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roter Schuh
Berichte aus dem Tango-Studio    - Nr. 35 -

   


6. Januar - Heilige Drei Könige und der Tango

Der Tango ist ein ideales Medium, um sich innerlich aus einer widerwärtigen und bedrohlichen Welt zurückzuziehen, liebe Leserinnen und Leser. Das vorgestern zu Ende gegangene Jahr war ein solches. Wie viele dieser Art noch kommen, wissen wir nicht. Doch unsere Welt ist der Tango, der es uns erlaubt, Mensch zu bleiben und unsere Unabhängigkeit zu bewahren; und wenn wir wirklich sehr gute Tänzer sind, auch mehr...

In wenigen Tagen ist Heilige Drei Könige, das in einigen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag ist. Nicht so in Argentinien und Uruguay. Aber dort hat der 6. Januar (Reyes magos oder die Nacht zum 6. Noche de Reyes) für die Kinder dieselbe Bedeutung wie der Nikolaustag bei uns. Dann kommt nämlich Papa Baltasar und bringt ein Geschenk, das er in einen Kinderschuh steckt.

Hier zwei Tangos zum Heiligen-Drei-Königs-Tag. Der 2., Papá Baltasar, ist eine Milonga candombe, was besagt, dass diese Milonga in der Lebens- und Gefühlswelt der Schwarzen bzw. der Afro-Südamerikaner spielt. Es gibt mehrere Interpretationen von Papá Baltasar im Netz, eine davon fantastisch instrumental gespielt und sehr gut zum Tanzen geeignet.

Damit wünschen wir allen Tangueras und Tangueros in Göttingen und der Welt ein gutes neues Tangojahr!

Noche de reyes
Tango 1926
Música: Pedro Maffia (1899-1967)
Letra: Jorge Curi (1895-1972)

La quise como nadie tal vez haya querido
y la adoraba tanto que hasta celos sentí.
Por ella me hice bueno, honrado y buen marido
y en hombre de trabajo, mi vida convertí.
Al cabo de algún tiempo de unir nuestro destino
nacía un varoncito, orgullo de mi hogar;
y era mi dicha tanta al ver claro mi camino,
ser padre de familia, honrado y trabajar.

Pero una noche de Reyes,
cuando a mi hogar regresaba,
comprobé que me engañaba
con el amigo más fiel.
Y ofendido en mi amor propio
quise vengar el ultraje,
lleno de ira y coraje
sin compasión los maté!

Qué cuadro compañeros, no quiero recordarlo,
me llena de verg&utrema;enza, de odio y de rencor.
ĄDe qué vale ser bueno! Si aparte de vengarme
clavaron en mi pecho la flecha del dolor.
Por eso compañeros, como hoy es día de Reyes,
los zapatitos el nene afuera los dejó.
Espera un regalito y no sabe que a la madre
por falsa y por canalla, su padre la mató!

Nacht der Heiligen drei Könige
Tango 1926
Musik: Pedro Maffia (1899-1967)
Text: Jorge Curi (1895-1972)

Ich liebte sie, wie vielleicht noch niemand geliebt hat,
und ich betete sie an, bis die Eifersucht kam.
Ihretwegen wurde ich anständig, ehrenhaft und ein guter Ehemann.
Ich änderte mein Leben und wurde ein Mann der Arbeit.
Einige Zeit nachdem wir unser Schicksal vereinigt hatten,
wurde ein kleiner Junge geboren, der Stolz meines Heims;
Und es war mein ganzes Glück, klar meinen Weg zu sehen
als ehrenhafter und arbeitsamer Familienvater.

Aber in einer Heiligen-drei-Königsnacht,
als ich nach Hause kam,
wurde ich gewahr, dass sie mich
mit meinem treusten Freund betrog.
Und beleidigt in meiner eigenen Liebe,
wollte ich voller Zorn und Mut
die Schmach rächen.
Erbarmungslos tötete ich beide!

Was für ein Bild, Kumpels, ich will mich nicht daran erinnern,
es erfüllt mich mit Rache, Hass und Groll.
Was nützt es, anständig zu sein, wenn sie mir, trotz meiner Rache,
den Pfeil des Schmerzes in die Brust gestossen haben.
Also Kumpels, weil heute Dreikönigstag ist,
hat der Kleine seine Schuhchen rausgestellt.
Er erwartet ein kleines Geschenk und weiss nicht, dass es sein Vater war,
der seine Mutter wegen ihrer Falschheit und wegen der Kanaille umgebracht hat.

Papá Baltasar
Milonga Candombe
Música: Sebastián Piana (1903-1994)
Letra: Homero Manzi (1907-1951)

Dormite mi niño Pedro
que está por llegar
envuelto de nube y cielo
Papá Baltasar.
Llenita su alforja blanca
con cien matracas
con un tambor
y un trompo de cuerda larga
y un tren de carga
y un carretón.
Dormite mi niño Pedro
que está por llegar
al tranco de su camello
Papá Baltasar.

Un angel nació en oriente
el pelo color de té
lo acompañan dos palomas
y un burrito de Belén.
Tres Reyes buscan su cuna
detrás de una estrella azul.
La Madre, madre Maria
y el niño, Niño Jesús.
De mi niño, niño Pedro,
no te vayas a olvidar.
Que mi niño es el más negro
y el más pobre, Baltasar.

Mi Pedro escribió una carta,
Papá Baltasar.
Y un ángel con alas blancas
lo pudo llevar.
Mi niño ya está soñando
con la matraca,
con el tambor.
Y el trompo de cuerda larga
y el tren de carga
y el carretón.
Dormite mi niño Pedro
que está por llegar
envuelto de nube y cielo
Papá Baltasar.

El quiere un soldado nuevo
y una espada y un fusil
y para subir al cielo
un globito de candil.
El quiere un payaso blanco,
también un ferrocarril.
Y un oso de pelo largo
y un gatito de aserrin.
De mi niño, niño Pedro,
no te vayas a olvidar.
Que mi niño es el más negro
y el más pobre, Baltasar.

Papa Baltasar
Milonga Candombe
Musik: Sebastián Piana (1903-1994)
Text: Homero Manzi (1907-1951)

Schlaf ein, mein kleiner Pedro,
denn bald kommt auf seiner Fahrt,
umhüllt von Wolken und dem Himmel
der Papa Baltasar.
In seiner vollen weissen Satteltasche
hat er hundert Rasseln,
eine Trommel
und einen Brummkreisel mit langer Schnur
und einen Lastzug
und einen Bollerwagen.
Schlaf ein, mein kleiner Pedro,
denn bald schon naht
auf seinem schnellen Kamel
der Papa Baltasar.

Ein Engel ist im Orient geboren,
sein Haar hat die Farbe des Tees,
bei ihm sind zwei Tauben
und ein Eselchen aus Bethlehem.
Drei Könige suchen seine Wiege
nach einem blauen Stern.
Die Mutter, Mutter Maria,
und das Kind, das Jesuskind.
Denk dran, dass du mein Kind, den kleinen Pedro,
auf keinen Fall vergessen darfst,
denn mein Kind ist das schwärzeste
und das ärmste, Baltasar.

Mein Pedro schrieb einen Brief,
Papa Baltasar.
Und ein Engel mit weissen Flügeln
hat ihn weggetragen.
Mein Kleiner träumt schon
von der Rassel,
von der Trommel
und von dem Kreisel mit langer Schnur
und vom Lastzug
und dem Bollerwagen.
Schlaf ein, mein kleiner Pedro
denn bald kommt auf seiner Fahrt,
umhüllt von Wolken und dem Himmel,
der Papa Baltasar.

Er wünscht sich einen neuen Soldaten
und ein Schwert und ein Gewehr
und zum Aufsteigen in den Himmel
einen Ballon mit einem Licht.
Er wünscht sich einen weissen Clown,
auch eine Eisenbahn.
Und einen Bären mit langem Fell
und ein Kätzchen voll Sägemehl.
Denk dran, dass du mein Kind, den kleinen Pedro,
auf keinen Fall vergessen darfst,
Denn mein Kind ist das schwärzeste
und das ärmste, Baltasar.


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