenen Sound. Man hört sofort: Das ist Pugliese oder Canaro oder Villasboas oder De Angelis (um nur diese vier zu nennen).

Unser damaliger Auftritt fand im Rahmen des 3. Weltgipfels des Tangos (3a Cumbre mundial del Tango) statt und war ein ganz grosser Event, zu dem extra das ARD-Team aus Buenos Aires herübergekommen war, alles filmte und Ulrike interviewte.
Zurück in Deutschland haben wir erfahren, dass Sequenzen von unserem Auftritt im Abenprogramm ausgestrahlt worden sind.

Bevor wir Chiqué tanzten sagte ich zum Publikum gewandt, dass wir diesen Tango zu Ehren des grossen Maestros Osvaldo Pugliese tanzen würden, der im Jahr zuvor hoch betagt gestorben war. Später, am Ende der Vorstellung, wurde eine alte Dame zu uns geführt, die uns mit Tränen in den Augen dankte. Es war die Witwe von Osvalso Pugliese, die, ohne dass wir es wussten, im Publikum ganz vorne sitzend, unseren Auftritt gesehen hatte. Ein bewegender Moment in unserem Tangoleben...

Das Wort Chiqué ist ein Ausdruck des Lunfardo, der Milieusprache des Tangos, und hat verschiedene Bedeutungsnuancen, etwa "Fake" oder "sich den Anschein geben, als ob..."

Tangotexte mit viel Lunfardoanteil sind sehr schwer zu übersetzen. Homero Manzi hat, für mich zum Glück, nur sehr wenige Lunfardoausdrücke verwendet.

Weil der Tango das Leben in all seinem Gefühlsreichtum abbildet, ist seine musikalische Ausdrucksvielfalt unendlich gross, wie auch an den heutigen beiden Beispielen deutlich wird. Das macht den Tango für Tänzer zu einer nicht endenden Herausforderung und zu einem ständigen kreativen Akt.

Der nächste Tango, den wir auf dem Cumbre getanzt haben, ist der folgende mit dem Titel Fumando espero (Rauchend warte ich...). Der Text beginnt so: "Rauchen ist ein geistiges und sinnliches Vergnügen" (Fumar es un placer, genial, sensual...). Und damit ist er wohl nicht mehr ganz zeitgemäss.

2. Fumando espero von Juan Viladomat (1885-1940) (Musik) und Félix Garzo (Text). Beide geboren in Spanien (Katalonien).
Es spielt das Orchester Alfredo De Angelis, der Sänger ist Carlos Dante.

Für heute verabschiede ich mich aus der Welt des Tangos.



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 13


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| 13.03.2024, Mittwoch | Die NZZ (www.nzz.ch) hat gestern einen Kommentar von Luzi Bernet in Rom veröffentlicht unter der Überschrift:

"Fremd in Europa, latent antiamerikanisch, unpräzise: der päpstliche Missgriff zur weissen Fahne
Franziskus fordert Verhandlungen in der Ukraine und in Gaza – ohne die Aggressoren in die Pflicht zu nehmen und ohne selbst eine Friedensinitiative auf den Weg zu bringen." [Zitat Ende]

Natürlich kann ich den NZZ-Artikel hier nicht wiedergeben, aber ich habe ihn wie folgt kommentiert:

Eckart Härter
Nein, der Papst hat recht. Das sage ich als ein Niemand, der keiner Religionsgemeinschaft und keiner politischen Partei angehört. Es geht auch nicht darum, primär die Schuldfrage zu klären. Dann könnten wir nämlich sehr lange auf den Frieden warten. Der Papst hat, offenbar als einzige der Persönlichkeiten mit Weltgeltung, verstanden, dass Krieg nie mehr ein Mittel der Politik sein darf. Es kann keinen nachbarschaftlichen Konflikt geben, der nicht mit Verhandlungen gelöst werden könnte.

Krieg heisst im Klartext: Ich schlage so viele von deinen Landsleuten tot und zerstöre so viele von deinen Sachwerten (Wohnhäuser, Fabriken, Kraftwerke), bis ich meinen Willen bekomme.

Es ist doch wohl klar, dass ein Papst diesen Weg nicht für einen gangbaren halten kann. Und alle Politiker und besonders auch die Politikerinnen, die hechelnd weiterhin auf Krieg setzen ("die Ukraine muss gewinnen"), und die immer mehr und tödlichere Waffen liefern wollen, sollen doch die Frage beantworten: Was denken Sie, wie viele ukrainische und russische Männer und Frauen denn noch getötet werden sollen?  Bis auf einer Seite keine mehr da sind? Dann wären die Atomwaffen das Mittel der Wahl.

Wir, die Menschheit, brauchen für die Weltpolitik einen völlig neuen Ansatz. Darauf ist aber offensichtlich noch kein verantwortlicher Politiker gekommen.
Gut, dass wenigstens der Papst das bisher noch Unglaubliche, Undenkbare laut und deutlich gesagt hat.
[Soweit meine Stellungnahme in www.NZZ.ch zum Artikel]

Herbert Schultz-Gora hat darauf geantwortet:
"Herzlichen Dank für Ihre klare Position, Herr Härter."

Dafür sage ich Danke!



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


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| 10.03.2024, Sonntag | Frieden und Frühling sind die hauptsächlichen Themen Maerz 2024 dieser Tage, liebe Leserinnen und Leser, und für beide soll der Mensch verantwortlich sein. Was den Frieden angeht, so ist des Menschen Zuständigkeit dafür sicher unstrittig, während beim Frühling doch wohl die Natur noch immer ein Wörtchen mitzureden hat - wie wir jetzt gerade wieder sehr anschaulich beobachten können, zum Beispiel heute beim Sonntagsspaziergang auf dem Wall (Bild).

Möglicherweise hat der Papst ja meinen Blog gelesen, denn er hat jetzt gefordert, dass der Ukraine-Krieg durch Verhandlungen beendet werden müsste. Das hat mich gefreut, denn wenn ein so allerhöchstrangiger Mensch wie der Papst dieselbe Ansicht vertritt wie ich, dann kann ich doch wohl nicht ganz falsch liegen. Bezeichnend, dass die Grünenpolitikerin Göring-Eckart den Vorstoss des Heiligen Vaters heftig gerügt hat. So haben sich die "Pazifisten" das nicht vorgestellt. Das würde ja bedeuten, dass die Kriegshandlungen eingestellt werden müssten.

Dass das Symphonieorchester von Kyiv seinen derzeitigen Hauptsitz in Gera hat (lt.3Sat), ist, wie ich gestern gesehen und gehört habe, für uns sicher ein Zugewinn. Ein grossartiges, mit auffallend vielen jungen Musikerinnen und Musikern besetztes Orchester unter seinem italienischen Dirigenten Luigi Gaggero.

Gestern sendete 3Sat die Aufzeichnung eines Konzerts dieses Orchesters vom Grafenegg Festival 2023. Gespielt wurde das 5. Klavierkonzert Es-Dur von Ludwig van Beethoven, Solist war Rudolf Buchbinder. Dieses Konzert gehört zu den Schlüsselwerken meines Lebens, weil es mir über schwere Phasen hinweggeholfen hat. Die gestrige Aufführung war eine der schönsten und ergreifendsten, die ich je gehört habe. Rudolf Buchbinder überragend in Sensibilität und Tiefe der Interpretation und in seiner fantastischen Spieltechnik. Das Kyiver Orchester begleitete begeisternd auf Augenhöhe.

Es ist immer wieder berührend bei Beethovens letztem Klavierkonzert, wenn ganz am Ende das Klavier im intimen, immer leiser werdenden Dialog mit der Pauke allmählich verebbt bis fast zum Stillstand und das Klavier sich dann plötzlich noch einmal in hohem Tempo und voller Lautstärke mit dem Hauptmotiv aufschwingt, das Orchester quasi mitreissend und es dann allein im Fortissimo den jubelnden Schluss setzen lässt.

Das Orchester spielte danach noch eine Sinfonie eines ukrainischen Komponisten, aber nach diesem überwältigenden Beethovenkonzert mochte und konnte ich nichts anderes mehr hören und brauchte erst einen angemessenen Abstand in Stille - und Meditation...



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


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| 09.03.2024, Samstag | Wir müssen Ruhe und einen klaren Kopf bewahren. Gerade jetzt, wo scheinbar fast alle Würdenträger in der Politik durchdrehen und mit 'nem Sturmgewehr im Kopf herumlaufen.

Ich kann es hier nur noch ein weiteres Mal betonen, dass ich die Zurückhaltung von Bundeskanzler Scholz in Sachen Taurus-Lieferung an die Ukraine voll unterstütze. Herr Scholz will eben alles vermeiden, was Deutschland zum Verhängnis werden könnte, und das ist das einzig Richtige.

Bis vor kurzem noch galt für die Bundesregierung der unumstössliche und vernünftige Grundsatz: Keine Waffenlieferungen in Krisengebiete. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Überhaupt keine. In diesem Fall geht es nur um einen Typ eines Marschflugkörpers.

Und wieder einmal fliegt auf, was von solchen Beteuerungen zu halten ist, nämlich Nichts.

Genauso wie der angebliche Pazifismus der Grünen, die jetzt bei den Kriegstreibern ganz vorne mit trommeln.

Ich habe Herrn Präsident Putin in seiner persönlichen Art schon frühzeitig sehr richtig eingeschätzt und dafür plädiert, ihn und Russland als gleichberechtigten Partner und auf Augenhöhe in das gemeinsame Europa einzubeziehen. Das ist nicht geschehen.

Der Westen hat mit der alten Überheblichkeit weitergemacht wie bisher und seine mündlichen Zusagen, die Nato nicht zu erweitern, gebrochen.

Dass ein Herr Putin sich das nicht bieten lassen würde, war mir klar. Was ich allerdings nicht geahnt habe, war, dass er so weit gehen würde und einen Krieg gegen die Ukraine loszubrechen, mit der Russland so lange ein gemeinsames Land gebildet und Jahrhunderte einer gemeinsamen Geschichte geteilt hat.

Auch Herr Präsident Erdogan ist ein autoritärer Herrscher. Aber er tritt immer wieder einmal mit vernünftigen Vorstössen hervor. Etwas, das unsere Politiker (mit Ausnahme von Frau Wagenknecht) oft vermissen lassen.

Gestern hat Herr Erdogan angeboten, in der Türkei einen Friedensgipfel auzurichten und zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Das wurde in den Medien (leicht nachprüfbar) berichtet.

Es dürfte sehr interessant sein zu beobachten, wer sich zu diesem Vorschlag zustimmend und wer ablehnend äussert.

Wir alle, der gesamte Westen und die Ukraine und Russland müssten ein brennendes Interesse daran haben, diesen Krieg mit Verhandlungen zu beenden. Erdogan bietet zumindest die Chance dazu.

Wenn das nicht gelingt, dürfte es für Deutschland eigentlich nur noch eine einzige Konsequenz geben: Keine Waffenlieferung mehr, auch keine einzige Gewehrpatrone mehr, ins Krisengebiet!

Es wird höchste Zeit, dass wir uns wieder um die wahren Dinge kümmern können.
Krieg zerstört die Seelen. Kunst und Musik heilen sie.
Heute empfehle ich die Frühlingssymphonie von Robert Schumann, die er innerhalb von 4 Tagen, in Hochstimmung, in der Schumann'schen Wohnung in der Leipziger Inselstrasse komponiert hat:

"Im Tale blüht der Frühling auf." (Dieses Motiv aus Adolf Böttgers Gedicht jubeln die Trompeten zu Beginn der Sinfonie.)
Ich hoffe sehr, dass das auch im übertragenen Sinne gilt...



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


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| 01.03.2024, Freitag | Beinahe hätte ich mich umentschlossen und nicht weitergemacht mit meinen Überlegungen zum Phänomen Massenveranstaltungen, insbesondere solchen, in denen kollektiv die politische Überzeugung jedes Einzelnen bekundet werden soll. Mir hängt das Mitläufertum nämlich allmählich zum Halse raus.

Geändert hat sich seit dem 3. Reich nur die Marschrichtung, alles andere ist geblieben.

Damals ging es gegen die Roten (Kommunisten und Sozialisten), heute geht es gegen "Rechts", wobei nicht einmal differenziert wird. Alles was nicht Links-Grün ist, gilt als ausländerfeindlich, rassistisch und natürlich als Nazi. Und mit dieser dumpf-dummen und zugleich wirksamen Pauschlisierung wird ein ganzer, legitimer Teil des politischen Spektrums verunglimpft und verleumdet.
Eine Taktik, mit der es den leitenden Agitatoren gelingt, eine gewaltige, Masse von Mitläufern hinter sich zu scharen.

Der Begriff Volksverhetzung gilt in diesem Zusammenhang aber nicht.

Oder das Demonstrieren für die Palästinenser im Gaza Streifen. Die haben ja tatsächlich Fürchterliches auszuhalten, unmenschliches Leid.
Wenn dabei aber die Israelis als Unmenschen dargestellt werden, ohne auch nur zu erwähnen, dass ohne den perfiden Anschlag der Hamas das alles gar nicht passiert wäre, und dass Israel sich seit 1948 gegen hasserfüllte Nachbarn wehren muss, die sein Existenzrecht in Frage stellen, dann bekommen solche Demos ein ganz anderes Gesicht.
Gleichwohl muss den palästinensischen Zivilisten viel schneller und viel wirksamer geholfen werden als bisher, das ist selbstverständlich.

Ähnliches geschieht im russischen Krieg gegen die Ukraine. Natürlich hat Herr Putin mit dem Überfall ein unentschuldbares Verbrechen begangen, und er begeht es tagtäglich weiter - keine Frage.
Aber trotzdem ist die Einseitigkeit des Umgangs mit dem Konflikt hierzulande geradezu ein Musterbeispiel für mangelndes Demokratieverständnis.

"Unsere" Ukrainer und die russischen Teufel, das ist in etwa der Tenor aller politischen Verlautbarungen und besonders der Berichterstattung in allen Medien. Führende Politiker*innen heften sich die ukrainischen Farben ans Revers, das Brandenburger Tor in Blau-Gelb usw. Die flächendeckende Einseitigkeit hat längst peinliche Ausmasse angenommen. Volksverdummung im grossen Stil.

Kein Wort darüber, dass die zuerst von Putin abgespaltenen und für selbständig erklärten östlichen Regionen der Ukraine zu fast 50% von Russen bewohnt sind. Kein Wort davon, dass auch in der übrigen Ukraine bei weitem nicht alle Ukrainer gegen den Anschluss an Russland sind. Kein Wort davon, dass etwa ein Drittel der Ukrainer Russisch als Muttersprache spricht und zum Teil nur unzulänglich Ukrainisch.

Der jüdisch ukrainische Schriftsteller Dmitrij Kapitelman hat in der NZZ sehr eindrucksvoll erzählt, dass seine grosse Familie, die russisch als Muttersprache spricht, den Anschluss an Russland begrüssen würde. Er selbst sei die Ausnahme, und trotzdem würde die Familie sich gut verstehen.

Im demokratischen Staat gehört auch dazu, dass die Vorgeschichte des Konflikts berücksichtigt wird. Die Ukraine ist nie ein selbständiger Staat gewesen, obwohl es immer auch einen starken Bevölkerungsanteil gegeben hat, der die Unabhängigkeit von Russland anstrebte. Das wurde dann 1991 ermöglicht, als der gesamte sozialistische Ostblock zusammengebrochen war und Russland schwach am Boden lag.

Um den Fall Ukraine zu verstehen, kann man sich die Situation Katalonien-Spanien vor Augen führen. So wie in Kyiv (Kiev) Russisch die Hauptsprache war, obwohl die Ukrainer ihr eigene Sprache haben, so selbstverständlich ist in Barcelona Spanisch die Hauptsprache, obwohl die Katalanen ihre eigene Sprache haben.
Auch in Katalonien, das nie ein selbstständiger Staat gewesen ist, gibt es eine starke Unabhängigjeitsbewegung, die von Spanien mit Gefängnis bedroht ist. Wir alle haben das vor ein paar Jahren miterlebt. Auch die Katalanen sind in dieser Frage gespalten - wie die Ukrainer.

Was alle Demonstrierenden, Omas eingeschlossen, beachten sollten, bevor sie irgendwelchen Parolen hinterher laufen: Selberdenken ist angesagt, denn jede Stellungnahme Für oder Gegen etwas ist das Parteiergreifen für eine Seite und gegen die andere Seite - auch im Beispiel der Ukraine.

Was aber immer die schlechteste aller Lösungen ist, das ist der Krieg. Krieg als Mittel der Politik darf es nie mehr geben. Abrüsten statt Aufrüsten. Jetzt noch dringlicher denn je. Lest meinen Blog Nr. 8.



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 9


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| 26.02.2024, Montag | Begeistert waren die Menschen im "Dritten Reich" vom Nationalsozialismus. "Wir sind mehr" mussten die Nazis nicht auf Pappschildern vor sich her tragen. Die NSDAP hatte einen solchen Zulauf, dass zeitweilig ein Aufnahmestopp verhängt werden musste.

Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht wollten, dass ihre Kinder im Jungvolk oder der HJ mitmachten, waren todunglücklich und selig, als die Eltern es dann irgendwann doch erlaubten, weil der Gruppendruck zu stark geworden war.

Diese allgemeine Begeisterung schlug sich auch in der Berichterstattung der - natürlich gleichgeschalteten - Medien nieder. "Wir" und die Anderen, das war das alles beherrschende Gemeinschaftsgefühl, das unaufhörlich in Worten und Liedern verbreitet wurde und ein kollektives Hoch- und Überlegenheitsgefühl erzeugte.

Das machte schon etwas mit den Menschen, wenn alle, beseelt vom gleichen Geiste, auf den in schwarz-weiss-roten Hakenkreuzfahnen geschmückten Strassen unterwegs waren zur nächsten Kundgebung, zum nächsten Aufmarsch, um dem "Führer" ewige Treue und Gefolgschaft zu geloben, alle mit demselben Lied auf den Lippen.

Lieder:

Es zittern die morschen Knochen
Der Welt vor dem grossen Krieg
Wir haben die Fesseln zerbrochen
Für uns wars ein grosser Sieg.
Wir werden weiter marschieren
Wenn alles in Scherben fällt
Denn heute da hört uns Deutschland
Und morgen die ganze Welt.

Es gab Versionen dieses Lieds mit leichten Abwandlungen im Text. Anfangs hiess es auch noch: "und heute gehört uns Deutschland" statt "heute da hört uns Deutschland..."

Aber die feinfühligen Nazis wollten das Ausland möglichst nicht gegen sich aufbringen...

...oder das hier:

Die Strasse frei den braunen Bataillonen
Die Strasse frei dem Sturmabteilungsmann
Es schaun aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen
Der Tag der Freiheit und fürs Brot bricht an.

...oder das Fahnenlied der HJ, hier der Refrain:

Unsre Fahne flattert uns voran!
In die Zukunft ziehn wir Mann für Mann!
Wir marschieren für Hitler durch Nacht und durch Not,
mit der Fahne der Jugend, für Freiheit und Brot!
Unsre Fahne flattert uns voran!
Unsre Fahne ist die neue Zeit!
Unsre Fahne führt uns in die Ewigkeit!
Unsre Fahne ist mehr als der Tod!

Das alles zu Melodien, die mitrissen und auch ergriffen.

Die Volksgemeinschaft ist alles, der Einzelne nichts.

Sprechchöre:

"Ein Volk, ein Reich, ein Führer"!

"Führer befiehl - wir folgen!"

"Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil!"

Und wenn der "Führer" tatsächlich einmal in die Stadt kam, die wie im Rausch jubelnden Menschenmassen vor seinem Hotel, die skandierten:

"Lieber Führer sei so nett, zeig dich mal am Fensterbrett"

Und wenn "Er" dann auf dem Höhepunkt der Erwartung in ernster Würde ans Fenster trat, barst die Verzückung des Publikums im kollektiven Klimax:

Frauen mit vor Wonne verzerrten Gesichtern, sich nassmachend, und Männer, die ihre Männlichkeit an sich aufwallen fühlten. Und alle den "Deutschen Gruss" entbietend, den in einem Winkel von etwa 135 Grad nach oben gestreckten rechten Arm. - Wer wollte da abseits stehen...

Es gibt Filmaufnahmen von all dem.

Ich bleibe ideologisierten Massenveranstaltungen grundsätzlich fern. Das hat sich seit 1968 auch nicht geändert.

Damit soll an dieser Stelle erst einmal Schluss sein. Wir werden uns aber in Kürze noch weiter über das Phänomen der Massenveranstaltung unterhalten müssen, denn wir sind schon wieder mitten drin...



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


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| 17.02.2024, Samstag | Den Worten folgen die Taten, sagt man. Ich hoffe, dass das in der jetzigen Situation nicht so sein wird. Herr Pistorius spricht davon, dass wir "kriegstüchtig" werden müssen. 100 Milliarden €uros bekommt er schon für die Aufrüstung.

Warum spricht er nicht davon, dass wir endlich friedenstauglich werden müssen, besonders in schwierigen Situationen?

Stolz haben er und der Herr Bundeskanzler den symbolischen ersten Spatenstich getan für eine nagelneue Munitionsfabrik, die pro Jahr 200.000 Artilleriegranaten herstellen können soll.

Was kann man damit alles zusammenschiessen! Nicht zu vergessen das viele wertvolle Rohmaterial, das darin verbaut wird. Das Schönste daran ist aber: Die Munitionsfabrik soll bis zu 500 neue "Arbeitsplätze" bringen. Da kann die Region doch nur jubeln. Fachkräfte!

Absurd, dass verantwortliche Politiker und Politikerinnen wieder mit Kriegsgedanken spielen. Ein Krieg in Europa mit der Beteiligung Deutschlands und befreundeter Nationen würde mindestens einer ganzen Generation die Zukunft ihres Lebens rauben. Vorausgesetzt, Deutschland wäre danach überhaupt noch bewohnt und bewohnbar.



Krieg darf nie mehr als Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Deshalb haben wir schon 2016 in unserem Denkmodell veröffentlicht, was Frau Wagenknecht vielleicht zu ihrer Friedenskonzeption angeregt und bei uns abgeschrieben hat:

Art. 2 Die NATO wird aufgelöst (bzw. Deutschland beendet die militärische Zusammenarbeit mit der NATO). Ein Europäischer Grenzschutz wird aufgebaut mit deutscher Beteiligung. Das Verbot der militärischen Einmischung in ausländische Bürgerkriege und sonstige kriegerische Auseinandersetzungen wird ins Grundgesetz aufgenommen. Auf deutschem Boden befindliche ausländische Truppen und Atomwaffen ausländischer Staaten werden abgezogen.

Art. 3 Rüstungsindustrie verkleinern und umgestalten

1. Waffenproduktion nur zum Eigenbedarf

2. Freiwerdende Kapazitäten in zukunftsfähige Industrien umwandeln: Weltraum, Öko-Energie, Öko-Agrartechnologie, Klimaschutz

Art. 4 Kriegswaffenexporte werden vollständig eingestellt.
[Wer keine Kriegswaffen herstellt, kann auch keine exportieren.]

Art. 5 Die Bundeswehr wird aufgelöst und umgestaltet.
Ohne Militär ist Deutschland nicht mehr befähigt, an Kriegseinsätzen teilzunehmen.

1. Ein Teil des Personals der aufgelösten Bundeswehr verstärkt das THW, die Polizei und die Feuerwehr.

2. Der andere Teil der aufgelösten Bundeswehr wird umgestaltet zu einem neuen Elite-Bundesgrenzschutz mit Ausrüstung und Uniformierung (identitätsstiftend) wie 1952. Ausrüstung und Ausstattung stets nach modernstem Stand der Verteidigungstechnik, mit besonderer Berücksichtigung des automatischen, mit einem Minimum an Personal zu betreibenden Geräts.

Art. 6 Die "Wehrpflicht" für Männer und Frauen wird reaktiviert zu einer Friedens-Dienstpflicht und kann in einem Beruf, einer sozialen Tätigkeit, auch bei der Polizei geleistet werden. Im Regelfall kann der Dienstpflichtige den Beruf frei wählen. Bei Engpässen und besonderem Bedarf in einzelnen Tätigkeitsbereichen, muss die zuständige Behörde lenkend eingreifen. Dauer der Dienstpflicht 18 Monate; sie endet mit einem Diplom für eine berufliche Grundausbildung. Auf Wunsch des/der Wehrpflichtigen kann die Ausbildung verlängert werden bis zum Abschluss der vollständigen Berufsausbildung.



Die richtige Benennung der Dinge ist sehr wichtig. Es muss der Welt klargemacht werden, dass Deutschland kein Militär mehr hat, keine Rüstungsindustrie und keine Atomwaffen.

Es sollte sogar möglich sein, viele entwickelte Staaten von dieser Konzeption zu überzeugen.

Trotzdem muss der Bundesgrenzschutz in der Lage sein, zu Lande, zu Wasser und in der Luft (so wie es beim alten BGS auch schon war) Angriffe auf die territoriale Unversehrtheit Deutschlands abzuwehren. Angriffen mit Raketen, Drohnen usw. muss ein Abwehr- und Abschreckungspotenzial gegenüberstehen.

In einer Zeit, wo wieder menschenverachtende, selbstherrliche Diktatoren die Welt mit Atomwaffen bedrohen, ist die Versuchung gross, wieder auf totale Aufrüstung zu setzen. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Die normalen Menschen sind sich in ihren Wünschen und Bedürfnissen überall gleich.

Wie lächerlich sind im Grunde solche aufgeblasenen Potentaten - die auch nicht länger leben als die Menschen, die sie zu beherrschen glauben - und die sie dabei doch nur entsetzlich fürchten und von ihrer Polizei in Schach halten lassen.

Unsere Stärke gründet sich nicht auf Brutalität, Gewalt, Einschüchterung und Bedrohung, sondern auf die Freiheit des Einzelnen, auf das geistige Vermögen unserer Menschen und auf unsere grossartige Kultur - die höchststehende der gesamten Menschheit. Dagegen sind auch Atombomben machtlos.

Ich denke, an dieser Stelle ist die 7. Sinfonie in A-Dur von Ludwig van Beethoven, gespielt vom Concertgebouw Orkest Amsterdam unter Carlos Kleiber genau das Richtige.



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 7


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| 12.02.2024, Montag | Ich bin nicht der einzige, den die Frage umtreibt, wie es geschehen konnte, dass Deutschland (gefühlt) auf dem Weg ist in eine DDR 2.0.

Einen ausgezeichneten Bericht zum Problem der eingeschränkten Meinungs- und Informationsfreiheit in Deutschland gibt Julia Ruhs in Focus online. Sie lässt eine in der DDR aufgewachsene Goldschmiedin schildern, wie diese sich - besonders deutlich seit 2015 - in eine Situation versetzt fühlt, die sie zunehmend an die Lage in der DDR erinnert. Sehr lesenswert! (Link weiter unten).

Der Bericht von Julia Ruhs löst zwar noch nicht das Rätsel, aber es ist eine Annäherung. Natürlich haben wir keine Zensur wie in der DDR. Wir dürfen frei denken und unsere Meinung frei äussern. Es ist jedoch eine gesamtgesellschaftliche Atmosphäre erzeugt worden, die "gefühlt" eine Ausgrenzung oder gar Ächtung zur Folge hat, wenn man anders denkt als vom Mainstream vorgegeben und wenn man das auch sagt.

Nach meiner Beobachtung liegt das Rätsel dieses verheerenden, die Gesellschaft spaltenden Wandels daran, dass es den "gutmenschlichen" Ideologen gelungen ist, das gesamte Vokabular, mit welchem gemeinhin das Gute, das Schöne, das Gesunde, Humane, Mitmenschliche, Barmherzige, Friedfertige belegt wird, exklusiv für sich zu vereinnahmen.

Kurz gesagt, es ist ihnen gelungen, sich propagandistisch das Image der moralisch Höherstehenden zuzulegen.

Das hatte zur Folge, dass auch Parteien der Mitte nicht mehr gewagt haben, ganz normale staatliche Aufgaben korrekt zu erfüllen oder das nur "klammheimlich" zu tun.

Beispiel: Die NGO-Schiffe, sie liegen vor den Küsten auf der Lauer, um die in Gummibooten kalkuliert in Seenot geratenen Migranten zu "retten".
Wer Kritik an diesem Verfahren zu äussern wagt, dem wird durchaus schon mal unterstellt, "Menschen beim Ertrinken zuschauen" zu wollen.

Und den Schutz der Landesgrenze zu betreiben, wird zu dem Vorwurf stilisiert, man wolle nötigenfalls auch "auf Kinder schiessen". Ich habe solche absurden, hasserfüllten Unterstellungen damals selbst gelesen.

Ob Autofahrer, Fleischesser, Urlauber im Flugzeug, es gibt unzählige, perfide Möglichkeiten, Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden, schlimmer noch, sie als charakterlich verbesserungsbedürftig dastehen zu lassen. Der Pranger lässt grüssen.

Dabei betrifft der Gesinnungsterror nicht nur das einzelne Individuum. Bahlsen hat sich beeilt, seinen Schokokeks "Afrika" umzubenennen, nachdem die "Gesinnungspolizei" den traditionellen Namen (einen geografischen Begriff) für rassistisch erklärt hatte.

Die meisten Menschen halten ein solches Mobbing nicht lange aus und "kriechen irgendwann zu Kreuze", oder sie legen sich erst gar nicht mit den "Gutmenschen" an und resignieren in aller Stille.

Das skandalöse Agieren der Presse (inklusive der Rundfunk- und Fernsehanstalten) in diesem vergifteten Hexenkessel kommt einer Führerschaft gleich.

Zum Artikel von Julia Ruhs




Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 6


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| 07.02.2024, Mittwoch | Wir sollten uns noch einmal die Aussagen der beiden jüdischen Intellektuellen zum Problem der Massen-Migration nach Europa vor Augen führen. Beide mit polnischer Migrationsgeschichte, wurde Yasha Mounk in München geboren, Alain Finkielkraut in Paris.

Beide stellen übereinstimmend fest, dass durch die Massenzuwanderung etwas geschieht mit den einheimischen Bevölkerungen: Sie verlieren ihre Homogenität und damit ihre Identität.

Mounk zeigt sich (am Beispiel Deutschlands) begeistert (2018 in den Tagesthemen bei Frau Miosga):
"Wir (wagen) ein historisch einzigartiges Experiment, und zwar eine monoethnische, monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird, glaube ich, auch klappen, aber dabei kommt es natürlich auch zu vielen Verwerfungen.“

Finkielkraut bedauert das (am Beispiel Frankreichs) und konstatiert (zitiert aus Wikipedia):
"Finkielkraut verband ([in seinem] Buch L’identité malheureuse) die Themen Einwanderung und nationale Identität und beklagte den angeblichen Niedergang Frankreichs, seiner Bildungsinstitutionen und seiner Kultur. Die Identität sei insbesondere durch die Einwanderung gefährdet. Frankreich habe seine Homogenität verloren. Die einheimische Bevölkerung bestimme nicht mehr die kulturelle Linie."

Recht haben sie beide. Der Bevölkerungsaustausch findet statt, er ist Realität. Das auszusprechen ist nicht rechtsextrem.

Auch hat der demokratische Staat kein Recht, der Bevölkerung vorzuschreiben, ob sie den Bevölkerungsaustausch (die "Umvolkung") zu begrüssen oder zu bedauern hat. Das wird individuell verschieden sein.

Zudem hätten im demokratischen Staat die Medien die Pflicht, die Realität - unabhängig von einer offiziellen oder Mehrheitsmeinung - wahrheitsgetreu darzustellen.

Alles Selbstverständlichkeiten, die seit Jahren in der Bundesrepublik Deutschland verloren gegangen sind.

Wir von der Denkwerkstatt phantastische-demokraten.de hätten es gern wieder so wie es seit Jahrzehnten in Deutschland gewesen ist: Eine multi-kulti Gesellschaft, so geregelt und wohldosiert ausbalanciert, dass unsere deutsche Heimat im alten Glanz unserer Kultur und Zivilisation wieder auferstehen kann, und dass die Identität des deutschen Volkes im Kern noch erkennbar ist und nachhaltig erhalten bleibt.

Ich glaube, dann könnten wir alle glücklich sein...



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 5


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| 05.02.2024, ein Montag... | ...und damit der Tag, an dem ich traditionell an meinem Blog schreibe. Die Nr.4 habe ich ganz bewusst sehr früh abgebrochen, weil ich dachte, nach dem Zitat des jüdisch französischen Gelehrten Finkielkraut (s. Blog Nr. 4) bräuchte man etwas Zeit zum Nachdenken. Jedenfalls ist es mir so gegangen.

Der Schwerpunkt in meinem Blog ist ja der Kampf für den Demokratieerhalt in Deutschland. Wie dringend nötig das ist, wurde mir schlagartig und erschreckend bewusst als 2015 von Frau Merkel die Migrationskrise ausgelöst wurde.

Damals begann die "Willkommenskultur", eine Jubelkampagne, die unisono von einer spontanen Gesinnungskumpanei aus Politik und Medien ausging, wie man sie bis dahin im demokratischen Deutschland nicht für möglich gehalten hätte. Die freie, unparteiische Berichterstattung war praktisch aus- bzw. gleichgeschaltet - inklusive Sprachregelung, und das gilt bis heute.
So schnell kann das gehen in einem Land, das in der Welt als eins der demokratisch stabilsten galt.

Natürlich ist das grossen Teilen der Öffentlichkeit aufgefallen und hat heftige, teils grob spöttische Reaktionen in Facebook und anfangs auch noch in den Foren der grossen Zeitungen ausgelöst, ist aber, seit Facebook auf Betreiben der Politik de facto zensiert wird, in sich zusammengefallen. Damals kam völlig zu Recht der Begriff "Lügenpresse" auf. Genützt hat es praktisch nichts.

Inzwischen hat wohl jeder begriffen, sogar die Verantwortlichen in der Politik, was unregulierte Migration mit einem Land anrichten kann. Hoffentlich ist es für eine Korrektur nicht schon zu spät.

Jetzt, mit 8-jähriger Verspätung, denken Verantwortliche und sich verantwortlich Fühlende darüber nach, was zu tun ist:

Bundesinnenministerin Nancy Faeser: "Ich werde unser umfassendes Gesetzespaket für mehr und schnellere Rückführungen am Mittwoch ins Kabinett einbringen. Wer in Deutschland kein Bleiberecht hat, muss unser Land wieder verlassen." [Quelle: www.zdf.de]

Bundeskanzler Olaf Scholz in einem "Spiegel"-Interview Oktober 2023: "Wir müssen endlich im großen Stil abschieben" [Quelle: Spiegel-Titelseite]. Wer sich nicht auf Schutzgründe berufen könne und keine Bleibeperspektive habe, müsse gehen. "Wir müssen mehr und schneller abschieben". [Quelle: www.zdf.de]

Wo ist denn da, bitte schön, - in der Sache - der Unterschied zu dem, was in der Konferenz in der Villa Adlon zu Potsdam verhandelt wurde. Nur, dass in Potsdam offenbar weit übers Ziel hinaus geschossen wurde und gesetzwidrige Pläne angedacht wurden. Letzteres wäre dann ein Fall für den Staatsanwalt und die Gerichte.

Das ist meine Meinung. Die ganze öffentliche Aufregung ist überflüssig, wenn der vertrauenswürdige und verlässliche Rechtsstaat seine Arbeit tut. Dann klappt's nämlich auch mit der Demokratie.

Die Demokratie wird beschädigt, wenn von den Medien und selbst berufenen "Hexenjägern" in der Öffentlichkeit eine Art Pogromstimmung angefacht und geschürt wird gegen diejenigen Personen aus CDU, AfD, Werteunion, Wirtschaft und Publizistik, die an der Sitzung in Potsdam teilgenommen haben. Jeden noch nicht verurteilten Mörder nennt die demokratische Presse pflichtgemäss "mutmasslichen" Täter. Eine gleich faire Behandlung steht im Rechtsstaat jedem zu, ob einem das passt oder nicht.



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 4


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Dieser Blog war bisher nur der ungeregelten Migration gewidmet, einem Thema, das zur Zeit alle umtreibt, nicht nur in Deutschland. In den ersten drei Nummern habe ich erzählt, was mir bei der Beschäftigung mit dem Thema so durch den Kopf ging. Dabei stiess ich in Wikipedia auf Alain Finkielkraut (* 30. Juni 1949 in Paris). Er ist ein französischer Philosoph und Autor, Mitglied der Académie française. Also ein hoch geehrter Mann. Sein Vater war polnischer Jude, der das KZ Auschwitz überlebt hat.

[Zitat aus Wikipedia:] Finkielkraut verband ([in seinem] Buch L’identité malheureuse) die Themen Einwanderung und nationale Identität und beklagte den angeblichen Niedergang Frankreichs, seiner Bildungsinstitutionen und seiner Kultur. Die Identität sei insbesondere durch die Einwanderung gefährdet. Frankreich habe seine Homogenität verloren. Die einheimische Bevölkerung bestimme nicht mehr die kulturelle Linie.[Zitat Ende]

Ich fand dieses Zitat deshalb besonders interessant, weil Finkielkraut öffentlich eine Ansicht vertritt, die in Deutschland als AfD-Gedankengut "entlarvt" worden wäre und einen Sturm moralischer Entrüstung ausgelöst hätte.

(Es ist unvermeidlich, diesen Thread auch in der nächsten Nummer noch weiterzuführen.)



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter


phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 3


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...jetzt haben sogar hier geborene junge Leute mit einem oder doppeltem Migrationshintergrund auch schon Befürchtungen. So musste es ja kommen. Unter diesen Umständen bin ich umso mehr für die "Umvolkung" oder, wie der Politikwissenschaftler Yasha Mounk es nennt, für das "Experiment". Was das bedeutet, hat er schon 2018 in den Tagesthemen bei Frau Miosga erklärt. Nämlich dass ""Wir" das historisch einzigartige "Experiment" wagen, eine monoethnische, monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln".

Ja das ist doch nichts anderes als die "Umvolkung", der grosse Bevölkerungsaustausch, nur mit anderen Worten ausgedrückt.

Was er mit "Wir" meint, bleibt dabei ein bisschen offen, aber da scheint es doch wohl eine Art Interessengemeinschaft zu geben. Von "Verschwörung" wollen wir natürlich nicht reden. Aber die Versuchskaninchen bei dem Experiment sollen ja wohl wir anderen sein, so unbedarfte Leute wie ich... "und Du".

Zuvor, 2015, hatte ja schon Frau Göring-Eckart ausgeplaudert, dass sie sich auf die "drastische Veränderung Deutschlands" so "freut".

Es ist ja wohl klar, dass das Kräfte wachrufen musste, die sich dem aggressiv zu widersetzen suchen, zumal aus der deutschen Politik kein einziges Wort des Widerspruchs zu Mounks Aussage kam. Da war dann die AfD zur Stelle.

Es ist meine Schwäche, dass ich auf die ganze Verlogenheit, die uns umgibt, so allergisch reagiere. Die Bundesregierung, Frau Faeser, sprach selbst von umfassenden Abschiebungen. In der Berichterstattung der Medien über das "konspirative Geheimtreffen von AfD-Leuten und Rechtsradikalen" heisst es bei demselben Thema "Deportationen", wobei verschwiegen wird, dass an dem Treffen, das nicht geheim war, auch CDU-Leute und Leute aus der Wirtschaft teilgenommen haben.

Wir in Deutschland tun uns so unendlich schwer mit der Demokratie. In England hat das Parlament gerade den Abschiebungen nach Ruanda zugestimmt. Kein Hahn kräht danach. Denn im Grunde ist es allen klar, dass die ungeregelte Migration Hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen nach Europa bringt, darunter auch solche, die man hier lieber nicht gehabt hätte. 62% der Türken, die hier leben, haben für Erdogan gestimmt und sich damit praktisch gegen unsere Lebensart entschieden. Die nigerianische Drogen-Mafia brauchen wir auch nicht. Ich erspare mir weitere Beispiele, sonst heisst es nachher noch, ich sei Rassist. Dabei ist die Wirklichkeit noch viel schlimmer.

Wie schon in Nr. 2 dieses Blogs gesagt, verstehe ich mich zusammen mit Ulrike als lebendiges Beispiel für die Verwirklichung des Multi-Kulti-Gedankens. Wir haben 30 Jahre lang multikulturelle Kulturarbeit gemacht, indem wir das UNESCO-Kulturerbe der Länder Argentinien und Uruguay, den Tango Argentino, gelebt und unterrichtet haben. Bei unseren Veranstaltungen meist zusammen mit ausländischen Partnern. Unsere Freunde sind bzw. waren Ausländer, keine Deutschen. Diese Biografie sollen uns die zahllosen Schwätzer und Parolenbrüller erstmal nachmachen.

Aber wie gesagt: Wenn wunderbare junge Leute heute in Deutschland Angst haben müssen, dann bin ich voll und ganz für den Bevölkerungsaustausch, dann wird es sogar höchste Zeit dafür.

Im übrigen, wenn es um die AfD geht, kann ich nur den Ratschlag geben: Sie einfach nicht wählen, das funktioniert ganz sicher und geht ohne jeden Demo-Event - allerdings weniger spektakulär und nicht so erhebend fürs Selbstwertgefühl.



Bis zum nächsten Mal...

Eckart Haerter

phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 2


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GESINNUNG UND BEKENNTNIS

Zur Zeit ist es gerade wieder die Migrationsfrage, die am 3. Januarwochenende 2024 Hunderttausende im ganzen Land auf die Strassen getrieben hat, um "gegen Rechts" zu demonstrieren.

Der Grund war wohl der, dass sich vorher rechte, auch rechtsextreme(?) Politiker getroffen haben, um über Korrekturen an den bekannten Auswüchsen der aus dem Ruder gelaufenen Migrationspolitik nachzudenken und zu beraten.

Dabei ist herausgekommen, dass Abschiebungen in erheblichem Umfang nötig sind, was die Bundesregierung ja derzeit ebenfalls berät und auf der Agenda hat. Laut Bundesinnenministerin Faeser soll das Prozedere der Abschiebungen erleichtert und beschleunigt werden.

Wir von der Denkfabrik phantastische-demokraten.de mögen keine Massenaufmärsche bzw. Massendemonstrationen, besonders dann nicht, wenn es darum geht, damit die Korrektheit der eigenen Gesinnung öffentlich unter Beweis zu stellen. Denn das haben wir nicht nötig

Für Multikulti in einer Demo mitzulaufen, ist ehrenwert und jedermanns gutes Recht.
Die Parole "Gegen Rechts" ist bestenfalls dumm, wenn nicht gar Hetze. Denn Rechts ist nicht gleich Rechtsextrem, sondern ein legitimer Teil des politischen Spektrums.

Bei uns war es der überwiegende Teil unseres ganzen Lebens beziehungsweise unseres Berufslebens (beides ist bei uns nicht zu trennen), das der multikulturellen Arbeit gewidmet war. 30 Jahre lang haben wir in der multikulturellen Kulturschöpfung des Tango Argentino gelebt, ihn als Tanz und immaterielles UNESCO-Kulturerbe der Länder Argentinien und Uruguay unterrichtet und Originaltexte ins Deutsche übersetzt.

Die Partner bei unseren zahlreichen, hochklassigen Veranstaltungen (zumeist Musiker), waren fast ausschliesslich Ausländer, von denen einige zu Freunden wurden.

Wir verstehen uns als die lebendige Verkörperung des Multikulti-Gedankens und der Weltoffenheit. Unsere Biografie, die uns erst einmal jemand nachmachen soll, berechtigt uns aber auch, auf die Fehlentwicklungen einer laienhaften Migrationspolitik hinzuweisen, die vielfaches Leid, zu viele Tote, Hass, Verbrechen, Zerstörung und immer wieder Versuche mit sich gebracht hat, in der Parallelgesellschaft auf deutschem Boden die Gleichstellung der Frau mit dem Mann zu hintertreiben und dies schliesslich gesellschaftsfähig zu machen.

Abschiebungen und Ausweisungen dürfen selbstverständlich nur in berechtigten Fällen erfolgen. Dafür garantiert der Rechtsstaat.

Sollten Rechtsextreme weitergehende Pläne hegen, sind sie in ihre Schranken zu verweisen. Dafür sorgen die Gerichte.

Für uns gibt's keine weiteren Fragen...

Bis zum nächsten Mal!



Eckart Haerter

phantastische-demokraten.de - Der Blog Nr. 1


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In Europa läuft der grosse Bevölkerungsaustausch, auch "Umvolkung" genannt. Ganz besonders engagiert ist darin Deutschland. Die ursprünglich deutsche Bevölkerung verschwindet und wird allmählich durch eine neue, aus anderen Gebieten der Erde zuwandernde, ersetzt. Ein Vorgang, der in der Menschheitsgeschichte schon oft stattgefunden hat. Etrusker, Phönizier, Kelten, Pruzzen und viele andere, sind nur noch in Spurenelementen nachweisbar. Meist in Überbleibseln der Sprache und in Form archäologischer Fundstücke.

Im Jahre 2015 hatte die in ihrem Amt völlig überforderte Bundeskanzlerin Merkel die ungeregelte Massenimmigration ausgelöst (für die Kriegsflüchtlinge aus Syrien). Ihre panikartige Entscheidung bedeutete real: "Grenzen auf für alle, die rein wollen, egal wer, egal woher, egal warum, egal ob mit oder ohne stimmigen Identitätsnachweis". Das dadurch entstandene Chaos war komplett.

Geschah dies zunächst eigentlich unbeabsichtigt, stellte sich alsbald die planlose Masseneinwanderung als grosse Chance heraus, auf deutschem Boden relativ schnell eine neue Bevölkerung zu etablieren.

Deshalb wurde die Migrantenflut nach der ersten Welle auch nicht gestoppt, sondern stillschweigend am Rollen gehalten - bis heute.

Eine führende Politikerin der Grünen bekannte es vor der Welt, als sie schon 2015 öffentlich jubelte: "Deutschland wird sich drastisch verändern, und ich freue mich darauf!"

Und an dieser Stelle muss ich ein Bekenntnis ablegen: Wir freuen uns auch!

Wir von der Denkwerkstatt phantastische-demokraten.de freuen uns über den Bevölkerungsaustausch und ein bunter werdendes Deutschland..

Denn dadurch behält nicht nur unsere Heimat auch in ferner Zukunft noch eine Bevölkerung, sondern auch wir ganz persönlich verdanken der Zuwanderung aus fernen Regionen unseres Globus' die Bekanntschaft mit wunderbaren Menschen.

Das Schönste ist aber, dass auch unsere eigene Familie aufgrund von Zuwanderung aus fernem Land eine Bereicherung erfahren hat, die uns Freude, Glück und Zuversicht für die Zukunft schenkt.



Eckart Haerter


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