TANGO ARGENTINO
 Ulrike & Eckart Haerter

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Kurze Anmerkungen
zur Kultur des Tango Argentino


Frankfurter Buchmesse 2011

Argentinischer Stand

Die Zeit rast scheinbar immer schneller dahin, liebe Leserinnen und Leser. Für uns ist das ein hinlängliches Motiv, unsere tanzunterrichts-begleitenden Anmerkungen zur Kultur des Tango Argentino künftig noch kürzer zu fassen und sie in noch schnellerer Folge herauszubringen. Selbstverständlich online. Papier ist zwar geduldig, aber zu langsam.

Den 1. Bericht schreibe ich im Presse­zentrum der Frankfurter Buchmesse. Aktueller geht's nicht. Dass eine Buchmesse sehr viel mit Tango zu tun haben kann, haben wir im vorigen Jahr eindrücklich unter Beweis gestellt, als Argentinien Ehrengast war. Dazu aber nun kein Wort mehr, es steht alles im Göttinger Tango-Info Nr. 47.2010.

Auch unsere mehrmalige Teilnahme an der Leipziger Buchmesse, wo wir jedesmal unser Literarisches Tango-Café präsentiert haben, wird manchen noch in lebendiger Erinnerung sein. Und dass Tango und Literatur zusammengehören, weiss jeder, der sich mit Tangotexten oder ganz allgemein mit der Literatur aus Argentinien und Uruguay beschäftigt hat.

César Rosales-Miranda In diesem Jahr traf ich mich auf der Buchmesse in Frankfurt mit dem Vorsitzenden des Vereins lateinamerikanischer Autoren in der EU, Señor César Rosales-Miranda (Bild). Wir haben zunächst eine lockere Form der Zusammenarbeit ins Auge gefasst, ohne schon an etwas Konkretes zu denken. Mal sehen, was sich daraus entwickelt.

Als ich im Ausstellungsbereich der Südamerikaner all die Latinos sah und ihr Spanisch um mich herumschwirrte, fühlte ich tatsächlich so etwas wie Heimweh. Dagegen hat mich das ganze "Getalke" der deutschen Fernsehpromis vor all den Fernsehkameras in allen Ecken nur noch gelangweilt.

Man möge es mir verzeihen. Darunter sind ja viele, die ihr Fach verstehen. Aber was man tagtäglich zuhause auf dem Bildschirm sehen kann, das unaufhörliche, wichtige "Getalke" (man spricht ja heute nicht mehr, man talkt), ich kann's nicht mehr hören.

In Südamerika wird die Kultur noch elementarer erlebt. Sie ist dort mehr als bei uns Grundnahrungsmittel und hat weniger mit blosser Unterhaltung und Zerstreuung zu tun. Inflationär sind bei uns landauf, landab die Kulturveranstaltungen. Überall. Ob Frankfurter Buchmesse, Salzburger Festspiele oder was auch immer. Man glaubt nicht mehr, dass da noch etwas Notwendiges geschieht. Es zählt vor allem der "Event". Inhalte sind nicht so wichtig. Es wird zu viel geschrieben, zu viel geredet, zu viel gesoffen. Übersättigung und Langeweile allenthalben. Und das ewige Gejammer über "digital". Fluch und Segen. Als ob das eine Rolle spielt, in welcher Form Geschriebenes vervielfältigt wird. Mein Gott, die Göttinger TANGO PRODUCTIONS arbeiten seit 2000 digital, ohne grosses Theater darum zu machen. Unsere gedruckten Veröffentlichungen sind selbstver­ständlich per Digitaldruck entstanden und liegen zudem auch online als E-Book vor. Zwar noch im pdf-Format, aber wir werden auch noch moderner.

Der diesjährige Buchmessen-Ehrengast Island hat sich sehr sympathisch als "Sagenhaftes Island" präsentiert. Unter anderem mit einem grossen als Caféhaus eingerichteten Bereich im isländischen Pavillon. Mit Plüschsofas, Sesseln und Couchtischen eingerichtet wie ein riesiges Wohnzimmer. Dazu gab's Livemusik und eine Theke für's leibliche Wohl. Es war mal wieder ein anderer Eindruck. Und es muss ja auch nicht immer alles nur notwendig sein. Auch Spass darf sein. Somit: Auf Wiedersehen 2012!

Eckart Haerter

sagenhaftes Island


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