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3. Jahrgang 2026 (Nr. 119)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 01.03.2026, Sonntag |
Leipzig, Gewandhaus und Panorama Tower. Foto E. Haerter
Heute am 1. März beginnt für uns einer der wichtigsten und schönsten Monate des Jahre, liebe Leserinnen und Leser, und das Titelbild signalisiert es schon. März und Leipzig gehören für uns zusammen, denn im März findet hier die traditionelle Leipziger Buchmesse statt.

Die Buchmessen im März (Leipzig) und im Oktober (Frankfurt am Main), haben eine uralte Tradition. Sie sind die Fortführung der Frühjahrs- und Herbst- Buchmessen, die es seit dem 16. Jahrhundert gibt.

Auch an der Frankfurter Buchmesse haben wir mehrmals teilgenommen. Höhepunkt war für uns das Jahr 2010, als Argentinien den 200. Jahrstag seiner Unabhängigkeit feierte und Ehrengastland auf der Frankfurter Buchmesse war. In diesem Rahmen wurde in einer spektakulären Veranstaltung mit hohen Beamten des argentinischen Kultur­ministeriums und Tango-Livemusik eine Sonderausgabe unserer Homero-Manzi-Übersetzungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Allerdings haben wir viel öfter an der Leipziger Buchmesse teilgenommen: als Besucher, als Aussteller und als Akteure im Rahmen des Lese-Festivals Leipzig liest. Wobei wir letzteres immer umfunktioniert haben zu "Leipzig liest und tanzt". Denn mit unserer Show Das Literarische Tango Café haben wir von uns übersetzte Tangotexte auch tänzerisch interpretiert.

Im Zimmertheater Kosmopolitan (das es heute nicht mehr gibt), mit Sesseln und Sofas im Zuschaerraum, wurde das Literarische Tango Café zu einer unserer gelungensten Veranstaltungen ever, weil das Publikum voller Begeisterung hemmungslos mitging. Jeder der auftritt wird uns bestätigen, dass solche Auftritte, bei denen es zu einer Interaktion mit dem Publikum kommt, am besten gelingen und allen Beteiligten auch am meisten Spass machen.

Die Frankfurter Buchmesse ist viel grösser als die Leipziger, und sie wirkt auch offizieller, pompöser und unpersönlicher. Die Leipziger Buchmesse ist beschaulicher, fast ein bisschen familiär, und es gibt am Vorabend die wunderbare Eröffnungsveranstaltung für alle offiziellen Teilnehmer im Gewandhaus (Titelbild). In diesem herrlichen Konzert­haus spielt dann das weltberühmte Gewandhausorchester ein Konzert, woran sich in den Foyers, mit Aussicht auf den Augustusplatz, der Empfang der Stadt Leipzig für die Messeakteure anschliesst, mit Kanapees und sächsischem Wein bis zum Abwinken.

Leipzig im Frühling, das ist schon etwas Besonderes. Wir haben ihn erlebt, erfreut von bunten Frühlingsblumen, umfächelt vom lauen Wind und draussen im Sonnenschein sitzend bei Kuchen und Tee. Aber auch bibbernd im Schnee­griesel, von eisigen Ostwinden gepeitscht. Alles ist möglich.

Seit wir, gezwungen durch persönliche Umstände, nicht mehr als Tango-Tanz- und -Lehrerpaar arbeiten können, haben wir unsere Besuche in Leipzig vor allem wieder der klassischen Musik gewidmet. Auch Göttingen hat ein gutes Symphonieorchester und eine reiche Kulturszene, aber Leipzig hat auf diesem Gebiet den Vorzug, seit Jahrhunderten zu den Welthauptstädten der klassischen Musik zu gehören, mit einem der weltklasse Sinfonieorchester und all den wunderbaren Original­schauplätzen wie den Lebens- und Wirkungsstätten von Johann Sebastian Bach mit der Thomaskirche, der Wohnung von Robert und Clara Schumann und der von Felix Mendelssohn- Bartholdy und seiner Familie, die beide jetzt Museen sind und in denen regelmässig Konzerte stattfinden. Bei den Mendelssohns kann man auch wunderbar im Garten sitzen unter blühenden Kastanien...

Hinter dem Gewandhaus der Schillerpark mit dem bescheidenen Gedenkstein mit Proträtplakette von Robert Schumann.
Das gewaltige Mendelssohndenkmal steht an anderer Stelle der Stadt und Bach im Hof der Thomaskirche.

In diesem Blog spreche ich öfter davon, dass wir in einer Zeit von Chaos, Niedergang, Verfall, Gewalt und Kriegshetzerei dringend Zufluchtsorte für Körper, Geist und Seele brauchen.

In Leipzig gibt es solche, und am 19.3. beginnt die Buchmesse.

[Leider sind wir zur Zeit an die Heimat gebunden und können nicht reisen.]

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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3. Jahrgang 2026 (Nr. 118)

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Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 26.02.2026, Donnerstag |
Foto Göttinger Tageblatt
Heute im Bild die 1. Seite des Göttinger Tageblatts vom Dienstag, liebe Leser­innen und Leser. Es geht um den Fortgang der gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland, hier am Beispiel Göttingens.

Nun hat also der Muezzin zum ersten Mal in der tausendjährigen Geschichte Göttingens über Lautsprecher zum Gebet gerufen.

Diesmal war es nur ein Test. Die muslimische Gemeinde ist feinfühlig und wollte die Göttinger nicht gleich überfordern. Alles geschieht natürlich in engem Kontakt mit der Oberbürgermeis­terin Frau Broistedt (SPD) und den zuständigen Stellen. Vorgesehen ist mittel- bis langfristig natürlich der regelmässige Muezzinruf, zunächst nur einmal im Monat. Original lässt der Muezzin ja fünfmal am Tag seine Stimme per Lautsprecher über der Stadt erschallen. Wir werden sehen, wie sich das in Göttingen entwickelt.

Da es die Moschee (Bild) schon seit 20 Jahren gibt, musste es eigentlich klar sein, dass irgendwann auch der Muezzin seine Pflicht tun würde. Eine selbstver­ständliche, vorhersehbare Entwicklung, wenn man Millionen Menschen dieses Glaubens ins Land kommen lässt beziehungsweise sie sogar mit Geld- und Sachgeschenken geradezu anlockt. Die freie Religionsaus­übung ist in der Demokratie gewährleistet.

Das einzige, was beim Ausbreiten des Islams Bedenken auslösen könnte, ist die Tatsache, dass es neben den vielen wunderbaren Menschen dieses Glaubens leider auch einzelne gibt, die nichts Gutes im Schilde führen und seit ihrem Hiersein eine Blutspur von Gewalttaten, Toten und Traumatisierten hinterlassen haben und weiterhin hinterlassen. Ja, es sind Einzelfälle, aber doch leider zu viele, die eine Atmosphäre der Feindseligkeit, Bedrohlichkeit und Angst im öffentlichen Raum verbreiten ("Waffenverbotszone in Göttingen" s. Blog Nr. 115).

Aber auch wenn es nicht so gewalttätig zuginge, ist es einfach so, dass die vielfach praktizierte Ausübung dieser Religion in Teilen nicht mit unserem Grundgesetz vereinbar ist. So wurde vor Jahren zum Beispiel darüber berichtet, dass in Moscheen (wohl nicht in allen) regelmässig Hasspredigten gegen das Gastland Deutschland und seine Bewohner gehalten werden. Diese Berichte hörten dann irgendwann, quasi wie auf Kommando, plötzlich auf und man hörte nichts mehr davon.

All das mutet eigenartig an wo doch gerade erst ein Gesetz gegen Politikerbeleidigungen sowie gegen Hass und Hetze in sozialen Medien erlassen wurde. Da war wohl die deutsche Klientel die Zielgruppe.

Auch der - mehr oder weniger strikt gehandhabte - Verhüllungszwang der Frauen ist nicht mit den deutschen Gesetzen vereinbar. Genausowenig wie die Unterordnung der Frau unter die Befehlsgewalt des Mannes oder Zwangs­verheiratungen und Genital­verstüm­melungen. Clans, organisiertes Verbrechen, Messer, Gewalt im öffentlichen Raum, in Schulen, in Verkehrsmitteln sind weitere Stichworte, auch wenn die meisten Medien immer noch fast panisch vermeiden, die Herkunft der Täter zu benennen.

Fakt ist doch, dass wir hier in Deutschland mit den unterschiedlichsten Religionen und Nationen friedlich zusammenleben ohne besondere Probleme. Nur leider scheint ein Teil der Zuwanderer aus islamischen Ländern andere Absichten zu hegen.

Wenn aber die Religionsausübung von zugewanderten Ausländern dauerhaft gegen unsere Gesetze verstösst, die die deutschen Bürger unter Strafan­drohung zu befolgen haben, dann entsteht im Staat eine gefährliche Schieflage mit Parallelgesellschaften, denen de facto Sonderrechte eingeräumt werden. Denn wie es bisher aussieht, drücken sich die Regierenden der Bundesrepublik Deutschland davor, die Einhaltung ihrer eigenen Gesetze von allen hier Lebenden in gleicher Weise einzufordern und durchzusetzen.

Das ist der einzige Grund, warum man die Ausbreitung des Islam mit gemisch­ten Gefühlen erlebt. Denn wenn es mit der Bevölkerungsentwicklung so weitergeht, und nichts spricht bisher dagegen, dann wird die Frage akut, wie lange unser Grundgesetz noch seine Gültigkeit bewahren kann.

Indes sollte man sich nicht aufregen. Auch die Umwidmung von Gotteshäusern vom einen zum anderen Glauben hat es in der Geschichte schon mehrfach gegeben. Jetzt geht es in Deutschland gerade in Richtung Islam, darin gibt's nix mit Grundgesetz...

Erinnern wir uns an dieser Stelle an den euphorischen Ausruf der Grünen-Politikerin Frau Göring-Eckardt angesichts der damals zu erwartenden - ungeregelten - Massenzuwanderung: "Deutschland wird sich drastisch verändern, und ich freue mich darauf!"

Ich selbst war auch immer ein Freund von multi-kulti, und Ulrike und ich waren lange aktiv in der multikulturellen Kulturarbeit tätig. Aber mit einer anderen Zielsetzung. Nicht um Deutschland zu destabilisieren.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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3. Jahrgang 2026 (Nr. 117)

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| 22.02.2026, Sonntag |
Ausfahrt aus Buenos Aires. Foto E. Haerter
Heute im Bild der Blick zurück bei der Ausfahrt aus Buenos Aires, liebe Leserinnen und Leser. (Foto von mir)

Das Bild war mir wichtig, nachdem ich gelesen hatte, dass in Deutschland der Stand der medizinischen Entwicklung auf dem Gebiet der Behandlung von Herzkrankheiten weit hinter dem vergleichbarer europäischer Länder hinterherhinkt, und das zu weit höheren Kosten als sonst irgendwo in Europa. Ausgerechnet Deutschland, das vor 100 Jahren in der medizinischen Forschung ganz oben rangierte und Massstäbe gesetzt hat. Aber leider passt das ins deprimierende Bild, das Deutschland derzeit vor der Welt abgibt.

An dieser Stelle muss ich jedoch einflechten, dass vor Jahren meine schwere Herzerkrankung bei der Universitätsmedizin Göttingen wunderbar behandelt worden ist, so dass ich mich wieder einer stabilen Gesundheit erfreuen darf.

Gleichwohl musste ich nach dem bedauerlichen Bericht über den nicht mehr überall gleichwertigen Stand der deutschen Medizin die Gedanken erstmal dringend woanders hin lenken. Deshalb will ich heute kein Wort mehr über den gegenwärtigen Allgemeinzustand Deutschlands verlieren und über Politik schon gar nicht.

Jeder von uns hat doch seinen Lieblings- oder Sehnsuchtsort auf unserem Globus. Sei es das Urlaubsziel, wo man immer wieder gerne hinfährt oder eine Stadt, mit der man besonders schöne Erinerungen verbindet. Orte, an die man, auch wenn man nicht reisen kann, wenigstens in Gedanken zurückkehrt, um eine Zeitlang die heimischen Alltags­beschwer­nisse auszublenden.

Ganz allgemein empfiehlt es sich, solche Ausweichquartiere zu haben für all die Momente, in denen einem alles zum Hals raushängt. Dann sofort ein Bild vom Sehnsuchtsort im grossen Format auf den Bildschirm holen, und es wird gleich besser (wie beim heutigen Titelbild).

Aufgrund unserer langjährigen Tätigkeit als Tango-Tanz- und Lehrerpaar, sind auf ganz natürliche Weise, Buenos Aires und Montevideo gleichberechtigt zu unserer zweiten Heimat geworden. Die beiden Schwesterstädte und zeitgleich die Ursprungsstädte des Tangos, die sich am nördlichen und südlichen Ufer des Rio de La Plata schräg gegenüber liegen. Der Buquebus schafft die Fährverbindung zwischen beiden Hauptstädten in genau 3 Stunden. Der Flug dauert 30 Minuten.

Das Titelbild zeigt es: Es ist ein wehmütiger Abschied aus der wunderschönen, eleganten und riesigen Stadt Buenos Aires, wenn die Silhuette der Wolkenkratzer allmählich entschwindet und das Schiff die Wellen des Rio de La Plata durchpflügt, der aufgrund seiner Grösse wie das offene Meer erscheint, hin zum anderen Ufer. Nach Montevideo, auch eine Millionenstadt aber verglichen mit Buenos Aires nur ein Zehntel so gross und dabei auf geheimnisvolle Weise zauberhaft wie sein Name.

Lassen wir uns noch musikalisch einstimmen auf das Ambiente von Buenos Aires mit dem Lied: Yo soy Maria de Buenos Aires, dem Titellied der "Operita" mit dem gleichen Titel von dem argentinischen Komponisten Astor Piazzolla und dem Text des Uruguayers Horacio Ferrer.

Es singt die grosse italienische Sängerin Milva (1939-2021)

Das Lied haben wir oft auf unseren Milongas in der Göttinger MUSA gespielt, und es ist sehr gern danach getanzt worden.
[Vorspiel ohne Gesang bis 02:30].

Und damit...

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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| 15.02.2026, Sonntag |
Foto NDR Fernsehen
Höhepunkt des Karnevals, liebe Leserinnen und Leser! Jubel, Trubel, Heiterkeit und viele bunte Farben. Gottseidank in Göttingen nicht öffentlich. Aber wir wollten trotzdem zur Buntheit etwas beitragen mit unserem heutigen Titelbild, das in unserer aktiven Zeit als Tango-Argentino-Tanzpaar das NDR-Fernsehen aufgenommen hat. Auch wieder live wie die allermeisten unserer Fotos, ohne unser Wissen aufgenommen während der laufenden Sendung.

Und wie es der Zufall will, heute, nach vielen besonders dunklen Tagen, zeigt sich der Himmel bei strahlendem Sonnenschein und eisigem Ostwind in der Farbe, die bei Netscape skyblue heisst.

Ich liebe diese einprägsamen Farbnamen, mit denen man 216 (glaube ich) verschiedene Farben angeben kann. Wenn man nicht darauf angewiesen ist, die 16,7 Millionen möglichen Farbnuancen zu nutzen, reichen nach meiner Erfahrung die Netscape-Farben völlig aus. Es war einfach genial, die nötigsten Farbtöne mit Namen zu belegen, weil man die einfach leichter behält als die exakten RGB-Farbcodes. Ausserdem kann man sich bei den Namen sogleich etwas vorstellen. Ich tue mich beim Erstellen einer Website einfach leichter damit, aus dem Gedächtnis heraus skyblue zu schreiben, statt #87CEEB.

Vereinfachung kann auch sehr zur Harmonisierung beitragen. Wie in der abendländischen Musik, wo mit dem Dur-moll-System mit seiner enharmonischen Verwechslung (Beispiel: cis ist derselbe Ton wie des) die Vierteltöne eingeebnet wurden. Die dadurch entstehende Ungenauigkeit im Zusammenspiel, die das menschliche Ohr nicht wahrnimmt (Streicher spielen beide Töne automatisch nicht ganz gleich), wurde in Kauf genommen.

Mit diesem System wurden, von Bach bis Bruckner, die grössten, unsterblichen Musikkompositionen der Menschheit geschaffen.

Und vielleicht ist es Mozart, der als Komponist alle anderen überstrahlt. Wenn ich gezwungen wäre, zu entscheiden, wessen Musik ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, wäre es wohl Beethoven, er steht mir am allernächsten, weil er mich ganz persönlich anspricht - sozusagen von Mensch zu Mensch.

Aber der unabhängigste, freiste von allen ist Mozart. Seine Musik will nichts und verlangt nichts. Sie ist einfach da - als solche. Ohne Philosophie, ohne seelische Konflikte, ohne religiöse oder sonstwelche Absichten. Seele in absoluter Reinheit.

"Schicksallos wie der schlafende Säugling atmen die Himmlischen, keusch bewahrt in bescheidener Knospe blühet ewig ihnen der Geist und die seligen Augen blicken in stiller, ewiger Klarheit..." (Höderlin).

Hier
Ein Beispiel von unzähligen

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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3. Jahrgang 2026 (Nr. 115)

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| 08.02.2026, Sonntag |
Göttingen. Foto Göttinger Tageblatt
Das heutige Titelbild aus dem Göttinger Tageblatt, liebe Leserinnen und Leser, zeigt den scheinbar unaufhaltsamen Fortgang der Entwicklung in Deutschland. Einer Entwicklung, die von vielen (darunter mir) dystopisch vorausgesagt wurde, von anderen überschwenglich begrüsst und von wieder anderen (noch immer) schlicht geleugnet wird.

Aber das Schild, aufgenommen noch vor der inzwischen erfolgten Inkraftsetzung, ist nicht aus Jux und Tollerei aufgestellt worden, sondern aus beklagenswerter Notwendigkeit.

Ja, wir haben jetzt in Göttingen eine Waffenverbotszone. Ostwärts von der sogenannten Dönermeile in der Weender Strasse, mit dem Waageplatz direkt vor der Staatsanwaltschaft als Mittelpunkt, ist es jetzt in den Nachtstunden verboten, Pistolen, Messer, Schlagstöcke und ähnliche Waffen bei sich zu tragen. Unerklärlicherweise ist das dann ab 08,30 Uhr wieder erlaubt.

Waageplatz Göttingen. Foto E.Haerter
Der Waageplatz an der alten Mühle am Leinekanal, an der Stelle mit der malerischen Trauerweide, könnte eine wunderbare Erholungsinsel sein. Stattdessen wurde diese Gegend zunehmend von der üblichen Klientel zum sozialen Brennpunkt umfunktioniert. Menschen, denen ein funktionierendes, harmonisches Gemeinwesen offenbar ein Gräuel ist. Insofern ist Notwendigkeit der Waffenverbotszone zwar unsagbar traurig für Göttingen, aber eben doch zu begrüssen.

Es ist der erste zaghafte Versuch, den Niedergang der Stadt durch Gewalt, Verbrechen und Versiffung zu beenden und ein Signal, dass es eine deutsche Stadtverwaltung gibt, die in der Stadt das Sagen hat.

In Deutschland können wir nur froh sein, dass es noch nicht ganz so furchtbar zugeht wie in Schweden, denen mittlerweile ihr ehemals vorbildliches Gemeinwesen in Gewalt und Chaos um die Ohren fliegt. Dabei reichen bei uns die Gewalttaten gegen Rettungskräfte, Polizisten, Bahnschaffner, Busfahrer und Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln doch weissgott schon aus, um das Grausen zu kriegen.

Aber solange noch hohe Repräsentanten des Staates Empörung heucheln über die ständig zunehmende Verrohung und Gewaltbereitscheft in unserer Gesellschaft, und die damit das deutsche Volk beleidigen, solange ist Schlimmstes zu erwarten. Wer so spricht, macht sich in Wahrheit mitschuldig und zum Komplizen derer, die das deutsche Volk geringschätzen und sein funktionierendes Gemeinwesen bewusst unterminieren.

Das kleine Dänemark macht seit kurzem klare Ansage: Wer kriminell ist, fliegt umgehend raus. In Deutschland sind wir noch nicht so weit. Wer hier so spricht wie die dänische Ministerpräsidentin, wird als AfD-nah stigmatisiert, und mit einem solchen spricht man doch gar nicht erst.

Nein, lustig ist das alles nicht. Es gibt schon zu viele Tote, Verletzte und Vergewaltigte, die letztlich die Politik zu verantworten hat.

Grotesk und erschreckend, dass der Göttinger Waageplatz, der eigentlich eine idyllische Erholungszone in der Innenstadt sein könnte, stattdessen zur Waffen­verbots­zone erklärt werden musste.
Mir tut es in der Seele weh, was aus Deutschland geworden ist. Wir haben fast 30 Jahre lang mit Ausländern Kulturarbeit geleistet. Als phantastische-demokraten.de haben wir schon 2016 ein Denkmodell veröffentlicht, wie man Füchtlinge international menschenwürdig behandeln und unterbringen könnte. Dafür bin ich (auch aus engsten Kreisen) sehr beschimpft worden.

Und es tut mir leid für die vielen Einwanderer, die bei uns tatsächlich auf eine andere Welt gehofft haben. Auf eine Welt des Friedens, der Freiheit, der Demokratie und Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Der Weg dahin ist länger geworden als er jemals war. Rückschritte auf allen Gebieten, ideell wie materiell, sind die international mit ungläubiger Verwun­derung beobachteten neuen Merkmale Deutschlands.

Wir müssen also weiterkämpfen, und wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, obwohl die Zustände seit 2016 immer schlimmer geworden sind. Mir hängt es mittlerweile zum Halse heraus, dies immer wieder thematisieren zu müssen.

Gerade läuft im Hintergrund Smetanas Moldau, friedliche Naturidylle in Tönen. Ein Fluchtpunkt für die Seele.

Lassen wir's damit für heute genug sein.

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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3. Jahrgang 2026 (Nr. 114)

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| 02.02.2026, Montag |
Göttingen, Accouchierhaus. Hist. Stich gemeinfrei aus Wikipedia
Eine meiner Lieblingsecken in Göttingen, liebe Leserinnen und Leser. Besonders wenn die Nachrichten, die auf einen einstürmen, zu fürchterlich werden. Im Bild das Accouchierhaus, die erste universitäre Entbindungsklinik Deutschlands, an der Ecke Kurze Geismarstrasse/Hospitalstrasse in einem Stich aus dem 18.Jahrhundert.

Die Hausecke, die man am rechten Bildrand gerade noch sieht, ist später umgebaut worden. In der Ecke befindet sich heute der Eingang zur Filiale der Bäckerei Ruch mit Café. Hier kann man am Fenster sitzen und auf das Haus gegenüber schauen und sich in Gedanken in die herrliche Zeit zurück­versetzen, als Johannes Brahms hier ein und aus ging, wenn er seine Freundin Agathe von Siebold, die Tochter des damaligen Kliniksdirektors besuchte.
Hier das Haus im heutigen Zustand - wie neu erbaut (eigenes Foto). Musikwiss. Sem. Foto E. Haerter
Ja, ich gebe es zu, ich rede schon wieder von Fluchtpunkten, und die sind nötiger als je zuvor.

Der ausreisepflichtige, aber gleichwohl herumreisende Iraker, der im August in Friedland das 16-jährige Mädchen vor einen Zug gestossen hat, war ja kurz danach aufgrund psychischer Probleme für schuldunfähig erklärt worden. Nun berichtete das Göttinger Tageblatt, dass geprüft wird, ob man ihn nach Litauen abschieben kann, von wo er wohl nach Deutschland eingereist ist. Praktisch.

Nun vor wenigen Tagen wieder so ein Vorfall, in Hamburg in einer U-Bahnstation, wo ein diesmal Süd-Sudanese ein 18-jähriges Mädchen vor den Zug gerissen hat und dabei selbst mit getötet wurde. In diesem Fall war der Mann bereits polizeibekannt, hatte in einem Bordell randaliert, einen Polizeibeamten angegriffen und war dann schnell wieder auf freien Fuss gesetzt worden.

Abgesehen davon, dass das Mädchen noch leben könnte, masse ich mir selbstverständlich keine Aussage darüber an, ob man mit dieser Art Persönlichkeiten nicht doch anders verfahren sollte, als das bei uns gemeinhin geschieht. Denn für die Täter ist diese Behandlung doch ein Signal, welches besagt: Das ist alles nicht so schlimm, was du getan hast, denn sie lassen dich ja gleich wieder laufen. Aber das sind nur so Gedanken; man kann unter diesen Eindrücken das Hirn ja nicht ganz abschalten.

Dann las ich in der Berliner Zeitung (BZ) den Bericht über die Zustände in Schweden, die das einstige Musterland und eins der sichersten weltweit, seit etwa 15 Jahren zum gefährlichsten Land der EU gemacht haben. Die Bild-Zeitung (online) berichtet ausführlicher darüber.
[Zitat:]
Dass es so nicht weitergehen kann, ist deutlich. Immer mehr Schweden haben Angst um ihr Leben, denn nicht selten werden unschuldige Passanten Opfer sich bekriegender Banden. Ende August veröffentlichte das schwedische Innenministerium deshalb einen 34-Punkte-Plan, mit dem das Land die Bandenkriminalität in Zukunft bekämpfen will.

Kriminelle sollen schon bei geringstem Verdacht leichter abgehört werden können. Die Mindeststrafen werden erhöht, und das Strafmaß steigt bei Mehrfachtätern automatisch. Auch die Kameraüberwachung soll ausgedehnt, die Möglichkeit für Bewährungsstrafen eingeschränkt werden. Kronzeugen­gesetze und Zeugenschutzprogramme sollen erweitert werden. Außerdem soll die vorbeugende soziale Arbeit verstärkt werden – Streetworker werden nun auch nachts und am Wochenende in den gefährdeten Gebieten jederzeit und "sichtbar" unterwegs sein.

Alles in allem will man in Schweden in Zukunft strenger werden und vor allem genauer hinschauen. Ob es hilft, wird man erst in einigen Jahren sehen können.
[Zitat Ende]


All das gibt es ja bei uns auch schon, nur noch nicht so allumfassend wie in Schweden. Auch das einstige Vorzeigeland Holland ist sehr in Gefahr, umzukippen.

Bei uns ist es noch mehr die Kultur der Messerangriffe und das Auto, das absichtlich in Gruppen nichtsahnender Menschen gelenkt wird.

Jedenfalls scheint Schweden etwas tun zu wollen. Ob die Streetworker das schaffen können, ist die Frage. Was in Schweden und auch schon in Holland los ist, das ist ja nicht das Über-die-Stränge-Schlagen von übermütigen Jugendlichen, sondern offener Krieg, der sich immer mehr ausweitet. Wenn dem nicht mit aller Konsequenz Einhalt geboten wird, werden wir zum failed state wie einige der Herkunftsländer, aus denen viele Schutzsuchende zu uns kommen.

Deutschland ist mittlerweile innerlich und äusserlich so runtergekommen, dass ich mehrere DIN-A4-Seiten im Blog damit vollschreiben könnte. Das würde aber nichts nützen ohne Vorschläge, wie man es besser machen könnte. Zum Thema Friedenssicherung habe ich mich bereits geäussert. Demnächst nehme ich mir mal die Schulen vor.

Dass aber auch dezidiert etwas getan wird, zeigt das folgende kleine Bildchen, das für sich spricht. Es zeigt unmissver­ständlich, gegen wen die Obrigkeit tatsächlich vorzugehen gedenkt und dabei auch keine Mühen scheut.

Zentralstelle Hasskriminalität

Und damit...

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Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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| 26.01.2026, Montag |
Laterne im Schnee. Foto E. Haerter
Früher war's im Winter eine Selbstver­ständ­lichkeit, liebe Leserinnen und Leser, heutzutage ist es bemerkenswert: Es hat geschneit. Wie das in unserer Strasse aussieht, wollte ich euch nicht vorent­halten. Alles in weiss...
Aber bitte jetzt nicht annehmen, dass der städtische Reinigungsdienst die Strassen räumen würde. Weit gefehlt. Alles bleibt liegen. In der Pandektengasse wurde auf den Schnee, den Schneematsch und die angefrorenen Stellen einfach Granulat geworfen. Das ergibt eine schwarze, dreckige, mit Granulat vermischte Brühe, die man überall hinträgt.

Amüsant war kürzlich etwas anderes. Als beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos Staatschefs, Regierungschefs und Wirtschaftsbosse den Saal füllten und voll Spannung auf Ihn warteten. Und Er kam. Unser aller Präsident, und der plauderte, was ihm so in den Sinn kam. Anderthalb Stunden lang Small Talk, und die Welt hörte zu. Besser geht's nicht. Völlig entspannt, einmalig selbstsicher und von sich überzeugt, ob's stimmt oder nicht - egal. Es ist immer amüsant, oft auch faszinierend, zumindest aber unterhaltsam, was solche Typen zu sagen beziehungsweise zu erzählen haben.

Ich hatte einen ähnlich gearteten Sprachlehrer in London, eine aussergewöhnliche, schillernde Persönlichkeit, mit der dazugehörenden Portion angelsächsischer Verrücktheit: "I've written fourteen books and six symphonies..". Da spielt es dann keine Rolle mehr, ob's wahr ist oder nicht. Vielleicht wurden seine Werke ja auch nur nicht veröffentlicht. Wie auch immer, er war sehr gebildet und auf eine überwältigend sympathische Weise auch eingebildet, so dass man bei ihm viel profitieren konnte. Denn, wie man am Beispiel Donald Trumps sehen konnte, man hört solchen Mitmenschen gerne zu, schon weil sie immer eine Show bieten.

Dabei ist Donald Trump keineswegs nur ein Schwätzer. Ob er 8 oder 2 Kriege oder gar keinen Krieg beendet hat, ist letztlich egal, denn er hat, was den Frieden angeht, mehr unternommen, mehr geleistet und mehr erreicht als alle sich wichtig und bedeutend fühlenden Regierenden der übrigen Welt zusammen.

Zudem wird er von den Schurken der Welt als einziger ernstzunehmender Gegner respektiert. Gerade wegen (und nicht trotz) seiner scheinbar unberechenbaren und skrupellosen Art.

In Nigeria waren vor einiger Zeit (wieder einmal) mehrere hundert Schulmädchen von einer muslimischen kriminellen terroristischen Vereinigung entführt worden (wohl um sie als Sex-Sklavinnen zu missbrauchen). Als Donald Trump öffentlich darüber nachdachte, deswegen militärisch in Nigeria einzugreifen, waren kurze Zeit später die meisten der entführ­ten Mädchen wieder da.

Seit der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch amerikanische Spezialkräfte, ducken sich auch spürbar die im Iran herrschenden Gottesmänner ab. Man weiss ja nie, wer als nächster dran ist.

Natürlich besteht bei Egomanen, besonders wenn sie eine Machtstellung bekleiden, die Gefahr, dass sie bei ihrem Tun das gebotene Mass verlieren. Trump agiert so, als könne er sich alles erlauben. Und bislang stimmte das ja auch. In dem Punkt ist die amerikanische Demokratie gefordert, um Auswüchse zu unterbinden. Ich hoffe, dass ihr das gelingt.

In Deutschland sollten wir - nein, müssen wir - vorrangig daran arbeiten, unsere in weiten Teilen entgleiste Demokratie wieder in die richtige Bahn zu bringen. Auf dem Gebiet wäre mehr als genug zu tun. Wahlausgänge müssen wieder respektiert, nicht ignoriert werden. Keine Gesprächsverweigerung mit gewählten Abgeordneten. Die freiwillig links-grün gleichgeschaltete Presse sowie insbesondere die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender müssen wieder dazu gebracht werden, ihrer demokratischen Aufgabe als Kontrolleure der Regierenden gerecht zu werden. In dem Punkt hege ich eine leise Hoffnung, weil das geradezu skandalös manipulative, angemasst erzieherische Agieren der deutschen Medien ("Betreutes Denken") immer öfter von verschiedenen Seiten aus öffentlich diskutiert wird.

Wir phantastische-demokraten.de arbeiten wie seit vielen Jahren weiterhin mit daran.

In diesem Sinne...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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| 18.01.2026, Sonntag |
Montevideo, Palacio Salvo. Foto E. Haerter
Mal ehrlich, liebe Leserinnen und Leser, auch wenn es ketzerisch klingt, ich fand den Klimawandel mit seinen milden Wintern sehr angenehm. Wenn es nach mir ginge, könnte es immer so bleiben.

Allerdings scheint in diesem Jahr eine Pause im Wandel eingetreten zu sein, denn heute ist es wieder sehr dunkel, die Temperatur pendelt um die 0 Grad und es bläst ein ekliger Eiswind.

Unter diesen Umständen musste ich erst einmal wieder visuell zu unserer Wahlheimat Montevideo zurückkehren und uns ein Bild vom Wahrzeichen der uruguayischen Hauptstadt auf den Bildschirm holen, den Palacio Salvo an der Plaza Independencia. Ich selbst war so richtig begierig darauf, wenigstens in Gedanken der hiesigen dunklen Kälte zu entfliehen mit einem Bild von dort unten, aufgenommen in der Weihnachtszeit im dortigen Sommer.

Schönste Erinnerungen an Wärme und an die Stunden, in denen wir auf einer Bank an den Grünanlagen sitzend, die Zeit bis zur nächsten Unternehmung verstreichen liessen. Wenige Meter entfernt von dem Ort, wo sich einst anstelle des Palacio Salvo das Café befand, in dem der berühmteste Tango der Welt, die Komposition La Cumparsita des Uruguayers Gerardo Matos Rodriguez, ihre Uraufführung erlebte.

La Cumparsita, hier gespielt von unserem 2024 verstorbenen Freund Miguel Villasboas aus Montevideo mit seinem Orquesta típica, mit denen wir einige unserer schönsten Auftritte in Montevideo hatten.

Montevideo, allein der verheissungsvolle Name weckt Sehnsüchte nach Ruhe, Abgeschiedenheit, Geborgenheit und Geheimnis beim Klang des Bandoneons. Dort, scheinbar am Ende der Welt, am Ufer des riesigen Rio de La Plata, des Silberflusses.
Der Rio de La Plata vor Montevideo. Foto: E. Haerter

Übrigens, so blau wie auf dem Bild erlebt man den Rio de La Plata nicht sehr oft. Meist zeigt er sich in den Farben wechselnd in einer Mischung aus grau-blau-braun bis manchmal milchkaffee­braun (aufgrund der Sedimente, die er anschwemmt).

Aber hier spielt jetzt Hugo Díaz aus Montevideo auf dem Bandoneon den Tango Fueye, Blasebalg, wie das Bandoneon am Rio de La Plata gern liebevoll genannt wird. Ihn begleitet Ciro Perez auf der Gitarre. Mit Hugo Díaz (https://haerter-tango.info/hugodiaz.pdf) haben wir in Göttingen mehrere wunderbare Veranstaltungen gehabt. Leider ist er unerwartet viel zu früh verstorben.

Es hätte heute so viel über Politik gesagt werden müssen, aber ich habe es nicht fertiggebracht. Es hat mich alles nur angeödet, so dass ich wieder mal Zuflucht an einem meiner Fluchtpunkte suchen musste.

In dem Zusammenhang muss ich noch berichten, dass gestern auf 3Sat die 2. Sinfonie von Robert Schumann gesendet wurde. Schumann steht mir als Mensch und Künstler besonders nahe, und seine 2. in C-Dur ist für mich seit Jahrzehnten ein Schlüsselwerk. Kennengelernt habe ich die Sinfonie in London in der Royal Festival Hall, gespielt vom London Symphony Orchestra unter der Leitung von Georg Solti. Das war eine Aufführung, die mich sofort elektrisiert und begeistert hat. So stimmig habe ich sie danach nie mehr gehört - bis auf gestern. Da spielte das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, auch ein weltklasse Klangkörper, unter der Leitung von Simon Rattle. Das war ganz grosse Klasse. Auch ein Fluchtpunkt!

Und nochmal zu Fueye: Die Musik komponierte Charlo (Pseud.), den Text schrieb Homero Manzi.

Darin heisst es:

Fueye...
No andés goteando amarguras.
Vamos...
Hay que saber olvidar.

In unserm Manzi-Buch habe ich das so übersetzt:

Blasebalg...
Verbreite jetzt keine Bitterkeit.
Komm...
Man muss vergessen können.

Und damit...

...bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




phantastische-demokraten.de - Der Blog
3. Jahrgang 2026 (Nr. 111)

Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Kultur
Im Kampf für Demokratieerhalt und Frieden


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| 11.01.2026, Sonntag |
St. Johannis im Schneetreiben. Foto E. Haerter
Ein Anblick mittlerweile mit Seltenheits­wert, liebe Leserinnen und Leser. Die Johanniskiche im Schneetreiben. Das gab es mehrere Jahre nicht. In diesem Jahr ist nun wieder Winter wie wir, die etwas Älteren, ihn noch von früher kennen. Damals war ein Winter ohne Schnee nicht denkbar. Und bei der ersten Schneedecke eines Winters schrieben Millionen Schulkinder einen Aufsatz zu dem Thema: "Der erste Schnee", etwa so: "Als ich heute Morgen aus dem Fenster guckte, traute ich meinen Augen nicht. Alles in Weiss, selbst die Zaunpfähle hatten weisse Mützchen auf...". Die Älteren werden sich noch an diese seligen Zeiten erinnern.

Das Bild habe ich schon vor etlichen Jahren aufgenommen, aber die Türme der Johanniskirche sehen noch aus wie im 14. Jahrhundert, und die Schnee­flocken sind auch die gleichen wie im Mittelalter. Das muss man nicht in jedem Jahr neu aufnehmen und kann sich getrost aus der Archivkiste bedienen. Beruhigend finde ich, dass es solche Beständigkeit noch gibt.

Was die Beständigkeit Deutschlands angeht, dieser tausend Jahre alten Kulturnation im Herzen Europas, sieht es gar nicht so gut aus. Vielmehr weisen die Zeichen ziemlich deutlich in Richtung allmählicher Verlöschung (um das Wort Untergang zu vermeiden).

Wir Bürger können nichts weiter tun, als unsere täglichen Pflichten zu erfüllen. Zum konkreten Handeln für Deutschlands Zukunft sind die Politiker gewählt worden, und die tun zu wenig, falls sie überhaupt verstanden haben, worum es geht. Manche, insbesondere die Grünen, scheinen sogar das Ende Deutschlands zu wünschen. Nicht anders sind die Ässerungen führender grüner Politiker zu erklären, die geradezu Hass auf die eigene Heimat erkennen lassen.

Natürlich werden unsere Landschaften bestehen bleiben, aber sie werden irgendwann nicht mehr von Deutschen bewohnt sein. Konkretes Handeln für den Bestand des deutschen Volkes wäre eine Bevölkerungspolitik, die eine Bestands­erhaltung gewährleistet, und eine verantwortungsvolle Einwanderung­spolitik. Aber gerade die ist im letzten Jahrzehnt konsequent am Gegenteil orientiert betrieben worden. Das allmähliche Verschwinden der deutschen Ureinwohner scheint ganz bewusst geplant gewesen zu sein.

Natürlich meine ich das nicht "rassisch" oder gar rassistisch, will mich hier aber nicht zu der üblichen, dummen Fangfrage erklären: "Wer ist denn Ihrer Meinung nach Deutscher?"

Wenn die Deutschen irgendwann in berechenbarer Zeit die Minderheit in Deutschland sein werden, ist es nach der aktuell noch geltenden Politik geschafft.

Wie ich gelesen habe, ich weiss nicht mehr wo, sind längst Überlegungen angestellt worden, wie man mit Deutschen umgehen könnte,die den Bevölkerungsaustausch nicht wollen. Indem zum Beispiel auf dem Gebiet der neuen Bundesländer eine Region reserviert wird, für alle, die ein Deutschland der alten Art behalten wollen. So ähnlich wie es das in den USA als Reservate für die Ureinwohner (Indianer) gibt. Nur eben mit vollständiger Autonomie.

Dort könnten dann die alten deutschen Hochkulturen und die wissenschaftlich technischen deutschen Fähigkeiten gepflegt werden und zu neuer Blüte gelangen. Denn geistig minderbemittelt wären die dorthin flüchtenden Menschen ja ganz sicher nicht.

Sicher, so ein Plan klingt zunächst einmal komisch, aber angesichts der langen deutschen Geschichte der Zersplitterung des Reiches, ist das nicht so absurd wie es klingt. Dass Deutschland 1871 zu einem geeinigten Nationalstaat wurde, ist doch noch gar nicht so lange her. Insofern sollte es keine Denk-Tabus geben, wenn es um die Existenz Deutschlands und des deutschen Volkes geht. Das hätte auch nichts mit Abschottung von der übrigen Welt zu tun. Eine gesunde Migrations­politik mit gebildeten, befähigten, kulturell hochstehenden Menschen anderer Völker, die es auch früher schon immer in Deutschland gegeben hat, wäre doch machbar und erwünscht.

Zum Schluss ein Stück deutscher Musikkultur. Die Kreutzersonate für Violine und Klavier von Ludwig van Beethoven. Sie wurde gestern auf 3Sat gesendet, gespielt von Rudolph Buchbinder und dem Geiger Nikolaj Szeps-Znaider (Däne). Es war eine grandiose Aufführung.

Leo Tolstoi macht diese Musik zum Schlüsselwerk in seiner berühmten Erzählung Kreutzersonate : Geschichte einer Ehe. Darin spiegelt diese Musik das wider, was Tolstois Protagonist seiner Frau unterstellt, die Klavier spielt, mit einem professionellen Geiger, einem Bekannten der Familie.

Genial von Tolstoi für die Handlung ausgewählt. Das Auf- und Abschwellen der Leidenschaften im 1. Satz, die darauf folgende erschöpfte Ruhe des 2. Satzes "mit den 'abgeschmackten' Variationen und dem 'ganz schwachen Finale'", wie der krankhaft eifersüchtige Ehemann in der Geschichte findet.

Und wie ich finde, hat diese Beurteilung, die ja eigentlich die von Tolstoi ist, durchaus etwas für sich. Man muss das aber im Gesamtzusammenhang betrachten, dann bekommt es Sinn.

Für alle Fälle habe ich mal die Kreutzersonate aus Youtube verlinkt (in Gänze dauert sie etwa 45 min.). Der 1. Satz lohnt sich. Es spielen Yehudi Menuhin und Wilhelm Kempff. Ganz alte Schule.

Beethoven: Kreutzersonate (Violine und Klavier)
1. Satz
2. Satz, Andante con variazioni
3. Satz, Presto

Und damit...

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Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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3. Jahrgang 2026 (Nr. 110)

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| 04.01.2026, Sonntag |
Winter. Foto E. Haerter

Leider ist schon wieder Schluss mit den Feiertagen, liebe Leserinnen und Leser, und es heisst wieder arbeiten. Aber wenn ich aus dem Fenster gucke in den verschneiten Innenhof, dann steht mir der Sinn nach Tee, Keksen und einer warmen Stube.

Ich sehe eine verschneite Winter­landschaft mal ganz gern, aber im allgemeinen sind Kälte, Schneematsch und Glätte überhaupt nicht mein Ding. Aber das ist jetzt nebensächlich, wir müssen uns um Präsident Trumps Coup in Venezuela kümmern und um seinen Plan, den USA Grönland einzugliedern.

Angesichts ihrer Machtlosigkeit werden sich die letzten westlichen Demokratien eine völlig neue Art der Politik einfallen lassen müssen, wenn sie sich nicht völlig lächerlich machen wollen.

Zu bewundern ist Portugal. Die Portugiesen schauen auf den Atlantik und denken über ihre einstige Grösse als Entdeckernation nach. Sie mischen sich aber nicht ständig mit sogenannten Ratschlägen und Sanktionen und ähnlichem Unfug in alle möglichen Konflikte ein, an denen sie sowieso nichts ändern können. Besonders auch dann nicht, wenn die Mächtigen des eigenen Bündnisses, also die angeblich "Guten", es genau so machen wie die gegneri­schen Mächtigen, die angeblich "Bösen".

Auch die arabischen Emirate am Golf sind eine Beobachtung wert. Ausser ihrem Öl hatten sie nichts, und das verliert erheblich an Bedeutung. Trotzdem haben sie es geschafft, florierende Staatswesen mit spektakulären Bauwerken zu unterhalten, während sie sich um die Machtspiele der drei Grossmächte wenig kümmern.

Wenn wir keinen Krieg und keine Einmischung in ausländische Kriegshandlungen wollen, und das muss oberster Grundsatz jeder deutschen Politik sein, dann müssen wir auch einen Modus finden, um völlig souverän und in Würde, Wohlstand und Freiheit in der von uns selbst gewählten Staats- und Gesellschaftsform leben zu können.

Das bedeutet, dass sich Deutschland von keinem anderen Land der Welt mehr abhängig machen darf. Weder ideologisch, noch wirtschaftlich, noch in Fragen der Sicherheit. Die Fähigkeiten, wieder auf die eigenen Füsse zu kommen, hätte Deutschland. Was allerdings noch fehlt, ist der ganz grosse, neue Aufbruch. Die Lust und der Wille, angstfrei mit Schwung und Leidenschaft in eine neue Zukunft zu starten.

Der Beginn eines neuen Jahres wäre doch eigentlich genau der richtige Zeitpunkt, um loszulegen.

In diesem Sinne...

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Eckart Dez. 2024
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3. Jahrgang 2026 (Nr. 109)

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| 01.01.2026, Donnerstag (Neujahr) |
Johannisstr. Weihnachten

Ein Frohes neues Jahr Euch allen, nah und fern!

Der Weihnachtsmarkt sowie die Strassensperren zur Sicherung drum herum, sind abgebaut, liebe Leserinnen und Leser. Sie betrafen auch unsere Johannisstrasse, aber die Dekorationen hängen noch. Es ist ja auch noch Weihnachtszeit bis zum Heiligen Dreikönigstag am 6. Januar. Aber der Weihnachtsmarkt war deutlich kleiner als gewohnt. Wen wundert's...

Das Jahr 2025 ist nun geschafft, der Übergang hat problemlos geklappt. Wieder ein Jahr abgehakt. Jetzt geht's weiter - wie immer.

Und wenn es so wäre, wär's nicht das schlimmste, denn schlimmer geht immer. Also gehn wir's hoffnungsvoll und zuversichtlich an, denn es kann (und sollte) ja besser werden.

Die Worte des Herrn Bundeskanzlers Merz zum neuen Jahr waren in Ordnung. Ich hatte nicht viel daran auszusetzen. Mehr und deutlichere Worte zur Kriegs­vermeidung hätte ich mir allerdings gewünscht.

Jetzt kommt es nur darauf an, dass die Politik auch handelt und zwar so, dass Deutschland im Zustand des Friedens verbleibt, indem es erstens aus allen ausländischen Kriegshandlungen rausgehalten wird und zweitens, dass die eklatanten Missstände im Lande entschlossen und tatkräftig beseitigt werden.

Deutschland darf es sich nicht länger leisten, noch ein weiteres Jahr in Folge in Richtung 3. Welt abzudriften. Das hat das deutsche Volk nicht verdient. Im Grunde hat der Bundeskanzler all das auch gesagt, aber es darf nicht mehr bei den gut klingenden Worten bleiben.

Als allererste Massnahme muss meiner Meinung nach die öffentlich verkündete Abkehr von einer Politik stehen, die den Krieg als eine mögliche politische Handlungsweise in Betracht zieht.

Wem das wie die Spinnerei eines Idioten vorkommt, dem muss ich sagen: Ein neuer Krieg in Deutschland wäre die weit grössere Idiotie und die Zerstörung der Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.

Ich weiss, ich wiederhole mich zum soundsovielten Male. Aber solange sich nichts ändert mit der Kriegsrhetorik und der mit unterschwelligem Jubel aus der Wirtschaft begleiteten Aufrüstung, so lange kann ich mich nicht still verhalten. (Zu diesem Thema gibt es einen Anhang unter dem Impressum. Oben im Kopf auf "Impressum(+Anhang)" klicken.)

Der Bundeskanzler hat auch gesagt, dass Deutschland es aus eigener Kraft schaffen muss, wieder auf die Beine zu kommen. Genau meine Meinung! Es muss dann aber eine Politik gemacht werden, die die Menschen wieder mit Freude, mit Zukunftsglauben und mit Lust und Liebe dazu bringt, Kinder in die Welt zu setzen und sich ihres Lebens zu freuen.

Mit einem Volk, das an Altersschwäche dahinsiecht, in einem Land, das immer mehr den Eindruck einer riesigen Seniorenresidenz vermittelt, mit dem kann man keine Zukunft bauen.

Jauchzet, frohlocket (bitte anklicken und den Ton ganz laut stellen!) - so geht der Aufbruch in die Zukunft, und das Lied ist schon bald 300 Jahre alt. Figuren wie Johann Sebastian Bach sind es, die das Ansehen Deutschlands in der Welt bis heute - mit Ewigkeitswert - prägen.

Und zwar nachhaltiger als solche Namen wie Mercedes, BMW, Siemens, Bayer usw., die, so klangvoll sie auch sein mögen, das so nicht schaffen.

Dass das stimmt, erleben wir gerade hautnah mit, indem uns bewusst wird, wie schnell und, gefühlt, wie geradezu plötzlich, wir auf all diesen Gebieten, auf denen wir mal einzigartig zu sein schienen, von China, Korea, Indien und anderen auf die Zuschauer­plätze verwiesen werden.

Weltweit einzigartig ist und bleibt die deutsche Musikkultur, die uns keine Macht der Welt nehmen kann. Sie ist eine ewige Quelle der Kraft.

Zwar ist Ulrike und mir mit dem Tango Argentino eine ausländische Kulturschöpfung (mit deutschem Anteil) zu einem sehr wichtigen Teil unseres Lebensinhalts geworden, aber wir haben dabei nie die Erdung mit der deutschen Musikkultur verloren. Und so wird es auch bleiben.

In diesem Sinne: Frohes Neues Jahr!

Bis zum nächsten Mal...

Eckart Dez. 2024
Eckart Haerter




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